Donnerstag, 17. Juni 2021

Die 3 Tage des Condor



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sydney Pollack

Der Condor...zum Abschuß freigegeben...

Ein unauffälliges Büro in New York City, perfekt getarnt als American Literary Historical Society, in Wahrheit eine hochtechnisierte Abteilung der CIA mit 8 Mitarbeitern.
Dort werden weltweit Nachrichten gesammelt und danach ausgewertet, ob darin Strategien oder Hinweise zu finden sind, die der CIA von Nutzen sein könnten.
Joe Turner (Robert Redford) ist einer von Ihnen und er ist bekannt nicht der pünktlichste und auch nicht der regelkonformste Mitarbeiter im Team zu sein. 
Heute beispielsweise kommt er etwas zu spät zur Arbeit und in der Mittagspause wird er das Büro verbotenerweise durch den Hintereingang kurz verlassen, dieses Verbot wird ihm aber das Leben retten.
Es ist kurz vor Weihnachten, draussen regnet es und die Pause bedeutet eine kurze Entspannung von seinem Job mit Bücher lesen, Passagen ausdrucken, in einen Computer einspeisen, herausfiltern.
Als er wieder zurückkehrt, sind alle seine Kollegen bereits tot. Ein drei Mann starkes Killerkommando hat sie alle kaltblütig erschossen.
Turner muss nun fliehen, denn die Mörder werden bald herausfinden, dass sie ihren Auftrag nicht vollständig ausgeführt haben und er als einziger Überlebender der Gruppe steht natürlich auf der Abschlußliste.
Er muss nun herausfinden, wer hinter diesem Anschlag steckt und vor allem muss er sich in Sicherheit bringen und kann niemandem trauen, vor allem nicht seinem eigenen Arbeitgeber CIA.
Er nimmt aber Kontakt zur Dienststelle in Langley auf und soll nun den Anweisungen des Vorgesetzten Higgins (Cliff Robertson) folgen. Aber kann er seinem Chef auch trauen ?Untertauchen wird er bei der schönen Kathy Hale (Faye Dunaway), die taltentierte Fotographin wird seine Geisel.Aber inzwischen ist auch der besonders versierte Profikiller (Max von Sydow) , der von der Organisation nur "der Elsässer" schon dicht auf seinen Fersen...





"Die drei Tage des Condor" von Sydney Pollack entstand 1975 und zählt zu den in den 70ern besonders beliebten Paranoia-Thrillern, die u.a. auch politische Verschwörungen und ominöse Geheimdienstaktivitäten beschreiben.
Vorausgegangen war das Misstrauen der amerikanischen Bevölkerung gegenüber ihren eigenen Sicherheitsbehörden und vor allem gegenüber der Regierung, die aufgrund der Watergate Affäre in ihrem Vertrauen maßgeblich erschüttert wurde.
Dies machte den Weg frei für diese typischen Thriller, die von der undurchsichtigen Haltung der politischen Institutionen handelt. Ein weiteres Thema für diese wunderbaren Thriller war dann auch  aufgrund "Watergate" das Abhören durch einen Lauschangriff. Beispiele dafür sind "Klute", "Die Unbestechlichen" oder "Der Dialog".
Ein Indiz dafür wie viele klasse Filme in diesen Zeiten der Paranoia hervorgegangen sind.
Pollacks Film ist vielleicht einer der flüssigsten seiner Art, denn die Geschichte ist spannend und dynnaisch erzählt.
Er bietet auch szenenweise einige Glanzmomente, die super sind (Exposition, Postbotenkiller, jede Szene mit von Sydow), er bietet aber etwas weniger Rätsel im Vergleich zu Alan J. Pakulas "Zeuge einer Verschwörung", bei dem der Zuschauer nicht so viel erfährt.
Die Schlußszene von "Drei Tage des Condor" ist aber wieder auf 100 % Paranoia ausgerichtet.
Ein runder Film, der durchgehend spannend ist und vorzügliche Unterhaltung bietet.
Natürlich bietet es sich bei Kinostars wie Redford und Dunaway an eine Romanze mit einzubauen, die zeigt wie sehr Pollack daran interessiert war seinen Paranoia Beitrag zum großen Publikumserfolg zu machen.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Serpico





















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sidney Lumet

Schmiergelder....

Bereits als kleines Kind träumte Frank Serpico (Al Pacino) davon Polizist zu werden. Im Jahr 1959 geht dieser Traum dann tatsächlich in Erfüllung,  er schafft die Prüfung an der Polizeiakademie und gehört somit zum New York City Police Department.
Die dortigen Ideale interessieren ihn, er wird zum Schwur für Gesetz und Ordnung, für Ehrlichkeit und Ehrbarkeit verpflichtet.
Doch die Realität sieht anders aus. Als er als Streifenpolizist eine junge Frau vor drei Vergewaltigern rettet und einen dieser jungen Männer (Damien Leake) verhaften kann, erlebt er wie sein Kollege Malone (Hawk Garrett) den Verhafteten schlägt und misshandelt, nur um schnell eine Aussage zu erzwingen. Serpico ist angewidert vom solchem Verhalten und macht mit seiner etwas liberaleren Art die Kollegen misstrauisch.
Erschwerend kommt hinzu, dass Serpico keine Schmiergelder annehmen will, die er von den Kollegen angeboten bekommt und die in den New Yorker Polizeirevieren üblich und weit verbreitet sind.
Serpico hebt sich ab von der Mehrzahl seiner korrupten Kollegen, auch sein Äusseres ist individuell.
Er liest viel, lässt sich einen Bart wachsen, kleidet sich anders, trägt einen Hut und lebt privat ein bisschen Hippieleben aus.
Seine Kollegen verfahren nach dem Prinzip: Einer für Alle, Alle für Einen. Das bedeutet Jeder muss Schmiergeld annehmen. Derjenige der keins nimmt, wird als Außenseiter und Verräter gebrandmarkt.
Und so bugsiert sich Serpico mit seiner unbestechlichen Art immer mehr ins Abseits, darunter leidet auch sein Privatleben. Seine Freundinnen wechseln, nach Leslie (Cornelia Sharpe) kommt Laurie (Barbara Eda-Young), die Frauen haben es nicht leicht, da das Privatleben vom Ärger im Job geprägt wird.
Immer mehr wird er gemieden und beschimpft. Mit Hilfe seines Kollegen Bob Blair (Tony Roberts) versucht Serpico die Vorfälle seinen Vorgesetzten zu melden, welche jedoch nur scheinbar etwas dagegen unternehmen. Als Serpico nach fast zwei Jahren des Wartens Kontakt mit dem integren Sidney Green (John Randolph), der schon seit langem Korruption in den eigenen Reihen bekämpft und darüberhinaus mit der Geschichte an die Öffentlichkeit geht, spitzt sich die Situation zu...






"Serpico" wurde 1973 von Sidney Lumet. Der etwas spröde Polizeifilm beruht auf der wahren Geschichte des Polizisten Serpico, Peter Maas schrieb einen Bestseller darüber, es folgte Lumets beinahe dokumentarisch anmutende Verfilmung.
"Serpico" gilt als einer der ersten Filme die die großangelegte und weitverbreitete Korruption in der amerikanischen Polizei anprangerte.
Daher sorgte der Film bei seinem Erscheinen für viel Aufsehen.
Lumet zeigt die dunklen Machenschaften dieses mächtigen Apparates in aller Deutlichkeit. Eine fest zusammengeschweiste Mannschaft der Gesetzeshüter,  die nach außen andere Regeln verkündet und auch leben soll, als sie im Inneren tatsächlich gelten. Diese inneren Regeln sind eindeutig: Man profitiert vom kriminellen System, nimmt Geld von Beschuldigten, auch von überführten Verbrechern, und lässt sie zumeist dafür in Ruhe. Ganze Reviere kassieren Spielgelder, andere bereichern sich kollektiv an Gelder aus Betrügereien, Hehlerei-Geschäften, Drogengeschäften und so weiter. Im schmutzigen Drogengeschäft lässt sich am meisten absahnen, dort ist auch schon mal 40.000 Dollar pro Nase drin. Das alles geschieht, weil die Vorgesetzten in allen Teilen des Apparates entweder die Korruption dulden oder gar selbst abkassieren. Selbst der Bürgermeister entscheidet sich eher dafür keinen Streit mit der Polizei haben zu wollen, denn dann könnten die Wahlen verloren werden.
Regisseur Lumet ließ dieses Thema nicht mehr los: Sein tiefes Mißtrauen gegenüber dem Polizeiapparat verarbeitete er anschliessend auch in "Prince of the City", "Tödliche Fragen"  und "Nacht über Manhattan".






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

 

Freitag, 11. Juni 2021

Der letzte Mohikaner


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Mann

Die Welt steht in Flammen...

1757 in den neuen Kolonien von Amerika: Die imperialistischen Mächte Großbritannien und Frankreich kämpfen um die Vormachtsstellung und koloniale Vorherrschaft in Nordamerika.
Diese hart geführten Kriege lassen auch die Indianer zu Verbündeten der Kriegsparteien werden, auf beiden Seiten schliessen sich einzelne Stämme an.
Dieser von 1784 bis 1762 stattfindenden Kampfhandlungen gehen als Franzosen- und Indianerkriege in die Gechichte ein.
Gleichzeitig markiert diese Zeit auch den langsamen aber unaufhaltsamen Untergang vieler nordamerikanischer Indianerstämme durch die vorrückenden europäischen Siedler.
Es ist auch die Geschichte des Trappers Hawkeye (Daniel Day Lewis), der als Waise von dem Mohikanerhäuptling Chingachgook (Russell Means) großgezogen wurde und den er wie seinen eigenen Sohn Unkas (Eric Schweig) liebt.
Die drei Waldläufer werden bald in die starken Gefechte mit hineingezogen, die da in wunderschöner Natur stattfinden.
Die Huronen kämpfen auf französischer Seite, deren Anführer Magua (Wes Studi) ist getrieben von einem persönlichen Rachefeldzug gegen Colonel Munro (Maurice Roueves), der das Fort William Henry kommandiert.
Munros Töchter Cora (Madeleine Stowe) und Alice (Jodhi May) sind auf dem Weg zum Fort, sie werden von den Truppen Major Heywards (Steven Waddington) begleitet, doch sie tappen in eine hinterhältige Falle und werden von Indianern angegriffen.
Die drei Waldläufer können die Frauen und den Major retten, doch sie werden verfolgt. Inzwischen wird das Fort angegriffen....





 

 "Der letzte Mohikaner" ist die 1992 gedrehte Verfilmung von James Fenimore Coopers gleichnamigen Roman, dem zweiten Teil seiner legendären Lederstrumpf Saga um den Trapper Natty Bumppo, der in Michael Manns Verfilmung "Hawkeye" genannt wird.  Dante Spinottis wunderbare Bilder suggerieren eine detaillierte Darstellung der Landschaften und Wälder der Neuenglandstaaten, obwohl der Film ja eigentlich in North Carolina gedreht wurde. Seine Leistung ist aber in jedem Fall oscarwürdig. Dabei gelingt es Michael Mann eine Liebesgeschichte in diese grausame Zeit des Krieges einzubauen, doch viel Ruhe und Geborgenheit ist nicht gegeben. Denn die Welt, in die wir eintauchen, steht vollkommen in Flammen.Eine wunderbare Darstellung als Bösewicht gelingt Wes Studi als Magua, im Laufe des Films bekommt dieser grausame Rächer auch menschliche Konturen, doch sein Geist ist vergiftet vom Hass. Ein ebenso schöner wie grausamer Indianerfilm, der mit seinen Schilderungen sehr authentisch wirkt und den Zuschauer ganz einfach mitten in die Kampfhandlungen setzt.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.