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Sonntag, 1. November 2020

Frankensteins Fluch


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Terence Fisher 

Als die Hammer Studios noch jung waren...

Wer kennt sie nicht, die legendäre Frankenstein Verfilmung von 1931 von James Whale mit Boris Karloff als Kreatur. 1957 wagte sich das damals noch junge Hammer Studio mit Regisseur Terence Fisher an ein Remake. Es wurde die Geschichte allerdings etwas variiert und so steht in "Frankensteins Fluch" nicht das Monster selbst, sondern vor allem die tragische Figur des Wissenschafters Dr. Frankenstein (Peter Cushing) im Mittelpunkt des Geschehens. Frühes 19. Jahrhundert, irgendwo in einem Dorf in den Schweizer Bergen: Schon früh wird Victor (als Junge wird er von Melvyn Hayes gespielt) Waise, erbt aber das ganze Geld der begüterten Eltern und leistet sich als Teenager einen Privatlehrer Dr. Paul Krempe (Robert Urquhart). Wegen der gemeinsamen Begeisterung für wissenschaftliche und auch medizinische Experimente bleibt Paul auch über seinen Lehrauftrag hinaus bei Victor im Haus, die beiden Männer werden beste Freunde. Jahre vergehen. Bald gelingt den beiden Wissenschaftlern eine riesige Sensation.  Es gelingt Ihnen einen kleinen toten Hund wieder zum Leben zu erwecken. Diese Sensation halten sie jedoch geheim, vor allem Victor hat noch viel größere Ambitionen. Er will wie Gott Leben erschaffen. Dadurch entfernen sich beide Männer voneinander. Während Paul ethische Gewissensbisse bekommt und die Experimente inzwischen sehr kritisch sieht, wird Victor immer mehr vom Ehrgeiz getrieben. Während Paul dafür plädiert die gewonnenen Erkenntnisse in den Dienst der gesamten Medizin stellen will, ist Victor bald besessen von der Idee, seinen perfekten Übermenschen zu erschaffen.
Victor verändert sich vom seriösen Wissenschaftler zu einem skrupellosen Horrorwissenschaftler. Der Besuch der Cousine Elisabeth (Hazel Court), die schon als Kind Victor als Frau versprochen wurde, wirft zusätzliche Probleme auf...




Am Ende wartet auf den rücksichtslosen Wissenschaftler das Schafott. Er schreckte vor Mord an einem alten Wissenschaftler (Paul Hardmuth) und an seiner heimlichen Geliebten, dem Hausmädchen Justine (Valerie Gaunt) nicht zurück. Der Film über diesen besessenen Akademiker wurde zu Recht ein großer finanzieller Erfolg und veranlasste die Hammer-Produktion, weitere Frankenstein Filme zu drehen.
Die Hammer Studios, Anfang der Fünfziger Jahre in London gegründet, legten viele klassische Horrorfilme mit zumeist geringen Budgets neu auf. Viele von ihnen sind inzwischen selbst unerschütterliche Klassiker geworden. Peter Cushing und Christopher Lee, der in "Frankensteins Fluch" die Rolle der Kreatur spielt, erlangten durch die Hammer-Filme große Popularität und waren kurze Zeit später in einem noch grösseren Hammer Welterfolg "Dracula" zu sehen.
"Frankenstein" spielte weit mehr als 8 Millonen Dollar ein und ist auch heute noch ein klasse Horrorfilm der alten Schule. Also eine unbedingte Empfehlung zum wohligen Gruseln, vor allem in der kalten Jahreszeit oder im Mitternachtskino.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Samstag, 11. November 2017

Blut für Dracula

Regie: Terence Fisher

Dracula - nach zehnjährigem Schönheitsschlaf

10 Jahre war es ruhig in Karlsbad. Doch mit dem Eintreffen englischer Touristen geht es wieder rund in den Karpaten.
Die Brüder Charles (Francis Matthews) und Alan Kent (Charles Tingwell) sind mit ihren Ehefrauen Diana (Suzan Farmer) und Helen (Barbara Shelley) auf ihrer Reise in einem dieser typischen, urgemütlich wie unheimlichen Wirtshäuser in dieser Gegend angekommen und schon werden sie eindringlich von einem Mönch, Abt Shandor (Andrew Keir) gewarnt, Karlsbad auf jeden Fall zu meiden. Vor allem das berüchtigte Schloß, dass allerdings auf keiner Landkarte verzeichnet und in keinem Reiseführer erwähnt wirdEine Alternativ Einladung ins Kloster lehnen die vier jedoch ab, denn als aufgeklärte Menschen glauben sie nicht an die vom Abt geschilderten bösen Kräfte, die in Karlsbad wirken sollen.
Am nächsten Tag machen sie aber dennoch Bekanntschaft mit dem Aberglauben der dort ansässigen Bewohner, denn der Kutscher weigert sich in der Abenddämmerung weiter nach Karlsbad zu fahren und lässt nach einer heftigen Diskussion seine Fahrgäste im Wald stehen, er will erst am anderen Morgen wiederkommen und sie dort abholen.
In einer kleinen abbruchreifen Hütte werden sie nun schlafen müssen, aber überraschend kommt dort eine weitere Kutsche vorbei, die allerdings führerlos ist. Schnell aufsteigen und auf nach Karlsbad. Doch die Pferde führen die vier Touristen geradewegs ins Schloß. Dort angekommen werden sie von dem unheimlich wirkenden Diener Gabor (Philip Latham) empfangen, der ihnen ein leckeres Mal (Henkersmahlzeit ?) zubereitet und die Gäste danach in ihre beiden Zimmer weist. Das Schloß gehört dem verstorbenen Graf Dracula (Christopher Lee), der natürlich (und das wissen die unbedarften Gäste nicht - lediglich die ängstliche Helen ahnt etwas "Böses") Blut für seine Auferstehung braucht...






Terence Fisher drehte mit "Blut für Dracula" seinen zweiten Dracula Streifen mit Christopher Lee, der es jahrelang ausschlug ein weiteres Mal in die Rolle des Vampirfürsten zu schlüpfen. Deshalb sollten 7 Jahre vergehen, allerdings auch ein weiterer genialer Film wie "Dracula und seine Bräute" ohne die Mitwirkung von Lee als Art alternativer Lückenfüller entstehen, bis es 1965 wieder soweit war und der Star zum zweiten Mal in seine bekannteste Rolle schlüpfte.
Dracula spricht in diesem düsteren Film kein einziges Wort, was die Atmosphäre noch unheimlicher macht, als sie es eh schon ist.
Aufgrund der sehr düsteren Machart ist "Blut für Dracula" mein Favorit der sechs Dracula-Filme mit Christopher Lee.
Der Film hält durchgehend diese bedrohliche Stimmung, es ist zwar alles voraussehbar, aber der Film erfüllt die elementaren Schreckenszutaten: Dunkelheit, Wald, Schlösser, Gott, Teufel, Neugier, Blut, Mord...und das alles in der Landschaft der Karpaten.
Neben Höllenfürst Dracula gibt es mit dem Diener Gabor noch einen weiteren ganz miesen Fiesling zu bekämpfen.





Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Montag, 23. Oktober 2017

Dracula (1958)






Regie: Terence Fisher

Draculas Horror...

Nach der äusserst erfolgreichen Neubelebung Frankensteins konnte es für die Hammer Studios nur einen weiteren Schritt geben: Dracula.
Bram Stokers Romanfigur war beim Publikum natürlich schon ein etablierter Name, Bela Lugosis Interpretation des Vampirfürsten aus dem Jahre 1931 war nicht nur ein Megaerfolg für die Universal Studios, sondern blieb als Klassiker des Horrorfilms unvergessen.
Die Regie übertrug man erneut Terence Fisher, was nach dem Erfolg von Frankenstein auch nur konsequent war.
Der Set Designer Bernard Robinson leistete mit den extrem ausladenden Sets eine vortreffliche Arbeit.
Hinter der Kamera nahm mit Jack Asher ein Mann Platz, der ein gutes Auge für die Farbgestaltung des Films hatte.
Jonathan Harker (John Van Eyssen) reist nach Transsilvanien zum Schloß eines gewissen Grafen Dracula (Christopher Lee). Der kultivierte Gentleman braucht dringend einen Bibliothekar, der die große Bibliothek des Grafen neu ordnet. Doch tatsächlich ist Harker ein Vampirjäger, der den Bösewicht unschädlich machen möchte.
Eine Vampirfrau (Valerie Gaunt) bittet Harker um Hilfe, er solle mit ihr vom Schloß fliehen. Als Dank für die Zusage wird Harker von ihr gebissen.
Er weiss nun, dass er ebenfalls dazu verdammt sein wird ein Kind der Nacht zu werden. Daher hat er nur noch wenig Zeit, es wird in einigen Stunden dunkel und er muß den Sarg des Dracula finden, damit er den hölzernen Pfahl durchs Herz des Vampirs jagen kann.
Doch soweit kommmt es nicht. Dracula kann entkommen und ist schon an Harkers Verlobten Lucy Holmwood (Carol Marsh) interessiert, er besucht sie Nachts. Noch ahnen Lucys Verwandte, Arthur (Michael Gough) und Mina (Melissa Stribling) nichts von der drohenden Lebensgefahr. Kann Prof. Van Helsing (Peter Cushing), der Partner von Harker, die Katastrophe verhindern...





"Dracula" ist sicherlich der quintessenzielle, äusserst typische Hammer Film. Er hat alles, was Hammer ausmacht, was Hammer groß gemacht hat
Es ist vor allem auch der Film von Christopher Lee und seinem ebenbürtigen Gegenspieler Peter Cushing als Van Helsing, der als Mann der Wissenschaft auftritt und als Professor mit religiösen Zügen einem charismatischen Gentleman mit Fangzähnen gegenübertreten muß.
Drehbuchautor Jimmy Sangster ist ziemlich frei mit dem Stoff umgegangen, trotzdem gelang es den Geist der Vorlage effektiv zu nutzen. Auch das Geschehen spielt örtlich irgendwo in  Transsilvanien angesiedelt, die weitere Handlung, die dann in London spielen sollte, wurde nach Siebenbürgen verlegt.





Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Samstag, 26. August 2017

Dracula und seine Bräute


Regie: Terence Fisher

Nosferatu Baron Meinster

Vielleicht muss man sich wirklich erst mal daran gewöhnen, dass der echte Dracula und würdige Lugosi-Nachfolger mit dem Briten Christopher Lee 1958 auferstanden, von van Helsing (Peter Cushing) im gleichnamigen Film besiegt wurde und erst 1965 mit "Blut für Dracula" wieder zum Leben erweckt wurde...chronologisch folgt in der legendären Dracula Reihe von Hammer aber zuerst der hier vorliegende "Dracula und seine Bräute", 1960 ebenfalls von Terence Fisher gedreht.
Die Off-Stimme am Anfang klärt uns da ja auch auf, Dracula besiegt - aber wir sind in Transsilvanien und seit wann soll es in Transsilvanien nur einen Vampyir geben ? Wäre ja lächerlich.
Die junge Marianne (Yvonne Monlauer) ist unterwegs zu ihrer Arbeitsstelle als Lehrerin. Als die Nacht anbricht, macht die Kutsche Halt im Dorf und sie wird trotz der subtilen Warnungen der Wirtsleute in dieser Nacht Gast auf Schloss Meinster, weil sie von der alten Baroness (Martitia Hunt) eingeladen wurde. Die Schlossherrin lebt dort sehr zurückgezogen mit einer sonderbaren Dienerin (Freda Jackson) und ihrem jungen blonden Sohn (David Peel).
Im Schlosskeller begegnet sie dem milchbubigen Sohn, von dem ihr die Baroness sagte, er wäre krank, wahnsinnig und gefährlich. Der junge Baron ist an einer Silberkette am Bein gefesselt, die es ihm unmöglich macht, sich frei zu bewegen. Aus Mitleid und wohl auch weil sie Gefallen an dem jungen charmanten Herrn findet beschließt die naive Marianne, ihn zu befreien. Ein Streit zwischen Mutter und Sohn entbrennt, Marianne hört die Schreie der sterbenden Mutter und flieht verstört in die Nacht, wo sie natürlich von Doktor Van Helsing gefunden wird. Van Helsing hält sich glücklicherweise immer in diesem Landstrich auf und er begegnet am anderen Tagen auf Schloss Meinster der als Vampir auferstanden Baroness, die Licht ins Dunkel bringt " die Männer, mit denen ich feierte und zechte, verdarben ihn, bis der eine kam, der ihn zu dem machte, was er jetzt ist"
Nach erfolgreichem Pfählen der vor sich selbst Abscheu empfindenden Untoten setzt Van Helsing die Suche dem Obervampir Baron Meinster fort, der nichts anbrennen lässt, bereits zwei weitere Mädchen zu Draculas Bräuten gemacht hat und inzwischen mit unserer Marianne verlobt ist...der Showdown in der alten Mühle ist unausweichlich.





Zugegeben: David Peel ist alles andere als ein Christopher Lee und der Kritikpunkt, dass der Vampir auch Furcht verbreiten muss, ist berechtigt.
Dies schafft der blonde Schönling Peel nicht.
Allerdings hat der Film doch enorme Vorzüge, die ihn zu einem der besten "Hammer Filme" macht. Er besticht durch ein wunderschönes Setdesign, etwas morbide und immer wohlig gruslig...mit durchweg sehr stimmigen und schönen Bildkompositionen. Typisch Hammer eben...
Die Restaurierung des Films durch Koch Media ist ebenfalls vorzüglich. Satte Farben, guter Ton...obwohl der Film schon bald 50 Jahre auf dem Buckel




Bewertung: 10 von 10 Punkten