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Sonntag, 18. Mai 2025

Der stille Don


Regie: Sergej Gerassimov

Die Wirren des Grigori Melechow..

"Der stille Don" ist ein dreiteiliger sowjetischer Film nach dem weltbekannten gleichnamigen Roman von Michail Scholochow. Regie in dem zwischen 1957 und 1958 entstandenen Filmepos führte Sergej Gerassimov. Erzählt wird die Geschichte Russland im Ersten Weltkrieg, der Oktoberrevolution, dem anschließenden russischen Bürgerkrieg anhand der Schicksal einfacher menschen, den zerfallenden Idealen der Donkosaken und der persönlichen Tragödie der Hauptfugur Grigori Melechow, der von Pjotr Glebow gespielt wird. Auffallend wie in einigen nachfolgenden russischen Monumentalfilmen "Krieg und Frieden" oder "Die Brüder karamasow" sind die männlichen Darsteller für ihre zu spielenden Figuren viel zu alt. Melechow war zur Zeit der Dreharbeiten schon über 40 Jahre alt und spielt aber auch den noch wilden Jugendlichen, der sich in seine Nachbarin Axinja verliebt.  Grigori Melechow ist in die verheiratete Kosakin Aksinja (Elina Awraamowna Bystrizkaja) Astachowa verliebt, die erwidert seine Liebe. Sein Umfeld ist jedoch dagegen und betrachtet die Verbindung als beschämend. Die Situation verschärft sich, als Aksinjas Ehemann Stefan (Alexander Bloagowestow) von der Militärausbildung zurückkehrt und seine Frau schlägt. Grigori heiratet eine andere Frau, Natalja Korschunowa (Sinaida Kirijenko) auf Geheiß seines Vaters (Daniil Iltschenko)Grigori und Aksinja beschließen, vor ihren Familien zu fliehen, doch ihr neues Leben wird durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs jäh zerstört. Aksinja erzählt Grigori, dass sie schwanger ist, doch Grigori zweifelt an seiner Vaterschaft. Grigori wird in die kaiserliche Armee eingezogen, und seine Einheit kämpft gegen die Österreich-Ungarn. Für seine Taten wird er verwundet, erhält aber das Georgskreuz für Tapferkeit. Aksinja verliert ihr Kind und findet Trost beim Sohn eines Gutsbesitzers. Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus erfährt Grigori, dass Aksinja ihm untreu war. In einem Anfall von Eifersucht schlägt er den Mann und Aksinja mit einer Peitsche und kehrt anschließend zu seinem Vater und seiner Frau Natalia zurück, die aufgrund der mangelnden Liebe und Untreue ihres Mannes bereits erfolglos einen suizidversuch unternommen hat. Einige Jahre später, 1916, spielen russische Offiziere in einem Unterstand Karten und diskutieren über den Krieg, während in der Ferne Kanonendonner zu hören ist. Ihre Soldaten lesen ein Antikriegs-Flugblatt. Beim nächsten Angriff setzen die Deutschen Giftgas ein. Mitten im chaotischen Rückzug begegnet Grigori zufällig Aksinjas Ehemann und rettet ihn. Zurück in der Heimat verkünden die Dorfbewohner bei einer Versammlung die Absetzung von Kaiser Nikolaus II. und die Machtübergabe an das Provisorische Komitee der Staatsduma.Unter den Kosaken kommt es zu Zwietracht. Jesaul Kalmykow (Michail Klaukuski) plädiert dafür, sich General Kornilows Truppen anzuschließen und die Ordnung in Russland wiederherzustellen, während der Kornett Buntschuk die Revolution verteidigen will. Kalmykow wird entwaffnet, und Buntschuk tötet seinen Vorgesetzten. Grigori findet sich in einem vollen Raum mit Porträts von Karl Marx und roten Bannern wieder, wo der Kampf gegen General Kaledin, einen Anführer der Weißen Armee, besprochen wird. Die Kosaken streiten jedoch darüber, ob sie die Bolschewiki unterstützen oder allein zurechtkommen sollen. Melechow wird Zeuge eines Kampfes zwischen zwei Kosakengruppen: Podtjolkows "Roten“ und Tschernezows Weißen“; die Weißen verlieren, und Podtjolkow erschlägt den gefangenen Tschernezow mit seinem Schwert. Grigori kehrt zu seinem Vater zurück und verteilt Geschenke, doch auch hier herrscht keine Einigkeit unter den Kosaken. Grigori neigt der Idee der "Sowjetmacht“ zu, doch sein Vater will damit nichts zu tun haben. Die Macht wechselt, und Grigori Melechow, mit Schulterklappen und königlichen Orden bekleidet, beobachtet die Hinrichtung der Roten Kosaken und erinnert sich dabei an Podtjolkows Massaker an Tschernezows Kosaken. Der bolschewistische Schtokman fordert Grigoris Verhaftung, doch Grigori gelingt die Flucht. Die Roten nehmen Peter (Nikolai Smirnov), Grigoris Bruder, gefangen und erschießen ihn. Grigori schlägt an der Spitze von hundert Kosaken bei einem Angriff revolutionäre Matrosen nieder. Doch sein Gedächtnis ist noch immer getrübt vom Krieg an der Front und dem darauffolgenden Krieg in der Heimat. An einer Wasserstelle am Fluss begegnet er Aksinja mit Eimern und gesteht ihr, dass er sie nicht aus seinem Herzen stoßen kann. Daria (Lyudmila Khityaeva), die Witwe von Grigoris Bruder Peter, tötet einen gefangenen Dorfbewohner der Roten, der an der Ermordung ihres Mannes beteiligt war. Für diesen Vergeltungsakt wird sie anschließend vom Kommando der Weißen Garden in Anwesenheit eines britischen Offiziers gelobt. Natalia Melekhova, die mit Grigoris Kind schwanger war, versucht, ihre Schwangerschaft abzubrechen, da sie ihrem Mann nicht mehr gebären will. Sie stirbt, und das Kind wird trotzdem geboren und erhält den Namen Michail. Im Hauptquartier der Weißen Donarmee in Balaschow erfährt Grigori unterdessen nichts von der Geburt seines Sohnes und trinkt mit anderen Offizieren Cognac. Als die Weißen sich zurückziehen, nimmt Grigori Aksinya mit, doch als sie im Winter krank wird, ist er gezwungen, sie in die Obhut einer Bauernfamilie zu geben. Wieder verlieren sich die Liebenden aus dem Augen. Einige Jahre später versucht er erneut mit ihr die Flucht, sie wird jedoch von einer Kugel der berittenden Patrouille getötet. Er muss sie begraben und wirft dann alle seine Waffen in den Fluss, kehrt in sein Heimatdorf zurück und umarmt seinen sohn Michail, der bereits einige Jahre alt ist...










Vor dem Hintergrund historischer Ereignisse erweist sich der Film auch als schicksalshafte Liebesgeschiche, die immer wieder aufflammt, aber die nie auf Dauer erfüllt und glücklich sein kann. Der Dreiteiler hat eine Laufzeit von 336 Minuten, in den deutschen Kinos lief nur der erste Teil. Erst 1968 strahlte die ARD auch die Teile 2 und 3 aus. Es ist ein Film mit starken Bildern, wuchtig und erdig und mit faszinierender Detailtreue versehen. Dabei vermied der Regisseur plakative, prokommunistische Anbiederung, sondern schilderte seinen Protagonisten als Wanderer zwischen zwei durch die Historie ihm aufgezwungene Welten und deren Systeme. Auch das neue System wird nicht verklärt, in Gerassimows Epos wird Charakterschwäche und Amoral wie in der Romanvorlage durch den neuen sozialistischen Menschen nicht beseitigt.“









Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sonntag, 19. Mai 2024

Der Kanal


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andrzej Wajda

 Durch die Kanalisation...

Gleich mit seinem ersten drei Filmen "Eine Generation", "Asche und Diamant" und "Der Kanal" gelang dem polnischen Regisseur Andrzej Wajda große internationale Beachtung. Es ist daher bedauerlich, dass nur einer dieser drei thematischen Verwandten als deutschsprachige DVD veröffentlicht wurde: "Der Kanal" entstand 1957 und erhielt den Spezialpreis der Jury bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 1957.
Es ist der 25. September 1944, in den letzten Tagen des Warschauer Aufstands. Leutnant Zadra (Wieńczysław Gliński führt eine Einheit von 43 Soldaten und Zivilisten zu einem neuen Versteck inmitten der Ruinen des jetzt isolierten südlichen Warschauer Stadtteils Mokotów. Dem Komponisten Michał (Vladek Sheybal), der erst seit einem Tag bei der Widerstandsgruppe mitkämpft, gelingt es, seine Frau und sein Kind in einem anderen Teil der Stadt anzurufen, der von den Deutschen überrannt wird. Nach ein paar Worten teilt sie ihm mit, dass die Deutschen das Gebäude räumen und hinter ihr her seien. Dann ist die Leitung tot. Am nächsten Morgen entschuldigt sich der 23-jährige Offiziersanwärter Korab (Tadeusz Janczar), nachdem er in ein Zimmer gegangen ist und den Stellvertreter, Leutnant Mądry (Emil Karewicz), und die Botin Halinka (Teresa Berezowska) zusammen im Bett vorgefunden hat. Halinka verrät später im Laufe der Handlung, dass Mądry ihr erster Liebhaber ist. Ein deutscher Angriff wird zwar vorläufig gestoppt, aber Korab wird verwundet, als er eine Goliath-Kettenmine außer Gefecht setzt. Umzingelt vom Feind erhält Zadra den Befehl, sich durch die Kanalisation in die Innenstadt zurückzuziehen. Mittlerweile sind sie nur noch 27 übrig, einschließlich Korab, und mühen sich durch den Dreck. Daisy, (Teresa Iżewska)die von allen Gänseblümchen genannt wird , kennt die Kanalisation am besten und bittet Zadra, Korab helfen zu dürfen, und behauptet, dass die anderen sich problemlos zurechtfinden könnten. Zadra stimmt zu. Allerdings fällt das Paar immer weiter zurück. Als sie den vorgesehenen Ausgang an der Wilcza-Straße erreichen, ist Korab zu schwach, um den ansteigenden Tunnel zu erklimmen, also ruhen sie sich eine Weile aus. Er bemerkt einige Graffiti an der gegenüberliegenden Wand, kann sie aber nicht ganz erkennen. Daisy sagt ihm, dass dort „Ich liebe Janek“ steht, obwohl der Name eigentlich Jacek ist, Korabs Vorname. Sie beschließt, in Richtung des Flusses zu gehen, der nur ein kurzes Stück entfernt ist, und treibt ihn weiter, ohne ihn anhalten zu lassen. Endlich sehen sie Sonnenlicht. Zu diesem Zeitpunkt ist Korab halb blind und am Ende seiner Kräfte. Er kann nicht erkennen, dass der Ausgang inzwischen durch Metallgitter verschlossen ist. Der Weg durch das Kanalsystem wird für alle zur tödlichen Falle....




Das ist sicherlich kein schöner Film, denn er zeigt das Verenden dieser Widerstandskämpfer im Unrat und in kaum auszuhalendem Dunst. Der Film ist optisch mit den Klassikern des italienischen Neorealismus verwandt, was auch Wajdas Ansinnen war. Im Heimatland selbst wurde der Film zwiespältig aufgenommen, weil hier keine Helden des Krieges zu sehen sind.
Der Warschauer Aufstand durfte vor "Der Kanal" nicht für einen Film thematisiert werden, da eine Darstellung des Aufstandes immer auch anti-sowjetisch interpretiert werden konnte.






Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 8. März 2023

Der König von New York


Regie: Charles Chaplin 

König Shahov und das Komitee...

Bereits 1947 musste Charlie Chaplin wiederholt vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe aussagen. FBI-Chef Hoover war ein Gegner von Chaplin, versuchte ihm auch die Aufenthaltsgenehmigung (Chaplin war britischer Staatsbürger) zu entziehen. Chaplin selbst sah sich als liberal, kritisch und war Pazifist - er passte zu dieser Zeit nicht in das gängige Bild, dass die Regierung von einem Filmstar als vorbild für die Masen erwartete. Auch sein Lebenswandel wurde kritisiert. Als er 1952 zur Weltpremiere für seinen neuen Film "Rampenlicht" einen Kurzbesuch nach London übernahm, hatte er bei der Rückkehr in die USA große Probleme am Zoll. Er erhielt zwar nach einigem Hin- und Her eine Wiedereinreisebewilligung - doch man bestand darauf, dass er zuvor wie ein neuer Einwanderer zu einer Vernehmung müsse. Daraufhin beschloß der Filmstar in Europa zu bleiben. Im Alter von 68 Jahren realsiierte er in Grßbritannien mit der Satire "Ein König in New York" eine Art Abrechnung mit der unsäglichen McCarthy Ära, die durch ihre Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten eine unrühmliche Zeit in der Geschichte der USA war. Der Film lief in Europa gut, aber der fehlende Vertrieb in den USA hat seinen kommerziellen Erfolg stark minimiert. In den USA wurde Chaplins Film erst in den frühen 70er Jahren gezeigt, auch in Deutschland hatte "Ein König in New York" erst 19 Jahre später die Kinopremiere. Der Film beginnt mit einer Revolution im fiktiven Land Estrovien, in dem bisher König Shahdov (Charlie Chaplin) herrschte. Er kommt mittellos nach New York. sein Premierminister hat immerhin noch die Wertpapiere ausser Landes schmuggeln könnten. Doch der Premier flieht mit dem gesamten Staatsschatz nach Südamerika. Damit ist er mittellos im Exil. Lediglich Botschafter Jaume (Oliver Johnston) ist noch eine verlässliche Stütze. Shahdov versucht mit der Atomenergiekommission Kontakt aufzunehmen, um seine Ideen für eine friedliche Nutzung der Atomenergie zur Schaffung einer neuen Welt "Utopia" vorzustellen. In den USA laufen die Uhren etwas anders. Es herrscht eine starke Präsenz durch das Fernsehen und auch die Kommunistenjagd ist noch im vollem Gange. Bei einer Dinnerparty, die zum Teil im TV übertragen wird (was er nicht weiß) offenbart Shahdov, dass er mal Theater gespielt hat. Diese Info reicht um ihn als neuen Werbeträger aufzubauen. Der abgesetzte Monarch wird gebeten einige Werbespots für gutes Geld zu machen. Obwohl er diese Werbungen und auch das Fernsehen hasst, macht er aufgrund lukrativer finanzieller Angebote mit - alles gut eingefädelt von der bekannten Werbeexpertin Anne Kaye (Dawn Adams). Als er eingeladen wird, an einer fortschrittlichen Schule einen Vortrag zu halten, trifft Shahdov auf Rupert Macabee (Michael Chaplin), einen zehnjährigen Historiker und Redakteur einer progressiven Schülerzeitung. Der Junge hat Angst sich politisch zu äussern, da er möglicherweise auch vor den Ausschuß geladen werden könnte. Ruperts Eltern sind Kommunisten und tatsächlich wird im Laufe der Geschichte der Junge genötigt vor dem Ausschuß auszusagen und seine Eltern zu denunzieren. Auch Shahdov wird in diese Affäre mit hineingezogen, weil er den Jungen für einige Tage bei sich augennommen hatte und ihn als Verwandten ausgab...





Chaplin hat in seinen bitterbösen Film einige köstliche Szenen eingebaut. So soll Shadhov eine Schönheits-OP machen, die ihn jünger und attraktiver machen soll. Doch das Ergebnis gleicht einer Katastrophe. In einer weiteren Szene richtet er versehentlich einen starken Wasserstrahl aus einem Feuerwehrschlauch auf die Mitglieder des Ausschusses, die er alle nass macht. Als Königin Irene ist Maxine Audley zu sehen. Cahiers du Cinema setzte Chaplins Spätwerk auf Platz 1 der besten Filme des Jahres. Tatsächlich funktioniert der Film nicht nur als bissige Abrechnung einer paranoiden Kommunistenhatz, der Film ist als satriischer Kommentar auch zeitlos.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Sonntag, 31. Juli 2022

Das Schloß im Spinnwebwald


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Akira Kurosawa

Shakespeare im alten Japan....

Nicht erst mit "Ran" verfilmte der grosse japanische Filmregisseur Akira Kurosawa einen Stoff von Shakespeare. Bereits 3 Jahrzehnte, im Jahr 1957, vorher nahm er sich dem "Macbeth" Stoff an. Wieder verlagert er die Geschichte in das alte Japan und lässt eine magische, brutale und faszinierende zeit auferstehen.Dieser düsterer s/w-Film hat die gleiche hervorragende Qualität wie die Polanski Adaption mit Jon Finch und Francesca Annis aus dem Jahr 1971.  Dabei hat Kurosawa auf die Poesie und Sprache von Shakespeare verzichtet, macht dies aber mehr als wett durch die geniale Bildsprache seines Films. Gelungen ist ihm eine Geschichte über den Abstieg in die Hölle aufgrund von Gier und Aberglauben. Wörtlich übersetzt heißt der Film "Burg Spinnennetz" - in Deutschland bekannt unter dem Titel "Das Schloß im Spinnwebwald"
Dieser Spinnwebwald führt zum Schloß oder es entfernt den Feind vom Schloß. Denn der magische Wald ist das Zuhause von guten und bösen Geistern.
Die Generäle Miki (Minoru Chiaki) und Washizu (Toshiro Mifune) sind Samurai-Befehlshaber und Freunde von Lord Tsuzuki (Hiroshi Tarikawa), einem lokalen Fürsten, der in der Burg des Spinnennetz-Waldes regiert. Nachdem sie die Feinde des Fürsten im Kampf besiegt haben, kehren sie zu Tsuzukis Schloss zurück. Auf ihrem Weg durch den dichten Wald, der das Schloss umgibt, treffen sie auf einen bösen Geist in der Gestalt einer alten Frau (Chieko Naniwa), die ihnen die Zukunft voraussagt. Der Geist sagt ihnen, dass Washizu heute zum Herrn der nördlichen Garnison ernannt wird und Miki Kommandant der ersten Festung wird. Dann prophezeit der Geist, dass Washizu schließlich Herr der Spinnennetzburg werden wird, und schließlich sagt er Miki, dass sein Sohn Herr der Burg werden wird. Als die beiden zu Tsuzukis Anwesen zurückkehren, belohnt er sie mit genau dem, was der Geist vorhergesagt hatte. Als Washizu dies mit Asaji (IsuzuYamada), seiner Frau, bespricht, manipuliert sie ihn dazu, den zweiten Teil der Prophezeiung wahr werden zu lassen, indem sie den Mord des Fürsten planen, als dieser sie überraschend besucht...




Toshiro Mifune spielt den japanischen Krieger, der durch eine Weissagung einer unheimlichen alten Frau im Spinnwebwald zum neuen Herrn seines siegreichen Hauses ausgerufen wird - nur dumm, dass der Herrscher noch lebt. Ich habe den Stoff von Shakespeare auch schon deshalb immer sehr interessant gefunden, weil er beleuchtet, zu was für fatalen Reaktionen ein Mensch imstande ist, wenn er ein Zukunftsorakel von "oben" erhält. Das Schicksal selbst.. oder die Handlungsweisen wie er diese Ereignisse dann eben mit seinem eigenen Zutun herbeiführen und steuern kann, was vorher vielleicht nur als Wunsch im Unterbewussten schlummerte - und nun durch dieses Orakel plötzlich Bilder in Richtung Verwirklichung hat. Eine Legitimation für sein Handeln hat, weil es von einer höheren Macht so dirigiert wird. Der Mensch, der in dieser auferlegten Rolle der Marionette sogar zum Mörder werden kann, weil Ruhm und Macht vorhergesagt wurden. Geradezu widersprüchlich, wenn er einerseits machtlos und dennoch ganz aktiv als der Täter daran beteiligt ist.
Es gibt aber noch dieses zweites Orakel, dass der Freund, der mit ihm durch den Wald ritt, erhalten hat und das den Haken am ersten Orakel schon andeutet. Was dazu führt, dass Mifune seinen Freund, dessen Sohn (Akira Kubo) und die engsten Verbündeten des Fürsten (Takashi Shimura und Hiroshi Tarikawa) vernichten muss, bevor er selbst im Hagel von hunderten Pfeilen seinen Tod findet. Kurosawas Schlüsselfilm ist ein abgründiges Meisterwerk.





Bewertung: 10 von 10 Punkte