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Mittwoch, 24. Juli 2024

The Howling - Das Tier


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joe Dante

Der Lykanthrop schleicht durch die Nacht...

Schon lange existiert der mythologische Aberglaube, dass sich manche Menschen bei Vollmond in einen Wolf verwandeln können und bei Tagesanbruch wieder menschliche Gestalt annehmen. Die meisten Sagen berichten von Männern, die einen Pakt mit dem Teufel eingingen und von ihm den "Gürtel aus Wolfsfell" erhielten, mit dessen Hilfe die Verwandlung vollzogen werden konnte. Heute vermischen sich im Mythos "Werwolf" auch die Legendenbildungen diverser Hollywoodfilme, etwa wenn ein Mensch vom Werwolf verletzt wird, er das gleiche Schicksal erleiden wird. Die alten Sagen berichten dass die Opfer von Werwölfen zerrissen und gefressen wurden. In George Waggners Klassiker "The Wolf Men" mit Lon Chaney jr. aus dem Jahre 1941 ist beispielsweise von solch einer späteren Wolfsverwandlung ist erstmalig die die Rede.
In den 80er entstanden einige der besten Werwolffilme, der bekannteste dürfte John Landis "American Werwolf" sein, auch "Zeit der Wölfe" von Neil Jordan ist schon alleine deshalb beachtlich, weil er die alten Märchen hervorkramt und den Werwolf als diesen aus dem germanischen abgeleiteten "Wer": "Mann" also Mannwolf beschreibt, einerseits ein Verführer der Frauen und andererseits (eben bei Vollmond) die reissende Bestie.
Joe Dantes "The Howling" stammt aus dem Jahr 1981 und ist einer der bemerkenswertesten Werwolf-Filme.
Der Film erzählt die Geschichte der Fernsehjournalistin Karen White (Dee Wallace). Diese ist nach einem traumatischen Erlebnis während einer fast schon distanzlosen Reportage über und vor allem mit dem gesuchten Triebtäter Eddie, nervlich in einem traumatischen Zustand. Das Treffen fand in einem Sexkino statt, beim Eingreifen der Polizei wird Eddie erschossen. Karen kann sich an nichts mehr erinnern.
Der Psychiater Dr. George Waggner (Patrick Macnee - "Joe Dante hat ein Faible für Filmzitate und Filmfiguren, deshalb George Waggner") rät ihr, in seinem abgelegenen Sanatorium Erholung und Aufarbeitung zu suchen. Ihr verständnisvoller Freund Bill (Christopher Stone) begleitet sie. Die "Gemeinschaft" ist nett, wie auch die Dorfbevölkerung. Doch steht ihnen ihr schlimmster Alptraum noch bevor, denn Werwölfe gibt es vielleicht überall, zumindest aber verführerische Vamps wie Marsha (Elisabeth Brooks), die Bill anbaggert...







Ein sehr guter empfehlenswerter Horrorfilm, der eine gute Atmosphäre aufbauen kann und kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet...




Bewertung: 8 von 10 Punkten

Montag, 20. Mai 2024

The Verdict


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sidney Lumet

Alkoholiker und Anwalt...

Sidney Lumet, einer der wichtigsten US-Regisseure der 70s, drehte immer wieder ausgezeichnete Gerichts- und Polizeifilme. Die Auswahl der Stoffe war eher progressiv und die Hauptfiguren eher Antihelden. Es gelang ihm meistens in seinen Filmen wichtige Kritik am Rechtssystem sehr klar zu vermitteln, obwohl die Drehbücher teilweise sehr komplex waren.Seine grössten Kassenerfolge nach seinem Welterfolg "Die 12 Geschworenen" in 1957 hatte er vor allem in den 70er Jahren mit Klassikern wie "Hundstage", "Serpico" oder "Network".
"The Verdict" wurde 1981 gedreht und gilt inzwischen ebenfalls als einer der gelungensten Gerichtsfilme. Fünfmal oscarnominiert, allerdings keinen gewonnen und in seiner intelligenten und auch unspektakulären Erzählweise, die auch den Mut hat Position zu beziehen, vielleicht einer der letzten Ausläufer des progressiven 70er Jahre US-Kino, vor allem in diesem Jahrzehnt war es möglich, solche Stoffe auch erfolgreich in die Kinos zu bringen. Der Zuschauer hatte damals noch Lust, sich unbequemen, komplexen, politischen und gesellschaftskritischen Geschichten zu stellen.
Dies ist vielleicht auch der grosse Unterschied zu den neuen Gerichtsfilmen ala John Grisham, die eher glattgebügelter und etwas oberflächlicher konzipiert sind.
Im Inszenierungsstil ist "The Verdict" Lumets eigenem Klassiker von 1957 nicht mal unähnlich. Es sind vor allem die Dialoge, auf die Lumet auch in "The Verdict" grössten Wert legt und die dann auch stellenweise dominant an eine klasse gespielte Theaterinszenierung erinnern.







Das intelligente Drehbuch wurde von David Mamet geschrieben und der Film funktioniert vor allem deshalb so gut, weil er vier charismatische Schauspieler gewinnen konnte.
Paul Newman als der heruntergekommene, alkoholkranke Anwalt...von der Gegenseite (Krankenhaus, katholischer Träger) erhält er noch vor der Verhandlung ein überaus grosszügiges Angebot der Schadensregulierung. 210.000 Dollar...für diesen Kunstfehler, durch den eine junge Frau im Koma liegt.
Alle wären zufrieden: Die Verwandten aus ärmlichen Verhältnissen, die Gegenseite mit zwei renommierten Ärzten, die Kirche...auch unser Anwalt selbst, denn er würde 1/3 der Summe kassieren.
Das Geld annehmen heisst aber auch den Fall vertuschen. Und an diesem Punkt wacht Frank Galvin (Paul Newman) auf. Ihm zur Seite stehen sein Helfer Morrissey (Jack Warden) und die Frau, die er erst kürzlich kennenlernte (Charlotte Rampling)...die Gegenseite wartet mit einem der besten Anwälte (James Mason) auf. Der Kampf David gegen Goliath beginnt und am Ende entscheiden wieder 12 Geschworene....







Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mittwoch, 18. Januar 2023

American Werwolf in London


Regie: John Landis

Blue Moon...

Das Kinojahr 1981 war ein ausgesprochen guter Jahrgang für Werwölfe. Joe Dante und "Das Tier" begeisterte die Kinogänger, ebenso die humorvollere und lockere Variante, die John Landis (Ich glaub mich tritt ein Pferd, Die Glücksriter, Kopfüber in die Nacht) anbot.  Er wollte laut eigenen Angaben eine sehr zeitgenösssische Version eines alten Filmes machen und dieses Ziel hat er mit "American Werewolf" bestens erreicht.
Die beiden amerikanischen Studenten David Kessler (David Naughton)  und Jack Goodman (Griffin Dunne) befinden sich mitten auf einer Reise durch Europa und Jack wäre in diesem Augenblick viel lieber im sonnigen Italien als irgendwo im Niemandsland bei bewölktem bis regnerischem Wetter irgendwo im Vereinigten Königreich . In diesem rauen nordenglischen Hochmoor geraten sie auf ihrer Wanderschaft nach einer Autofahrt mit Schafen in das einsam gelegene Dorf East Procter, dessen Einwohner sehr misstrauisch gegenüber Fremden sind und offenbar ein Geheimnis hüten. Dies jedenfalls ist der Eindruck den die beiden jungen Amis in der Dorfkneipe „The slaughtered Lamb" bekommen, in das sie kurz vor Einbruch der Nacht einkehren. Dort entdecken sie an der Wand ein Pentagramm. Als sie nach diesem Gegenstand fragen, werden sie von den Kneipengästen in die Nacht gejagt - bekommen aber den Hinweis auf alle Fälle auf der Straße zu bleiben und sich vor dem Mond zu hüten. Natürlich kommen sie vom Weg ab und irgendwann merken die Beiden, dass sie von einem Tier verfolgt werden. Es muss wohl ein großer Hund sein - von diesem werden sie auch bald im Moor angegriffen. Jack stirbt und David überlebt leicht verletzt diesen Angriff. Immerhin brachten die Dorfbewohner das Tier mit der Schußwaffe zur Strecke. Im Krankenhaus in London wird David damit konfrontiert, dass es dieses Tier wohl gar nicht gab, denn alle anderen Aussagen haben bei der Polizei angegeben, dass sie von einem Mann angegriffen wurden. Doch David hat Alpträume, die ihn nicht mehr loslassen. Unter anderem erscheint der tote Jack und will David begreiflich machen, dass sie von einem Werwolf angegriffen wurden und David sich selbst beim nächsten Vollmond zur reißenden Bestie verwandeln wird. Aber es gibt auch gute Seiten am Krankenhausaufenthalt und zwar durch die Präsenz und liebevolle Betreuung durch Krankenschwester Alex Price (Jenny Agutter), die sich in David verknallt und ihn anschliessend bei sich zuhause aufnimmt. Alles könnte in eine ganz normale Lovestory einmünden, wäre da nicht der nächste Vollmond...





 "American Werewolf" war auch die Stunde des Maskenbildners Rick Baker, der hier für seine Arbeit den wohlverdienten Oscar erhielt. Die Szene von der Verwandlung vom Menschen zum Wolf ist auch einer der eindrucksvollsten Horrorfilm-Momente der 80er Jahre und blieb im kollektiven Gedächtnis in Erinnerung. Darüberhinaus ist auch die straffe, aber total lockere Inszenierung von John Landis hervorzuheben, der gekonnt mit sämtlichen Klischees spielt und diese total charmant in die Geschichte eingebaut hat. Ebenso gelungen das Leben nach dem Biss - die Hauptfigur David schwankt zwischen Realität und Traum, bis sie immer mehr merkt, dass der Alptraum zur Wirklichkeit wird und traurigerweise keine Zukunft zu lässt. In diesem Moment hat der Film eine glaubwürdige Traurigkeit parat.







Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Montag, 5. Dezember 2022

Body Heat - Die heißkalte Frau


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Lawrence Kasdan

Begegnung mit Matty....

In den klassischen Noir Filmen wurde der Mord eines ungeliebten Ehepartners öfters thematisiert. Luchino Visconti drehte 1943 "Ossessione", kurze Zeit später sorgte Billy Wilder mit der "Frau ohne Gewissen" Barbara Stanwyk für Begeisterung. Mit "Im Netz der Leidenschaften" wollten John Garfield und Lana Turner deren lästiger Ehemann um die Ecke bringen. Lawrence Kasdan wählte für seinen Debütfilm eine sehr ähnliche Variante. Deshalb wird sein 1981 entstandener Neo Noir "Body Heat" manchmal als Beinahe-Remake von "Frau ohne Gewissen" bezeichnet. Kasdan hat bei der Realisierung sehr stark mit den klassischen Noir-Zutaten gearbeitet, gab aber seinem ersten Film doch eine sehr eigenständige Note, was sicherlich auch an den starken schauspielerischen Leistungen von Kathleen Turner als Femme Fatale und William Hurt als selbstzerstörerischer Liebhaber lag. Der Film spielte 24 Millionen Dollar an der Kasse ein und hat einen stark ausgeprägten pessimistischen Charakter in Bezug auf die menschliche Natur.
Es ist Sommer und in Florida ist es extrem heiß. Ned Racine (William Hurt) verdient als Anwalt seine Brötchen, doch er gehört nicht zu den Besten seiner Zunft. Befreundet ist er mit dem stellvertretenden Staatsanwalt Peten Lowenstein (Ted Danson) und dem Ermittler Oscar Grace (J. A. Preston).
An einem dieser heißen Sommenabende lernt er die attraktive Matty Tyler Walker (Kathleen Turner) kennen, die mit dem schwerreichen Edmund Walker (Richard Crenna) verheiratet ist. Ned ist von der Lady so fasziniert, dass er in den nächsten Tagen versucht sie wiederzusehen. Als Anhaltspunkt hat er nur ihren Wohnort, der an der Küste liegt. Gut, dass es dort nur eine Kneipe gibt und tatsächlich findet er dort Matty, die erneut einen sehr einsamen Eindruck macht. Aus diesem zweiten Treffen ergibt sich eine gemeinsame Nacht in Mattys Haus, denn der Ehemann ist für einige Zeit geschäftlich unterwegs. Bald ist Ted der schönen Frau total verfallen und beide fassen den Entschluß, dass der Mann dem gemeinsamen Glück im Wege steht - vor allem weil Matty bei einer Scheidung lediglich mit einer kleinen Summe abgespeist wird. Das ist ja das Erbe viel lukrativer. Eines Abends kommt Ned zum Anwesen der Walkers und sieht dort auch Mattys alte Highschool Freundin Mary Ann Simpson (Kim Zimmer)., die Matty sehr ähnlich sieht. Um den Mord als Unfall zu tarnen, wendet sich Ned an seinen früheren ehemaligen Klienten Teddy Lewis (Mickey Rourke). Der Sprengstoffexperte soll eine Bombe herstellen....




Die Musik zum Film ist jazzig und klassisch, sie passt hervorragend zu einem der besten Neo Noirs der 80er Jahre. Kathleen Turner bekam eine Golden Globe Nominierung für ihre Darstellung einer heißkalten Frau. Kameramann war Richard T. Kline (Hängt ihn höher, Der Frauenmörder von Boston, Kalter Hauch, Soylent Green, Teufelskreis Alpha), der mit seinen Bildern die Schwüle dieses Sommers spürbar macht.





Bewertung: 9 von 10 Punkten