Posts mit dem Label Sydney Pollack werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sydney Pollack werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Mai 2024

Jenseits von Afrika


Regie: Sydney Pollack

Eine Farm in Afrika...

Karen Blixen (1885 bis 1962) war eine dänische Schriftstellerin, die 17 Jahre lang eine Kaffeefarm in Kenia hatte. Ihr autobiographischer roman "Jenseits von Afrika" wurde weltberühmt, er war von Sehnsucht nahc einer aristokratischen Weltordnung geprägt. Dieser Blickwinkel findet in der 1985 entstanden Verfilmung des Romans durch Sydney Pollack kaum Verwendung. Der Regisseur legte das Hauptaugenmerk vor allem auf die Liebesbeziehung zwischen der verheirateten Karen Blixen und dem Großwildjäger und Abenteurer Denys Finch.
Optisch ist "Jenseits von Afrika" ein Juwel, jede Szene - jede Kameraeinstellung ein Genuß. Hier liegt eindeutig die Stärke des mit 7 Oscars ausgezeichneten Monumentalliebesfilm mit Abenteuerflair. Bei der Oscarwahl schlug Pollacks Film den Hauptkonkurrenten "Die Farbe Lila" von Steven Spielberg auf ganzer Linie. Beide waren mit 11 Nominierungen die großen Favoriten, am Ende ging Spielbergs Film komplett leer aus - "Jenseits von Afrika" wurde als bester Film ausgezeichnet. Ausserdem konnte sich Pollack wegen dem Regieoscar freuen, der ihm verliehen wurde. John Barrys Filmmusik, David Watkins für die Kameraarbeit, Kurt Luedke für das Drehbuch, die Toningenieure und auch das Szenenbild wurden ausgezeichnet. Natürlich gab es auch eine Auszeichnung als bester Film des Jahres. Meryl Streep und Klaus Maria Brandauer erhielten immerhin eine Nominierung, unterlagen allerdings Geraldine Page und Don Ameche.
Karen Blixen (Meryl Streep)  erinnert sich an ihr Leben in Afrika, wohin sie 1913 als unverheiratete, wohlhabende Dänin zog. Nachdem sie von ihrem schwedischen Adligen Hans (Klaus Maria Brandauer) verschmäht wurde, bittet sie seinen Bruder, mit dem sie gut befreundet ist, Baron Bror Blixen (ebenfalls Brandauer), aus gegenseitiger Bequemlichkeit zu heiraten, und sie ziehen in die Nähe von Nairobi in Britisch-Ostafrika. Mit ihren Mitteln soll er eine Milchfarm errichten, und einige Monate später folgt sie ihm, woraufhin sie heiraten. Auf dem Weg nach Nairobi wird ihr Zug von einem Großwildjäger namens Denys Finch Hatton (Robert Redford) begrüßt, der ihren Verlobten kennt und ihr seine Elfenbeinbeute anvertraut. Sie wird am Bahnhof von Farah (Malick Bowens) begrüßt, dem von Bror angeheuerten somalischen Häuptling, der nirgends zu finden ist. Sie wird in den kürzlich gegründeten Muthaiga Club gebracht. Sie betritt den Männersalon, um nach ihrem Mann zu fragen, wird aber aufgrund ihres Geschlechts aufgefordert, den Salon zu verlassen. Karen und Bror heiraten noch vor Ablauf des Tages und sie wird Baroness Blixen. Dann erfährt sie, dass Bror ihren vereinbarten Plan geändert hat und ihr Geld für die Errichtung einer Kaffeefarm ausgegeben hat. Sie erkennt schnell, dass die Farm zu hoch liegt, als dass sie Erfolgsaussichten hätte. Sie braucht Brors Hilfe beim Aufbau und der Verwaltung dieser Farm, aber sein Interesse gilt mehr der Führung von Jagdsafaris als der Landwirtschaft. Karen lernt Afrika und die afrikanischen Menschen zu lieben und ist fasziniert von der atemberaubenden Aussicht auf die nahegelegenen Ngong Hills und das dahinter liegende Great Rift Valley. Sie kümmert sich um die Kikuyu, die auf ihrem Land leben, richtet eine Schule für sie ein, hilft ihnen bei der medizinischen Versorgung und schlichtet ihre Streitigkeiten. In der Zwischenzeit versucht sie auch, ein formelles europäisches Zuhause auf Augenhöhe mit den anderen Kolonisten der Oberschicht in der Gegend zu etablieren. Sie freundet sich mit der jungen Felicity (Suzanna Hamilton) an.  Schließlich vertiefen sich die Gefühle von Karen und Bror füreinander und sie vollziehen ihre Ehe. Doch trotz seiner echten Gefühle für Karen pflegt Bror weiterhin andere sexuelle Beziehungen. Um ihre Abende zu füllen, erfindet Karen fantasievolle Geschichten, um ihre Besucher zu unterhalten. Als der Erste Weltkrieg Ostafrika erreicht, bilden die Kolonisten eine Miliz unter der Führung des Kolonialpatriarchen Lord Delamere, (Michael Gough) zu der auch Denys und Bror gehören. Eine Militärexpedition macht sich auf die Suche nach den Streitkräften der benachbarten deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Um den Bedarf der Miliz an Vorräten zu decken, leitet Karen eine schwierige Expedition, um sie zu finden, und kehrt sicher zurück. Karen entdeckt, dass Bror sie mit Syphilis infiziert hat. Da sie in Nairobi keine angemessene Behandlung erhalten kann, kehrt sie zur Behandlung und Genesung nach Dänemark zurück. Bror willigt ein, die Farm während ihrer Abwesenheit zu bewirtschaften. Als sie zurückkommt und nun keine Kinder mehr gebären kann, nimmt Bror seine Safari-Arbeit wieder auf und sie beginnen getrennt zu leben. Die Beziehung zwischen Karen und Denys entwickelt sich und er lebt bei ihr. Denys erwirbt einen Gipsy Moth-Doppeldecker und nimmt Karen oft mit zum Fliegen. Karen und Bror lassen sich scheiden, als Bror eine andere Frau findet, die er heiraten möchte. Dies führt dazu, dass Karen Denys mit dem Status ihrer Beziehung konfrontiert, den sie festigen möchte, während er lieber seine Freiheit behalten will. Dennoch wird aus der Beziehung der Beiden echte Liebe...






Sorgfältig wird dem Zuschauer das Leben in einer Zeit nähergebracht, die vom Krieg geprägt ist und die auch das Ende des Kolonialismus bereits ankündigt. Stellenweise stellt sich bei dem 160 Minuten langen Epos ein bisschen Langeweile ein, obwohl für die hervorragenden Schauspieler bedeutsame Dialoge geschrieben wurden. Das hinreißend-absurde Spektakel ist enorm emotional und wurde natürlich ein riesiger Publikumserfolg. Mit 227 Millionen Dollar landete der Film in den Jahrescharts auf Platz 5. In Deutschland lief er sogar noch erfolgreicher wie in den USA. 4 1/2 Millionen Zuschauer wurden hierzulande in den Kinos verzeichnet - dieses Ergebnis wurde nur noch von "Der Name der Rose" getoppt, der auf beinahe 6 Millionen Zuschauer kam.









Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Die 3 Tage des Condor



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sydney Pollack

Der Condor...zum Abschuß freigegeben...

Ein unauffälliges Büro in New York City, perfekt getarnt als American Literary Historical Society, in Wahrheit eine hochtechnisierte Abteilung der CIA mit 8 Mitarbeitern.
Dort werden weltweit Nachrichten gesammelt und danach ausgewertet, ob darin Strategien oder Hinweise zu finden sind, die der CIA von Nutzen sein könnten.
Joe Turner (Robert Redford) ist einer von Ihnen und er ist bekannt nicht der pünktlichste und auch nicht der regelkonformste Mitarbeiter im Team zu sein. 
Heute beispielsweise kommt er etwas zu spät zur Arbeit und in der Mittagspause wird er das Büro verbotenerweise durch den Hintereingang kurz verlassen, dieses Verbot wird ihm aber das Leben retten.
Es ist kurz vor Weihnachten, draussen regnet es und die Pause bedeutet eine kurze Entspannung von seinem Job mit Bücher lesen, Passagen ausdrucken, in einen Computer einspeisen, herausfiltern.
Als er wieder zurückkehrt, sind alle seine Kollegen bereits tot. Ein drei Mann starkes Killerkommando hat sie alle kaltblütig erschossen.
Turner muss nun fliehen, denn die Mörder werden bald herausfinden, dass sie ihren Auftrag nicht vollständig ausgeführt haben und er als einziger Überlebender der Gruppe steht natürlich auf der Abschlußliste.
Er muss nun herausfinden, wer hinter diesem Anschlag steckt und vor allem muss er sich in Sicherheit bringen und kann niemandem trauen, vor allem nicht seinem eigenen Arbeitgeber CIA.
Er nimmt aber Kontakt zur Dienststelle in Langley auf und soll nun den Anweisungen des Vorgesetzten Higgins (Cliff Robertson) folgen. Aber kann er seinem Chef auch trauen ?Untertauchen wird er bei der schönen Kathy Hale (Faye Dunaway), die taltentierte Fotographin wird seine Geisel.Aber inzwischen ist auch der besonders versierte Profikiller (Max von Sydow) , der von der Organisation nur "der Elsässer" schon dicht auf seinen Fersen...





"Die drei Tage des Condor" von Sydney Pollack entstand 1975 und zählt zu den in den 70ern besonders beliebten Paranoia-Thrillern, die u.a. auch politische Verschwörungen und ominöse Geheimdienstaktivitäten beschreiben.
Vorausgegangen war das Misstrauen der amerikanischen Bevölkerung gegenüber ihren eigenen Sicherheitsbehörden und vor allem gegenüber der Regierung, die aufgrund der Watergate Affäre in ihrem Vertrauen maßgeblich erschüttert wurde.
Dies machte den Weg frei für diese typischen Thriller, die von der undurchsichtigen Haltung der politischen Institutionen handelt. Ein weiteres Thema für diese wunderbaren Thriller war dann auch  aufgrund "Watergate" das Abhören durch einen Lauschangriff. Beispiele dafür sind "Klute", "Die Unbestechlichen" oder "Der Dialog".
Ein Indiz dafür wie viele klasse Filme in diesen Zeiten der Paranoia hervorgegangen sind.
Pollacks Film ist vielleicht einer der flüssigsten seiner Art, denn die Geschichte ist spannend und dynnaisch erzählt.
Er bietet auch szenenweise einige Glanzmomente, die super sind (Exposition, Postbotenkiller, jede Szene mit von Sydow), er bietet aber etwas weniger Rätsel im Vergleich zu Alan J. Pakulas "Zeuge einer Verschwörung", bei dem der Zuschauer nicht so viel erfährt.
Die Schlußszene von "Drei Tage des Condor" ist aber wieder auf 100 % Paranoia ausgerichtet.
Ein runder Film, der durchgehend spannend ist und vorzügliche Unterhaltung bietet.
Natürlich bietet es sich bei Kinostars wie Redford und Dunaway an eine Romanze mit einzubauen, die zeigt wie sehr Pollack daran interessiert war seinen Paranoia Beitrag zum großen Publikumserfolg zu machen.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mittwoch, 13. September 2017

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß







































Regie: Sydney Pollack

Tanzen bis zum Umfallen...

Dance Marathon Contests, auch "Walkathons" genannt, waren in den 20er und 30er Jahren im Amerika ein extrem beliebtes, populäres zeitgeistiges Phänomen. Die konkurrierenden Paare tanzten für Hunderte von Stunden fast non-stop und die menschliche Belastbarkeit wurde sowohl psychisch als auch physisch massiv auf den Prüfstand gestellt.
Verlockend war das hohe Preisgeld und vor allem in den Jahren der Wirtschaftskrise die kostenlose Verpflegung während des Contests.
Das über Tage und Wochen dauernde Szenario spiegelte in dieser Zeit vielleicht sogar die Verzweiflung wider, die viele Amerikaner während dieser Depression erlitten.
Der Eintrittspreis von 25 Cent zahlten viele gerne, denn man konnte sehr schnell mit den Paaren mitfiebern.
Robert Syverton (Michael Sarrazin) erinnert sich vor dem riesigen Festzelt des bald beginnenden Tanzmarathons an ein Erlebnis aus seiner Kindheit. Sein geliebtes Pferd brach sich ein Bein, der Großvater erschoß dann vor den Augen des Kindes, das leidende Tier.
Nun beobachtet der junge Mann, der von einer Karriere als Filmregisseur träumt, die Schönheit des Pazifischen Ozeans auf dem Santa Monica Pier, dort in der Nähe von Los Angeles gehts im schäbigen La Monica Ballroom bald rund.
Rocky (Gig Young) ist eine Art Zeremonienmeister, Conferencier und Boss des Unternehmens. Er begutachtet mit seinen Kollegen Turkey (Al Lewis) und Rollo (Michael Conrad) die vielen gestrandeten Existenzen, die sich zum Marathon angemeldet haben.
Gloria (Jane Fonda) hat Pech, den ihr Partner wird aufgrund eines sonderbaren, ominösen Hustens bereits disqualifiziert. Was liegt näher als der jungen Frau einen neuen Partner zu liefern ? Rocky sieht den gaffenden Robert und schon ist der im Wettbewerb dabei.
Es geht um einen Geldpreis von 1.500 Dollar, auch ein Seemann mittleren Alters (Red Buttons) mit Partnerin ist dabei. Auch Alice (Susannah York), eine Möchtegern Jean Harlow mit ihrem Lover Joel (Robert Fields) könnten das Geld gut brauchen und manchmal sitzt im Publikum ein wichtiger Mann aus Hollywood. Beispielsweise Mervyn LeRoy, der mit "Little Caesar" gerade einen Welterfolg drehte.
Der verarmte Landarbeiter James (Bruce Dern) ist sogar mit seiner schwangeren Frau Ruby (Bonnie Bedelia) angereist.
Bald werden die ersten, schwächeren Paare ausgesiebt. Rocky versteht es gut, einige der Paare beim Publikum als "Lieblinge" zu verkaufen.
Doch mit dem Tanzen Non Stop werden sehr bald die Nerven aller Beteiligten strapaziert. Highlight fürs Publikum und gleichzeitig für die Teilnehmer der derbste Horror sind die immer wieder stattfindenden Derbys, in denen alle Teilnehmer, gekleidet in gesponsterten Trainingsanzügen, um die Tanzfläche herumrennen müssen, am Ende werden bei solch einem Derby jeweils drei der Paare eleminiert. Also rennen die Beteiligten förmlich um ihr Leben..





"Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß" (im Original: They Shoot Horses, Don't They?) ist ein extrem düsteres und verstörendes amerikanisches Filmdrama von Sydney Pollack aus dem Jahr 1969. Die Handlung beruht auf dem gleichnamigen Roman von Horace McCoy aus dem Jahr 1935 - es ist gleichzeitig auch neben dem Spätwestern "Jeremiah Johnson" Pollacks bestes Werk.
Thematisch verwandt ist der Film aus der Zeit der Wirtschaftskrise mit dem Schlesinger Meisterwerk "Tag der Heuschrecke", beide Filme zeichnen das gleiche pessistimische Bild über die Qualen der menschlichen Existenz und beide Filme stellen der Realität eine Traumwelt gegenüber.
Gig Young gewann bei der Oscarverleihung 1970 in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Die acht anderen Nominierungen waren: Jane Fonda, Susannah York, Sydney Pollack für die Beste Regie, die Drehbuchautoren James Poe und Robert E. Thompson für das Beste adaptierte Drehbuch sowie Beste Filmmusik, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild.
Allerdings darf man alles andere als einen Wohlfühlfilm erwarten, Pollacks Werk ist durch und durch pessimistisch und niederschmetternd.
Für mich aber einer der besten Filme des ausgehenden 60er Jahre Kinos.





Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Dienstag, 5. September 2017

Jeremiah Johson







































Regie: Sydney Pollack

Der unsterbliche Mann der Berge...
Mit "Jeremiah Johnson" aus dem Jahr 1972 arbeitete Regisseur Sydney Pollack bereits zum zweiten Mal erfolgreich im Westernfach. Bereits sein 1968 entstandener "Mit eisernen Fäusten" (Original: The Skalphunters) überzeugte Filmkritiker und Publikum. Und obwohl der Regisseur mit "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß" einen erfolgreichen Vorgängerfilm ablieferte, war das Budget für "Jeremiah Johnson" so gering, dass selbst der große Filmstar Robert Redford nicht einmal eine Umkleidekabine zur Verfügung gestellt werden konnte. Die Dreharbeiten fanden im Wasach-Gebiet statt und die gesamte Filmcrew war mit dem starken Schneefall dort konfrontiert - keine leichte Aufgabe. Vielleicht waren es gerade diese schwierigen Bedingungen, dass Pollack zur Höchstform auflief. Sein Vorhaben den zähen Mountain Man und das fast unbewohnbare Gebirge in allen Facetten zu schildern gelang bestens. Selten wurde eine Geschichte über den alten, noch wilden Westen so authentisch und poetisch dargestellt wie hier. Auch wenn Pollack später noch größere Erfolge wie "Tootsie" oder "Jenseits von Afrika" schuf - er war nie wieder so gut wie mit "Jeremiah Johnson". Lediglich der Vorgängerfilm "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß" hat die gleiche Klasse.
Der Film basiert sowohl auf dem Roman "The Mountain Man" von Vardis Fisher als auch der Erzählung "Crow Killer" von Raymond W. Thorp und Robert Bunker. Beide Geschichten befassen sich mit der Lebensgeschichte des John Jeremiah Johnson, der tatsächlich gelebt hat und zu den US-Westernlegenden gehört.
Die Story beginnt um das Jahr 1850. Die Zivilisation im immer noch wilden Westen wächst stetig. Diesem Treiben ist der Ex-Soldat Jeremiah Johnson (Robert Redford) überdrüssig. Er sucht die neue Herausforderung und ein gewisses Einsiedlerleben. Diesen Wunsch können die Berge des Colorado Territory erfüllen. Dort hat es nur wenige Neubürger hingezogen. Es ist das Land der Indianerstämme: Den wilden Crows, den Schwarzfußindianern und den Flatheads. Ansonsten herrscht hier Stille und Einsamkeit. Die Leiden und Entbehrungen des ersten Winters sind entmutigen. Aber immerhin findet er ein 50 Kaliber Hawken Bärentöter aus der toten Hand des Hatchet Jack, einem der Männer, die ebenso dieses Leben in der Abgeschiedenheit suchten und dort lebten. Jacks letzter Wille war es, dass der Mann, der seine Leiche findet, sein Gewehr bekommt. Gott möge es ermöglichen, dass es ein weißer Mann sei. Mit seinem neuen Gewehr stört Johnson unbeabsichtigt die Jagd des äusserst exzentrischen Grizzlyjägers Chris Lapp (Will Geer). Doch der lehrt ihn, was man in den Bergen wissen muss, um ein guter Jäger und Fallensteller zu werden. Immer wieder kreuzt sein Weg mit dem stolzen Crow Häuptling Paints his shirt red (Joaquin Martinez), der ihn bei der ersten Begegnung beobachtete wie er sehr ungeschickt einen Fisch fangen wollte. Da Jeremiah Johnson nie an einem Ort bleibt, ist sein Leben in den Bergen auch eine Odyssee. Er kommt zu einer Hütte, deren Bewohner von Blackfood-Kriegern angegriffen wurde. Überlebt hat nur eine Mutter (Allyn Ann McLeary) und ihr stummer Sohn (Josh Albee). Die Frau ist wahnsinnig geworden, sie will auch nicht begreifen, dass ihre anderen drei Kinder von den Rothäuten massakriert wurden. Johnson hilft der besessenen Frau die Kinder zu begraben und nimmt auf Wunsch der Frau den Jungen mit - er nennt ihn Caleb. Unterwegs treffen sie auf den schlitzohrigen Halunken Del Gue (Stefan Gierasch), den die Indianer bis zu seinen Hals in Sand eingegraben haben. Mit ihm treffen sie auf christliche Flathead Indianer, die Johnson wie einen Helden behandeln. Dort wird er auch mit Swan (Delle Bolton), der Tochter des französisch sprechenden Häuptlings Chief Two Tongues Lebeaux (Richard Angarola) vermählt. Er hat nun eine Frau und einen Jungen und mehr und mehr gefällt ihm seine neue Familie. Die drei bauen ein Haus und Mann und Frau verlieben sich auch langsam ineinander. Eines Tages taucht aber eine Kavallerie-Patrouille auf. Die suchen den Weg zu einem vermissten Wagentreck. Jeremiah lässt sich überreden den Männern den Weg dorthin über die Bergpässe zu zeigen. Gegen seinen Willen und sein Gefühl lässt er sich überreden die geheiligten Bestattungsgründe der Crows zu überqueren, da dies eine 20 Meilen Abkürzung bedeutet. Als er heimkommt, haben sich die Indianer bereits gerächt. Seine Frau und der Junge sind getötet worden und in der Folge erwidert Jeremiah die Rache damit, dass er alle Crows, die ihm über den Weg laufen, tötet. Die Crows erwidern die Bluttat damit, dass sie immer einen ihrer Krieger schicken, um Jeremiah zu töten. Doch er kann alle seine Gegner besiegen. Dies bewirkt, dass er bei den Crows zu einem "Unbesiegbaren" wird. Eines Tages sieht er auf dem Weg in der Entfernung den Häuptling. Doch dieser hat es nicht auf einen Kampf abgesehen, von der Ferne aus hebt der Indianer die Hand zum Gruß....









Als Schlußbild der vom kämpfen müde gewordene Mann aus den Bergen, der diesen freundschaftlichen Gruß erwidert. Obwohl der Film nur eine Laufzeit von 108 Minuten aufweisen kann, leistet er sich eine Ouvertüre und eine Intermission mit der Filmmusik von John Rubinstein und Tim McIntire, die ähnlich viel gelungene Atmosphäre beisteuert wie die Songs von Leonard Cohen, die dieser für Robert Altmans "McCabe und Mrs. Miller" schrieb. Die bombastische Kulisse ist auch wie geschaffen dafür, dass Kameramann Duke Callaghan atmosphärisch dichte Bilder kreieren kann. Robert Redford erweist sich tatsächlich als Idealbesetzung für den Trapper - ein Schritt weiter in Richtung Weltkarriere. Besonders im Heimatland USA wurde der Film ein großer Blockbuster. Er spielte 44 Millionen Dollar ein. Das Drehbuch wurde von John Milius (Regisseur von "Conan, der Barbar) geschrieben.
"Jeremiah Johnson" ist ein Vorläufer von "Der mit dem Wolf tanzt" und ist sogar noch eine Spur besser als Costners Ausnahmewestern. 








Bewertung: 10 von 10 Punkten.