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Sonntag, 4. September 2022

The Social Network


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: David Fincher

Der Preis des Ruhms...

Facebook (engl. sinngemäß "Studentenjahrbuch) ist eine Website zum Erstellen und Betreiben sozialer Netzwerke, die der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park gehört. Facebook war im Februar 2004 erstmals zugänglich und erreichte im Januar 2011 600 Millionen aktive Nutzer weltweit.
Das Motto der Plattform lautet "Facebook ermöglicht es Dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen"
Der Harvardstudent Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) ist ein hochintelligenter Computerfreak, nur mit Freundin Erica (Rooney Mara) hat der Nerd so seine Probleme. Im Oktober 2003 entwickelte er mit Facemash.com den Vorläufer von Facebook. Diese Webside stellte ein Bewertungssystem für Studenten auf dem Campus dar. Ohne die Erlaubnis zu haben, stellte er Fotos von Studenten und Studentinnen ins Netz und die Besucher der Page durften über die Attraktivität abstimmen, indem immer zwei Fotos miteinander konkurrierten.
Facemash com verbreitet sich logischerweise rasend schnell unter den Studenten der Universität und binnen kürzester Zeit bricht der Server durch den hohen Traffic zusammen. Zuckerberg wird vor ein Gremium der Uni geladen und muss sich verantworten.
Die beiden ebenfalls  in Harvard studierenden Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss (Arnie Hammer), Söhne reicher privilegierter Eltern, werden aber auf Zuckerberg aufmerksam. Sie besprechen mit ihm ihre eigene Idee für ein elitäres soziales Netzwerk, das nur für die Kommilitonen an der Harvard University vorgesehen sein soll. Zuckerberg sagt den beiden die Mitarbeit zu, macht sich aber in den Folgewochen rar. Mit der Unterstützung seines besten Freundes Eduardo Saverin (Andrew Garfield) geht aber dann überraschend seine eigene Webside "The Facebook" online. Hat Zuckerberg etwas die inzwischen milliardenschwere Idee geklaut ?
Der Film "Social Network" erzählt die Geschichte von Facebook und die seines hochintelligenten, aber auch arroganten Erfinders Marc Zuckerberg, der sich vor Gericht den Klagen der Winklevoss Zwillinge, Narenda (Max Minghella) und Saverin stellen muss...




David Fincher zeigt mit dem 2010 entstandenen Film "Social Network" ein interessantes Bild aus der Welt der Computercracks und der heutigen Geschäftswelt, die Kohle vor die Freundschaften stellt. Die besten Szenen hat Jesse Eisenberg, der dem jüngsten Milliardär ein kaltes und kalkuliertes Gesicht gibt.
"Social Network" ist aber auch ein Film über einen neuen Typus des Unternehmers in der Geschäftswelt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Mank


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: David Fincher

Das Drehbuch von "Citizen Kane"....

"Mank" ist ein Film von David Fincher und damit ist der deutsch-jüdischstämmige Drehbuchautor Herman Mankiewicz (1997 bis 1953) gemeint, dessen jüngerer Bruder Joseph Mankiewicz (wird in Finchers Film von Tom Pelphrey gespielt) ebenfalls im Filmgeschäft war und gleich hintereinander zwei Regieoscars (Ein Brief an drei Frauen, Alles über Eva) gewann. Herman, zwar in New York City geboren, studierte aber an der Columbia University in Berlin. Während dieser Zeit in Deutschland hatte er eine Anstellung bei der "Chicago Tribune". In den USA zurück war er zuerst Theaterkritiker am Broadway und ging wie sein Bruder nach Hollywood. Berühmt wurde er als Drehbuchautor für den vielleicht besten Film aller Zeiten: Orson Welles "Citizen Kane".  Fincher führt sein Publikum zurück in diese Zeit, in der 30er Jahren war zwar die große Depression, doch von der großen Armut im Lande merken die Filmschaffenden nur wenig. Allerdings müssen sie auch durch den Rückgang der Kinozahlen auch mit Gehaltsstreichungen rechnen. Der Autor wird von dem wandlungsfähigen Gary Oldman gespielt, der hier eine der besten Leistungen seiner Karriere abliefert. "Mank" ist in erster Linie ein Film für Cineasten, denn das Thema befasst sich mit der Entstehung dieses fabelhaften Drehbuchs, Anfang der 40er Jahre und führt den Zuschauer in diversen Rückblicken zurück ins Hollywood der 30er. Ein Jahrzehnt, in dem der unbequeme Drehbuchautor Bekanntschaft mit vielen Hollywoodgrößen dieser Zeit macht. So beispielsweise Ben Hecht (Jeff Harms), Chaplin (Craig Robert Young), David O. Selnick (Toby Leonard Moore), Irving Thalberg (Ferdinand Kingsley) und Louis B. Mayer (Arliss Howard). Er lernt auch den einflussreichen Zeitungsverleger William Randolph Hearst (Charles Dance) und dessen Frau, die Schauspielerin Marion Davis (Amanda Seyfried)  kennen. Hearst ist einer der einflussreichsten Zeitungsmenschen, der besitzt die größte Zeitungskette des Landes und zählte in den 30er zu den reichsten Männern der Welt. Hearst wird auch Mankiewicz Hauptvorbild und Hauptinspiration für "Citizen Kane". Da "Mank" schwer alkoholkrank ist, sorgt Orson Welles (Tom Burke), der das noch nicht fertiggestellte Drehbuch des Autors, verfilmen will, für eine ruhige und abgeschiedene Atmosphäre. Ohne seine Frau Sarah (Tuppence Middleton) wird er auf der abgeschiedenen Ranch "North Verde" in Victorville das Skript in 60 Tagen vollenden, unterstützt von der britischen Sekretärin Rita Alexander (Lily Collins) und der Haushälterin und Köchin Freda (Monka Gossman). Gelegentlich schaut auch Produzent John Houseman (Sam Troughton)  vorbei, um zu schauen, dass der Zeitplan von dem unberechenbaren Schreibgenie auch eingehalten wird....






Es war natürlich klar, dass diese Exkursion in eine längst vergangene kinoepoche ein sicherer Kandidat für die Academy Awards werden. Der Netflix Film erhielt 10 Oscarnominierungen: Bester Film, beste Regie David Fincher, bester Darsteller Gary Oldman, beste Kamera Erik Messerschmidt, beste Nebendarstellerin Amanda Seyfried, bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, bester Ton, bestes Kostümdesign und bestes MakeUp. Am Ende sprangen duch den Sieg in den Kategorien Kamera und Szenenbild zwei Trophäen heraus. Diese Siege sind auch total gerechtfertigt, denn die Arbeit des Chefkameramanns und der Art Directors Donald Graham Burt und Jan Pascale sind überwältigend. Für das normale Publikum ist die Geschichte vielleicht zu sehr weg vom Kommerzgedanken, es ist in erster Linie ein Film für Leute, die den Film lieben und sich auch ein wenig in der Filmhistory auskennen. Gary Oldman zeigt einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit.







Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Samstag, 21. Oktober 2017

Verblendung







































Regie: David Fincher

Das Mädchen mit dem Drachen-Tatoo...

Der bekannte Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Craig Daniel) ermittelte für seine Zeitung gegen den korrupten Unternehmer Wennerström. Leider war das Beweismaterial teilweise gefälscht und so wird er wegen bösartiger Verleumdung und infamen Rufmord zu einer hohen Schadenersatzsumme verklagt.
Überraschend kommt auch die Einladung von dem steinreichen Unternehmer Henrik Vanger (Christopher Plummer) der im Norden des Landes auf einer eigenen Insel wohnt.
Das mittlerweile 82 jährige Oberhaupt der Vanger-Dynastie engagiert den Journalisten für seinen letzten Versuch Licht ins Dunkel über seine seit 40 Jahren verschwundene Nichte Harriet zu bringen. Die Frau ist seit einem Familienfest im Jahr 1966 verschwunden, fiel sie einem Verbrechen zum Opfer ?
Seit dieser Zeit erhält der Unternehmer aber jedes Jahr eine gepresste, getrocknete Blume von anonym zu seinem Geburtstag geschickt, dies bringt er mit seiner Nichte in Verbindung. Der alte Mann ist sich sicher, dass die Blumen vom möglichen Mörder kommen müssen, der zudem aus dem engen Familienkreis stammen könnte.
Zuvor hat der alte Mann Blomkvist durch ein Detektivbüro überprüfen lassen, die junge psychisch labile und gepiercte Ermittlerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) wurde undercover auf ihn angesetzt. Die junge Frau ist eine interessante Persönlichkeit mit gewaltreicher Kindheit, langer Psychiatrieerfahrung und steht inzwischen unter Vormundschaft.
Da die junge Frau mit einigen ausserordentlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, könnte sie hilfreich sein. Aber erstmal müssen sich die beiden kennenlernen....





So die Anfangskonstellation eines vielschichtigen Thrillers aus Schweden, der jetzt durch David Fincher seine amerikanische Neuverfilmung bekam.
Mit seiner s.g. "Millennium-Trilogie" gelang dem schwedischen Schriftsteller Stieg Larsson posthum ein internationaler Roman Bestseller. Das Buch "Verblendung" (Original: Män som hatar kvinnor) war sogar 2008 das meistverkaufte Buch in der EU. Die erste Verfilmung realisierte der dänische Regisseur Niels Arden Oplev.
Genauso wie Niels Arden Oplevs Film beginnt auch Fincher sehr langsam und steigert sich von Minute zu Minute bis zu einer guten Hochspannung, die den Hauptteil des Films prägt. Die Geschichte, die sich zunehmend sogartig in die gefährliche Nähe grausamer und höchst gefährlicher Familiengeheimnisse entwickelt, hat alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Remake. Dabei ist es ein grosses Plus, dass die beiden Hauptdarsteller so gut miteinander funktionieren und mit Nina Salander eine äusserst interessante Filmfigur und ebenso ambivante Persönlichkeit vorgestellt wird, die lange noch nicht alle ihre Geheimnisse preisgibt.
Jetzt ist halt nur die Frage, ob Noomi Rapace durch Rooney Mara gut ersetzt wird. Die Antwort "Ja" - allerdings bleibt die Darstellung von Rapace ebenfalls unvergessen.
Herausragend auch Stellan Skarsgård, der ein undurchsichtiges Familienmitglied spielt.
Dadurch macht auch Finchers Variante eine ganz gute Figur. Abgeändert wurde m.E. nicht viel, lediglich gibt es beim Remake etwas mehr Thrillerelemente zu verzeichnen, das Original ist dagegen etwas atmosphärischer.





Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Zodiac - Die Spur des Killers

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: David Fincher

Finchers nächster Serienkiller....

Eine deutliche Steigerung zum Vorgänger "Panic Room", der seltsamerweise trotz klaustrophobischer Ambiente und trotz Jodie Foster merkwürdig uninteressant blieb.
Mit "Zodiac" nimmt David Fincher wieder Kurs auf das Terrain der Serienkillerfilme, er hat ja einen den besten Serienkiller mit "Sieben" inszeniert.
Dennoch ist Zodiac" ganz anders als der düster und auswegslos angelegte "Sieben". Aber ist sachliche und beinahe dokumentarische Variante, die er diesmal wählt ist aber äusserst interessant und nähert sich wie Spike Lees "Summer of Sam" der Thematik ganz anders. Während Lee ein sehr stimmiges Porträit der 70s entwirft und die kriminelle Handlung nur zweitrangig ist, setzt Fincher auf die Spurensuche der Cops und die der Journalisten einer Tageszeitung. Bei ihm dominiert dieses sehr stimmige Puzzle detektivischer Kleinarbeit an zwei Schauplätzen. Der "Zodiac" - so nennt sich der Killer - versorgt die Zeitungsleute mit merkwürdigen Briefen, die codierte Zeichen und Symbole beinhalten.  Der gesuchte Mörder trat in den USA zwischen Dezember 1968 und Okotber 1969 in Erscheinung - er ermordete fünf Menschen, zwei seiner Opfer überlebten schwerverletzt. Zodiac hatte es besonders auf meist junge Paare abgesehen, die in der San Francisco Bay Area einsame Plätze aufsuchten.
Am 4. Juli 1969 schlug der Mörder bereits zum zweiten Mal zu.  Die 22-jährige Kellnerin Darlene Ferrin (Chiara Moritary) erlag ihren Schusswunden, ihr 19-jähriger Begleiter Michael Mageau (Lee Noris, später: Jimmy Simpson) überlebte schwer verletzt.Schon am 27. September 1969 suchte sich Zodiac neue Opfer, die er dann am Lake Berryessa fand. Als schwarz kostümierter Mann stach er auf das Liebespaar Cecelia Shepard (Pell James) und Bryan Hartnell (Patrick Scott Lewis) ein. Da Hartnell schwer verletzt überlebte, konnte er die Aufmachung des maskierten Mannes beschreiben. Ein paar Monate später verübt Zodiac einen für ihn ungewöhnlichen Mord: Statt einem Liebespaar wurde der Taxifahrer Paul Stine von ihm erschossen.
Zeitgleich zu seinen Taten nahm er auch in Form von verschlüsselten Briefen Kontakt mit diversen Zeitungen auf. Während beim San Francisco Police Departement Dave Toschi (Mark Ruffalo) und Bill Armstrong (Anthony Edwards) mit ihren jahrelangen Ermittlungen beginnen, ist das Interesse bei den Zeitungsleuten vom San Francisco Chronicle sofort sehr groß. Der charismatische Journalist Paul Avery (Peter Downey jr) und der Karikaturist Robert Graysmith (Jake Gyllenhal) beteiligen sich interessiert an der Entschlüsselung der bizarren Briefe und somit auch an der Enttarnung des unbekannten Killers. Doch selbst die Hinzuziehung von Staranwalt Melvin Bell (Brian Cox) führt nicht dazu, dass der Unbekannte einen Fehler macht und sich verrät. Die Taten bleiben unaufgeklärt. Obwohl im Laufe der Zeit mit dem seltsamen Arthur Leigh Allen (John Carrol Lynch) ein ganz heißer Verdächtiger ins Spiel kommt. Doch weder seine Handschrift noch die Fingerabdrücke des Täters stimmen mit ihm überein. So wird der Verdacht wieder fallengelassen. Graysmith selbst wird in Sachen "Zodiac" immer obsessiver. Es kommt dazu, dass ihn seine Frau Melanie (Chloe Sevigny) mit den drei Kindern irgendwann resigniert verlässt..

 
 


Der Film ist in der Tradition der 70s Doku-Movies wie "Die Unbestechlichen" oder "Der Dialog" gestaltet, deshalb wirkt er in der Machart zwar etwas spröde und braucht ein bisschen Zeit, um an Fahrt zu gewinnen, aber er ist von Anfang bis Ende ein sehr intensives und intelligentes Thrillervergnügen.
Der Film basiert natürlich auf Tatsachen. "Zodiac" ging in die amerikanische Kriminalgeschichte ein und bis heute gibt der Fall Rätsel auf. Der wahrscheinliche Mörder Arthur Lee Allen, wenn er es denn war, wurde nie schuldig gesprochen. Im Jahr 1992 starb Allen im frühen Alter von 58 Jahren. David Fincher hat in seinen Film auch eine Szene einer Filmvorführung von Eastwoods "Dirty Harry" eingebaut, denn der Klassiker von Don Siegel wurde auch von dem Fall inspiriert. Was Dirty Harry gelang, schafften die Ermittler im echten Leben leider nicht. Zodiac selbst war auch ein Fan des 30er Jahre Filmklassikers "Dr. Zaroff" (Original: The Most dangerous game), dies führt den Zeitungsmann, der nicht mehr loslassen kann, auf eine weitere Spur und für den Zuschauer zu einer der spannendsten Szenen des sehr gelungenen Serienkiller-Beitrags.
Man denkt sich, dass man noch lange nicht alle Facetten, die der Film mit ca. 150 Minuten bot, beim ersten Schauen exakt erfasst hat. 





Bewertung: 9 von 10 Punkten.