Regie: Raoul WalshAuf den Straßen....
Mittwoch, 11. März 2026
Nachts unterwegs
Regie: Raoul WalshAuf den Straßen....
Sonntag, 31. Juli 2022
Vogelfrei
Regie: Raoul Walsh
Das Colorado Territorium...
Der berüchtigte Bandit Wes McQueen (Joel McCrea) wird durch seinen alten Freund Dave Richard (Basil Ruysdael) aus dem Gefängnis befreit. Auf seiner Flucht vor dem Sheriff sieht er wie eine Postkutsche überfallen wird. Als er merkt, dass die Insassen dort in großer Gefahr sind, rettet er die Passagiere - den alten Fred Winslow (Henry Hull) und dessen Tochter Julie Ann (Dorothy Malone). Vater und Tochter laden ihn auf ihre neue Ranch ein, die Winslow gekauft hat. McQueen wirft ein Auge auf die hübsche Julie Ann, die gerne an der Ostküste geblieben wäre und den Westen hasst.
Der Outlaw reitet weiter, denn er muss sich in der Geisterstadt von Todos Santos mit zwei Männern seines Fluchthelfers treffe. Reno Blake (John Archer) und Duke Harris (James Mitchell) haben aber keinen blassen Schimmer vom professionellen Banditentum und haben ein Mädchen names Colorado Carson (Viriginia Mayo) dabei. McQueen weiß das dies Ärger bedeutet, zumal sich die zwei Youngster gar nicht im Griff haben und will, dass die Frau verschwindet. Colorado kann McQueen aber überreden zu bleiben. Als er zum kränkelnden Richard reitet, weiht dieser ihn in den Plan ein einen letzten großen Eisenbahnraub zu machen...
Raoul Walsh hat mit "Vogelfrei" (Original: Colorado Territory) 1949 ein interessantes Remake seines Noir Meisterwerks "High Sierra" geschaffen. Die Handlung wurde in den Wilden Westen verlagert und funktioniert beinahe ebenso gut wie im Humphrey Bogart Klassiker.
Auch Joel McCrea spielt den Gesetzlosen, der eigentlich von einem normalen Leben träumt, sehr glaubwürdig.
Den Part von Ida Lupino übernahm im Western Remake die blonde Virginia Mayo, die das gestrauchelte, aber aufrichtige Mädchen spielt.
Erst sehr spät bemerkt der Antiheld ihre Qualitäten, denn er hat sein Glück eher in der bürgerlichen Julie Ann gesehen, die sich aber am Ende als rücksichtslos und egoistisch erweist.
"Vogelfrei" ist zwar für Raoul Walsh kein Klassiker wie "High Sierra", "Die wilden Zwanziger", "Verfolgt" oder "Sprung in den Tod" geworden. Dennoch liefert der mit "Vogelfrei" einen sehr guten, interessanten Klassiker ab, dessen (Wieder)Entdeckung man sicherlich genießen kann.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
Mittwoch, 27. Oktober 2021
Der große Treck
Regie: Raoul Walsh
Wild West Odyssee...
Mit dem Raoul Walsh Western "Der große Treck" (Originaltitel: The Big Trail) aus dem Jahr 1930 öffnet sich für den Zuschauer eine Tür in die Vergangenheit. Aus der Höhe blickt die Kamera (Arthur Edeson und Lucien Andriot) auf Massen von Menschen und Tieren, die sich am Ufer des Mississippi aufhalten, sie beschäftigen sich mit den Vorbereitungen für den großen Treck, der über 2.500 Meilen westwärts unterwegs sein wird. Eine Reise voller Gefahren und Strapazen, voller extremster Witterungen. Von der infernalen Wüste der Great Plains bis hin zu heftigsten Schneestürmen in Oregon. "Der große Treck" ist eine Geschichte über die Gründung einer Zivilisation. Ein Kritiker sagte über den Regisseur "Walshs herausragender, wie angeborener Sinn für den epischen Raum hätte ihn zu einem der großen Landschaftsmaler gemacht". Der Filmemacher präsentiert nichts anderes als ein Trip in eine amerikanische Welt, sowohl von innen als auch von außen. Die Landschaft ist der große Hauptdarsteller, Walshs Blick auf diese unschuldige Landschaft fällt sehnsüchtig, poetisch, aber auch voller Unwägbarkeit aus. Diese frühe Odyssee durch das weite, wilde Land war auch der erste große Film des jungen Hauptdarstellers John Wayne, der in späteren Jahren zu einem der unsterblichen Filmstars Hollywoods wurde. Beim Dreh war das junge Talent gerade mal 23 Jahre alt. Technisch war dieser Western seiner Zeit weit voraus, denn er war einer der ersten Filme im Breitwandformat. Aber in der Zeit kurz nach dem Übergang vom Stumm- zum Tonfilm war das Breitwandformat für die meisten Kinos noch uninteressant. Daher scheiterte "Der groeß Treck" kommerziell. Diese Reise ist nicht als geschlossene Erzählung angelegt, sondern sie erscheint dem Zuschauer als Serie spektakulärer Tableaus mit Tausenden von Satisten und Tieren. Der schier endlose Zug durch das neue Land passiert weite Ebenen, muss gefährliche Flüsse überqueren, Indianerangriffe oder wilde Büffelherden abwehren. In diese Ereignisse sind die einzelnen Geschichten der Siedler eingewoben. Die vereinigten Staaten um 1840: Der junge Trapper Breck Coleman (John Wayne) trifft auf diesen Treck, der von Missouri über den Oregon Trail im Pazifischen Nordwesten auf eine neue Heimat hofft. Coleman selbst hat Rachegedanken, denn sein bestern Freund wurde ermordet. Er will die Schuldigen aufspüren. Die Siedler machen dem jungen Mann das Angebot als Leiter des Trecks mitzureisen, denn man schätzt seine Kentnisse über das Land und seine mutige Art. Er nimmt das Angebot aber zuerst nur deshalb an, weil er erfährt, dass der finstere Red Flack (Tyrone Power sen.) und dessen Kumpane Lopez (Charles Stevens) ebenfalls als Treckführer dabei sind, denn einige Indizien deuten auf die beiden Männer hin mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Breck verliebt sich natürlich in die hübsche Siedlerin Ruth Cameron (Marguerite Churchill), die sich aber eher mit dem dubiosen Glücksspieler Bill Thorpe (Ian Keith) abgibt. Der Zuschauer wird bald erfahren, dass dieser Thorpe mit Red Flack und Lopez gemeinsame Sache macht und tatsächlich die Mörder von Brecks Freund sind. Zum Glück ist Brecks älterer Freund Zeke (Tully Marshall) immer da, wenn Gefahr droht und mehr als einmal rettet der alte Kauz seinem jungen Kumpel das Leben. Nach zahlreichen Entbehrungen und vielen Todesopfern erreicht der Treck ein Tal, dass sich zum Niederlassen eignen könnte....
Die Reise durch Naturgewalten ist gleichzeitig eine Art Pilgerfahrt, die zur Bildung einer Nation als kleiner aber wichtiger Mosaikstein dazugehört. Raoul Walsh ist ein sehr schöner Western gelungen, der auf Blu Ray wunderbar restauriert wurde. Viele spätere Filme von Walsh wie "Die wilden Zwanziger", "Entscheidung in der Sierra", "Verfolgt" oder"Maschinenpistolen" gehören zu den großen Meistwerken des Kinos. Zweifelsohne zählt dieser frühe Western auch dazu.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
Sonntag, 18. Juli 2021
Die wilden Zwanziger
Regie: Raoul Walsh
Kriegsheimkehrer im illegalen Alkoholgeschäft...
Durch deutsche Einwanderer kam die Bierbraukunst in die neue Welt, die
Eisenbahn brachte wachsenden Absatz vor allem in den Saloons. Hier wurde
der Profit noch zusätzlich mit Glücksspiel und Prostitution gekoppelt
und merklich erhöht.
Bereits um 1890 formierten sich kleine Zweckgemeinschaften, um eine
alkoholfreie Nation zu schaffen. Vor allem waren es christliche
Frauengruppen, die dann schnell von weiteren fundamentalistischen
Kräften unterstützt wurden, die allesamt für eine saubere, trockene USA
kämpften.
Gründe dafür waren neben der Sorge um den Glauben auch eine erhoffte
Reduktion von Krankheiten durch den Alkohol und um eine Verringerung der
Kriminalität. Letzeres ging wohl eher als Schuss nach hinten los. Die
Prohibition, über die dieser Film erzählt, legte den Grundstein des
organisierten Verbrechens in den USA. Erstmalig traten vermehrt Gangs
oder Kartelle in der Zeit der Prohibition auf, denn ohne funktionierende
Gruppe war kein illegaler Handel im grossen Stil denkbar.
In diesem puritanischen Klima wurden vermehrt lokale Prohibitionen
ausgesprochen und tatsächlich kam es dann 1920 zur Durchführung eines
landesweiten Alkoholverbotes.
Der Handel mit Alkohol zog schwere Strafen nach sich, das Geschäft war
aber äusserst lukrativ und die Nachfrage nach der verbotenen Droge war
bomastisch - trotz Wucherpreisen.
Wie William Wyler in "Die besten Jahre unseres Lebens" erzählt Raoul
Walsh (High Sierra, Gentleman Jim etc) von drei Kriegsheimkehrern, die
sich während des 1. Weltkrieges in einem Schützengraben kennengelernt
hatten. Aber in der Abwesenheit der Veteranen ist viel passiert: Hohe
Arbeitslosigkeit, sie werden zurück in der Heimat nicht gebraucht.
Eddie (James Cagney) möchte es zu etwas bringen, das Geld als Taxifahrer
reicht bei weitem nicht aus. Eine ambivalente Figur, die zwischen
Gangster und Gutmensch hin- und her schwankt....George (Humphrey
Bogart)ist da schon skrupelloser. Ein eiskalter Einzelgänger, der über
Leichen geht und keinesfalls Befehlsempfänger oder nur Kronprinz sein
möchte...als Dritter im Bunde der junge aufstrebende Anwalt Lloyd
(Jeffrey Lynn), der sich für Eddies Zwecke vorerst einspannen lässt.
Alle drei Kameraden sind schicksalhaft miteinander verbunden, auch wenn
sie sich gelegentlich trennen, kreuzen sich die Wege wieder.
Eddie steigt in den "Roaring Twenties" in das Alkoholgeschäft ein, zwei
Frauen begleiten ihn auf seinem Weg: Die junge Sängerin Jean (Priscilla
Lane) und die Komplizin und Barbesitzerin Panama Smith (Gladys
George)...die emotionale Konstellation ist ungünstig. Eddie liebt die
viel jüngere Jean und deutet ihre Körbe falsch, Jean dagegen liebt
Eddie, der dies wohlwissend ignoriert.
Als die Weltwirtschaftskrise eintritt, kommt es zum finanziellen und auch zum emotionalen Crash für die fünf Protagonisten...
Walshs "Die Wilden Zwanziger" ist 1939 entstanden und gilt als einer der klassischen Gangsterfilme. Er koppelt die Actionanteile mit viel pessimistischer Sozialkritik, guter Charakterisierung sämtlicher Figuren und brilliert zusätzlich mit einem fast schon dokumentarischen Erzählstil
Filmhistorisch wird der Film, der auf einer Stufe mit "Public Enemy" oder "Little Ceasar" steht, leider etwas unterbewertet. Es liegt vielleicht daran, dass er bei der breiten Masse nie sonderlich bekannt wurde und daher auch bei vielen Filmfreaks in Vergessenheit geraten ist.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
Donnerstag, 1. Oktober 2020
Der Tiger
Regie: Bretaigne Windust/Raoul Walsh
Zeugen der Anklage...
Obwohl weitestgehend fiktiv, orientert sich "Der Tiger" (Original: The
Enforcer) an einer tatsächlich zu dieser Zeit realen Untersuchung einer
Gruppe von Killern, die von der Presse aufgrund ihrer Organisation die
"Murder, Inc." genannt wurde.
Regisseur Bretaigne Windust, ein versierter Broadway-Director, erkrankte
aber kurz nach Beginn der Dreharbeiten und erholte sich erst wieder als
der Film in weiten Teilen von Raoul Walsh bereits abgedreht war. Dieser
sprang aufgrund der Bitte von Humphrey Bogart ein, wollte aber nicht im
Abspann genannt werden.
Entstanden ist eine Mischung aus Noir und dem damalig sehr beliebten
halbdokumentarischen Polizeithriller wie "Kennwort 777" oder "Straße
ohne Namen":
Unter schwerem Polizeischutz kommt der Gangster Joe Rico (Ted de Corsia)
spätnachts ins Gerichtsgebäude. Der Mann ist Kronzeuge im Prozess gegen
Albert Mendoza (Everett Sloane), dem man vorwirft der Kopf einer
Killerbande zu sein, die Auftragsarbeiten verrichten.
"Mord" heisst in der Sprache der Gang "Vertrag" und das Opfer ist "ein Treffer".
Allerdings hat Staatsanwalt Martin Ferguson (Humphrey Bogart) nur diesen
einen Zeugen und dessen Leben ist in Gefahr, denn Mendozas Männer, die
er vom Knast immer noch dirigieren kann, haben die Jagd auf den Verräter
eröffnet.
Ferguson will den Verbrecher auf dem Stuhl sehen, dafür wurde Joe Rico
mit Zugeständnissen willig gemacht. Doch der bekommt kalte Füße und will
dann doch nicht gegen seinen Boss aussagen. Nach einem versuchten
Attentat vom Hotel gegenüber erleidet Joe Rico einen
Nervenzusammenbruch. Tobsuchtsanfall Er versucht zu fliehen, doch ein
Unglück geschieht und dies veranlasst Ferguson dazu noch einmal die
ganzen Ermittlungsakten zur Hand zu nehmen. Vielleicht hat man ja was
übersehen. Ansonsten wäre der Gangster morgen ein freier Mann.
Die Geschichte der organisierten Killerbande beginnt mit dem Geständnis
eines jungen Gangsters namens Duke Malloy (Michael Tolan), der behauptet
seine Freundin Nina Lombardo auf Geheiss seiner Gang ermordert zu
haben. In den Folgeermittlungen treten Gangster wie Big Babe (Zero
Mostel) in Erscheinung, aber auch unbescholtene Bürger wie (Vito Tuolo)
und seine kleine Tochter Angela (Karen Kester)...
Klasse, dass Arthaus mit "Der Tiger" einen seltenen und weniger populären Beitrag der schwarzen Serie herausbringt.
Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die recht durchschnittliche Qualität in Ton und Bild, allerdings hat der Film auch schon gute 60 Jahre auf dem Buckel. Und die werden ja leider immer noch stiefmütterlich behandelt. Dabei ist "Der Tiger" geradezu auch wieder ein vortreffliches Beispiel dafür, dass diese alten schwarz-weiß Klassiker in vielen Fällen wesentlich atmosphärischer funktionieren als unser neues Kinofutter.
Der Film ist sehr spannend und beginnt mit dem Schutz eines Zeuges und am Ende steht wieder der Schutz im Zentrum der Handlungen.
Gute Nebendarsteller wie Ted de Corsia, Zero Mostel oder Patricia Joiner runden das nostalgische Filmvergnügen bestens ab.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.



















































