Mittwoch, 10. Januar 2018

Der Schakal







































Regie: Fred Zinnemann

Auf Menschenjagd

1962: Mitglieder der Geheimorganisation OAS (Organisation de l'Armée Secrète) können die von de Gaulle forcierte Unabhängigkeit Algeriens nicht akzeptieren und dokumentieren dies mit einer Reihe von Terroranschlägen. Unter anderen wollen sie ein Attentat auf de Gaulle selbst verüben, doch der erste Versuch misslingt und der Chef der Verschwörung Bastien-Thierry (Jean Sorel) wird gefasst und anschliesend zum Tod durch Erschießen verurteilt.
Die verbliebene OAS-Spitze um Casson (Denis Carey), Montclair (David Swift) und Wolenski (Jean Martin) setzt sich in einem Versteck in der Schweiz ab, dort entsteht der Plan einen englischen Profikiller auf den Staatspräsidenten ansetzen. Der Killer (Edward Fox) stellt sich dort mit dem Decknamen "Der Schakal" vor und er verlangt von der geschwächten Terrororganisation, die sich allesamt als Patrioten verstehen, die hohe Summe von 500.000 Dollar für diesen hochbrisanten Auftrag.
Er stellt einige Bedingungen: Absolute Unabhängigkeit sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung.
Dann macht sich dieser eiskalte Profi ans Werk, er besorgt sich Pässe bei einem Fälscher (Ronald Pickup) und eine geniale Waffe bei einem Spezialisten (Cyril Cusack).
Über einen Mittelsmann wird die schöne Denise (Olga Georges-Picot) auf einen hohen Beamten im Umkreis eines Ministers (Alan Badel) und des Geheimdienstes angesetzt, damit der Schakal über die jeweils neuesten Aktivitäten der Polizei und des Dienstes informiert ist.
Durch Wollenski, der rechten Hand von Rodin, bekommt die Polizei auch einige Informationen, die dieser unter Folter preisgab.
Man weiß vorerst aber nur, dass der Auftragskiller aus dem Ausland kommt, gepflegt aussieht und blonde Haare hat. Der beste Ermittler der französischen Polizei soll die Identität des Schakals aufklären. So wird Inspektor Lebel (Michael Lonsdale) beauftragt zusammen mit seinem Mitarbeiter Caron (Derek Jacobi) den Namen des "Schakals" herauszufinden, um diese mögliche Attentat zu verhindern, von dem man noch nicht mal weiss, wann es stattfinden soll.





Fred Zinnemann hat eine ganze Reihe von legendären Filmen gemacht. 1944 wurde er bekannt durch die Verfilmung des Anna Seghers Roman "Das Siebte Kreuz" mit Spencer Tracy.
Ein riesiger Oscarregen ging an "Verdammt in alle Ewigkeit". Legendär auch sein Western "High Noon", der zu den ganz großen Movies der Filmgeschichte zählt.
In den 60ern lief er noch einmal zu Höchstformen auf, sein "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" war auch ein Oscarsieger. "Der Schakal" kam immerhin auf eine Nominierung.
Wer intelligente und subtile Thrillerunterhaltung mag, der wird von "Der Schakal" sicherlich sehr angetan sein, denn der Film gehört zu den 70er Jahre Klassikern dieses Genres und bezieht seine Spannung vor allem aus dem Katz- und Mausspiel zwischen intelligentem, raffinierten und eiskalten Thriller und einem genialen Ermittler, deren Arbeit im Wechsel zu sehen ist. Während der Zuschauer immer wieder einen Einblick in den perfiden Plan des Killers erhält, zeigt die nächste Sequenz die anspruchsvolle Arbeit des Ermitlers und seinem nicht minder fähigen Assistenten.
Zinnemann erzeugt durch diesen ständigen Wechsel über eine Länge von 137 Minuten Dauerspannung, ohne musikalische Effekte zu benutzen.
Neben den brilliant agierenden Kontrahenten Edward Fox als Ausgeburt der Skrupellosigkeit und Michael Lonsdale führt Frederic Forsyths Story zahlreiche Personen ein, die zum größten Teil nur mehr oder weniger kurz zu sehen sind, darunter auch Colette de Montpelier (Delphine Seyrig), die kurzzeitig dem Schakal über den Weg läuft.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

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