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Samstag, 23. Mai 2026

BlacKkKlansman


Regie: Spike Lee

Black Power gegen Rassismus...

Obwohl die Handlung des Films auf einer wahren Geschichte basiert, ist sie wesentlich dramatischer als die Ereignisse des Buches und der Zeitraum wurde verschoben. Auch der Zeitpunkt ist verändert. Während die Geschichte tatsächlich 1979 stattfand, hat Spike Lee seinen Film in den frühen 70s angesiedelt.
Lee machte auch aus dem Partner des verdeckten Ermittlers Ron Stallworth den jüdischen Polizeibeamten Flip Zimmermann. Während sich das erste Drittel des Films ziemlich exakt an die Fakten hält, ist das Bombenattentat eine Fiktion.
Sehr deutlich werden bei "BlacKkKlansman" vor allem die Bezüge zu der derzeitigen Politik von Präsident Donald Trump mit seinem sattsam bekannten Slogan "America first" und dies ist exakt auch das Credo des Ku Klux Klans, die im Laufe der Geschichte vom verdeckten Ermittler beobachtet wird. Da Ron Stallworth (John David Washington) aber dunkelhäutig ist, braucht er für seine Ermittlungen einen weißen Kompagnon. Die Wahl fällt auf den stoischen Flip Zimmerman (Adam Driver).
Immer wieder werden einzelne Sequenzen zum gezielten Schlag gegen den mächtigsten Mann der Welt. Trump wird nicht froh über diesen Film sein - aber die Filmschaffenden Hollywoods haben vielleicht nun die große Chance mit Spike Lees Film ein ganz konkretes politisches Zeichen zu setzen. So gesehen ist der Film, der bereits für einen Golden Globe nominiert wurde und auch vom AFI in die Liste der besten 10 Filme des Jahres aufgenommen wurde, alles andere als chancenlos.
Lee inzenierte dabei diesen Kriminalstoff sehr locker, immer mal wieder wählt er den Weg der Komödie, um die Geschichte dem Zuschauer näher zu bringen.
Es fängt alles damit an, dass im Jahr 1972 - trotz "Shaft" im Kino - ein dunkelhäutiger Polizist noch immer eine Seltenheit ist. Stallworth muss sich sogar offen rassistische Tendenzen beim Colorado Springs Police Department gefallen lassen. Aufgrund einiger Schikanen lässt er sich vom Archiv versetzen und wird Undercover Agent. Seine erste Aufgabe ist gegen die eigene Rasse gerichtet. Der Bürgerrechtler Kwame Ture (Corey Hawkins) hat eine Einladung von schwarzen Studenten bekommen. Er soll vor den Studenten sprechen und Stallworth, der mit einem versteckten Mikrophon ausgestattet wird, soll herausfinden, ob sich die Studenten vom radikalen Bürgerrechtler aufhetzen lassen bzw. ob Kwame die Studenten mit aggressiven Statements aufhetzt. Bei der Rede lernt Stallworth die sehr engagierte Studentin Patricia Dumas (Laurie Harrier) kennen. Die junge Frau setzt sich sehr stark für die Rechte der Schwarzen ein und sie würde nie mit einem Polizisten ausgehen, aber Stallworth verschweigt ihr seine wahre Tätigkeit.
Sehr spontan greift er ein paar Tage später in seinem Büro zum Telefon und wählt die Nummer der örtlichen Gruppierung des Ku Klux Klans. Er gibt sich als übler Rassist aus und am anderen Ende der Leitung ist Walter Breachway (Ryan Eggold) sehr interessiert daran diesen "echten Amerikaner" kennenzulernen und ihn für die "Organisation" zu gewinnen. In dem Moment kommt nun der Partner Flip ins Spiel, denn es wäre ja auch absurd, wenn sich der Rassist als Schwarzer herausstellt. So schleust sich Flip langsam aber sicher in die Organisation ein. Die neuen Freunde sind von ihm begeistert, man macht gemeinsam Schießübungen und hetzt gegen die Minderheiten. Doch der durchgeknallte Felix Kendrickson (Jasper Pääkkönen) ist misstrauisch. Er glaubt der Neue könnte ein Jude sein. Während die Rassisten sich immer wieder zum gemütigen Kaffee und Kuchen treffen, den Felix Frau Connie (Ashlie Atkinson) serviert, wird es immer offensichtlicher, dass ein Bombenattentat geplant ist.
Bei der telefonischen Anfrage nach einer Mitgliedskarte hat Ron eines Tages plötzlich auch den 'Führer David Duke (Topher Grace) in der Leitung. Der kündigt sein Kommen in die Stadt zu einer Initiation an. An diesem Tag findet auch zeitgleich eine Veranstaltung der schwarzen Studenten statt. Als Redner tritt dort Jerome Turner (Harry Belafonte) auf. Und der Klan will die Bombe zünden...




Spike Lee hat in seinem Film auch Ausschnitte aus großen Filmklassikern platziert. Die szene von "Vom Winde verweht" in der Scarlett O´Hara aufs Schlachtfeld von Atlanta läuft, inmitten von verwundeten und toten Soldaten. Auch eine Szene aus "Birth of the Nation" darf nicht fehlen. Dort wird ein Schwarzer vom Ku Klux Clan gelyncht. Spike Lee setzt eine Menge Denkanstöße in seinen Film, vor allem auch über das neue erstarkte Nationalgefühl. Alec Baldwin ist in einer Anfangsszene als White Power Extremist zu sehen und die Szene mit der Bombe ist fiebrig und elektrisierend. Sehr klasse auch die Tanzszene in der Disco - John David Washington und Laura Harrier goes Motown. Es sind immer wieder solche Szenen, die den Film dann als überzeichnete groteske Satire ausweisen. Dennoch ist dieses Feelgoodhafte Element immer wieder im Kontrast zum alltäglichen Rassismus des Landes. Beide Varianten spiegeln sich gekonnt.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 9. Dezember 2022

25 Stunden

























 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Spike Lee

Die letzte Nacht und weitere 7 Jahre...

Mit seinen Filmen wie "She´s gotta have it" (Nola Darling), "Do the right thing", "Jungle Fever" oder "Mo better Blues" prägte Spike Lee das New Black Cinema in den späten 80er Jahren und 90er Jahren. Später erweiterte er sein Repertoire und es entstanden Filme wie "Inside Man" oder "25 Stunden".
Letzterer ist ein echter New York Film, aber auch mit Kammerspielcharakter - der Film wurde mit einem geschätzten Budget von 5 Millionen Dollar gedreht
Der Film wurde mit einem geschätzten Budget von 5 Millionen Dollar gedreht, mit 23 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit war "25 Studen" basierend auf dem gleichnamigen Buch von David Benioff für seine Produzenten ein guter Erfolg.
Erzählt wird darin von den letzten Stunden in der Freiheit des zu 7 Jahren Gefängnis verurteilten Monty Brogan (Edward Norton). Gelegentlich wählte Regisseur Spike Lee die Möglichkeit der Rückblende, um einige Geschehnisse aus seinem Leben zu beleuchten
Gleich zu Anfang eine Schlüsselszene als Monty nächts in den Hinterhöfen der Stadt mit seinem Kumpel Kostya (Tony Siragusa) einen schwer verletzten Hund auf der Straße liegen sieht. Möglicherweise mit Verletztungen von einem Hundkampf, die Halter haben dem Tier dann noch zusätzlich Verletztungen zugefügt. Obwohl der Hund ihn beinahe beißt und seine scharfen Zähne zeigt, rettet Monty das Tier. Die nächste Szene zeigt ihn in einem Park mit dem Hund, den er damals gerettet hat. Er hat ihn Doyle genannt und nun an diesem Tag im Jahr 2002 gilt es auch von dem Vierbeiner Abschied zu nehmen, denn Monty muss am folgenden Tag die Haftstrafe wegen Drogenhandels antreten.
Noch einmal trifft er sich an diesem Tag mit seinen Schulfreunden Frank Slaugthery (Barry Pepper), einem extrovertierten Börsenmakler und mit Jacob Elinsky (Philip Seymour Hoffman), einem einsamen Highschool-Lehrer, der heimlich für seine 17jährige Schülerin Mary D´Annunzio (Anna Paquin) schwärmt. Es ist der Abend, an dem er auch ein letztes Mal mit seinen Vater (Brian Cox) essen geht. Der wird ihn auch am anderen Morgen in den Knast fahren. Noch immer verfolgt ihn der Verdacht, dass seine schöne Freundin Naturelle Riviera (Rosario Dawson) ihn bei der Polizei verpfiffen haben könnte, denn schließlich wußte sie wo er in der Wohnung die Drogen versteckte.
Die Nacht wird ihm aber auch Aufklärung geben. Am Ende des Tages will Naturelle auf ihn warten, seinen Hund Doyle hat er mit Jacob zusammengebracht und Frank darf ihm das Gesicht polieren, damit er im Knast nicht sofort durch seine Attraktivität zum Freiwild wird. Ab ins Auto des Vaters. Am Ende eine Vision, wie es auch sein könnte, wenn man einfach die Flucht antreten würde...dann eine letzte Einstellung auf das arg verletzte Gesicht von Monty...




Spike Lees New Yorker Verliererportrait enstand kurz nach dem 11. September 2001 - der Film beginnt mit dem Bild der Skyline mit der Sicht auf das Lichtdenkmal Tribute in Lights am Ground Zero. Auch von Franks teures Appartement sieht man aus dem Fenster direkt auf die Wunde der Stadt. In einer Szene erzählt Monty von der Rettung seines Hundes und bewertet dies als "das Beste was er jemals tat". Tatsächlich ist Doyle immer wieder präsent und begleitet die Szenerie. Als er sich mit seinem Vater trifft, geht er auch auf die Toilette - dort vor dem Spiegel hält er eine glühende Hassrede auf die stadt und auf ihre Einwohner. Man entdeckt darin auch eine gewisse Liebeserklärung an die Metropole.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Film mit dem starken Cast und dem guten Skript immer mehr zum Klassiker entwickelt. 2016 landete "25 Stunden" (im Original: 25th Hour) in einer Umfrage der BBC nach den besten und wichtigsten Filmen des 21. Jahrhunderts auf einem hervorragenden 26. Rang. Der Film zeigt einen Menschen vor einer extrem schwierigen Lebensphase, es wird wenig Hoffnung verbreitet, dass es besser wird. Das Leben hat leider durch eigenes Verschulden den Nullpunkt erreicht. Monty verliert für eine lange Zeit, vielleicht auch für immer die bisherige Existenz, die Freundin, den Hund, die Freunde...einfach alles. Die nächsten Jahre dreht sich alles ums Überleben im Knast, aber wie ? Die Perspektive ist nicht hoffnungsvoll. Lediglich der Gedanke an eine bessere Welt im Westen...





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

 

Donnerstag, 10. November 2022

Clockers




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Spike Lee

Auf den Straßen von Brooklyn....

"Clockers" aus dem Jahr 1995 war kein Riesenerfolg für Spike Lee, obwohl der Film immerhin ca. 13 Millionen Dollar in den US-Kinos einspielte. Der Ghetto-Film wurde in nur 12 Wochen in Brooklyn gedreht. Bei den Wohnblöcken, die im Zentrum der Handlung stehen, entschieden die Macher sich für die Gowanus Houses im Viertel Boerum Hill in Brooklyn.
Ein idealer Drehort - diese Location mit ihren vielen Sitzbänken, dort von diesen Bänken aus erledigen die "Clockers" ihr 24 Stunden Geschäft: Stoff verckecken.
Der Film basiert auf dem Bestseller von Richard Price. Dieser schrieb auch gemeinsam mit Spike Lee das Drehbuch. Ursprünglich wollte sogar Martin Scorsese die Geschichte verfilmen, aber er übergab den Regiestuhl an Spike Lee, fungierte aber als Produzent.
Kleine Drogendealer, die auf der untersten Stufe der Hierarchie stehen, werden "Clockers" genannt. "Clockers" weil die Jungs rund um die Uhr draußen sind und ihre Deals erledigen.
Einer davon ist der junge Ronald Dunham (Mekhi Phifer), den alle nur "Strike" nennen. Er arbeitet für den brutalen Drogenboss Rodney Little (Delroy Lindo), der seine Jungs gut im Griff hat. Er gaukelt ihnen eine "Vaterrolle" vor, die es gut meint und er verspricht den Aufstieg auf der Leiter - allerdings müssen seine Schützlinge auch bereit sein kleine Gefallen für ihn zu tun. So beauftragt er den naiven Teenager mit dem Auftragsmord an seinem Mitarbeiter Darryl Adams (Steve White) - damit würde er auch auf der Karriereleiter hochsteigen. Doch Strike hat Skrupel und versucht seinen älteren Bruder Viktor (Isaiah Washington) davon zu überzeugen, dass dieser Daryl Adams den Tod verdient hat. Dabei tischt er dem die Lüge auf, dass er junge Mädchen verprügelt. Tatsächlich vergehen nur wenige Stunden und die Mordkommission unter der Führung der beiden Detectives Rocco Klein (Harvey Keitel) und Larry Mazilli (John Turturro) müssen schon im Mordfall Adams ermitteln. Bald darauf erfolgt aber das Geständnis des bisher rechtschaffenen Victor - er gibt an, dass er Adams aus Notwehr erschossen hat. Für Mazilli sehr glaubhaft, aber Klein hat berechtigte Zweifel an der Geschichte. Er glaubt vielmehr, dass Victor die Schuld seines jüngeren Bruders auf sich nimmt. Denn dieser hat mit seiner bisherigen Akte keine große Chance für mildernde Umstände.
Im Wohnblock selbst sieht der Zwölfjährige Tyrone "Shorty" Jeeter (Pee Wee Love) in Strike ein großes Vorbild - sehr zum Ärger seiner Mutter Iris (Regina Taylor) und Pflegevater Andre "The Giant" (Keith David), die nicht wollen, dass der kleine Junge ins kriminelle Milieu abrutscht. Irgendwann gerät Strike zwischen die Fronten: Auf der einen Seite ist da ein Polizist, der auf einer verbissenen Suche nach Wahrheiten nicht locker lässt und auf der anderen Seite ein Drogenboss, der seine Interessen um jeden Preis schützen wird. Bald wird die Lage für Strike dramatisch...



"Clockers" ist ein extrem unterbewerteter Klassiker des 90er Jahre Kinos und zählt zu den besten Filmen von Spike Lee. Dabei ist die Geschichte mehr als ungewöhnlich - vor allem darf man über die Handlungsweisen des Detectives Klein rätseln. Denn er wird auf dem Weg zur Wahrheit die Wahrheit vertuschen. Dabei umgeht er das Recht, verhilft aber drei Figuren in diesem Mordfall zu einer zweiten Chance. Diese Dynamik in der Geschichte ist überraschend, zumal Klein - hervorragend dargestellt von Harvey Keitel - eigentlich eher ein harter Cop ist, der nicht locker lässt. Ein großartige Leistung bringt auch Youngster Mekhi Phifer und Delroy Lindo, der einen herrlichen Bösewicht abgibt.
"Clockers" wirkt sehr realistisch und trotz Brutalität und Härte schimmern auch immer wieder die Sehnsüchte der Protagonisten durch. Herzstück des Films ist nicht nur dieser Cop, der zum Sozialarbeiter mutiert, sondern die authentische Location mit Blick auf das alltägliche Leben vieler schwarzamerikanischern Jugendlichen. Visuell ebenfalls beeindruckend - angefangen von der grandiosen Titelsequenz mit Fpotos von Mordopfern aus der Drogenszene - dazwischen wurden Nachrufe von Graffiti Zeichnungen auf Häuserwänden in Brooklyn gezeigt. Es sind beunruhigende Zeugnisse von diesem harten Krieg auf der Straße - "Clockers" ein Gruß aus den Parallelgesellschaften Amerikas - man kann diese Spirale inzwischen auch auf europäische Verhältnisse übertragen.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

 

Dienstag, 26. September 2017

Do the right thing







































Regie: Spike Lee

Rassismus an Hundstagen

1986 realisierte Spike Lee seinen ersten abendfüllenden Kinofilm. "She´s gotta have it" (Deutsch: Nola Darling) kostete damals gerade mal schlappe 185.000 Dollar und spielte über 7 Millionen Dollar weltweit ein. Den internationalen Durchbruch schaffte er zwei Jahre später mit "Do the right thing" - der zu einem der einflussreichsten Vertreter des Black Cinema wurde.
Der Film beginnt als ironische Komödie, die dem Zuschauer einen Einblick ins Leben eines eher schäbigen Wohnviertels in Brooklyn gibt. Dort leben fast ausschließlich Afroamerikaner - aber inmitten der Stuyvesand Avenue betreibt der Italo Amerikaner Sal (Danny Aiello) eine gut gehende Pizzeria. Er hat es geschafft, dass man ihn im Viertel respektiert und seine schwarzen Nachbarn sind natürlich auch seine besten Kunden. Er beschäftigt seine beiden Söhne Pino (John Turturro) und Vito (Richard Edson), die öfters miteinander streiten. Pino ist auch sehr schnell dabei mit rassistischen Parolen um sich zu schmeißen, wenn die Aushilfe Mookie (Spike Lee) wieder mal zu lange braucht, um die Pizzen im Viertel auszuliefern. Tatsächlich fällt Mookie weder durch Schnelligkeit noch durch Fleiß auf. Manchmal besucht er dann auch während der Arbeitszeit seine Freundin Tina (Rosie Perez), die ein Kind von ihm hat oder er macht Halt zuhause und duscht. Was Mookies Schwester Jade (Joie Lee) auf die Palme bringt, denn sie befürchtet, dass ihr Bruder mit dieser Einstellung den Job nicht lange hat. Sal ist allerdings ein recht gutmütiger Zeitgenosse und drückt da schon mal ein Auge zu. An diesem Tag ist es sehr heiß. Der Radiomoderator Senor Love Daddy (Samuel L. Jackson) spricht von 38 Grad - und er legt die beliebten Platten auf. Besonders angesagt sind die HipHop Heroes Public Enemy. In Sals Laden hängt eine "Hall of Fame" an der Wand - lauter berühmte Italo-Amerikaner wie Frank Sinatra, Liza Minelly, Dean Martin, Al Pacino, John Travolta oder Robert de Niro. Vielleicht ist es die Hitze, aber an diesem Tag stört sich Buggin Out (Giancarlo Esposito) daran, dass kein Afroamerikaner in diese Hall of Fame aufgenommen wurde. Er argumentiert dahingehend, dass Sal zu 99 % schwarze Kunden hat - also sollten auch die kunden mitbestimmen, wer dort an der Wand mit einem Bild verewigt wird. Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere. Der trinkfeste Da Mayor (Ossie Davis) muss wie jeden Tag die unfreundlichen Worte von Mother Sister (Ruby Dee) über sich ergehen lassen. Der koreanische Ladenbesitzer hat immer noch Probleme mit der Sprache und der beliebte Radio Raheem (Bill Nunn) ist mit seinem Ghettoblaster auf den Straßen unterwegs, was manche total cool finden und andere wieder höllisch nervt. Am Ende des Tages kommt es aber zu einer Schlägerei mit fatalen Folgen...





Und der Einblick ins Viertel hat sich in eine beklemmende Studie über die Entstehung von Gewalt entwickelt. Im Verlauf dieses heißen Sommertages entlädt sich die Stimmung, die geprägt ist von Kränkungen, sexuellen und vor allem rassistischen Spannungen. Es kommt zu einer Explosion der Wut, die schließlich sogar so erbittert ausgetragen wird, dass am Ende des Tages ein Todesopfer zu beklagen ist und die Pizzeria dem Erdboden gleich gemacht wurde. Der Inszenierungsstil von Spike Lee ist sehr individuell und eigen, denn er zeigt das Leben im viertel in knalligen Farben und einem sehr dynamischen Schnitt. Eine Momentaufnahme, die einerseits das Leben feiert, aber durch dieses destruktive Thema wie Rassismus im Nu zum Alptraum werden kann. Dabei kommt auch die Polizei nicht gut weg. Für diesen hervorragenden Film bekam Spike Lee eine Oscar-Nominierung für sein Drehbuch. Auch Danny Aiello als Sal war so gut, dass er ebenfalls unter den besten fünf Nebendarstellern zu finden war. Allerdings musste er sich von Denzel Washington in Glory geschlagen geben.




Bewertung: 10 von 10 Punkten.