Posts mit dem Label 1970 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1970 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 14. September 2026

Der Konformist























Regie: Bernardo Bertolucci 

Der Wunsch "Normal" zu sein...

Bernardo Bertoluccis 1970 entstandenes Meisterwerk "Der große Irrtum" (Alternativtitel: Der Konformist) ist die tragische Geschichte eines Mannes der sein ganzes Leben durch eine fiktive Schuld beeinflusst wurde. Die in Rom und Paris spielende internationale Co-Produktion beruht auf der Romanvorlage von Alberto Moravia. Die sicherlich wichtigste Änderung, die der Regisseur gegenüber dem Roman vorgenommen hat, ist das Aufbrechen der temporal linearen Erzählstruktur. Während des Drehs faszinierte Bertolucci immer mehr die Idee von der mit Rückblenden durchsetzten Autofahrt. Mehr als zwei Drittel der Handlung wird daher in Rückblenden erzählt, innerhalb derer auch Zeitsprünge und sogar Rückblenden in der Rückblende selbst auftreten. Darüberhinaus hat Bertolucci seine Geschichte bewusst in betörenden und wunderschönen Bildern erzählt, in pastellartigen Farben voller Melancholie. Manchmal schimmert auch die Morbidität des Gezeigten durch. Die fesselnde Charakterstudie lebt natürlich auch von einem hervorragenden Hauptdarsteller. Jean-Louis Trintignant zählte "Il Conformista" zu seinen besten Rollen. Er spielt den geachteten Bürger Maercello Clerici, Professor der Philosophie, der als 13jähriger Junge (Pasquale Fortunato) ein prägendes sexuelles Erlebnis hat. Denn er wird von dem Chauffeur Lino (Pierre Clementi) sexuell missbraucht. Bei diesem nicht ganz vollendeten Verführungsversuch spielte auch die Pistole des Chauffeurs eine Rolle - der Junge schießt auf den Erwachsenen und glaubt, dass dieser tot ist. Fortan verfolgen Schuldgefühle wegen dieses scheinbar begangenen Mordes und Marcello entwickelt das übertriebene Bedürfnis möglichst normal, bürgerlich und gesellschaftlich angepasst zu sein. Es ist daher logisch, dass er sich den Faschisten anschließt. Mit dazu haben sein Widerwille gegen seine Eltern - sein Vater sitzt in der Irrenanstalt und seine Mutter ist drogenabhängig - und seine uneingestandene Homosexualität. Im faschistischen Italien macht er als Erwachsener Karriere als Beamter und tritt 1938 durch Vermittlung seines Freundes Italo Montanari (Jose Guaglio) der Geheimpolizei bei. Zugleich möchte er den Wunsch verwirklichen eine Frau zu heiraten - seine Auserwählte ist die hübsche Giulia (Stefania Sandrelli). Nach einem Telefonanruf wird Marcello von seinem Untergebenen, dem Spezialagenten Manganiello (Gastone Moschin), mit dem Auto abgeholt. In einer Rückblende diskutieren Marcello und Giulia darüber, dass er beichten muss – obwohl er Atheist ist –, damit ihre römisch-katholischen Eltern der Heirat zustimmen. Marcello willigt ein und gesteht dem Priester mehrere Sünden: den sexuellen Missbrauch durch Lino und dessen anschließende Tötung, vorehelichen Sex sowie das Fehlen von Schuldgefühlen für diese Taten. Marcello gibt zu, dass er wenig von Giulia hält, sich aber nach der Normalität sehnt, die eine traditionelle Ehe mit Kindern mit sich brächte. Der Priester ist schockiert, erteilt Marcello jedoch die Absolution, als er erfährt, dass dieser für die faschistische Geheimpolizei arbeitet. Unter dem Vorwand seiner Hochzeitsreise reist Marcello mit Giulia nach Paris, um den Auftrag auszuführen. Er soll seinen ehemaligen Universitätsprofessor Luca Quadri (Enzo Taraszio) ermorden.  Während eines Besuchs bei Quadri verliebt sich Marcello in Anna (Dominique Sanda), die französische Frau des Professors, und beginnt, ihr den Hof zu machen. Obwohl sie und ihr Mann von Marcellos gefährlicher faschistischer Gesinnung wissen, geht sie auf seine Annäherungsversuche ein und baut eine enge Bindung zu Giulia auf, der sie sich ihrerseits sexuell annähert. Giulia und Anna kleiden sich extravagant und besuchen gemeinsam mit ihren Ehemännern ein Tanzlokal, wo Quadri Marcellos Loyalität gegenüber den Faschisten auf die Probe stellt. Auch Manganiello ist anwesend. Nachdem er Marcello eine Zeit lang beschattet hat, zweifelt er nun an dessen Absichten. Marcello gibt heimlich die ihm ausgehändigte Waffe zurück und verrät Manganiello den Standort von Quadris Landhaus in Savoyen, wohin das Paar am nächsten Tag reisen will. Obwohl Marcello Anna gewarnt hat, ihren Mann nicht aufs Land zu begleiten, tritt sie die Autofahrt dennoch an. Auf einer einsamen Bergstraße erstechen faschistische Agenten Quadri, während Anna entsetzt zusieht. Als sich die Männer ihr zuwenden, rennt sie zum dahinterfahrenden Wagen, um Hilfe zu suchen. Als sie Marcello auf dem Rücksitz entdeckt und seinen Verrat begreift, schreit sie auf und flieht in den Wald, um den Agenten zu entkommen. Marcello beobachtet, wie sie durch den Wald gejagt und erschossen wird. Manganiello entfernt sich vom Wagen, um eine Zigarette zu rauchen; er ist angewidert von Marcellos Feigheit, Anna nicht erschossen zu haben, als sie auf ihr Auto zugelaufen war. Im Jahr 1943 – inmitten von Benito Mussolinis Rücktritt und dem Sturz des faschistischen Regimes in Italien – hat Marcello inzwischen eine Tochter mit Giulia und scheint in einem konventionellen Leben angekommen zu sein. Eines Nachts geht Marcello gemeinsam mit Italo durch die Straßen Roms, während die Menge den Sturz Mussolinis feiert. Marcello hört zufällig, wie zwei Männer miteinander flirten. Er erkennt in einem von ihnen Lino wieder, der den früheren Angriff auf ihn überlebt hat; dabei wird Marcello klar, dass er den Mord, der ihn seit seiner Kindheit gequält hat, niemals begangen hat. Er beginnt zu schreien und denunziert Lino als Faschisten, Homosexuellen und Mörder der Quadris. Lino flieht, und in seinem Wahn bezichtigt Marcello auch Italo, ein Faschist zu sein. Während eine antifaschistische Menschenmenge vorbeizieht und Italo mit sich reißt, sitzt Marcello an einem kleinen Feuer und starrt zurück auf den jungen Mann, mit dem Lino gesprochen hatte und der nun nackt auf einem Bett liegt...













Für den Vorgängerfilm "Die Strategie der Spinne" arbeitete Bertolucci bereits mit Vittorio Storaro zusammen. Bertolucci sollte fortan für über zwei Jahrzehnte mit ihm arbeiten und sie verband eine enge Freundschaft. Die beiden entwickelten eine unverwechselbare Bildsprache, Bertoluccis spezifischer visueller Stil kam erstmals unverfälscht von Godards Einfluss zur vollen Entfaltung. Dabei befasste er sich mit seinen bevorzugten Themen wie der Verknüpfung von Geschichte und Geschichtsschreibung mit der Gegenwart, dem Ringen des Sohnes mit dem Vater, gespaltenen Identitäten, Faschismus und Widerstand. Mit "Der große Irrtum" betrat der italienische Filmemacher die Bühne der internationalen Großproduktionen. Wieder lotete er Italiens faschistische Vergangenheit aus und konstruierte einen psychosexuellen Erklärungsansatz für das Handeln der Hauptfigur. Das Werk zeichnet sich durch eine zeitlich fragmentierte Handlung und einen visuellen Stil aus, der inhaltliche Aussagen mit Hilfe des eingesetzten Lichts unterstreicht. Der große Erfolg etablierte Bertolucci als Filmemacher von Weltrang. Mit dem Großen Irrtum begann Bertoluccis Zusammenarbeit mit dem Franco Arcalli, der für den Schnitt verantwortlich war. Der Film ist eine Fallstudie zur Psychologie von Konformismus und Faschismus: Marcello Clerici ist ein Bürokrat – kultiviert und intellektuell, aber weitgehend entmenschlicht durch das starke Bedürfnis, „normal“ zu sein und der jeweils vorherrschenden gesellschaftspolitischen Gruppe anzugehören. Für Zuschauer, die die Feinheiten sowie die unterschwellige Kraft und die große atmosphärische Dichte zu schätzen wissen, ist dieser Bertolucci Film ein Juwel.













Bewertung: 10 von 10 Punkten, 

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Die 13 Söhne des gelben Drachen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Der Warlord und seine Söhne...

"Die 13 Söhne des gelben Drachen" (Internationaler Titel: The Heroic Ones) wurde im Jahr 1970 von Chang Cheh inszeniert und gehört zu den erfolgreichsten Filmen der Shaw Brothers Production. Der Film kam am 14. August 1970 in Hongkong in die Kinos und war dann monatelang einer der Filme mit den höchtsten Einnahmeergebnissen in Hongkong. Die Handlung spielt im kaiserlichen China um 880 nach Christus. Zu dieser Zeit hatte der Hof der Tang Dynastie keine wirksame Kontrolle mehr über das Reich und die damalige Landeshauptstadt Chang´an wurde von regierungsfeindlichen Gruppen geplündert. Der Warlord Li Keyong, der im Film von von Ku Feng gespielt wird, war der Tang Dynastie jedoch treu ergeben und führte seine Truppen an um den Aufstand der Rebellen niederzuschmettern. Dabei halfen ihm seine 13 Adoptivsöhne Li Siyan (Chin Han), Li Sizhao (Pao Chia-win), Li Cunxu (Lo Wei), Li Cunxin (Nam Seok-hun), Li Cunzhi (Liu Kang), Li Cunke (Sun Yuan), Li Cunjin (Huang Pei-Chi), Li Cunzhang (Wang Kuang-Yu) Li Cunshen (Chen Chuan), Li Cunshou (Lau Kar-wing), Shi Jingsi (Ti Lung) und Li Cunxiao (David Chiang).
In der ersten Szene besucht der recht arrogante militärgouverneur Zhu Wen (Chang Sing) den erfolgreichen Kriegsherrn und Tatarenfürst, damit dieser mit seinen 13 Generälen weiterhin die Kaiserlichen Truppen mit ihrer Kampfstärke zu unterstützen. Dabei macht Li Keyong und seine 13 Söhne einen wüsten, undisziplinierten Eindruck. Sie besaufen sich, sie belästigen die Konkubinen, sind aber zu jeder Zeit kampfbereit und in dieser Disziplin große Sieger. Li Keyongs Lieblingssohn ist der jüngste Draufgänger Li Tsun Hsiao (David Chiang), der dem Gast vor Ort den Beweis seiner Stärke abliefert, indem er einer der stärksten Feinde (Yang Sze) unschädlich macht. Gleich nach Li Tsun Hsia ist Shi Shingsi (Ti Lung) Favorit Nr. 2 des Vaters, der im übrigen gegen alle seine Söhne ein strrenges Regiment führt. Das geht sogar soweit, dass bei Fehlern mit drastischen Strafen gerechnet werden muss. Ganz schwere Vergehen, das wissen die Söhne, könnte ihnen auch den Kopf kosten. Durch die unterschiedlichen Zuwendungen herrscht unter den 13 Männern nicht nur ein gewisser Konkurrenzkampf, sondern sogar heimliche Feindschaften bis hin zum Hass. Damit beginnt das Ende dieser starken Männergemeinschaft, denn getrieben von der größten Eifersucht gegenüber den bevorzugten Brüdern werden Li Cunxin (der 4. General) und Kang Junli (12. General) zu Verrätern. Was der verschlagene Gouverneur sofort erkennt. Er lädt diese beiden Söhne zum Besuch ein und schmeichelt ihnen. Ausserdem sollen sie ihrem Vater ebenfalls eine Einladung zum Besuch überbringen. Bei dieser Gelegenheit will der Gouverneur den Warlord ermorden. Li Cunxia hat sofort ein ungutes Gefühl und wittert die Falle. Doch Li Keyong sagt zu - und nimmt seinen Sohn Shi Jingi zur Verstärkung mit....







Was dann auf diesem Bankett erfolgt ist das reinste Inferno und mit dieser wuchtigen Sequenz katapultiert sich "The Heroic Ones" an die Spitze der besten Shaw Brothers Filme überhaupt. Die Helden David Chiang und Ti Lung wurden nie so effektiv inszeniert wie hier, obwohl sie den Endkampf leider nicht mehr miterleben können. Ti Lung stirbt den Heldentod, indem er aber noch den Vater retten kann und eine Hundertschaft von Feinden besiegt. Natürlich stirbt es stehend und aufrecht noch ein bisschen schöner. David Chiang wird in eine Falle von seinen beiden hinterhältigen Brüdern gelockt. Es ist zwar etwas naiv, dass er der aufgeweckte Sohn sich so leicht in die konstruierte Falle begibt, aber effektiv ist es allemal, denn der Lieblingssohn des Vaters wird fies gevierteilt. Am Ende wollen die beiden Verräter zum Feind überlaufen - doch sie werden beim finalen Kampf von den 9 verbliebenen Brüdern gerichtet.
 







Bewertung: 9 von 10 Punkten

Dienstag, 10. Dezember 2024

Aristocats


Regie: Wolfgang Reitherman

Der Weg zurück nach Hause...

Der Walt Disney Klassiker "Aristocats" kostete damals im Jahr 1970 insgesamt 4 Millionen Dollar, hat aber beim ersten Kinostart bereits 18 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland landete der Film auf Platz 1 der Kinojahrescharts. Fast 10 Millionen Deutsche haben seither eine Kinokarte bezahlt. 
 "Aristocats“ war 1971 mit 12,7 Millionen Eintrittskarten der meistbesuchte Film in Frankreich. Derzeit ist er der 20. umsatzstärkste Film aller Zeiten in Frankreich und spielte 3,6 Millionen Dollar an Kinokasseneinnahmen ein.
Im selben Jahr war der Film mit 11,3 Millionen Eintrittskarten der meistbesuchte Film in Deutschland. Derzeit ist er der elftumsatzstärkste Film aller Zeiten in Deutschland. Er war so sehr beliebt, dass es alle Jahre wieder zu einer Wiederaufführung des Zeichentrickfilmklassikers kam. 
Im Jahr 1910 leben die Katzenmutter Duchess und ihre drei Kätzchen Berlioz, Marie und Toulouse in Paris bei der pensionierten Operndiva Madame Adelaide Bonfamille und ihrem englischen Butler Edgar. Die Katzen sind verwöhnte Haustiere, die einen luxuriösen Lebensstil führen und, wie ihre Besitzerin, sehr kultiviert in Kunst und Musik sind. Während sie mit dem betagten Anwalt Georges Hautecourt ihr Testament aufsetzt, erklärt Madame, dass ihr riesiges Vermögen zuerst ihren Katzen vermacht und dann, sobald sie alle gestorben sind, an Edgar zurückfällt. Edgar hört dies durch ein Sprachrohr und plant, die Katzen zu beseitigen, nachdem er fälschlicherweise berechnet hat, dass er sterben wird, bevor er sein Erbe antreten kann. Er betäubt sie, indem er Schlaftabletten in eine Schüssel Sahne gibt, und fährt sie dann in einem Korb auf seinem Motorrad aufs Land. Dort wird er von zwei Hunden namens Napoleon und Lafayette überfallen und verliert seinen Hut, seinen Beiwagen, seinen Regenschirm, seine Schuhe und den Korb, bevor er entkommt. Die Katzen bleiben auf dem Land zurück, während Madame Adelaide, die Maus Roquefort und das Pferd Frou-Frou ihr Verschwinden bemerken. Am nächsten Morgen trifft Duchess einen Straßenkater namens Thomas O'Malley, der anbietet, sie und die Kätzchen nach Paris zu führen. Die Gruppe trampt kurz in einem Milchlaster, bevor sie vom Fahrer verjagt wird. Später, als die Katzen eine Eisenbahnbrücke überqueren, entgehen sie nur knapp einem entgegenkommenden Zug, und Marie fällt in einen Fluss. O'Malley springt sofort hinein und rettet sie. Er selbst wird von Amelia und Abigail Gabble gerettet, zwei englischen Gänsen im Urlaub. Die Gänse führen die Katzen an den Stadtrand von Paris und ziehen dann los, um sich mit ihrem betrunkenen Onkel Waldo wieder zu vereinen. In der Zwischenzeit kehrt Edgar aufs Land zurück, um seine Besitztümer (die einzigen Beweise, die ihn belasten können) von Napoleon und Lafayette zurückzuholen, und nach einigen Schwierigkeiten gelingt ihm dies schließlich. Auf ihrer Reise über die Dächer der Stadt treffen die Katzen O'Malleys Freund Scat Cat, der mit mehreren anderen Katzenmusikern das Lied „"Ev'rybody Wants to Be a Cat“ singt. Nachdem die Band gegangen ist, unterhalten sich O'Malley und Duchess auf einem nahegelegenen Dach, während die Kätzchen auf einem Fensterbrett zuhören. Duchess' Loyalität gegenüber Madame veranlasst sie, O'Malleys Heiratsantrag abzulehnen. Am nächsten Tag kehren Duchess und die Kätzchen zu Madames Villa zurück. Edgar findet sie vor Madame und steckt sie in einen Sack, um sie nach Timbuktu zu schicken. Auf Duchess' Anweisung holt Roquefort O'Malley ein, und O'Malley kehrt zur Villa zurück und schickt Roquefort los, um Scat Cat und seine Bande zu finden. Obwohl es ihm schwerfällt, den Straßenkatzen die Situation zu erklären, gelingt es Roquefort, sie O'Malley zu Hilfe zu bringen. O'Malley, die Straßenkatzen und Frou-Frou kämpfen gegen Edgar, während Roquefort Duchess und die Kätzchen befreit. Am Ende des Kampfes wird Edgar in seinen eigenen Umzugskarton gesperrt und selbst nach Timbuktu geschickt. Die Aristocats kehren zu Madame Adelaide zurück, die den Grund für Edgars Abreise nicht kennt und ihr Testament umschreibt, um ihn auszuschließen. Nachdem sie O'Malley in die Familie aufgenommen hat, gründet Madame eine Wohltätigkeitsstiftung, die Paris' streunende Katzen in der Villa beherbergt. Scat Cat und seine Bande ziehen als Erste ein und wiederholen ihr Lied so laut, dass die beiden Jagdhunde es auf dem Land hören können...










Mit "Aristocats" werden die Katzen gewürdigt und in Deutschland gab es die eher selten vergebene "Goldene Leiwand mit Stern". Die Geschicht macht richtig Spass und hat diesen unwiderstehlichen Charme, den viele alten Klassiker von Disney ausstrahlen.
Viele der alten Disney-Filme haben mittlerweile Kultstatus erreicht. Eltern machen sich dabei meistens keine Gedanken, schließlich sind die Filme ja kinderfreundlich, oder? Naja, es lohnt sich durchaus mal genauer hinzuschauen, so zumindest meinen einige Kritiker, die fragwürdige Darstellungen erkeneen bis hin zu eindeutig sexistischen oder rassistischen Inhalten. Bei "Aristocats" gabs folgenden Kritikpunkt: Die Liebesgeschichte zwischen der vornehmen Katzendame Duchesse und dem Straßenkater Thomas O’Malley kam 1970 auf die Leinwand. Dabei ist es aber nicht das ungleiche Paar, das für Kritik sorgt, sondern die Darstellung von O’Malleys Gangmitglied. Als sei sein Name nicht schon Hinweis genug, wurde bei "Shun Go"n durch das Malen von mandelförmigen Augen - abwertend auch als "Schlitzauge“ bezeichnet - deutlich gemacht, dass es sich bei dem Siamkater um einen Chinesen handeln soll. Verstärkt wurde das Stereotyp mit dem Essstäbchen, die er für das Klavierspielen benutzt und seinen Gesang, der fast nur aus einzelnen Wörtern mit China-Bezug wie "Shanghai“ und Honkong“ besteht. Der russische Kater Billy Boss sieht zudem aus wie Josef Stalin und Peppo soll mit seiner Ziehharmonika und einem roten Schal einen italienischen Womanizer verkörpern.Auf ersteres hat der Konzern 2019 auf seiner Plattform Disney+ reagiert: Zuerst wurden unter anderem die Filme "Peter Pan", "Dumbo", "Susi und Strolch", "Aristocats" und "Das Dschungelbuch" mit einem Hinweis im Vorspann versehen: "Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute."  Soweit die Kritik und die m.E. unangemessene Reaktion darauf. Es ist m.E. völlig übertrieben, selbst aufgrund der zweifelhaften Einstellung von Disney selbst, der 1944 zu den Gründungsmitgliedern des antimsemitischen Verbands MPAPAI angehört und später auch zu den feurigsten Unterstützern von McCarthys Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten war. 










Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.