Dienstag, 3. Oktober 2017

Two Lane Blacktop (Asphaltrennen)







































Regie:  Monte Hellman

Driving USA....

Die Insassen des titelgebenden Blacktops, ein 1955er Chevrolet Two Ten Coupe mit umgebautem, großem Motor (Chevroltet Big Block 454) und einer Öffnung auf der Motorhaube heissen in Monte Hellmans "Aphaltrennen" lediglich Fahrer (James Taylor) und Mechaniker (Dennis Wilson).
Beide haben keinen festen Wohnsitz, lange Haare und die Straße ist ihr Zuhause. Sie fahren mit ihrem alten und abgewrackten Wagen, das jedoch ordentlich PS unter der Haube hat, kreuz und quer durch die USA - immer auf der Suche nach einem schnellen Straßenrennen um die gemeinsame Kasse aufzubessern. Gegessen wird von den mickrigen Kröten in den billigsten Absteigen, egal ob schäbiges Diner oder Roadhouse.
Die beiden jungen Männer, die sich vom Leben treiben lassen und kein festes Ziel haben, sind befreundet, aber ein Großteil des Dialogs, den sie haben, dreht sich um nichts anderes als um das Auto. Alles andere ist untergeordnet. Auch wichtiger als Frauen.
Unterwegs lesen sie eine junge Anhalterin (Laurie Bird) auf, die sich ihnen gleich länger anschliesst. Mit dem Mechaniker geht sie gleich ins Bett, auch auf den eher schweigsamen, introvertierten Fahrer scheint sie ein Auge geworfen zu haben.
Unterwegs begegnen sie immer wieder, eigentlich nie zufällig, sondern sehr bewusst, einem weiteren Fahrer (Warren Oates), der einen gelben Pontiac GTO fährt. Diesen Mann, der ebenfalls Gefallen an dem Mädchen findet, wollen sie zu einem Rennen animieren. Irgendwann fordert dieser die beiden Jungs auch zu diesem herbeigesehnten Rennen heraus. Dieses Rennen soll quer durch die USA nach Washington D. C. führen, wobei der Gewinner den Wagen des anderen erhalten soll.
populäres Genre als lediglich als Maskierung für ein profundes Drama eingesetzt.
Monte Hellman drehte seinen sehr besonderen, persönlichen Autofilm im Jahr 1971, zu einer Zeit als die Roadmovies "Easy Rider" und "Fluchtpunkt San Francisco" äusserst populär waren und viel vom damaligen 68er Zeitgeist vermitteln konnten.  Bei Hellman stecken Tiefe und Substanz in den agierenden Personen und nicht in ihrer Umwelt.
Themen des sehr intensiven Films sind Langeweile, Lebenssinn und innere Leere des Menschen von Heute.
Die vier Protagonisten sind rastlose Gestalten. Getrieben, jedoch kaum beziehungsfähig sind. Sie haben unverfüllte Sehnsüchte, die sie durch die Sucht nach Bewegung und Geschwindigkeit kompensieren.
So ist das Rennen im Grund irgendwann im Hintergrund, es bleibt die Odyssee.




Wie bereits der Western "Das Schießen" ein weiteres Meisterwerk eines bis heute unterschätzten Regisseurs.
Der Film ist allerdings eher im Stil eines "Blow up" von Antonioni gehalten, er treibt ohne Ziel wie seine Figuren durch Zeit und Raum.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

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