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Samstag, 3. Oktober 2026

Abenteuer in Rio























Regie: Philippe de Broca

Turbulenter Kurzurlaub...

Mit Regisseur Philippe de Broca drehte Frankreichs großer Kinostar Jean Paul Belmondo vor allem Komödien wie "Cartouche, der Bandit", "Abenteuer in Rio", "Die tollen Abenteuer des Monsieur L", "Le Magnifique" oder "Der Unverbesserliche". Mit dem temperamentvollen "Abenteuer in Rio" konnte sogar eine Oscarnominierung in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für Daniel Boulanger, de Broca, Ariane Mnouchkine und Jean Paul Rappenau erzielt werden. Ausserdem gab es den Samuel Goldwyn Award für den besten ausländischen Film bei der Vergabe der Golden Globes 1965. Der Soldat Adrien Dufourquet (Jean Paul Belmondo) kommt aus Besancon am Gare de Lyon in Paris an, um während seines Militärdienstes den gewährten Urlaub von einer Woche zu genießen. Er verabschiedet sich von seinem Regimentskameraden Lebel (Roer Dumas), die beiden verabreden sich exakt 8 Tage später dort, um den gemeinsamen Zug in ihre Kaserne zu nehmen.   Nach diesem Diebstahl, der zum Tod eines Wächters durch einen Giftpfeil führt, wird Professor Catalan (Jean Servais) ins Museum gerufen, wo er arbeitet und auf Agnès de Villermosa (Francoise Dorleac) trifft, die Tochter des tragisch verstorbenen Professors Villermosa, eines ehemaligen Kollegen Catalans.Der kommissar (Daniel Ceccaldi) nimmt die Emittlungen auf und Professor Catalan erklärt, dass die Statuette zu einem dreiteiligen Set gehörte, das von drei Forschern entdeckt und mitgenommen wurde  : ihm selbst, Professor Villermosa, der nach der Entdeckung verschwand, und Mario de Castro (Adolfo Celi), einem wohlhabenden brasilianischen Geschäftsmann. Professor Catalan wird daraufhin vor dem Museum entführt. Adrien besucht seine Verlobte Agnès de Villermosa im Haus ihrer Tante, während der Polizeikommissar ermittelt. Von den beiden Frauen erfährt er, dass der Professor während des Brasilienaufenthalts der Villermosas seine Statuette im Garten seiner Villa vergraben hat. Agnès hat dies gesehen und kennt daher den Ort. Sie gerät in eine Falle und verlässt die Wohnung, um ihren Wagen umzuparken, der den Weg versperrt. Direkt vor Adriens Augen wird sie von zwei Männern entführt. Er stiehlt daraufhin ein Polizeimotorrad, um die Verfolgung aufzunehmen. Sie erreichen den Flughafen Orly, wo Adrien Agnès, sichtlich unter Drogen, zwischen zwei Männern in eine Douglas DC-8 der Panair do Brasil einsteigen sieht. Mit viel Einfallsreichtum gelingt es ihm heimlich an Bord zu gelangen. Doch Agnes behauptet bei der Gegenüberstellung, dass sie ihn gar nicht kennt. Um der Verhaftung in Rio zu entgehen, setzt Adrien die Flucht auch dort fort, wo er sich in der Stadt mit dem jungen und pfiffigen Schuhputzerjungen Sir Winston (Ubiraci de Oliveira) anfreundet. Bis er Agnes aus dem Händen der Gangster befreien kann, muss er einige Hürden überwinden, denn er soll getötet werden und die Befreiung gelingt auch nur, wenn er sich einer waghalsigen Klettertour an den Fassaden des mehrstöckigen Hotels unterzieht. Danach gelingt die Flucht mit der stark benebelten Agnes. Sie treffen sich am Strand und verbringen einen romantischen Abend mit Musik. Die Nacht verbringen sie in „ Sir Winstons “ Haus, das oberhalb einer Favela mit Blick auf Rio de Janeiro liegt.     Am nächsten Tag ist Agnès völlig nüchtern. Sie fahren zu der Villa, in der Agnès mit ihrem Vater lebte, und schaffen es, die Statuette im Garten auszugraben. Doch zwei Männer erwarten sie dort, greifen sie an und stehlen die Statuette. Adrien und Agnès suchen daraufhin den dritten Archäologen, den steinreichen Mario de Castro, um ihn zu warnen, dass seine Statuette, die dritte, in Gefahr ist, gestohlen zu werden. Um de Castro zu finden, fahren sie nach Brasilia, das sich gerade im Bau befindet und können Professor Catalan aus den Händen der Gangster befreien. Doch damit ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei...











In diesem Film geht alles Schlag auf Schlag und es gibt kaum eine Minuten Verschnaufspause für den draufgängerischen Soldaten und seiner Verlobten.  Mit Ausnahme des Fallschirmsprungs führte Jean-Paul Belmondo alle Stunts selbst und ohne jegliche Sicherheitsausrüstung aus. Besonders hervorzuheben sind der Wechsel zwischen den Zimmern durch Klettern an der Außenfassade des Hotels in Copacabana sowie die Szene, in der sich Belmondo von einem Gebäude zum Anderen mit einem Seil schwingt. Die Szene, in der Belmondo auf dem Dach des im Bau befindlichen Gebäudes ausrutscht und sich gerade noch am Rand festhalten kann, stand nicht im Drehbuch, wurde aber in die Endfassung aufgenommen. Der Schauspieler rutschte tatsächlich aus und hätte vom Dach stürzen können. Bei seiner Kinopremiere zahlten 4,8 Millionen Franzosen ein Kinoticket, in Deutschland kam der Film auch auf eine Zuschauerzahl über einer Million. De Brocas Film ist äusserst unterhaltsam und es kommt sogar ein bisschen "Indiana Jones" Feeling auf. Dazu eine perfekte Filmmusik von Georges Delerue (Filmmusik Oscar für "Ich liebe dich, I Love you, Je´taime") und klasse Bilder von Kameramann Edmond Sechan, die sowohl Urlaubs- als auch Abenteueroptik vermitteln. 










Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Sonntag, 19. Mai 2024

Cartouche, der Bandit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Philippe de Broca

Räuber und Volksheld...

"Cartouche, der Bandit" ist ein temperamentvoller Abenteuerfilm von Philippe de Broca aus dem Jahr 1962. Es ist ein filmischer Verwandter von Christian-Jacques "Fanfan, der Husar", der 10 Jahre vorher zu einem großen internationalen Erfolg wurde. Auch "Cartouche" war mit 3,6 Millionen Kinozuschauern in Frankreich ein Kassenhit, was aufgrund der Besetzung mit Jean Paul Belmondo und Claudia Cardinale keine große Überraschung war. Dieser "Cartouche" hat tatsächlich von 1693 bis 1721 gelebt. Der frühe Tod mit 28 Jahren wurde durch eine Hinrichtung beschlossen, er wurde gerädert bis zum bitteren Ende. Beim Volk war der Räuber, der den Reichen das Geld nahm, um es an die Armen zu verteilen, sehr beliebt. Er war so eine Art französischer Robin Hood. Die Geschichte spielt im frühen 18. Jahrhundert. Gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Louison (Alain Dekok) bestiehlt der Räuber Louis Dominique Bourguignon (Jean Paul Belmondo) vermögende Bürger auf dem Markt. Dort auf dem Markt finden auch die Hinrichtungen statt und so erlebt der Dieb und sein Bruder die Hinrichtung eines Diebes und sieht auch den unbeliebten und arroganten Polizeipräfekten Gaston de Ferrussac (Philippe Lemaire), der mit seiner schönen Frau Isabelle (Odile Versois) dem blutigen Spektakel beiwohnt. Der Präfekt ist sichtlich amüsiert vom Schauspiel, seine sensible Frau eher angewidert. Louis gehört zur Räuberbande von Malichot (Marcel Dalio), der ein strenges Regiment führt und das meiste der Beute, dass ihm seine Bandenmitglieder bringen, selbst einbehält. Als Malichot einen Dieb, der nichts erbeutet hat, angreift, mischt sich Louis-Dominique ein und flieht anschließend mit seinem Bruder. Um Malichot fortan aus dem Weg zu gehen, lässt sich Louis-Dominique für den Wehrdienst rekrutieren. Bei den Soldaten wird Krieg geführt, er findet aber mit La Douceur (Jess Hahn) und La Taupe (Jean Rocheford) zwei Kameraden, die ebenfalls viel Spass am Banditentum haben. Das Trio stiehlt die Regimentskasse und sie werden verfolgt. Sie steigen in einem Gasthaus ab und so lernt Dominique die schöne Venus (Claudia Cardinale) kennen, die von zwei Gendarmen gefangen wurde, weil sie gestohlen hat. Durch ihre Hilfe endet der Kampf im Gasthaus und eine anschließende Ergreifung durch die Verfolger doch noch glücklich. Die junge Frau hat sich in Dominique verliebt und bringt die Beute in Sicherheit. Das Trio kann entkommen. Doch beim vereinbarten Treffpunkt scheint Venus nie angekommen zu sein. Bald merkt Dominique, dass sie und auch sein Bruder von Malichot gefangen gehalten wird, der auch das Gold aus der Regimentskasse an sich genommen hat. Dominique befreit die beiden, beendet die Herrschaft von Malichot und wird so selbst Anführer der Banidtenbande. Fortan nennt er sich "Cartouche" und gestaltet seine Raubzüge so erfolgreich, dass er zum Schrecken der Herrschenden wird. Er heiratet Venus. Als er eines Tages erneut auf Isabelle trifft, geht er ein gefährliches Spiel mit dem Feuer ein...









"Cartouche" ist wunderschön fotografiert (Kameraarbeit von Christian Matras), dass er bei der deutschen Einführung des Farbfernsehens im August 1967 im TV lief und in den folgenden Wochen noch mehrere Male als Farbfernseh-Prestigefilm gezeigt wurde. Belmondo ist in seinem Element, eine echte Paraderolle für den Kinoliebling. Die Geschichte endet zwar tragisch und düster, aber insgesamt hat de Broca den Film mit sehr viel Witz und Humor inszeniert, dass es für den Zuschauer eine echte Freude ist.






Bewertung: 9 von 10 Punkten.