Samstag, 13. Januar 2018

Bad Lieutenant







































Regie: Abel Ferrara

Auf der Suche nach Erlösung...

"Bad Lieutenant" aus dem Jahr 1992 ist alles andere als ein leichter Stoff. Der Film von Abel Ferrara zeichnet in gewalttätigen Bildern die letzten Tage eines Polizisten (Harvey Keitel), der drogenabhängig ist und sich durch seine Wettleidenschaft in immer größere Schulden stürzt. Seine Arbeit als Gesetzeshüter hat ihn zynisch werden lassen. Er weiß, dass in dieser Welt nur das Gesetz des Stärkeren zählt und die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr verschwimmen. Als Detective kann er seine Obsessionen bis zum Exzess ausleben - Sex und Drogen und er kann seine Macht ausleben. Dabei ist er nur noch ein kaputter Typ - gefährlich nahe am Zusammenbruch. Sein Agierfeld ist eine schäbige Gegend in der Bronx.
Nachdem er seine beide Söhne (Brian McElroy/Frankie Acciato) mit dem Auto zur katholischen Schule gebracht hat, gehts auch schon los. Vorher noch ein bisschen Kokain und schon gehts zum Tatort eines Doppelmordes. Er trifft sich anschließend mit seinem Drogendealer, der ihm Geld verspricht. Dann gehts weiter ins Rotlichtmilieu, ein Dreier mit zwei Frauen. Doch an diesem Tag kommt noch ein scheußliches Gewaltverbrechen dazu. Eine junge Nonne (Frankie Thorn) wird in der Kirche von zwei Männern aufs Übelste vergewaltigt. Er besucht auch diesen Tatort und führt Gespräche mit dem Opfer. Er hört auch unbeabsichtigt mit wie die Nonne in der Beichte gesteht, dass sie die beiden Vergewaltiger kennt, aber ihre Namen dennoch nicht preisgeben wird. Warum ? Sie habe den beiden jungen Männer verziehen und wirft sich sogar vor, dass sie diesen verzweifelten Sündern nicht genug  christliche Liebe entgegengebracht hat.
Dies gibt ihm trotz Dauerrausch zu denken - er sucht die Ablenkung bei seiner Bekannten Zoe (Zoe Lund) und in einer weiteren Wette. Die Dodgers müssen gewinnen - aber leider verlieren die jedes Spiel und die Schulden bei einem Syndikat wachsen und wachsen. Und er kann nicht zahlen. Die Killer warten schon. Am Abend hält er ein Auto mit zwei Girls (Eddie Daniels/Bianca Hunter) an, die beiden haben keinen Führerschein. Dies ist die Gelegenheit etwas von den Mädels zu verlangen, damit er sie gnädigerweiße nicht mit aufs Revier nimmt.
Rastlos gehts es wieder in die Kirche, dort erscheint ihm Christus (Paul Hipp) - diese Halluzination führt aber dazu, dass er die beiden Vergewaltiger (Fernado Felez/Jose Michael Cruz) ausfindig machen kann. Er verhaftet sie aber nicht, sondern schaut mit ihnen das entscheidende Baseball Spiel im Fernsehen an - wieder verloren. Alles aus...doch vorher werden die beiden Verbrecher zum Busbahnhof gebracht und ihnen so die Flucht ermöglicht. Als er wieder ins Auto steigt wird er von einem vorbeifahrenden Auto erschossen...




.Das ist ein Film, der nicht angenehm ist. Aber einer, der zu Denken anregt und noch lange im Hinterher im Gedächtnis bleibt. Ein Film über eine verlorene Seele, die irgendwann vollends den Boden unter den Füßen verloren hat und so ist auch sein Tod unvermeidlich, fast schon als hätte er genau dieses Ende heraufbeschworen, weil er dieses verkommene Leben nicht mehr weiterführen möchte. Insgesamt gelingt Abel Ferrara diese Mischung aus dreckigem Copthriller in den Straßen der Bronx und einer überraschenden Spiritualität, die ein Gegengewicht aufdeckt. "Bad Lieutenant" wurde 2009 noch einmal verfilmt - die neue Version drehte Werner Herzog. Doch ihm gelang nicht die starke intensive Kraft des Originalfilms. Vor allem brilliert der großartige Harvey Keitel in einer seiner besten Leistungen überhaupt.




Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

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