Donnerstag, 11. Januar 2018

A. I. - Künstliche Intelligenz

Regie: Steven Spielberg

Ein Ort, an dem die Träume geboren werden...

Die Science Fiction Version von "Pinocchio" heißt "A.I. - Künstliche Intelligenz" war eine Idee von Stanley Kubrick, der nur wenige Monate vor seinem Tod seinen Freund Steven Spielberg gebeten hatte, einen Film darüber zu drehen. Der 2001 enstandene Film wurde als Mischung von Kubrick und Spielberg wahrgenommen. Zum einen fand man düstere Anteile über die menschliche Seele, die man Kubrick zuordnete. Die kindliche-märchenhafte Aura von "A. I. verband man eher mit der warmherzigen Phantasie von Spielberg.
Man hat auch den etwas sentimentaleren Schlußpart des Films auch logischerweise Spielberg zugeordnet, was aber nicht der Wahrheit entsprach. Gerade Kubrick war es, der diese Idee "nach 2000 Jahren" der Geschichte beisteuerte.
Für mich ist "A. I. " ein echtes Meisterwerk und einer der größten Filme von Spielberg, aber extrem untypisch für ihn. Denn auch nach dem Abspann bleibt ein unbehagliches Gefühl und diese Atmosphäre ist meilenweit entfernt von Spielbergs anderen Science Fiction Filmen "Close Encounters", "E.T., "Minority Report" oder "Krieg der Welten".
Einzig die erklärende Offstimme (Ben Kingsley) hätte ich ersetzt durch eine Bildsprache, aber vermutlich ließ sich der Zeitsprung am Ende des Films schneller und effektiver erklären.
In der nahen Zukunft im 22. Jahrhundert heißen die Menschen "Orgas" und Roboter - genannt "Mechas" - lassen sich im alltäglichen Leben nicht mehr wegdenken. Professor Alan Hobby (William Hurt) ist der führende Wissenschafter der Firma Cybertronics. Inzwischen sind die Polkappen durch die Industrialisierung und Unweltverschmutzung geschmolzen und per Gesetz wurden Lizenzen für Geburten eingeführt. Nur durch diese staatliche Geburtenkontrolle lässt sich ein gutes Leben aufrechterhalten. Man braucht aber mehr Roboter - der Markt verlangt nach willigen Liebesrobotern, nach mechanischen Haushaltshilfen, nach Arbeitsrobotern und diese hochwertigen Mechas sind dazu da, die Bedürfnisse des Kunden Mensch zu befriedigen. Nur eine menschliche Eigenschaft vermögen diese "Mechanoiden" noch nicht zu haben: Liebe zu empfinden. Mit dem 12-jährigen David (Haley Joel Osment) hat Prof. Hobby aber nun sein größtes Meisterstück geschaffen. Es ist ein künstliches Wesen, vom Menschen erschaffen, dass Liebe empfinden kann. Der Wissenschaftler hat David, ein Abbild seines kleinen verstorbenen Jungen, erstmals darauf programmiert, Gefühle zu entwickeln und sich von Ihnen leiten zu lassen. Die Frage, die im Film gestellt wird ist "Werden auch die Menschen imstande sein, ihm diese Liebe zurückzugeben ?"
David ist der Prototyp eines synthetischen Kindes, der erste seiner Art und ganz auf seine Besitzer ausgerichtet. Doch bevor diese Gefühls-Mechas in Serie gehen sollen, müssen sie erprobt werden. In der Cybertronics Manufacturing entscheidet man sich, dass einer der vielen Mitarbeiter David als Kinderersatz bekommen soll. Die Wahl fällt auf den Entwickler Henry (Sam Robards) und dessen Frau Monica (Frances O´Connor). Der kleine Sohn Martin (Jake Thomas) liegt seit ein paar Jahren schon im Koma und die Chance wieder wach zu werden sind äusserst gering. Besonders Monica kann von ihrem Kind keinen Abschied nehmen, daher bringt Henry eines Tages das künstliche Kind, eine Art Pinoccio, der ein echter Junge sein will, mit nach Hause. Nach anfänglichem Zögern sich auf das Wesen einzulassen, erwachen Monicas mütterliche Gefühle. Der letzte Schritt wäre dann die Aktivierung von Davids Prägung, so dass David diese bedingungslose Liebe für seine Mutter empfindet. Mit dem Code "Cirrus, Socrates, Particle, Decibel, Hurricane, Dolphin, Tulip, Monica, David, Monica“ macht sie es möglich und so wird David zum liebevollen Kind des Paares. Diese Prägung kann allerdings nie wieder rückgängig gemacht werden - wenn die Familie seine Dienste nicht mehr bräuchte, dann käme nur seine Zerstörung durch Cybertronics in Frage. Das Schicksal will es, dass irgendwann der leibliche Sohn wieder aus dem Koma erwacht und in der Folge bei den beiden Jungs eine Art Konkurrenzkampf um die Mutter beginnt. Durch die damit entstandene emotionale Überforderung entscheiden Monica und Henry das "Mechakind" wieder zurückzugeben. Doch Monica will seine Zerstörung nicht, sie entscheidet sich David im Wald auszusetzen. Lediglich Teddy (Stimme von Jack Angel), Davids Lieblingsspielzeug ( ein hochentwickelter Teddybär, der laufen, denken und sprechen kann) lässt sie bei Ihm zurück und haut dann mit dem Wagen ab. Nun beginnt die Odyssee des Jungen mit seinem Teddy, der gehört hat, dass die blaue Fee Marionetten in echte Jungs verwandeln kann. Unterwegs trifft er auch auf den Lustroboter Gigolo Joe (Jude Law).  Mit ihm wird er gefangen genommen, kann flüchten und sucht einen gewissen Dr. Know in Rouge City auf...







"A.I. Artificial Intelligence" hatte ein Budget von ca. 100 Millionen Dollar zur Verfügung, spielte auch locker fast das 2,5 fache wieder ein. Die Kritiken waren damals eher gemischt, aber auch heute noch überzeugt mich dieser Spielberg wegen seiner alptraumhaften Stimmung und seiner Grausamkeit, die meines Erachtens noch durch ein gewisses Happyend mit Widerhaken in der Intensität noch verstärkt wird. Diese Odyssee des Pinoccio der Zukunft führt immer wieder in eine Art Hölle, im Film sind das gefährliche Bordellstädte, wo die Kriminalität das tägliche Brot ist und zu modernen Hinrichtungsstätten, wo Androiden bestialisch vom aufgebrachten Menschenmob eliminiert werden.
Natürlich trägt der charismatische Kinderdarsteller Haley Joel Osment sehr viel zum Gelingen dieses faszniierenden Films bei, Immerhin gab es zwei Oscarnominierungen (Musik von John Williams, beste Visuelle Effekte) und drei Golden Globe Nominierungen (Jude Law als bester Nebendarsteller, Regisseur Spielberg und John Willams Musik), gewonnen hat der Film aber in keiner Kategorie.
Lediglich bei den Saturn Awards konnten 5 Preise gewonnen werden - einer davon ging auch tatsächlich an den jungen Hauptdarsteller, der am Ende in der Zukunft einen ganzen intensiven Tag mit seiner geliebten "Mami" geschenkt bekommt und der Zuschauer stellt sich nicht nur die Frage, ob die neuen Wesen auf der Erde Aliens sind oder vielleicht eine Weiterentwicklung der Roboter...er stellt sich auch die Frage, ob Glaube vielleicht Berge versetzen kann.







Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

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