Montag, 13. April 2026

Schwarzer Sonntag














Regie: John Frankenheimer

Ein Anschlag wird vorbereitet...

John Frankenheimer drehte in den 60er Jahren eine Reihe von Klassikern des US-Kinos. Schon sein Erstling "Die jungen Wilden" war überzeugend und führte zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Burt Lancaster mit den Filmen "Der Gefangene von Alcatraz" und "Der Zug". Auch in "Sieben Tage im Mai" hatte Lancaster eine der Hauptrollen, dieser Politthriller war auch Teil von Frankenheimers heute sehr geschätzter Paranoia-Trilogie, zu denen auch "Botschafter der Angst" (sein Meisterwerk) und "Der Mann, der zweimal lebte". "Grand Prix" erhielt einige Oscars und in den 70er Jahren wurde es stiller um den Filmemacher. Einer der Gründe war auch seine Alkoholsucht. Dennoch drehte er in dieser Dekade mit den 2. Teil von "French Connection" und dem Terror-Katastrophenfilm "Schwarzer Sonntag" zwei überzeugende Klassiker des Kinojahrzehnts.
"Schwarzer Sonntag" ist eine gekonnte Mischung aus Katastrophenfilm, Thriller und Politfilm, der 1977 immerhin 15,8 Millionen Dollar einspielen konnte.
Ein Anschlag auf die USA ist geplant. Der soll verheerend wirken und eine riesige Anzahl von Todesopfern fordern. Die ausführenden Terroristen sind eine Splittergruppe der palästinensishen Terroreinheit "Schwarzer September" und Drahtzieherin ist die attraktive Dahlia Iyad (Marthe Keller), die durch den Palästinakrieg viele Angehörige verlor und aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Nun ist sie zu allem entschlossen. Zu dem perfiden Plan gehört Michael Lander (Bruce Dern), ein Pilot, der das Goodyear Luftschiff während der National Football-League Spiele fliegt, damit das TV live vom Geschehen berichten kann und tolle Aufnahmen von den Spielen machen kann. Doch Michael Lander hat 6 Jahre Gefangenschaft beim Vietkong hinter sich, war dort in Einzelhaft und wurde gefoltert. Seine Ehe ist damals gescheitert und seither ist er psychisch labil und gilt als gesundheitsgefährdet.
Dahlia ist mit Michael liiert und konnte ihn für den kommenden Anschlag gewinnen. Mit 500 kg Plastiksprengstoff soll eine Explosion erfolgen, denn an der Unterseite der Gondel seines Zeppelins wird eine Splitterbombe befestigt sein, in der sich 250.000 Stahlpfeile befinden und nur darauf warten als Kugelregen im ausverkauften Orange Bowl Stadium in Miami während des Super Bowls niederzugehen. Damit sollen 80.000 Menschen den Tod finden.
Aber die Gruppe um Dahlia hat einen Gegenspieler in dem Mossad Agenten David Kabakov (Robert Shaw) und seinem langjährigen Partner und Freund Robert Moshevsky (Steven Keats). Kabakov hatte schon einmal die Gelegenheit die Topterroristin zu eliminieren, doch in dem Moment hat er gezögert und sie am Leben gelassen. Ein fataler Fehler, wie sich nun heraussstellt. Lander ist eher der passive Part, ein selbstmordgefährdeter Verlierer, der mit dem Anschlag eher einen erweiterten Suizid macht, er möchte möglichst viele fröhliche und sorglose amerikanische Landsleute mit in den Tod nehmen. Hilfe bekommt der israelische Geheimdienst vom FBI und deren Agenten Sam Corley (Fritz Weaver). Man versucht die Katastrophe zu verhindern und tatsächlich soll Lander aufgrund seiner Labilität von einem Kollegen ersetzt werden, der das Luftschiff fliegen soll...

 




Natürlich geht die Terroristin bis zum Äussersten. Die beste Szene des Films ist die Farmszene, wo die beiden Terroristen die schlagkraft und Wirksamkeit ihrer Bombe ausprobieren. Das ganze Farmhaus wird mit gleich großen Löchern durchsiebt und Lander empfindet den Anblick einfach schön und erhaben. Frankenheimers Darsteller sind alle gut. Marthe Keller ist sehr überzeugend als etwas unnahbare Kämpferin für Palästina und Robert Shaw macht natürlich ebenfalls eine gute Figur als versierter Mossad-Agent. Bruce Dern darf den Psychopathen spielen - und liefert eine seiner besten Darstellungen ab.
Darüberhinaus hält der beinahe 140 Minuten lange Film stets seine Spannung aufrecht. Auch Kameramann John A. Alonzo (Chinatown, Scarface, Tom Horn, Internal Affairs) beweist seine Klasse.





Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

The Italian Job























Regie: Peter Collinson

Charlie staubt Millionen ab...

Die britische Gaunerkomödie "The Italian Job“ von Regisseur Peter Collinson aus dem Jahr 1969 wurde zwar 1970 in der Kategorie "Bester Auslandsfilm" für einen Golden Globe nominiert, doch sein Ansehen kam erst einige Zeit später. Heute zählt der Kultfilm zu den besten britischen Filmen alle Zeiten. Das British Film Museum listet "Italian Job" auf Platz 36 ihrer Bestenliste. Das Drehbuch stammt von Troy Kennedy Martin, produziert wurde der Film von Michael Deeley, Michael Caine spielte die Hauptrolle. Die Handlung dreht sich um den Londoner Kriminellen Charlie Croker, der nach seiner Haftentlassung eine Bande zusammenstellt, um einen Goldbarren zu stehlen, der in einem gepanzerten Geldtransporter durch Turin transportiert wird. Neben Caine spielten auch Benny Hill, Raf Vallone, Tony Beckley und Noël Coward mit; für Coward war dies der letzte Film vor seinem Rückzug von der Schauspielerei. Der Soundtrack wurde von Quincy Jones komponiert und enthält die Lieder „On Days Like These“, gesungen von Matt Monro während des Vorspanns, und „Getta Bloomin' Move On“ (meist als „The Self-Preservation Society“ bekannt, nach dem Refrain), das während der finalen Verfolgungsjagd zu hören ist und bei der Caine mitsingt. Mehrere Elemente wurden zu ikonischen Kultmerkmalen, darunter das seltene, nie aufgelöste Cliffhanger-Ende und Caines berühmter Ausspruch: „Du solltest doch nur die verdammten Türen wegsprengen.“ Die Popularität von „The Italian Job“ führte zu zahlreichen Parodien und Anspielungen in anderen Filmen und Produktionen, darunter die Simpsons-Folge „The Italian Bob“ aus dem Jahr 2005 und eine Nachstellung der Mini-Cooper-Verfolgungsjagd in der MacGyver-Folge „Der Dieb von Budapest“. Der Film selbst wurde 2001 als Videospiel adaptiert und 2003 neu verfilmt. Während einer Fahrt durch die Alpen wird der Dieb Roger Beckerman (Rossano Brazzi)  von der örtlichen Mafia ermordet und seine Leiche im Fluss entsorgt. In Großbritannien wird sein Freund und Komplize Charlie Croker (Michael Caine) aus dem Gefängnis entlassen. Nachdem er seine Freiheit mit seiner Freundin Lorna (Maggie Blye) gefeiert hat, sucht Croker Beckerman auf, um einen Raubzug zu besprechen. Doch er ist schockiert, nur dessen Witwe vorzufinden. Sie drängt Croker, Beckermans letztes Meisterwerk zu vollenden: einen ambitionierten Raub von Goldbarren im Wert von 4 Millionen Dollar aus einem Konvoi in Turin. Croker bricht erneut ins Gefängnis ein, um den britischen Nationalisten-Gangsterboss Mr. Bridger (Noel Coward) um finanzielle Unterstützung zu bitten. Zunächst skeptisch, bietet Bridger ihm bald seine Hilfe an, nachdem er das Potenzial des Vorhabens erkannt hat. Zusammen mit Bridgers Handlanger Camp Freddie (Tony Beckley) rekrutiert Croker eine Gruppe von Spezialisten, darunter Lorna, professionelle Fahrer und den lüsternen Computerexperten Professor Simon Peach (Benny Hill). Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, inszeniert Bridger eine Trauerfeier, um das Team persönlich zu treffen. Er enthüllt, dass die Mafia sie erwartet, da sie Beckerman wegen seines geplanten Raubüberfalls getötet hat und die Aussicht, dass Ausländer italienisches Gold stehlen, als Beleidigung ihrer Ehre ansieht.Auf der Fahrt durch die Alpen teilt Croker das Team auf, um keinen Verdacht zu erregen. Crokers Gruppe wird jedoch von Mafia-Boss Altabani (Raf Vallone) und seinen Männern konfrontiert, die ihre Fluchtfahrzeuge zerstören und sie davor warnen, den Plan fortzusetzen. Croker und seine Männer entgehen nur knapp dem Tod, indem sie Bridger mit Racheakten gegen in Großbritannien lebende Italiener drohen. Unbeirrt setzt das Team seine Reise nach Turin fort. In der Nacht infiltriert das Team die Turiner Verkehrsleitzentrale, und Peach tauscht eine Magnetbandspule gegen eine Kopie aus, die das Verkehrsleitsystem sabotieren soll.Am Tag des Raubüberfalls, als das Gold am Flughafen Turin eintrifft, schickt Croker Lorna zu ihrer Sicherheit nach Genf und verspricht, sie später dort zu treffen. Unterdessen wird Peach wegen sexueller Belästigung einer Frau in einer Straßenbahn verhaftet.Der Konvoi setzt seine Fahrt durch Turin fort, gefolgt von Altabani. Einer von Crokers Männern sabotiert die städtische Videoüberwachung, während die Verkehrsleitanlage ausfällt. Dadurch fallen die Ampeln aus und es kommt zu stadtweiten Staus, die den Konvoi schließlich vor dem Museo Egizio zum Anhalten zwingen. Die Bande fängt den Konvoi ab, überwältigt die Polizeieskorte und schleppt den gepanzerten Transporter mit dem Gold in ein Gebäude. Während die Polizei die Tür auframmt, brechen die Männer in den Transporter ein und verteilen das Gold auf die Kofferräume dreier Mini Cooper....







The Italian Job ist ein überaus unterhaltsamer Film, der typisch britisch ist..Auf dem Höhepunkt des Films begeistert die mitreißende Verfolgungsjagd und die schauspielerischen Leistungen von Michael Caine und Noël Coward sind hervorragend. 
Der Film war 1969 der 14. erfolgreichste Film an den britischen Kinokassen. Natürlich tragen die drei kultigen fluchtfahrzeuge - drei Mini-Cooper - viel zum Kultstatus bei. 










Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 9. April 2026

Eiskalt in Alexandrien


Regie: J. Lee Thompson

Abenteuer durch die Wüste...

Der britische Regisseur J. Lee Thompson drehte ab den 70ern vornehmlich in den USA seine Filme. Er war verantworlich für "Die Eroberung vom Planet der Affen" und für "Die Schlacht um den Planet der Affen" und mit der Regie von "Tag der Abrechnung" zum Lieblingsregisseur des Stars Charles Bronson. Ihre Zusammenarbeit umfasst die Filme "Der weiße Büffel", "Caboblanco", "Ein Mann wie Dynamit", "Der Liquidator", "Der Ambassdador", "Murphys Gesetz", "Das Gesetz ist der Tod" und "Kinjite".
In den frühen 60er Jahren war er aber viel mehr angesehener Regisseur anspruchsvoller Stoffe und weit weniger der Macher kommerzieller Auftragsarbeiten. Besonders die Filme "Ein Köder für die Bestie" , Tiger Bay" und "Eiskalt in Alexandrien" waren ausgesprochene Kiritkerlieblinge. Letzterer wurde 1958 gedreht und ist zwar weniger bekannt als sein größter Erfolg "Die Kanonen von Navarone" - aber im Kriegsfilmgenre sind beide Filme von gleicher guter Qualität. "Eiskalt im Alexandrien - Feuersturm über Afrika" bezieht sich auf ein eiskaltes Bier, dass von den Soldaten hoch geschätzt wird und das man in einer Bar in Alexandria trinken kann.
Wie viele britische Kriegsfilme dieser Zeit basiert auch J. Lee Thompson 1958 entstandener schwarz-weiß Film auf tatsächlichen Begebenheiten und stellten im höheren Maße die durch den Krieg entstandenen Traumata in den Mittelpunkt der Handlung.
Die Geschichte spielt im umkämpften Nordafrika im Jahr 1942. Tobruk fällt, die Briten ziehen ab und Captain Anson (John Mills) bekommt den Auftrag zwei Krankenschwestern (Sylvia Syms, Diane Clare) aus dem Kriegsgebiet ins sichere Alexandria zu bringen. Der Weg führt natürlich mitten durch die Wüste und mitten durchs die von den Deutschen besetzten Gebiete. Durch Minenfelder, durch Salzsumpfgebiet. Feldwebel Tom Pugh (Harry Andrews) ist als Fahrer mit dabei und er hat Sorge, dass sein Vorgesetzter wieder mal zuviel trinkt. Anson leidet tatsächlich an Kampfmüdigkeit und ist Alkoholiker.
Die Fahrt im Krankenwagen, der auch schon seine Mucken hat, ist eine echte Tortur und für alle Beteiligten wird der Wüstentrip zur größten Herausforderung. Unterwegs treffen sie auf den gestrandeten südafrikanischen Offizier Van der Poel (Anthony Quayle), der zu Ansons Freude auch Spritiuosen in seinem Gepäck dabei hat. Als die Deutschen auftauchen, begeht Anson den Fehler mit dem Krankenwagen die Flucht zu versuchen. Die Schüsse der Deutschen treffen die junge Schwester Denis Morton tödlich, was noch mehr Schuldgefühle bei dem Offizier auslöst. Er schwört erst wieder in Alexandria das eiskalte Bier in der angesagten Bar zu trinken. Doch Ruhe gibts nach wie vor nicht. Bald verdächtigen Anson, Pugh und Schwester Diane Murdoch den Südafrikaner der Spionage. Ist er sogar ein Deutscher ? Bei seinen Toilettenpausen in der Wüste nimmt er immer seine große Gepäcktasche mit. Doch der Verdächtige erweist sich auch als Retter vieler brenzliger Situationen. In der Salzwüste geht es dann um Leben und Tod...



Dazwischen baut Thompson noch eine zarte Romanze zwischen dem Alkoholiker Anson und der hübschen Krankenschwester ein und am Ende sitzt die zusammengewürfelte Gruppe tatsächlich an der Bar und genießt das kühle geniale Bier. Sehr interessant ist auch die Figur von Anson im Vergleich zu anderen britischen Kriegsfilmen dieser Zeit: Er ist niemals der strahlende Held, sondern ein Mann, der Fehler macht und dem man die Neurosen und das Ausgebranntsein sofort anmerkt. Die Odyssee durch das Wüstengebiet ist atmosphärisch dicht inszeniert und erinnert in seinen besten Szenen sogar an den Weltklassefilm "Lohn der Angst" von Henri-Georges Clouzot.



Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Samstag, 28. März 2026

Interstellar


Regie: Christopher Nolan

Die Reise ins Wurmloch...

Christopher Nolan gilt spätestens seit "Inception",  seinem Science-Fiction Heist Movie über das Träumen als DER Kultregisseur des zeitgenössischen US-Kinos. Viele seiner Filme wurden große Erfolge: "Memento" aus dem Jahr 2000 beispielsweise oder "Insomnia", das Remake eines skandinavischen Thrillers. Mit "Prestige" stellte er einen Kampf der Magier-Meister vor. Am erfolgreichsten waren zweifelsohne seine drei Batman Filme (Batman Begins, The Dark Knight und The Dark Knight Rises).  Besonders "The Dark Knight" konnte durch seinen legedären Joker-Darsteller Heath Ledger begeistern.
Mit "Interstellar" tritt der Regisseur die Nachfolge von "Gravity" an, der ja an der Kasse äusserst erfolgreich 716 Millionen Dollar weltweit einspielen konnte und das Science Fiction Genre darüberhinaus auch extrem glaubwürdig vertreten konnte. Nolans Film wurde ebenso vom Publikum gefeiert, das Box Office Ergebnis von 672 Millionen Dolllar war phänomenal und auch die Kritik honorierte den sehr seriösen Ausflug in die Zukunft. So konnten Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Huntre und Scott Fisher den Oscar in der Kategorie "beste visuelle Effekte" gewinnen. Ausserdem gabs Nominierungen für Hans Zimmers atmopshärisch dichten Soundtrack. Ebenso nominiert waren Ton, Tonschitt und das beste Szenebild. Erwähenswert ist noch, dass Christopher Nolan seine Drehbücher selbst schreibt - vielleicht eines seiner Erfolgsgeheimnisse.
Als großes Vorbild hatte er "2001 - Odyssee im Weltraum" im Kopf, einer seiner erklärten Lieblingsfilme. Dieser Film ist unbestreitbar einer der besten Filme aller Zeiten und in diese Klasse kann "Interstellar" zwar nicht Einzug halten, dennoch hat der überlange Film (169 Minuten) nie Längen und vor allem auch viele gute Szenen, die ihn zumindest qualitativ nicht schlechter aussehen lassen wie Cuarons "Gravity".
Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Leider ist die Biosphäre unserer Erde sehr stark beschädigt. Die Existenz der Menschheit ist somit auch auf Dauer bedroht. Blühende Industrien gehören der Vergangenheit an. Die Anzahl der Menschen hat sich extrem reduziert. Mit aller Kraft konzentrieren sich die Überlebenden auf die Produktion von Nahrungsmitteln. Es werden Kartoffeln, Okra und Weizen angebaut. Die meisten Menschen arbeiten in diesem Sektor. So auch der ehemalige NASA Astronaut Cooper (Matthew McConaughy) der dem Ende der Raumfahrt nachtrauert und nun als Witwer - gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Murphy (MacKenzie Foy), seinem 15jährigen Sohn Tom (Timothy Chalamet) und seinem Stiefvater (John Ltihgow) - eine Farm bewirtschaftet. Die zehnjährige Murphy galbut, dass sie in ihrem Zimmer Botschaften von einem Poltergeist empfängt. Tatsächlich passieren in diesem Kinderzimmer merkwürdige Phänomene. Da fliegen wie von Geisterhand Dinge aus dem Regal, die sie dort hingestellt hat. Cooper vermutet Morsezeichen...vielleicht aus einer anderen Welt ?
Durch grassierende von Mehltau verursachte Pflanzenkrankheiten wird der Anbau der lebensnotwendigen Nahrung immer schwieriger. Staubstürme gehören zum Alltag. Auch die Hauptnahrungsquelle Mais ist zunehmend in Gefahr.
Eines Tages entdeckt Murphy gemeinsam mit der Tochter das geheime Domizil der NASA. Dort trifft er auf Professor Brand (Michael Caine) und dessen Tochter Dr. Amelia Brand (Anne Hathaway) und erfährt von einem Wurmloch, dass entdeckt wurde und das in eine andere Galaxie zu einem Planetensystem um ein Schwarzes Loch führt. Vor einigen Jarhen wurden 12 Wissenschaftler durch dieses Wurmloch geschickt mit dem Ziel bewohnbare Planeten zu finden, auf denen die Menschen weiter exisitieren könnten. Von drei Astronauten dieses s.g. "Lazarus Programms" wurden Daten empfangen. Somit könnten bewohnbare Planeten gefunden worden sein.  Es folgt natürlich die unvermeidliche filmische Geschichte mit einem Raumflug, an dem Cooper teilnehmen wird. Er wird aber seine Familie verlassen und Jahre unterwegs sein.  Wegen der gravitationsbedingten Zeitdilation ist es so , dass er seine Tochter bald in einer Grußbotschaft erwachsen sieht (jessica Chastain) und im Laufe des Films wird sie noch älter (Ellen Burstyn)...



 Bevor es so richtig tief ins Weltall geht, zeigt Christopher Nolan äusserst gelungene Bilder vom Landleben in der Zukunft. Visuell ist der Film sehr gut aufgestellt und auch die Spannungsmomente sind gut platziert in seinem Weltraumabenteuer. Natürlich kann man auch bei "Interstellar" kritisieren, dass alles etwas tiefgründiger daherkommt wie es tatsächlich ist, aber das war ja bei "Inception" auch nicht anders. Vor allem auf einer großen Leinwand kann auch "Interstellar" den Zuschauer flashen...



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Arrival


Regie: Denis Villeneuve

Ankunft der Ausserirdischen...

Das weltweite Einspielergebnis von 198 Millionen Dollar kann sich sehen lassen. Der kanadische Filmregisseur Denis Villeneuve, der 2010 mit seinem hervorragenden Nahostdrama "Die Frau, die singt" schlagartig bekannt wurde, hat sich mit guten Nachfolgefilmen wie "Enemy", "Prisoners" oder "Sicario" zu einem Kritikerliebling entwickelt. Und auch sein Ausflug ins Science Fiction Fach mit "Arrival" ist extrem gut gelungen. Man könnte aufgrund der Nähe zu den realistischen Zukunftsszenarien eine verwandtschaftliche Nähe zu de jüngsten Klassikern des Genres wie "Gravity" (Alfonso Cuaron), "Der Marsianer" (Ridley Scott) und "Interstellar" (Christopher Nolan) ziehen, dennoch ist "Arrival" ein bisschen mehr. Zudem ist er der gelungenste Film dieses erfolgreichen Quartetts. Man könnte ihn als eine Fortzsetzng zu Spielbergs "Close Encounters" deuten, denn "Arrival" beschäftigt sich ausschließlich mit der ersten Landung von Ausserirdischen auf unserem Planeten. Durch den philsophischen Unterton erinnert er auch an Ron Howards "Contact", der Villeneuve vermeidet es eine Erklärung für dieses geschichtlich bedeutsame Zukunftsereignis zu liefern.
Spannung bezieht "Arrival" dabei aufgrund seiner Klarheit beim Thema zu bleiben. Der Mensch ist konfrontiert mit einer fremden Spezies und sucht Kontakt. Dieser ist erschwert, da die Sprache uns nicht weiterhilft mit den überraschend bei uns gelandeten Gästen zu kommunizieren. Es geht dabei um die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache im allgemeinen und darum wie wir mit etwas umgehen, was wir nicht verstehen. Der Film zeigt eindrücklich die Angst, die hinter diesen Kennenlernen steckt. So hat das federführende Militär die primäre Aufgabe herauszufinden "Woher kommt ihr und vor allem was wollt ihr hier bei uns".
Verwoben mit dieser Fragestellung ist auch das persönliche Schicksal und Leben der Liguistin Dr. Louise Banks (Amy Adams), die vor kurzem ihre junge Tochter auf dem Sterbebett in den Tod begleiten musste.
Während einer ihrer Vorlesungen an der Uni landen zwölf außerirdische Raumschiffe an unterschiedlichen Punkten auf der Erde. Banks und der Physiker und Mathematiker Ian Donnenlly (Jeremy Renner) werden von US-Colonel Weber (Forest Whittaker) spezielle für ein amerikanisches Team engagiert, da eins dieser zwölf muschelfrömigen Flugköerper auch in Montana gelandet ist. Die ersten Versuche durch Teams von Militär und Geheimdiensten hatten keinen Erfolg mit den Ausserirdischen, die wie riesige Tintenfische aussehen, Kontakt aufzunehmen. Doch jedes von diesen 450 m hohen schwarzen, monolithisch wirkenden Raumschiffe öffnet sich alle 18 Stunden und den Menschen wird so die Betretung erlaubt. Ein Schacht, in dem die Schwerkraft manipuliert ist, gelingt die Crew in einen Raum, der von durch Glas abgetrennt ist. Auf der einen Seite stehen die Menschen, auf der anderen die beiden Aliens. 
Beide Wissenschaftler müssen nun versuchen eine Kommunikation mit diesen Wesen mit den sieben Füßen (daher werden sie sofort als Heptapoden bezeichnet) aufzubauen, scherzhaft bekommen die beiden Aliens dabei die Namen "Abbott und Costello" verpasst.
Während Louise und Ian ihre Namen auf Schrifttafeln schreiben, antworten die Außerirdischen mit ihren Füßen und zeichnen kreisrunde Schriftzeichen an die Wand, die jedesmal ein anderes Aussehen haben. Doch der Kontakt bleibt nicht ohne Konsequenzen. Immer mehr Bilder ihrer verstorbenen Tochter erscheinen Louise und sie kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Aliens bereits einen Zugang zu ihr persönlich gefunden haben. Somit wird die Geschichte über den ersten Kontakt mit Ausserirdischen auch eine Geschichte wie wir mit Verlust umgehen, wenn wir jemanden verlieren, denn wir lieben....
 



Villeneuve hat mit "Arrival" Ted Chiangs Erzählung "Story of my life" aus dem Erzählband "Die Hölle in der Abwesenheit Gottes" sehr gut verfilmt. Hier stimmt einfach alles. Die Dramaturgie, das Timing, die Farben, die Bilder...alles fügt sich als Einheit meisterlich zusammen. Amy Adams beweist einmal mehr, dass sie eine klasse Schauspielerin ist. Der Fokus liegt strikt bei der linguistischen Prämisse und diese sorgt für Authentizität und Spannung, auch wenn es nicht viel Action gibt. Aber ausserhalb dieser Begegnungen zwischen zwei Menschen und zwei Ausserirdischen wird immer wieder Bezug darauf genommen, wie die Menschheit an den 12 verschiedenen Orten (auch Russland und China) auf die Besucher reagiert...man spürt die Angst, man spürt die Anspannung und auch die kriegerischen Methoden, die zunehmend von der Bevölkerung gewünscht wird. Man will die Eindringlinge, die sich nicht in ihren Absichten zu erkennen geben können, am liebsten zerstören und beseitigen. Also das übliche menschliche Säbelrasseln, während indivuell ein tiefenphilosophischeer Exkurs in das Wesen von Sprache und Kommunikaton als Alternative aufgezeigt wird. Ein Plädoyer fürs Verstehen vom Gegenüber, dass so viel höher anzusiedeln ist wie militärische Stärke oder Heldentum, Kriegserfolg und sogar menschliche Intelligenz. Mit der unheimlichen Begegnung der dritten Art, die unvergesslich bleibt, sorgt aber auch die menschliche Begegnung noch für einen weiteren Höhepunkt des Lebens.
Das Bild der trauernden Mutter am Bett ihrer kahlköpfigen Tochter wird noch öfter im Film zu sehen sein, aber das Schlußbild steht für die Hoffnung auf weitere Glücksmomente. "Arrival" war einer der großen Oscarkandidaten des Jahres 2016. Der Film bekam insgesamt 8 Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bester Schnitt, Beste Kamera (Bradford Young) und bestes Szenenbild. Allerdings gabs am Ende die Auszeichnung nur für Sylvain Bellemare in der Kategorie "Bester Tonschnitt".
"Arrival" kann man als eine Art neuen "Am Tag, als die Erde stillstand" ansehen.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.