Dienstag, 26. September 2017

Tanz der toten Seelen - Carnival of Souls







































Regie: Herk Harvey

Tote Seelen aus den Dancehall-Days

 USA Anfang der 60er Jahre. Ein idyllisches Provinzstädtchen. Mary (Candace Hilligoss) ist als Beifahrerin in einem Auto mit ihren beiden Freundinnen unterwegs. Es ist ein schöner Sommertag, Zeit zum Flirten. An der Ampel werden sie vom jungen Typ im Wagen gegenüber angesprochen, der ein Wettrennen bis über die alte Holzbrücke vorschlägt. Marys Freundin nimmt die Herausforderung an, und das Rennen beginnt. Als sie über eine Brücke fahren, verliert die Freundin die Kontrolle über den Wagen, der stürzt in den Fluss. Schnell bilden sich Suchmannschaften, aber der Wagen bleibt vorläufig verschwunden. Nur Mary taucht nach einer gewissen Zeit - zur Verblüffung aller - aus dem Wasser auf. Sie ist logischerweise sehr verstört und steht unter Schock. Doch das Leben geht weiter. Die junge Organistin tritt Tage später in Salt Lake City eine Stelle als Organistin in der Kirche an.
Sie fühlt sich seit dem Unfall verändert, die eh schon etwas unterkühlte junge Frau ist noch weniger an Kontakten mit ihren Mitmenschen interessiert, ihre Arbeit füllt sie professionell, aber ohne Leidenschaft aus. Doch es kommt noch schlimmer: Sie hat Erscheinungen von fremden, leblos wirkenden Gestalten und wird magisch angezogen von dem etwas ausserhalb der Stadt liegenden schon lange leerstehenden und heruntergekommenen Rummerplatz-Areal. Besonders die alte Tanzhalle übt einen extremen Reiz aus... Der Film ist vielleicht noch besser unter seinem deutschen Namen "Tanz der toten Seelen" bekannt.
Der phantastische Film lief vor einigen Jahren im Nachtprogramm des ZDF und die intensiven Bilder, die der Film zeigte, habe ich nie vergessen.




Mit seiner grandiosen Schwarzweiss-Fotografie, einer schaurigen Orgelmusik und technisch so einfachen wie extrem effizienten Mitteln gelingt es dem Director Herk Harvey den Zuschauer immer mehr in eine sich bedrohlich steigernde und äusserst beunruhigende, phantastische Stimmungswelt zu versetzen.
Viele Bilder bleiben unvergessen und weisen den Film ganz klar als einer der grossen Genre-Highlights aus. Er steht auf einer Stufe mit den Meisterwerken der Dekade wie "Psycho" oder "Night of the Living Dead". Ein Glück, dass dieses Meisterwerk jetzt in meinem DVD-Regal steht.
Die Kurzgeschichte "Ein Vorfall an der Owl-Creek-Brücke" von Ambrose Bierce war auch Vorlage für die Filme "Jacob's Ladder" und The Sixth Sense".




Bewertung: 10 von 10 Punkten

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