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Montag, 14. November 2022

Getaway


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sam Peckinpah

Ab nach Mexico..

Carter "Doc" McCoy (Steve McQueen) sitzt eine Haftstraf  in Texas ab.
Einzig und allein der Einfluss des Lokalpolitikers Benyon (Ben Johnson) könnte ihn vorzeitig auf Bewährung herauskommen lassen.
Bei einem Besuch seiner schönen und attraktiven Frau Carol (Ali MacGraw) sagt er ihr, dass sie zu Benyon gehen soll, um den Deal perfekt zu machen. Tatsächlich kommt Doc McCoy auf freien Fuß . doch Benyon hat eine Bedingung daran geknüpft. McCoy soll mit zwei Handlangern Rudy (Al Lettiere) und Frank (Bo Hopkins) einen Banküberfall durchführen.
Das Geld braucht Benyon, um eine Veruntreuung von 250.000 Dollar zu verschleiern. Insgeheim beabsichtigt der korrupte Gesetzeshüer, den Gangster anschließend zu beseitigen. Die Probleme fangen auch schon bei der Vorbereitung des Coup an, es gibt erste Reibereien zwischen McCoy und Butler, bei den beiden stimmt die Chemie einfach nicht. McCoy misstraut auch den beiden Komplizen.
Auch der Banküberfall verläuft nicht nach Plan − das Geld wird zwar erbeutet, aber Jackson erschießt einen Wachmann.  Zwischenzeitlich trennen sich die Flüchtigen. Als McCoy und Carol zum vereinbarten Treffpunkt mit Rudy und Frank fahren, erwartet sie dort schon eine gefährliche Überraschung...




...und den Zuschauer der spannungsgeladene Hauptteil von Sam Peckinpahs Klassiker "The Getaway". Der Film selbst entstand 1972 nach einem Drehbuch von Walter Hill und zeigt einen Steve McQueen in Höchstform.
Das Roadmovie einer Flucht nach Mexico ist zu Recht einer der besten Filme des großartigen Regisseurs.
Der Thriller ist brilliant und großartig inszeniert und begeistert durch das perfekt zusammenpassende Paar Steve McQueen und Ali MacGraw, die sich während der Dreharbeiten kennen und lieben lernten.
Defintiv einer der ganz großen 70er Jahre Thriller. Einfach, schnörkellos und doch so effektiv und begeisternd. 






Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Dienstag, 16. März 2021

Steiner - das eiserne Kreuz


 Regie: Sam Peckinpah

Der Kampf ums Überleben...

Russlandfeldzug 1943: Geschlagen von der Übermacht Russlands befindet sich die deutsche Armee auf dem Rückzug. Der in Berlin immer noch progagierte Endsieg ist eine wahnsinnige Illusion. Logistische und materielle Engpässe können nicht mehr kompensiert werden. Ausserdem sind die Männer vom Kämpfen und Töten müde und wollen eigentlich nur noch nach Hause.
Unteroffizier Steiner (James Coburn) ist bei seinen Kameraden bereits eine Art Legende, weil er es immer wieder geschafft hat, seine Männer aus den schwierigsten Situationen noch heil herauszubringen. Doch Steiner ist zum Zyniker geworden, der auch kein Blatt bei seinen Vorgesetzten Oberst Brandt (James Mason) und Oberhauptmann Kiesel (David Warner) vor den Mund nimmt. Diese zollen ihm dafür aber auch einen großen Respekt.
Als Steiner mit seinem Stoßtrupp auf Patrouille geht, entdecken sie einen Posten der roten Armee, den sie ausschalten können.
Dabei werden alle russischen Soldaten getötet, nur ein halbwüchsiger Kindersoldat (Slavko Stimac) überlebt. Die Männer nehmen ihn mit und nennen ihn Iwan.
Zur gleichen Zeit trifft der arrogante Hauptmann Stransky (Maximilian Scheel), der sich extra von Biarriz an die Ostfront versetzen liess,  beim Regimentskommandeur Brandt ein. Der überhebliche Aristokrat, der zwar nichts mit den Nazis am Hut hat, ist ein unverbesserlicher Karrierist, der mit aller Gewalt und notfalls auch mit unfairen Mitteln das begehrte Eiserne Kreuz bekommen will. Dementsprechend ist der Schlagabtausch mit dem charakterlich unterschiedlichen Steiner unumgänglich. Es beginnen damit auch im Bunker kammerspielartige verbale Kämpfe, die sich die beiden unterschiedlichen Männer liefern. Und alles inmitten des totalen Kriegs...





 Sam Peckinpah drehte "Steiner" im Jahr 1977 und errang mit dem Film, allen voran in Deutschland, einen riesigen Kassenschlager.
Der Film entstand nach Willi Heinrichs Roman "Das geduldige Fleisch",  eine Kriegsgeschichte aus deutscher Sicht zu einem Zeitpunkt,  wie die völlig unterschiedlichsten Charaktere nicht mehr "für Führer, Volk und Vaterland" kämpfen und lediglich überleben wollen.
Grandios gut sind Peckinpah sowohl die straff inszenierte, hochspannende und emotional aufwuhlende erste Hälfte als auch minutenlange Anfangssequenz gelungen, im Hintergrund der gezeigten Archivbilder erklingt das Kinderlied "Hänschen Klein".
Dann wirds zwar ein bisschen konventionell, er versöhnt aber wieder mit einem besonders zynischen Schlußakkord, der hängen bleibt.
So ist "Steiner" gut gemachtes Actionkino mit Tiefgang und Emotionen und gehört für mich inzwischen zu den besten Filmen von Sam Peckinpah.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.






Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Freitag, 18. September 2020

Gefährten des Todes



Regie: Sam Peckinpah

Bizarre Reise durch das weite Land...

Rache als letztes Lebenselixier: Der ehemalige Kavalleriesergeant mit dem sonderbaren Namen Yellowleg (Brian Keith) verfolgt seit 5 Jahren den Mann, der ihn auf dem Schlachtfeld von Chickamauga skalpierte, wo er verletzt lag und sich nicht wehren konnte. Er lebt nicht nur mit seinem grenzenlosen Hass, sondern auch mit der Kugel, die ihn damals verletzte und seither auch immer wieder für Schulterschmerzen sorgt.
Auf seiner Jagd nach dem unbekannten Schlächter von damals rettet er in einem Saloon dem Fünf Poker Spieler Turk (Chill Wills), der gerade wegen seines Falschspielens von seinen Partnern aufgehängt werden soll, das Leben. In letzter Sekunde kann er den halbverrückten Alten retten, der sich kaum mehr auf dem rollenden Fässchen ünter seinen Füßen hätte halten können, eine Sekunde später und die Schlinge um den Hals hätte sein das Leben auslöscht.
Zusammen mit Billy (Steve Cochran), dem Weggefährten des Alten, flüchtet das ungleiche Männertrio und sie sind sich gegenüber äusserst misstrauisch. Doch sie bleiben zusammen und auf dem Weg wird davon gesprochen die Bank im Städchen Gila City auszurauben. Doch es kommt anders: In der Stadt angekommen wird der Saloon zum Gotteshaus umfunktioniert, dort ist auch die als Hure verschriene Kit Tilton (Maureen 0ŽHara) mit ihrem kleinen Jungen. Von den anderen feinen Damen im Ort wird sie öffentlich während der Messe gekränkt. Dann bricht eine Schiesserei im Nebengebäude aus, aus Versehen erschiesst Yellowleg den Sohn dieser Frau. Die hat sich fest vorgenommen den Sohn in der Geisterstadt Siringo zu begraben, denn dort liege auch der im Krieg gefallene Vater, was ihr keiner der Spiessbürger glaubt. Trotzdem bricht sie alleine mit einem Pferdewagen und dem Sarg auf. Doch der Weg geht durch feindliches Indianergebiet, ein Grund mehr, dass Yellowleg sie begleiten möchte...
"Gefährten des Todes" ist der erste Spielfilm von Sam Peckinpah, der nun dank Koch Media endlich auch als DVD erhältlich ist.
Peckinpah selbst hatte starke Mühen seine eigenen Vorstellungen mit diesem Erstling zu verwirklichen. Er sollte als Regieneuling lediglich die Anweisungen des Produzenten befolgen und genauso drehen wie das Drehbuch von A.S.Fleischmann angelegt war. Änderungen unerwünscht, damit hatte einer wie Peckinpah, der als diktatorischer Regisseur galt, selbst in seinen jungen Jahren Mühe. Vieles hätte er geändert an diesem Film. Dennoch ist dieser düstere Western m.E. äusserst gut gelungen. Durch den elegischen Score wirkt die Reise vom bereits bürgerlichen Städchen durchs Indianergebiet in eine Geisterstadt stellenweise wie eine meditative Odyssee. Die Musik sorgt auch für ein sehr angenehmes, ruhiges Tempo, dass den Film zu einem besonderen Western macht. Grandios gelungen sind viele Einzelsequenzen: Indianer in einer Postkutsche oder der indianische Verfolger, der wie ein Geisterwesen von Peckinpah inszeniert wurde.
"Gefährten des Todes" ist eine morbide Variante zu Premingers "Fluß ohne Wiederkehr", so eine Art "Weg ist das Ziel" des Westerns, nur ist Peckinpahs Variante viel dunkler: Das Kind, dass mitreist, liegt im Sarg und soll dort begraben werden, wo viele Neubürger ihr Leben liessen und wo die Vergänglichkeit in den verlassenen Steinruinen spürbar ist...
Für mich ein grossartiger Western.







Das Bild ist für einen nunmehr fast 50 Jahre alten Film exzellent, das Bildformat 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Als Extras gibt es ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Mike Siegel, den Audiokommentar des Peckinpah-Experten Mike Siegel in deutscher Sprache sowie die 27 minütige Doku "Passion & Poetry - The Early Sam" mit deutschen Untertiteln.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Abgerechnet wird zum Schluß







































Regie: Sam Peckinpah

Cable Hogue...

Im Jahr 1970 drehte Sam Peckinpah als Nachfolger von "The Wild Bunch" den extrem eigenwilligen Western "Abgerechnet wird zum Schluß", der im Original "The Ballad of Cable Hogue" heißt. Er war natürlich mit nur 5,5 Millionen Dollar Einspielergbnis in den Kinos weit weniger erfolgreich als der Vorgänger. Aber wie alle seiner Western ist auch "Cable Hogue" dem Regisseur sehr gut geglückt, ausserdem gibt es im Westerngenre keine Filme, die ihm ähnlich sind.
Dennoch ist das Thema ähnlich wie in Peckinpahs erstem Western "Sacramento" - der alte Wilde Westen ist im Begriff zu sterben, eine neue Ära leutet sich ein. Die Geschichte spielt auch bereits irgendwann um 1900. In der Wüste von Arizona sind drei Goldsucher gescheitert. Die Männer heißen Cable Hogue (Jason Robards), Bowen (Strother Martin) und Taggart (L.Q.Jones) und nun ist auch noch das Wasser knapp geworden: Zu wenig für Drei, aber gerade noch genug für Zwei. Daher haben die Kumpels Bowen und Taggert beschlossen Cable ohne Wasser oder Pferd in der Wüste seinem Schicksal zu überlassen. Soll er doch versuchen sich selbst zu retten. Cable denkt an Rache, aber er wird die Wüste nicht überleben, denn weit und breit gibt es keine Wasserstelle. Da geschieht so etwas wie ein Wunder, denn im sprichwörtlich letzter Sekunde entdeckt der Mann, der gerade verdurstet, eine Wasserstelle. Dies rettet ihm das Leben und in der Stadt kauft er dieses Stück Land. Damit lässt sich viel Geld machen, denn die Postkutschen fahren noch durch dieses Wüstengebiet und somit wäre eine Station mitten im Wüstenland mit Wasser und Verpflegung eine echte Geldquelle.
Der Bankier Ben Fairchild (Slim Pickens) ist interessiert und so kommt Cable mit der Bank ins Geschäft, erhält einen Vorschuß von 100 Dollar. Ein bisschen davon investiert der Mann aber für die Gesellschaft einer Frau, denn die Prostituierte Hildy (Stella Stevens) findet er äusserst attraktiv. Bei den Arbeiten für seine Station ist ihm der junge Reverend Joshua (David Warner) behilflich, der aber eine Schwäche für die Fleischeslust offenbart. Doch Cables Geschäft floriert und irgendwann - das hat er immer gehofft - wird er wieder auf seine beiden Kumpels treffen, die ihn in der Wüste zurückließen. Mit Hildy wird aus einer Geschäftsbeziehung so etwas wie Zuneigung, obwohl Hildy andere Pläne hat: Sie möchte in San Francisco einen reichen Mann kennenlernen und diesen auch heiraten. Das Geschäft von Cable Hogue läuft sehr gut, dann steigen tatsächlich Bowen und Taggart aus einer der Postkutschen, die dort bei Cable Rast machen...




Das Ende bereitet dann eines der neuen Automobile, die den Mensch in dieser Zeit immer wieder in Erstaunen versetzt und eines dieser neuen Fortbewegungsmittel wird auch zu Cables privatem Schicksal, denn am Ende taucht Hildy mit einem dieser Automobile mit Chauffeur auf - die Frau ist reich geworden und sie will Cable mitnehmen. Einem Happyend steht also nichts mehr im Wege - aber wer ahnt, dass Cable von diesem Auto überrollt wird und am Ende des Films seine Sterbeszene platziert ist. Grandios wie so oft ist die Kameraarbeit von Lucien Ballard, der in seiner Karriere leider nur einmal für einen Oscar nominiert wurde. 1964 für seine Arbeit in "Frauen, die nicht lieben dürfen".
Insgesamt ist "Cable Hogue" ein wunderbar komischer Abgesang auf den Western. Die Rachegeschichte läuft eher im Hintergrund mit und sie wird nur halbherzig ausgeführt. In zweiter Hälfte gibt es gar eine Belohnung. So ist in Peckinpahs Film die Brutalität nur selten sichtbar, stattdessen setzt der Regisseur auf Versöhnung und eine starke Zärtlichkeit zwischen zwei Aussenseitern der Gesellschaft.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.