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Sonntag, 19. Februar 2023

Wie angelt man sich einen Millionär ?


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jean Negulesco

Cinemascope Premiere...

Für Marilyn Monroe sollte 1953 ein äusserst erfolgreiches Jahr werden. "Blondinen bevorzugt" mit Jane Russell wure ein riesiger Erfolg und der Nachfolger "Wie angelt man sich einen Millionär ?" lief in den Kinos noch erfolgreicher. Er spielte 8 Millionen Dollar ein und war mit diesem Ergebnis einer der erfolgreichsten Filme des Jahres. In der Bestenliste des Jahres belegte "Blondinen bevorzugt" den 7. Rang, ""Wie angelt man sich auf einen Millionär" landete sogar auf Platz 4. Es war auch der erste Film von 20th Century fox, der im Cinema Scope Breitbild Tonverfahren gedreht wurde, obwohl der Bibelfilm "Das Gewand" vor ihm ins Kino kam.
Aus heutiger Sicht ist dieser New York Film natürlich auch historisch interessant, denn die Bilder von Kameramann Joseph MacDonald zeigen ikonische Ansichten der Metropole wie das Empire State Building, die Lichter des Times Square, die George Washington Bridge, den  Central Park, die Vereinten Nationen, das Rockefeller Center und die Brooklyn Bridge. Hier in dieser pulsierenden Stadt leben die drei Mannequins Schatze "Tschiki" Page (Lauren Bacall), Loco "Tütü" Dempsey (Betty Grable) und Pola Debevoise (Marilyn Monroe). Die drei anspruchsvollen Ladys haben sich ein Ziel gesetzt: Einen Millionär zwecks baldiger Heirat zu finden. Zu diesem Zweck hat Schatze ein Luxusappartment nahe des Central Parks gemietet. Der vorherige Besitzer Freddie Denmark (David wayne) musste ausser Landes fliehen, da ihm die steuerbehörde im Nacken saß. Die Männer, die gesucht werden, sollten möglichst ein Vermögen im sechsstelligen Bereich haben, aber zuerst hat nur ein gewisser Tom Brookman (Cameron Mitchell) ein gesteigertes Interesse an "Tschiki", die ihn aber ständig abblitzen lässt. Bei dem älteren MillionärJ. D. Hanley (William Powell) zeigt sich schon mehr Interesse. Auch Pola flirtet mit einem angeblichen Ölbaron (Alex D´Arcy), der aber vermutlich ein Hochstapler ist. "Tütü" lernt den verheirateten Walter Brewster (Fred Clark) kennen, der sie in die Berge nach Maine einlädt. Tütu sagt zu im Glauben, dass oben auf den Bergen noch andere Menschen sind. Doch sie muss feststellen, dass Brewster und sie ganz alleine in der Hütte sind. Enttäuscht, dass er nur eine schnelle Affäre wollte, will sie nach Hause fahren. Doch der smarte Ranger Eben (Rory Calhoun) ist doch ein Grund nicht gleich abzureisen. Inzwischen trifft sich auch Tschiki mit Tom Brookman, von dem sie weiterhin glaubt, dass er nur ein armer Tankwart ist. Doch irren ist menschlich.....





Natürlich ist Jean Negulescos Film aus heutiger Sicht altmodisch, aber auf eine sehr schöne Art und Weise. Er bietet naive und leichte Unterhaltung, die sehr viel Charme hat. Die Story erinnert an Monroes Vorgängerfilm "Blondinen bevorzugt". In beiden Filmen geht es um die Verlockung von Geld und Reichtum - nur wird aus dem Duo in "Wie angelt man sich einen Millionär" ein Mädchen-Trio, die sich prima ergänzen. Es gab für die besten Kostüme sogar eine Oscarnominierung, ausschlaggebend sicherlich auch die Modenschau, die in die Story mit integriert wurde und das Zuschauer macht Spass, weil darin auch eine gewisse Faszination steckt. Produzent und Drehbuchautor war Nunnally Johnson.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Dienstag, 11. Juni 2019

Johnny Belinda







































Regie: Jean Negulesco

Schweigende Lippen....

Mit "Die Wendeltreppe" von Robert Siodmak landete die RKO einen Riesenhit. Großen Anteil daran hatte die taubstumme Filmfigur Helen, gespielt von Dorothy McGuire, die vor einem irren Mörder Angst haben muss. Daher wollte Erfolgsproduzent Jerry Wald den Studioboss Jack Warner überzeugen, die Filmrechte an dem Theaterstück "Johnny Belinda" zu erwerben, denn auch hier war die Hauptfigur ein taubstummes Mädchen. Warner war zunächst skeptisch und konnte sich nicht vorstellen, dass es Zuschauer gibt, die einen Film sehen wollen, in dem die Hauptdarstellerin kein einziges Wort sagt. Er ließ sich dann aber vom guten kassenerfolg des Siodmaks Thrillers endlich überzeugen. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, lernten Jane Wyman und Lew Eyres die Taubstummensprache und die Hauptdarstellerin verbrachte sogar ganze Tage mit Wachs in Ohren, um ein Gefühl für dieses Handikap zu beommen. Die Dreharbeiten fanden in Fort Bragg, ein Kleinstadt in Kalifornien statt und danach lag der fertige Film noch ein Jahr im Archiv, ehe sich Warner entschide den Film in den Verleih zu geben. Wie unrecht er doch mit der Figur der Taubstummen hatte...Jane Wyman erhielt einen Oscar für die beste Hauptrolle als Taubstumme und es sollte nicht die letzte in der Oscar-History sein. Marlee Matlin bekam 1987 den Preis als Gehörlose in "Gottes vergessene Kinder" und als Stumme triumphierte Holly Hunter mit "Das Piano" im Jahr 1993. Insgesamt konnte "Johnny Belinda" (deutscher Titel: Schweigende Lippen) 12 Oscarnominierungen im Jahr 1949 erreichen.
Die brutale Geschichte ist angesiedelt auf der Insle Cap Breton in Neuschottland an der Ostküste Kanadas. Irgendwann am Ende des 19. Jahrhunderts. Mit Dr. Richardson (Lew Ayres) kommt ein neuer Arzt auf die Insel, die Bewohner sind aber allem Neuen erstmal skeptisch bis misstrauisch gesinnt.  Aber der Arzt hat auch Zuspruch und ist als Junggeselle für einige Frauen nicht uninteressant. So wird er von seiner Sekretärin Stella (Jan Sterling) regelrecht angehimmelt, aber er bemerkt die Schwärmerei überhaupt nicht. Als er eines Abend auf Bitten der Farmerin Aggie McDonald (Agnes Moorhead) sich eine kranke Kuh ansehen soll, wird er zum erfolgreichen Geburtshelfer des Tiers und lernt dabei die Halbwaise Belinda (Jane Wyman) kennen, die weder sprechen noch hören kann. Ihr Vater Black McDonald (Charles Bickford) hat früh seine Frau verloren und kümmert sich vor allem seine Schwester Aggie um das Mädchen. Durch ihr Gebrechen gilt das Mädchen bei der unwissenden Bevölkerung als extrem dumm und man behandelt die junge Frau mit ihrer Behinderung wie eine Idiotin. Erst der Arzt kann durch sein Wissen den Vater davon überzeugen, dass man durchaus mit einem taubstummen Menschen kommunizieren kann. Er lernt ihr schreiben und lernt ihr die Taubstummen- und Gebärdensprache. Eines Tages wird Belinda vom Fischer Locky McCormick (Stephen McNally) vergewaltigt. Locky hat auch in der Zwischenzeit erfolgreich um die hand von Stella angehalten, die leider immer mehr bemerken musste, dass ihre heimliche Liebe keine Notiz von ihr nimmt. Die frevelhafte Tat bleibt unbemerkt, doch bei einer Untersuchung, die von Dr. Richardson angeregt wird, weil dieser mehr Klarheit über mögliche Fähigkeiten haben möchte, kommt heraus, dass Belinda schwanger ist. Der ganze Ort geht nun davon aus, dass der Arzt Vater des Kindes ist und bald wird er und auch die Familie McDonald geächtet...





"Schweigende Lippen" ist ein gut gemachtes Melodram von Jean Negulesco, der ursprünglich aus Rumänien stammte und in Hollywood Klassiker wie "Als Salontiroler", "Die Maske des Dimitrios", "Humoresque", "Wie angelt man sich einen Millionär", Drei Münzen im Brunnen" oder "Daddy Langbein" inszenierte. Wobei "Schweigende Lippen" der an der Kasse erfolgreichste blieb. Er hatte sogar die meisten Kinozuschauer des Jahres und spielte fast 10 Millionen Dollar in den USA ein. An der spannenden Machart gibt es kaum was auszusetzen. Ein gutes Melodram, das vor allem durch das gute Spiel der Darsteller lebt. Dabei überzeugt die damals schon 29 Jährige Jane Wyman als junge Belinda und strahlt vor allem in den Close ups viel Wärme aus. Lew Ayres bleibt vielleicht etwas blass, aber dennoch wars für ihn ein zweiter Riesenerfolg nach "Im Westen nichts Neues" und einer Zeit der Arbeitslosigkeit als Schauspieler, weil man ihn als bekennenden Kriegsdienstverweigerer nicht engagierte. Erst als bekannt wurde, dass er als Sanitäter für die US Army Medical Corps in Neuguinea und auf den Philippinen gearbeitet hatte, war er wieder rehabilitiert.
Sehr gut auch Agnes Moorehead, Jan Sterling und Charles Bickford, der sich in einer der besten Szenen des Films einen Kampf auf Leben und Tod mit dem Übeltäter Stephen McNally liefert. Er kommt dabei ums Leben und dieses Verbrechen soll nie aufgedeckt werden und er wird als vermeintliches Unfallopfer begraben. Kameramann Ted McCord, der auch für die Bilder in "Der Schatz am Sierra Madre" verantwortlich war, erhielt natürlich auch eine der 12 Oscar-Nominees. Es sollte nicht seine letzte sein...auch für "Meine Lieder, Meine Träume" wurde er für den Oscar vorgschlagen.





Bewertung: 7 von 10 Punkten.