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Samstag, 13. Juni 2026

Bridges of Spies - Der Unterhändler


Regie: Steven Spielberg

Es war einmal der kalte Krieg...

Berühmt wurde Steven Spielberg als der kommerziellste und erfolgreichste Regisseur aller Zeiten, denn Blockbuster wie "Der weiße Hai", "Unheimliche Begegnung der dritten Art", "Jäger des verlorenen Schatzes", "E.T." oder "Jurassic Park" gingen alle auf sein Konto. Diese Filme festigten seinen Ruf als genialer Erzähler von Kinomärchen. Er hat sich aber seit seinem Welterfolg mit dem Holocaust-Film "Schindlers Liste" auch einen vorzüglichen Ruf als Macher guter und interessant gestalteten Geschichtsfilme einen Namen gemacht. Nach dem oscarpreisgekrönten Meisterwerk "Schindlers Liste" beschäftigte er sich mit der Sklaverei "Amsistad", mit dem zweiten Weltkrieg "Der Soldat James Ryan, mit dem Terrorismus "München" und mit dem berühmtesten US-Präsidenten und der Abschaffung der Sklaverei "Lincoln". Alles gute sorgfältige Arbeiten, zu der auch sein 2015 "Bridge of Spies" gehört, der sich mit dem Kalten Krieg und den gegenseitigen Spionage-Aktivitäten der beiden Gegner USA und Russland beschäftigt. Einmal mehr spielt Tom Hanks die Hauptrolle, eine gute Wahl -zumal er aktuell der einzige "Volksschauspieler" der USA zu sein scheint, der den guten Amerikaner wie kein anderer verkörpern kann und somit das Erbe von Spencer Tracy oder James Stewart bestens ausfüllt. Der Film wurde in Anlehnung an die sogenannten Agentenbrücke gewählt. Diese Glienicker Brücke liegt zwischen dem einstigen West-Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstast Potsdam, ehemals DDR-Bezirkshauptstadt. Während der Jahre des Kalten Krieges fanden genau auf dieser Brücke mehrere Male Austausche von gefangenenen Spionen statt. Der ersten dieser Austauschaktionen hat Spielberg in seinem Film "Bridge of Spies" nun ein filmisches Denkmal gesetzt. Als Lohn für die Mühe gabs auch 6 Oscarnominierungen, eine davon - Mark Rylance als bester Nebendarsteller - war letztendlich von Erfolg gekrönt. Der britische Schauspieler ist in der Rolle des unscheibaren Rudolf Abel zu sehen, der als Kunstmaler in den USA lebt, aber kein amerikanischer Staatsbürger ist. Er ist ein Spion für den Feind - die kommunistische Sowjetunion. Doch er wird bereits observiert. Eines Tages schlägt der Staat zu und verhaftet den Verräter. Spionage ist ein Kapitalverbrechen, auf die normalerweise die Todesstrafe steht. Aber die guten Amis wollen dem bösen Feind dennoch einen fairen Prozess zukommen lassen, es soll nicht heißen, dass er schon im Vorab verurteilt wird. Als Pflichtverteidiger wird der versierte Versicherungsanwalt James Donovan (Tom Hanks) bestimmt, der sich zwar in dieser Rolle unwohl fühlt, aber dann doch die Verteidigung annimmt. Dies setzt auch ihn und seine Familie unter Druck, denn keiner kann es verstehen, wie man einen solchen Feind des amerikanischen Volkes verteidigen kann. Donovan spürt auch sofort den Druck, der auf ihm lastet. Man will zwar den Anschein erwecken, dass der Prozess fair und ohne Emotion abläuft, aber es werden ihm Steine in den Weg gelegt. Seine Integrität als Anwalt ist auch mehr als einmal gefragt, denn auch der CIA tritt auf ihn zu mit dem Ansinnen, dass er die Gespräche mit seinem Klienten preisgibt - die nationale Sicherheit wiegt schließlich mehr als die Menschenrechte eines Spions. Donovan bleibt aber kompromisslos und erteilt eine Absage Informationen preiszugeben, dies sorgt zwar für Verärgerung - aber er bekommt den Ruf eines Mannes, der zu seinen Idealen steht. Er kann sogar die drohende Todesstrafe abwenden. Richter Byers (Dakin Matthews) verurteilt den Angeklagten zu 30 Jahren Gefängnis. Bald erweist sich dieses "milde" Urteil als guter Schachzug, denn in der Sowjetunion wird der US-Air Force Pilot Gary Powers (Austin Stowell) geschnappt, dem ebenfalls Spionage zur Last gelegt wird. Was auch stimmt, denn er war mit enger Kooperation mit der CIA unterwegs, um bei Spionageflügen in sehr großer Höhe Aufnahmen zu machen. Von der CIA bekommt Donovan bald den Auftrag als Unterhändler nach Ost-Berlin zu reisen und mit der Sowjetunion einen Austausch der Spione Abel und Powers auszuhandeln. Gerade zu dieser Zeit wird in der Stadt mit dem Mauerbau begonnen. Es herrscht Ausnahmezustand in den Sektoren. Einer der Leidtragenden wird der amerikanische Student Frederic Pryor (Will Rogers), wird von den DDR-Polizisten als Spion verdächtigt und ebenfalls gefangengenommen....



Spielbergs Spionagethriller ist eine amerikanisch-deutsche Koproduktion. Das Studio Babelsberg fungierte als Koproduzent und in Nebenrollen sind die deutschen Darsteller Sebastian Koch, Burkhart Klaußner, Maximilian Mauff oder Michael Schenk zu sehen. 150 Kulissenbauer waren daran beteiligt das Berlin der 60er Jahre wieder auferstehen zu lassen, man darf von den vielen tollen Szenenbildern begeistert sein. Auch Kameramann Janusz Kaminski wie gewohnt souverän und professionell in seinem Metier. Tom Hanks kann als Hauptdarsteller den Film mühelos im Alleingang tragen. Ein Held, geprägt von Vernunft und Menschlichkeit - der seiner Zeit weit voraus schien.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Samstag, 28. März 2026

Minority Report




















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Regie: Steven Spielberg

Ein neuer Weg zur Verbrechensbekämpfung...

Wenn man etwas mehr über die Handlung des Spielberg Films "Minority Report" nachdenkt, dann fallen ein paar Ungereimtheiten oder Logikbrüche ein. Aber der Spannung und dem Vergnügen tut dies keinen Abbruch, denn die 1956 erschiene Kurzgeschichte des US-Kultautors Philip K. Dick ist eine intelligente Science Fiction, sie stellt die Frage nach den Konsequenzen einer Verbrechensbekämpfung, die zwecks Verhinderung zukünftiger Morde die Schutzhaft des potentiellen Deliquenten zur Folge hat. Es geht daher um einen ethisch und auch juristisch sehr fragwürdigen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, denn schließlich findet der Mord aufgrund der vorherigen Verhinderung nie statt. Ein Abwägen von einer viel höheren Sicherheit für die Allgemeinheit mit der individuellen Freiheit des Einzelnen. Spielberg präsentiert eine nahe Zukunft, in der die Menschen beim Betreten von Geschäften sofort individuell auf ihre möglichen und wahrscheinlichen Bedürfnisse angesprochen werden. Solche Szenen bilden die nahe Zukunft einer jetzt schon gegenwärtigen Realität ab. In "Minority Report" ist Orwells Vision eines Überwachungsstaates Realität geworden. Es geht in diesem sehr interessanten Genrebeitrag auch um die Macht und Manipulation von Bildern - wir sind inzwischen jetzt schon damit konfrontiert bei Bildern im Internet zu orakeln, ob es Realität darstellt oder ob es sich - was inzwischen fast schon wahrscheinlicher ist - um phantasievolle KI Bilder handelt. Nach dem geglückten "A.I. Künstliche Intelligenz" ein weiterer sehr gelungener Klassiker von Spielberg. Der Film spielt im Jahr 2054 in der Metropolregion Washington, D.C., wo eine spezialisierte Polizeieinheit für „Präkriminalität“ potenzielle Kriminelle mithilfe von Vorahnungen dreier Hellseher, sogenannter „Precogs“, festnimmt.Minority Report vereint Elemente aus Action, Science-Fiction, Tech-Noir, Thriller und Krimi und ist gleichzeitig ein klassischer Verfolgungsfilm. Der Protagonist wird eines Verbrechens beschuldigt, das er nicht begangen hat, und flieht. Spielberg konsultierte Wissenschaftler, um eine plausiblere Zukunftswelt als in anderen Science-Fiction-Filmen zu präsentieren, und einige der im Film dargestellten Technologien haben sich als vorausschauend erwiesen.Die hochkarätige Zusammenarbeit zwischen Spielberg und Cruise machte Minority Report zu einem der meist erwarteten Filme des Jahres 2002. Er erhielt positive Kritiken und war ein kommerzieller Erfolg; er avancierte zum zehnt erfolgreichsten Film des Jahres weltweit. Bei einem Budget von 102 Millionen US-Dollar spielte er über 358 Millionen US-Dollar ein. Er wurde für den Oscar in der Kategorie „Bester Tonschnitt“ nominiert und gewann vier Saturn Awards (Bester Science-Fiction-Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Beste Nebendarstellerin Samantha Morton) bei elf Nominierungen. Seitdem zählt er zu den größten Science-Fiction-Filmen aller Zeiten Im Jahr 2054 plant die US-Bundesregierung die landesweite Einführung des in Washington, D.C., entwickelten Polizeiprogramms „Precrime“, das seit sechs Jahren läuft. Drei hellseherische Menschen („Precogs“) erhalten Visionen eines bevorstehenden Mordes, und die Beamten analysieren diese Visionen, um den Tatort zu bestimmen und den Täter festzunehmen, bevor das Verbrechen geschieht. Potenzielle Mörder werden in ein künstliches Koma versetzt und in einer panoptikumähnlichen Einrichtung festgehalten. Obwohl Precrime in den sechs Jahren seines Bestehens fast alle geplanten Morde verhindert hat, kommt es immer noch zu spontanen Affekttaten, sogenannten „Red-Ball“-Morden, die der Polizei nur wenig Zeit zum Eingreifen lassen. Der Leiter von Precrime, John Anderton (Tom Cruise), führte eine Spezialeinheit an, um einen wütenden Ehemann zu überwältigen, der versucht hatte, seine Frau und seinen Liebhaber zu töten, nachdem er deren Affäre entdeckt hatte. Anderton nahm an dem Programm teil, nachdem sein sechsjähriger Sohn Sean entführt und nie wieder gefunden worden war. Er leidet unter Depressionen und ist von der Droge Neuroin abhängig, eine Frau Lara (Kathryn Morris) hat ihn verlassen. Der arrogante und überhebliche Agent des Justizministeriums, Danny Witwer (Colin Farrell), überprüft die Operation „Precrime“, um etwaige Schwachstellen aufzudecken. Agatha (Samantha Morton), eine der Präkognitiven, hat eine Vision vom Ertrinken einer Frau, während Anderton zusieht. Neugierig erfährt er vom Gefängnisdirektor, dass das geplante Opfer, Anne Lively (Jessica Harper), kurz nach der Verhinderung ihres Mordes verschwunden ist; er entdeckt jedoch auch, dass Agathas Vision des Verbrechens nicht aktenkundig ist. Kurz darauf prophezeien die Präkognitiven, dass Anderton einen Mann namens Leo Crow (Mike Binder) töten wird, den er nie zuvor getroffen hat. Witwer konfrontiert Anderton später mit der Entdeckung seines Neuroin-Konsums. Anderton flieht, woraufhin Witwer eine Fahndung einleitet, da er ihn verdächtigt, ihm eine Falle gestellt zu haben. Anderton besucht Dr. Iris Hineman (Lois Smith), eine Genetikerin, deren Forschung zur Gründung von Precrime führte. Sie erfährt, dass die Fähigkeiten der Präkognitiven auf Hirnschäden im Mutterleib zurückzuführen sind, die durch die Sucht ihrer Eltern nach frühen, unreinen Formen von Neuroin während der Schwangerschaft verursacht wurden. Hineman erklärt, dass ein Präkognitiver gelegentlich eine andere Zukunftsvision hat als die anderen – einen sogenannten „Minderheitsbericht“. Diese Abweichungen werden aus den offiziellen Aufzeichnungen entfernt, um den Ruf der Unfehlbarkeit der Präkognitiven zu wahren, doch die Erinnerungen der Präkognitiven bleiben erhalten. Sollte Anderton einen solchen Minderheitsbericht haben, so Hineman, stamme dieser höchstwahrscheinlich von Agatha, da ihre präkognitive Fähigkeit die stärkste der drei sei.Nachdem er sich einer Augentransplantation unterzogen hat, um den in der ganzen Stadt installierten Netzhautscannern zu entgehen und Fletchers Precrime-Team zu entkommen, kehrt Anderton zu Precrime zurück. Mit seinen entfernten, ursprünglichen Augen, die er nach der Transplantation behalten hat, dringt er in den Tempel ein, in dem die Präkognitiven gefangen gehalten werden, und entführt Agatha....









Steven Spielberg gelingt es in diesem rasanten und mitreißenden Science-Fiction-Thriller, anspruchsvolle Ideen und actionreiche Szenen gekonnt zu verbinden. Im Vergleich zu den meisten anderen Filmklassikern von Steven Spielberg ist "Minority Report" so schillernd wie düster. Kameramann Janusz Kaminski verstärkt diesen Eindruck und liefert Bilder in einem Film Noir Stil. Vor allem legt der Regisseur größten Wert auf die Geschichte und die Charaktere. Unterstützt wird er von einem sehr guten Tom Cruise und klasse Nebendarstellern wie Max von Sydow als Lamar Burgess, Direktor von Precrrime sowie Samantha Morton und Colin Farrell.









Bewertung. 9 von 10 Punkten. 
 

Sonntag, 23. Juli 2023

Gefährten


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Steven Spielberg

Kriegspferd...

Als Vorlage für den neuen Spielberg Film "Gefährten", der im Original "War Horse" heißt, diente das gleichnamige Kinderbuch von Michael Morpurgo aus dem Jahr 1984.
Wenn am Ende des Film das monumentale Bild auf der Leinwand zelebriert ist, dann hat man 145 märchenhafte Filmminuten erlebt: Die Liebe, den Hass und die bewegendsten Momente eines Lebens und vor allem einer großen Freundschaft.
Klar, natürlich trägt Steven Spielberg gegen Ende emotional noch mächtig auf, wie wenn das Szenario nicht schon rührend und bewegend genug wäre...es muss noch was draufgesetzt werden. Da möchte man am liebsten "aufhören" rufen, denn die Taschentücher sind doch schon alle verbraucht...grins. Aber Spielbergs Overkill hört eben erst mit dem überlebensgroßen Bild ala "Gone with the wind" auf.
Die Bilder, die wie geschaffen für die große Leinwand sind, hat Janusz Kaminski geschaffen - eine Oscarreife Leistung. Trotzdem wurde er bei den Academy Awards von Robert Richardson (Hugo Cabret) geschlagen.
Der Film erzählt in epischer Breite von der Freundschaft zwischen Tier und Mensch und beginnt im Jahr 1912. Der Teenager Albert Narracott (Jeremy Irvine) lebt mit seinen Eltern Ted (Peter Mullan) und Mutter Rose (Emily Watson) auf einer Farm in Devon, England.
Pferde haben es ihm besonders angetan, er beobachtet die Geburt eines jungen Halbbluts und verfolgt auch immer wieder wie das kleine Fohlen heranwächst. Mit der Zeit wird es etwas zutraulich, doch es braucht noch seine Mutter.
Und genau dieses Pferd wird von Alberts Vater bei einer Pferdeauktion gekauft, obwohl er doch eigentlich einen guten Ackergaul gebraucht hätte. Aber er wollte dem Gutsbesitzer und Vermieter Herr Lyons (David Thewlis) zeigen, dass auch er sich ein stolzes Pferd leisten kann.
Nun wirds aber eng mit der Pacht und obwohl der Junge und Joey, das Pferd gemeinsam trainieren, auch für die Landwirtschaft am Pflug schuften...am Ende muss der Vater beim Kriegseintritt das Pferd verkaufen.
So wechselt Joeys Besitzer im Lauf des Krieges, auch der junge Kavallerie-Offizier Captain James Nichols (Tom Hiddleston) ist stolz auf das edle Pferd, doch er verliert es an die Deutschen, wo es den beiden jungen Soldaten und Brüdern Michael und Günter (Leonard Carow/David Kross) zur Flucht dient....



Spielberg ist halt ein Meister des Gefühlkinos. Die Geschichte ist sehr einfach, für jeden verständlich und hat auch - trotz des Grauens, dass der Film zeigt - schöne Botschaften, wie etwa die Macht der Freundschaft. Aber auch sind es Bilder, die traurig machen und aufzeigen, zu was für Grauen der Mensch fähig ist.
Sehr bewegend ist vor allem die Szene in den Schützengräben und dem Pferd im Niemandsland. Fernab vom Kriegsgetümmel entsteht auf beiden Seiten eine Hilfsbereitschaft für das Tier, die beiden Soldaten Collin (Toby Kebbell) und Peter (Hinnerk Schönemann) sind für einige Momente ausserhalb von Feindschaft.
Natürlich muss man ein Faible für solche Tränendrücker haben, mich hat der Film aber schon irgendwie erreicht, auch wenn es nur ein etwas grausames, aber hoffnungsvolles Märchen bleibt.


Bewertung: 8 von 10 Punkten

Samstag, 31. Dezember 2022

West Side Story (2021)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Steven Spielberg

Die Geschichte von den Jets und den Sharks...

1961 war das romantische Muscialdrama "West Side Story" der erfolgreichste film des Jahres. Er spielte ca. 45 Millionen Dollar ein und bekam 10 Oscars zugesprochen. Heute gehört der Film von Robert Wise und Jerome Robbins zu den unsterblichen Klassikern des US-Kinos und hat einen festen Stammplatz in der All Time Liste des American Film Institutes. Der Film ist perfekt inszeniert und daher fragte man sich warum nach 50 Jahren ein Remake dieses Klassikers gedreht wird. Steven Spielberg hat dieses Risiko einer Neuverfilmung gewagt, obwohl er wusste, dass er die Qualiät des Originals nie toppen kann. Aber ich denke sein Ziel war es mit der neuen Verfilmung eine interessante weitere Variante zu schaffen, die neben dem Original bestehen kann und vielleicht durch die neuen Aspekte auch bei den Skeptikern dieses Reboots auch ein bisschen Begeisterung auslösen zu können. Und ja...dies ist Spielberg durchaus gelungen. Der neue Film wurde von Tony Kushner geschrieben und Spielberg wollte den Stoff für das heutige Publikum etwas modernisieren. Die Geschichte selbst - eine Romeo und Julia Romanze, die im New York der 50er Jahre spielt - wurde nicht verändert. Es wurden lediglich Veränderungen in den Nebenschauplätzen vorgenommen. So hat Spielberg für Rita Moreno, die im Originalfilm die Bernardos Freundin Anita spielte und dafür den Oscar bekam, eigens eine Nebenrolle geschaffen: Sie spielt die alte Valentina, die irgendwie Bindeglied zwischen den verfeindeten Jets (gebürtige Amerikaner aus dem Viertel) und Sharks (Einwanderer aus Puerto Rico) ist. Denn Valentina stammt aus Puerto Rico, hat einen Amerikaner geheiratet und kennt alle Jungs, die sich nun als verfeindete Banden gegenüber stehen, von klein auf. Sie ist es auch, die Anton (Ansel Elgort), den alle Tony nennen und der bis vor kurzem, gemeinsam mit seinem besten Freund Riff (Mike Faist) Anführer der Jets war, Arbeit in ihrem Laden gegeben hat. Doch bei einem Gewaltakt hat er einen der Sharks krankenhausreif geschlagen und musste daher für einige Zeit ins Gefängnis. Nun ist er auf Bewährung frei und tatsächlich hat der Knastaufenthalt den Jungen irgendwie zum Umdenken gebracht. Er distanziert sich von seiner Bande, was Riff sehr enttäuscht. Denn der will unbedingt den ultimativen Entscheidungskampf mit den Sharks, bei denen Bernardo (David Alvarez) das Sagen hat. Immer wieder kommt es zu Straßenkämpfen um die Kontrolle des San Juan Hill in der Upper West Side von Manhattan. Maria (Rachel Zegler), die Schwester von Shark-Anführer Bernardo, ist mit seinem Freund Chino (Josh Andres Rivera) verlobt, sehnt sich aber nach Unabhängigkeit und eigenen Entscheidungen. Bei einem Tanzabend lernen sich Tony und Maria kennen und verlieben sich ineinander. Das verärgert Bernardo, der Riffs Bedingungen für eine Schlägerei zustimmt, wenn Tony daran teilnimmt. Tony bekundet seine Liebe zu Maria, und das Paar trifft sich auf Marias Feuerleiter und verspricht, sich am nächsten Tag wiederzusehen....










Die Songs sind genauso gut wie im Original, da waren Könner am Werk. Auch die Choreographie ist Weltklasse und die Rolle der Anita wird von der großartigen Ariana de Bose gespielt, die es ihrer Vorgängerin Rita Moreno nachmachte und ebenfalls den Oscar sowie den Golden Globe gewinnen konnte. Auch wenn ich Richard Beymer damals gar nicht schlecht fand, begeistert mich Ansel Elgort in der Rolle als Tony viel mehr. Rachel Zegler und Mike Faist sind neue Gesichter im Kino, die überzeugen konnten. Spielbergs Neufassung wurde für 7 Oscars nominiert, darunter auch für den besten Film. Leider floppte das Musical mit einem Einspielergbnis von 75 Millionen Dollar. Dieser Umsatz konnte die hohen Produktionskosten nicht decken.










Bewertung: 9 von 10 Punkten