Sonntag, 7. August 2022

Eine fatale Entscheidung


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Xavier Beauvois

Polizeialltag...

Einer der wenigen "Krimis", der sich versucht realistisch mit der Polizeiarbeit auseinanderzusetzen. Damit fällt dann auch der erwartete Spannungsbogen, den wir den US-Filmen kennen, total weg.
Bei der "fatalen Entscheidung" wird es daher erforderlich sein, die üblichen Erwartungshaltungen an das Genre etwas runterzuschrauben.
Es wird nämlich in der ersten Stunde nicht viel an "action" passieren, der Film stellt uns eine kleine Gruppe der Pariser Kripo vor.
Er beschreibt auch ihre privaten Wege, wenn sie nicht im Dienst sind und beleuchtet die Beziehungen untereinander.
Zwei Hauptfiguren...zum einen ein junger Kriminalbeamter, der direkt von der Polizeischule auf Wunsch in diese Einheit versetzt wird und der etwas naiv, aber voller Eifer und Neugier steckt.
Daneben seine routinierte Chefin, eine Frau, die von allen Kollegen gleichermassen geschätzt wird und nach Dienstschluss eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker besucht und seit 2 Jahren "trocken" ist.
Auf die Frage, warum er zur Polizei ging, antwortet ihr der junge Kollege mit "wegen den Filmen" und meint eben diese Action, die wir aus den Hollywood-Filmen kennen.
Ermittlungsarbeiten gestalten sich als zäh und weniger actionlastig wie man sich das vorstellt und der junge Protagonist ist mit Langeweile konfrontiert und vielleicht geht es manchem Zuschauer genauso, der auf diese bekannten Spannungsbögen im Krimi wartet und nichts zu kommen scheint, obwohl die Gruppe dann endlich ihren "Mordfall" bekommt.
Diese zwei Komponenten "Mordfall in den Händen dieses jungen Kollegen" leiten dann auch den zweiten Teil des Films ein, eben diese fatale Entscheidung.





Und ab da ist der Film dann in der krassesten Form bei seinem Thema angelangt und man ist dann bei einer Art Action angelangt, allerdings ganz anders als wir uns das vorstellen wollten. Die Realität übertrifft dann sozusagen jedes gängige Bild und hält eine äusserst bittere Analyse für uns bereit. Der Film wirkt dann, gerade weil er sich am Anfang viel Zeit für seine Figuren liess, umso intensiver und wird zu einem geschlossenen kleinen Meisterwerk.





Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

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