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Freitag, 20. November 2020

Vier Fliegen auf grauem Samt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Dario Argento

Das letzte Bild auf der Netzhaut der Toten...

Dario Argento wird als einer der prägenden Schöpfer des italienischen Giallo angesehen und hat in seinen späteren Werken enomren Einfluß auf den den modernen Horror- und Slasher-Film genommen.
1971 entstand "Vier Fliegen auf grauem Samt", vorher drehte er den thematisch verwandten "Das Geheimnis der schwarzen Handschuh", im Anschluß "Die neunschwänzige Katze" - alle drei Frühwerke werden von seinen Fans als sogenannte Tiertrilogie zusammengefasst.
Alle drei Storys sind auf einem speziellen, titelgebenden Tier aufgebaut, das in allen drei Fällen der verblüffende Schlüssel zur Aufklärung eines Geheimnisses ist.
In "Vier Fliegen auf grauem Samt" ist die Aufdeckung des Mordfalls vor dem Plot besonders raffiniert gelungen.
Alles beginnt harmlos mit Rock aus den frühen 70ern: Experimentell, progressiv und verschnörkelt.
Roberto Tobias (Michael Brandon) ist der Drummer einer Rockband, der sich ärgert, weil eine Fliege ihn beim Spielen im Gesicht attackiert. Er wartet auf den günstigen Augenblick, um das kleine Biest mit dem Instrument zu töten. Irgendwie hat auch Bandkollege Mirko (Fabrizio Moroni) etwas schräg gespielt, genervt verlässt er den Proberaum.
Aber das ist alles nicht der Grund, warum Roberto angespannt wirkt. Seit Tagen verfolgt ihn ein Fremder, doch er verschwindet immer wieder, wenn Roberto auf ihn zugehen will. Was will dieser Mann ?
Auch ein böser Alptraum will ihn nicht mehr loslassen. Das Bild eines Scharfrichters im Orient, der einem zu Tode verurteilten ein Stilett in den Nacken bohrt, damit er beim anschliessenden Enthaupten einen extrem sauberen Schnitt hinbekommt.
Seine Frau Nina (Mimsy Farmer) weiß von alledem nichts. Als Roberto eines Abends wieder von diesem mysteriösen Fremden observiert wird, verfolgt er diesen in ein abgelegenes Theater. Dort kommt es zu Handgreiflichkeitne, plötzlich hat Roberto ein Messer in der Hand, der fremde Mann liegt leblos mit blutender Wunde am Boden. Von der Loge wird Roberto von einer Gestalt mit Maske beobachtet und dabei gefilmt.
Der maskierte Augenzeuge besucht in sogar in der Wohnung, er hat Roberto in der Hand und kündigt ihm auch an, dass er bald an der Reihe ist.
Roberto geht in die Offensive und beschließt gegen den Unbekannten vorzugehen. Er involviert seinen Freund Gottfried (Bud Spencer), der ihm einen exzentrischen, schwulen Privatdetektiv (Jean Pierre Marielle) empfielt.
Die Gattin verlässt aber angstvoll das Haus, immerhin bleibt aber Ninas Cousine Dalia (Francine Racette) bei dem gebeutelten Roberto. In der Badewanne kommt an sich näher...






Das Frühwerk "Vier Fliegen auf grauem Samt" ist in seiner Gesamtheit schon beinahe so geschlossen wie die besten Werke von Dario Argento. Der grandiose italienische Genrefilmer macht hier eine große Verbeugung vor dem Master of Suspence Alfred Hitchcock. Ein ganz normaler Typ wird plötzlich mit einer mörderischen Ausnahmesituation konfrontiert, die sein ganzes Leben mächtig auf den Kopf stellt.
Es bietet aber trotz allem sehr gute effektive Szenen, so ist der maskierte Unbekannte gut gelungen und vermittelt Furcht. Auch Robertos Traumsequenz der öfffentlichen Hinrichtung auf einem arabischen Marktplatz kommt perfekt zur Geltung, wie auch die geniale Drehbuchidee des neuartigen und revolutionärem Verfahren, das es ermöglicht das letzte zum Todeszeitpunkt gesehene Bild eines Opfers aus dessen Auge sichtbar zu machen. Hier kommen dann unsere kleinen fliegnden Insekten ins Spiel.
"Vier Fliegen auf grauem Samt" strahlt sehr starkes 70er Jahre Kriniflair aus und ist für Filmfans, die für diese Dekade schwärmen, sicherlich einen Blick wert.
Natürlich muss man sich wieder - wie bei den meisten Giallo - auf einen ganz extremen, verwegenen Plot einstellen. Davor ist Hochspannung angesagt.
Insgesamt bietet der Film ein perfektes, nostalgisches Krimivergnügen. Die Musik stammt von Ennio Morricone, was man sehr schnell erkennt - wie ich finde.



Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Sonntag, 15. November 2020

Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Dario Argento

Der Mörder mit dem schwarzen Mantel und den schwarzen Handschuhen...

Der amerikanische Schriftsteller Sam Dalmas (Tony Musante) verbringt mit seiner Freundin Julia (Suzy Kendall) einige Zeit in Rom. Kurz vor seiner Abreise in die Vereinigten Staaten wird er allerdings Zeuge eines Verbrechens. Auf dem Nachhauseweg macht er nachts vor einer exklusiven Kunstgalerie eine schreckliche Entdeckung. Durch die gläserne Front beobachtet er im Inneren einen Mordanschlag, bei dem die bildhübsche Monica Ranieri (Eva Renzi) von einem in Schwarz gekleideten Angreifer schwer verletzt wird. Sam muss tatenlos dabei zusehen, wie die Frau mit einem Messer traktiert wird, denn er ist in zwei Schiebetüren gefangen. Glücklicherweise trifft bald die Polizei ein und die verletzte Frau wird versorgt. Es stellt sich heraus, dass sie die Frau des Galeriebesitzers Ablerto Ranieri (Umberto Raho) ist. Sam ist für den ermittelnden Kommissar Morosini (Enrico Maria Salerno) ein äusserst wertvoller Zeuge, zumal Sam selbst angibt, dass er irgendwas sehr wichtiges gesehen haben muss, dass er allerdings derzeit in seiner Erinnerung nicht abrufen kann. Aber was ist es ?
Diese Info ist dem Kommissar so viel wert, dass er Sam kurzerhand als "Tatverdächtigen" führt, dem er auch mal seinen Pass konfiszieren kann. Von Morosini erfährt er, dass Monica nicht das erste Opfer des Serientäters sei, immerhin aber die erste Überlebende vorheriger gleich gelagerter Taten, bei denen die Frau jedesmal dem unbekannten Serienkiller zum Opfer fiel. Von einem schwulen Antiquitätenhändler (Werner Peters) führen ihn seine baldigen ersten Ermittlungsversuche in eigener Regiezu einem Gemälde, dessen Darstellung ihn an den nächtlichen Überfall auf Monica erinnert. Die Spur führt zu dem Maler Berto Consalvi (Mario Adorf), der eine Art künstlerisches Eremitendasein führt und sich von Katzen ernährt.
Bald befindet sich Tom in äusserster Lebensgefahr, zumal ein unheimlicher Mann in gelber Jacke (Reggie Nalder) nach seinem Leben trachtet...

 




Bei dem 1969/1970 entstandenen "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" handelt es sich um den ersten Film des italienischen Kultregisseurs Dario Argento. Zwischen bildschönen Impressionen und farbloser Tristesse zeigt er, wie der Held der Geschichte rein zufällig in eine mörderische Gefahr tappt und dabei so neugierig bleibt, dass er trotz Warnung des unbekannten Mörders nicht aufhören kann zu schnüffeln. Für die einfachen, aber auch sehr effektvollen Kamerafahrten und Kamerapositionen konnte Vittorio Storaro (Apocalypse Now, Der letzte Kaiser, La Luna) gewonnen werden. Der hypnotische Soundtrack stammt von Ennio Morricone.
Dario Argentos Giallo ist eine spannende Mischung aus den alten Edgar Wallace Filmen, dreckigen 7oer Jahre Thrillern ala "New York Ripper".
Dazu ein Schuß Mario Bava.
Tatsächlich wurde "Das Geheimnis des schwarzen Koffers" in Deutschland als Teil der Bryan Edgar Wallace Reihe vermarktet. Der Film wurde 1970 gedreht und bescherte dem italienschen Giallo Genre eine echte Initialzündung.
Mit der veröffentlichten BluRay Disc bleiben auch im technsichen Bereich keine Wünsche mehr offen.






Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Opera







































Regie: Dario Argento

Serienkiller, Operndiven und Raben...

Aufruhr in der Mailänder "Scala". Das Stück "Macbeth" steht kurz vor der Premiere, die Proben sind in vollem Gange.
Marco (Ian Charleston) heisst der junge vielversprechende Regisseur der Inszenierung, er kommt eigentlich vom Horrorfilm und gerade deshalb ist die berühmte Operndiva Cecova von seinem verwegenen neuen Stil gar nicht erbaut. Zudem stören sie die Krächzgeräusche der Raben, die der Regisseur als unverzichtbare Requisisten auserkoren hat.
In einem Geschrei beendet die berühmte Sängerin die Proben, ein Gefolge von Reportern, Fans und Kollegen begleiten sie bis auf die Straße, wo sie unglücklicherweise von einem Auto erfasst wird.
Ihr Unglück soll dann auch gleichzeitig das Glück der Zweitbesetzung Betty (Christina Marsillach) sein. Somit sieht Verdis Macbeth einem neuen aufsteigenden Star entgegen. Ihr Sopran gefällt nicht nur den vielen Raben, sondern auch dem Publikum. In der gotischen Kulisse singt sie wie eine Göttin und genauso wird sie nach der Premiere gefeiert.
Doch Betty ist auch abergläubisch, immerhin lastet auf der Verdi Oper immer ein seltsamer Fluch. Sie bekommt Drohanrufe und in den Lüftungsschächten ihrer Wohnung scheint eine schwarze Schattengestalt Zuhause zu sein.
Bei der Premiere kam auch ein Bühnenarbeiter zu Tode, der junge Kommissar Alan Santini (Urbano Barberini) nimmt nicht nur die Ermittlungen auf, er outet sich gleich als Riesenfan der jungen Chanteuse.
In einer Loge wurde der Arbeiter von einem schwarzbehandschuhten Mann bestialisch ermordet, vom Unbekannten Mörder fehlt allerdings jede Spur. Der will erneut zuschlagen. Diesmal muss Stefano (William McNamara), der schüchterne, junge Freund des Soprans dran glauben. Der irrsinnige Mörder hat besondere Freude daran, dass Betty dem Abschlachten mit Hilfe von rasiermesserscharfen Nadelbändern zum Zuschauen gezwungen wird, denn die Augen der geknebelten Frau sind mti diesen Nädelbändern verklebt.
Als nächstes werden die Raben von einem Tierquäler attackiert..





 Dario Argento drehte "Opera" (Terror in der Oper) ist eines der großen Meisterwerke des Regisseurs, er realisierte die Mischung aus Giallo und Slashermovie im Jahr 1988.
Dabei fallen die an Brian de Palma erinnernden ausufernden Kamerafahrten besonders nachhaltig auf.
Überhaupt ist die Form des Films ausserordentlich prächtig gestaltet, die Atmosphäre des Opernhauses tut das übrige. Grauen und Schönheit liegt ganz nah beeinander, Darren Aronofsky dürfte sicherlich ein bisschen für den "Black Swan" inspiriert worden sein.
Diese viruose filmische Achterbahnfahrt wird von elektronischer Musik, von Metal und auch von Maria Callas Klängen begleitet.
Ronnie Taylor hinter der Kamera setzt auf lange Kamerafahrten, kreierte mehrere Blickwinkel aus Sicht einer Person inklusive entsprechender Bewegungen. Die spektakulärste szene ist der Flug eines Raben durch die Oper, die Kamera bewegt sich spiralförmig von der Decke langsam nach unten und rast knapp über die Köpfe der Besucher in ihren Sitzen hinweg.






Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Samstag, 27. Juli 2019

Tenebrae







































Regie: Dario Argento

Das Lieblingsbuch eines Serienkillers....

 Der amerikanische Schriftsteller Peter Neal (Anthony Franciosa) ist ein beliebter Bestsellerautor, sein neuestes Buch "Tenebrae" (Dunkelheit) ist ein Thriller, der momentan alle Belletristik-Charts anführt. Deshalb reist er auch nach Rom, denn dort ist das Buch auch ein Verkaufsschlager.
Seine Ex-Frau Jane (Veronica Larrio) bleibt zuhause. Vor Ort wird er sehnlichst erwartet von seinem Literaturagent Bullmer (John Saxon) und seinen Assistenten, der hübschen Anne (Daria Nicolodi) und dem noch sehr jungen Gianni (Christian Borromeo).
Auf dem Flughafen lässt er für einen kurzen Moment sein Gepäck aus den Augen, schon ist die Reisetasche verschwunden.
Er findet sie allerdings gleich wieder, aber das Gepäck wurde durchwühlt. In Rom angekommen bekommt er gleich Besuch von den beiden Kriminalbeamten Germani (Giuliano Gemma)und Altieri (Carola Stangaro), die in einem Mordfall ermitteln.
Eine der Kripo bekannte Ladendiebin (Ania Pieroni) wurde mit einem Rasiermesser bestialisch ermordet. Der Killer knebelte sein Opfer zudem mit Buchseiten aus "Tenebrae". Ausserdem ähnelt der reale Mord einem Mord aus dem Buch.
Ab diesem Zeitpunkt erhält der Erfolgsautor auch mysteriöse Briefe und Drohanrufe.
Nebenbei hat Neal noch Interviews zu führen. Die lesbische Journalistin Tilde (Mirella D´Angelo) und auch dern bekannten Fernsehmoderator Christiano Berti (John Steiner) lernt er durch diese Promotionarbeiten kennen . Da kündigt der Täter weitere brutale Morde an. Er verschafft sich Einlaß in die Wohnung von Tilde und deren Freundin...




Dario Argento drehte den Giallo und Psychothriller "Tenebrae" 1982, also im Anschluß an seine beiden großartigen Horrorfilme "Suspiria" und "Horror Infernal". 
Es gelingt dem Regisseur wieder einmal kameratechnisch brilliante Szenen zu schaffen. Ausserdem hat "Tenebrae" eine Vielzahl von markanten Szenen zu bieten, die einfach haften bleiben.
Etwa die Verfolgung der jungen Maria (Lara Wendel) durch einen bissigen Hund.
Oder die Traumsequenzen, die eine mysteriöse junge Frau (Eva Robins) am Strand zeigt, die von jungen Männern umringt ist.
Ein Hauch von Gewalt liegt in der Luft...Interessant gestaltet ist das Raten nach dem Mörder. Immer wieder tauchen neue Fährten oder auch Verdachtsmomente auf, die sich verdichten, aber bald auch als falsch herausstellen.



Bewertung: 10 von 10 Punkten