Regie: Philippe de Broca
Turbulenter Kurzurlaub...
Mit Regisseur Philippe de Broca drehte Frankreichs großer Kinostar Jean Paul Belmondo vor allem Komödien wie "Cartouche, der Bandit", "Abenteuer in Rio", "Die tollen Abenteuer des Monsieur L", "Le Magnifique" oder "Der Unverbesserliche". Mit dem temperamentvollen "Abenteuer in Rio" konnte sogar eine Oscarnominierung in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für Daniel Boulanger, de Broca, Ariane Mnouchkine und Jean Paul Rappenau erzielt werden. Ausserdem gab es den Samuel Goldwyn Award für den besten ausländischen Film bei der Vergabe der Golden Globes 1965. Der Soldat Adrien Dufourquet (Jean Paul Belmondo) kommt aus Besancon am Gare de Lyon in Paris an, um während seines Militärdienstes den gewährten Urlaub von einer Woche zu genießen. Er verabschiedet sich von seinem Regimentskameraden Lebel (Roer Dumas), die beiden verabreden sich exakt 8 Tage später dort, um den gemeinsamen Zug in ihre Kaserne zu nehmen. Nach diesem Diebstahl, der zum Tod eines Wächters durch einen Giftpfeil führt, wird Professor Catalan (Jean Servais) ins Museum gerufen, wo er arbeitet und auf Agnès de Villermosa (Francoise Dorleac) trifft, die Tochter des tragisch verstorbenen Professors Villermosa, eines ehemaligen Kollegen Catalans.Der kommissar (Daniel Ceccaldi) nimmt die Emittlungen auf und Professor Catalan erklärt, dass die Statuette zu einem dreiteiligen Set gehörte, das von drei Forschern entdeckt und mitgenommen wurde : ihm selbst, Professor Villermosa, der nach der Entdeckung verschwand, und Mario de Castro (Adolfo Celi), einem wohlhabenden brasilianischen Geschäftsmann. Professor Catalan wird daraufhin vor dem Museum entführt. Adrien besucht seine Verlobte Agnès de Villermosa im Haus ihrer Tante, während der Polizeikommissar ermittelt. Von den beiden Frauen erfährt er, dass der Professor während des Brasilienaufenthalts der Villermosas seine Statuette im Garten seiner Villa vergraben hat. Agnès hat dies gesehen und kennt daher den Ort. Sie gerät in eine Falle und verlässt die Wohnung, um ihren Wagen umzuparken, der den Weg versperrt. Direkt vor Adriens Augen wird sie von zwei Männern entführt. Er stiehlt daraufhin ein Polizeimotorrad, um die Verfolgung aufzunehmen. Sie erreichen den Flughafen Orly, wo Adrien Agnès, sichtlich unter Drogen, zwischen zwei Männern in eine Douglas DC-8 der Panair do Brasil einsteigen sieht. Mit viel Einfallsreichtum gelingt es ihm heimlich an Bord zu gelangen. Doch Agnes behauptet bei der Gegenüberstellung, dass sie ihn gar nicht kennt. Um der Verhaftung in Rio zu entgehen, setzt Adrien die Flucht auch dort fort, wo er sich in der Stadt mit dem jungen und pfiffigen Schuhputzerjungen Sir Winston (Ubiraci de Oliveira) anfreundet. Bis er Agnes aus dem Händen der Gangster befreien kann, muss er einige Hürden überwinden, denn er soll getötet werden und die Befreiung gelingt auch nur, wenn er sich einer waghalsigen Klettertour an den Fassaden des mehrstöckigen Hotels unterzieht. Danach gelingt die Flucht mit der stark benebelten Agnes. Sie treffen sich am Strand und verbringen einen romantischen Abend mit Musik. Die Nacht verbringen sie in „ Sir Winstons “ Haus, das oberhalb einer Favela mit Blick auf Rio de Janeiro liegt. Am nächsten Tag ist Agnès völlig nüchtern. Sie fahren zu der Villa, in der Agnès mit ihrem Vater lebte, und schaffen es, die Statuette im Garten auszugraben. Doch zwei Männer erwarten sie dort, greifen sie an und stehlen die Statuette. Adrien und Agnès suchen daraufhin den dritten Archäologen, den steinreichen Mario de Castro, um ihn zu warnen, dass seine Statuette, die dritte, in Gefahr ist, gestohlen zu werden. Um de Castro zu finden, fahren sie nach Brasilia, das sich gerade im Bau befindet und können Professor Catalan aus den Händen der Gangster befreien. Doch damit ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei...
In diesem Film geht alles Schlag auf Schlag und es gibt kaum eine Minuten Verschnaufspause für den draufgängerischen Soldaten und seiner Verlobten. Mit Ausnahme des Fallschirmsprungs führte Jean-Paul Belmondo alle Stunts selbst und ohne jegliche Sicherheitsausrüstung aus. Besonders hervorzuheben sind der Wechsel zwischen den Zimmern durch Klettern an der Außenfassade des Hotels in Copacabana sowie die Szene, in der sich Belmondo von einem Gebäude zum Anderen mit einem Seil schwingt. Die Szene, in der Belmondo auf dem Dach des im Bau befindlichen Gebäudes ausrutscht und sich gerade noch am Rand festhalten kann, stand nicht im Drehbuch, wurde aber in die Endfassung aufgenommen. Der Schauspieler rutschte tatsächlich aus und hätte vom Dach stürzen können. Bei seiner Kinopremiere zahlten 4,8 Millionen Franzosen ein Kinoticket, in Deutschland kam der Film auch auf eine Zuschauerzahl über einer Million. De Brocas Film ist äusserst unterhaltsam und es kommt sogar ein bisschen "Indiana Jones" Feeling auf. Dazu eine perfekte Filmmusik von Georges Delerue (Filmmusik Oscar für "Ich liebe dich, I Love you, Je´taime") und klasse Bilder von Kameramann Edmond Sechan, die sowohl Urlaubs- als auch Abenteueroptik vermitteln.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.














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