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Donnerstag, 22. Dezember 2022

Der Pianist


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roman Polanski

Dunkle Tage in Warschau...

Seine kreativste Zeit hatte Regisseur Roman Polanski sicherlich ab Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre. Dort entstanden die Klassiker "Tanz der Vampire", "Rosemarys Baby" und "Chinatown". 1977 wurde der polnische Filmemacher in Los Angeles wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt. Er setzte sich nach Europa ab. Es entstanden weitere herausragende Filme wie "Tess" und "Der Pianist" - ein Holocaust Drama nach Tatsachen. Es ist die Geschichte des jüdisch-polnischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman, der mit viel Glück und der Hilfe einiger Menschen den Holocaust überleben konnte. Seine Geschichte ist auch eng mit dem Regisseur Polanski verbunden, da er als Kind nach dem Tod seiner Mutter aus dem Krakauer Ghetto floh. Bis zum Ende des Krieges lebte er in einer Scheune eines polnischen Bauern. Sein Vater wäre beinahe auch im Konzentrationslager gestorben, aber am Ende des Krieges fanden Sohn und Vater wie durch ein Wunder wieder zusammen.
Neben Juden und Helfern des polnischen Widerstandes hat der Pianist sein Überleben auch dem deutschen Offizier Wilm Hosenfeld (Thomas Kretschmann) zu verdanken. Die Begegnung zwischen beiden Männern findet fast schon zu Ende des Krieges statt und es wird sichtbar, dass beide auch das gleiche Schicksal teilen: Sie sind beide Opfer.
Im September 1939 beginnt die Erzählung. Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody in der Rolle seines Lebens), ein polnisch-jüdischer Pianist, spielt live im Radio in Warschau, als der Sender während des deutschen überfalls auf Polen bombardiert wird. In der Hoffnung auf einen schnellen Sieg jubelt seine ganze Familie zu Hause, denn sie haben per Radio erfahren, dass Gro0britannien und Frankreich Nazideutschland den Krieg erklärt hat. Doch es soll leidvolle beinahe 6 Jahre dauern. Die Stadt wird zuerst umkämpft, denn auch die sowjetische Armee ist in Polen einmarschiert. Dann wird die Hauptstadt Warschau aber Teil des von den Nazis kontrollierten Generalgouvernements. Und damit fangen natürlich die ersten Repressalien gegen die jüdischen Mitbürger an, es leben zu dieser Zeit mehr als 300.000 Juden in der Stadt. Sie werden daran gehindert zu arbeiten oder ein Geschäft zu besitzen. Ausserdem müssen sie immer die verordneten blauen Davidstern-Armbinden tragen. Wer sich weigert, wird hart bestraft - aber diejenigen, die sie tragen leben auch gefährlich. Denn so sind sie noch sichtbarer der Willkür und der Schikanen vieler Besatzungssoldaten ausgeliefert. Wladyslaw und seine Eltern Eltern (Frank Finlay, Maureen Lipman) sowie die Geschwister (Ed Stoppard, Julia Rayner, Jessica Kate Meyer) müssen im November 1940 in das isolierte und überfüllte Warschauer Ghetto umziehen, wo sich die Bedingungen noch weiter verschlechtert haben. Die Menschen hungern, die SS-Wachen agieren hier noch brutaler, hungernde Kinder werden einfach ausgesetzt und in den Straßen und den Hinterhöfen liegen Leichen. Eines Abends werden die Szpilmans Zeuge, wie die SS bei einer Razzia die ganze Familie in einer Wohnung auf der anderen Straßenseite tötet und einen alten Mann im Rollstuhl aus einem Fenster im vierten Stock wirft.
Am 16. August 1942 kommt der Erlass, dass die gesamte Familie mit Tausenden Anderen Ghettobewohnern im Rahmen der Operation Reinhard ins Lager Treblinka transportiert werden. Einer der jüdischen Ghetto Polizisten bewahrt Wladyslaw vor dem Einsteigen in den Zug des Todes. Aber nun ist er alleine, getrennt von seiner Familie, deren Schicksal ungewiss ist. Er wird in Warschau Sklavenarbeiter und hift dort dem Widerstand, indem er Waffen ins Ghetto schmuggelt. Eine weitere Station seiner Odyssee ist eine leerstehende Wohnung, die ihm seine polnische Bekannte Dorata (Emila Fox) und deren Ehemann Andrzej (Ronan Vibert). Im August 1944, während des Aufstands, wird die Stadt in weiten Teilen völlig zerstört. Nun ist der Pianist auf sich allein gestellt. In den Ruinen sucht er nach Vorräten und nach einer nicht ganz so unsicheren Unterkunft. Bei seiner Suche kommt er an einem Haus vorbei, drinnen entdeckt er eine Dose mit Essiggurken. Beim Versuch die Dose zu öffnen, merkt er plötzlich, dass sich jemand im Zimmer befindet. Es ist der Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld....






Der Deutsche fragt nach dem Beruf und Wladyslaw antwortet "Ich bin Pianist" - der Offizier bittet ihn auf einem Flügel, der sich im Haus befindet, zu spielen. Szpilman, völlig entkräftet und sichtlich gealtert, entscheidet sich für Chopins Ballade in g-Moll. In diesen Minuten voller Musik entsteht etwas positives - der Deutsche verrät den Mann und sein Versteck nicht. Er versorgt ihn sogar mit Nahrung. Mit wenigen Worten erkennt der Zuschauer, dass jeder Einzelne dazu beitragen konnte, den wahnsinnigen Krieg und Hass abzumildern und erträglicher zu machen. "Der Pianist" ist eine kraftvolle Aussage über Krieg, über die entstehende Umenschlichkeit und auch über die Erlösung in Form der Kunst. Das Bild des hageren Menschen, der mit einem Glas Gurken in der Hand durch eine karge, zerbombte Stadt geht bleibt dem Zuschauer länger im Gedächtnis. Auch wenn die vier vorherigen Filme von Polanski "Frantic", "Bitter Moon", "Der Tod und das Mädchen" und "Die neun Pforten" sehr interessant waren, kam mit "Der Pianist" so etwas wie ein Comeback an die Regie-Weltspitze zustande. Der Film war nicht nur ein guter Kinoerfolg mit einem Umsatz von ca. 120 Minuten. Er bekam auch sehr viele Preise. Viermal wurde er für den Europäischen Filmpreis nominiert - der Kameramann Pawel Edelmann siegte auch in seiner Kategorie. Auch bei der Vergabe der Cesars konnte 7 Trophäen gewonnen werden. Auch Hollywood ehrte den Film mit drei Academy Awards. Roman Polanski bekam in Abwesenheit den Regie-Oscar. Auch Hauptdarsteller Adrien Brody wurde geehrt - ebenso das Drehbuch von Ronald Harwood. Desweiteren gabs noch Nominierungen für den besten Film, die Kostüme, Schnitt und Kamera.







Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 
 
 

Samstag, 18. Juli 2020

Intrige







































Regie: Roman Polanski

Die Affäre Dreyfuß...

Roman Polanskis Historienfilm "Intrige" wurde für insgesamt 12 Cesars (Bester Film, beste Regie, bester Darsteller Jean Dujardin, beste Nebendarsteller Louis Garrel und Gregory Gadebois, Drehbuch, Szenenbild, Kostüme, Kamera, Schnitt, Ton, Filmmusik)  nominiert und erhielt am Abend des 28. Februar 2020 drei Preise. Neben dem Sieg in der Kategorie "Kostüme" gingen zwei Preise an den Macher und Regisseur selbst, denn er schrieb gemeinsam dem britischen Journalisten Robert Harris auch das ausgezeichnete Drehbuch. Bereits im Vorfeld gab es massive Kritik gegenüber der Akademie und deren hohe Wertschätzung für den Film, da Polanski im Jahr 1977wegen  "Vergewaltigung einer Minderjährigen" in den USA angeklagt wurde und noch vor der Hauptverhandlung außer Landes floh, da er mit einer sehr hohen Gefängnisstrafe rechnen musste. Seither lebt Polanski in Frankreich und dreht in Europa zwar keine Meisterwerke mehr für den Filmolymp wie "Rosemarys Baby" oder "Chinatown", aber dennoch sehr interessante und beachtenswerte Filme. "Intrige" ist ein solcher Film und mit diesem Projekt kehrte er wieder zum "Historienfilm" zurück. Seine früheren Ausflüge in diesem Fach wie "Tess" oder "Oliver Twist" waren aber Literaturverfilmungen. "Intrige" basiert zwar ebenfalls auf einem Roman, aber unterscheidet sich aufgrund des Stils doch deutlich von den beiden Vorgängern, denn "Intrige" ist stark dokumentarisch geprägt.
Diese Machart führt allerdings zur gewollten hohen Authentizität und bringt dem Zuschauer die Dreyfuß Affäre ins Gedächtnis, jenen aufsehenerregenden Justizskandal, der die französische Gesellschaft und die politischen Lager in den letzten Jahren des 19. Jahrhundert tief spalten würde. Der bisher unbescholtene Artillerie-Hauptmann Alfred Dreyfuß (Louis Garrel) wird im Jahr 1884 durch ein Kriegsgericht in paris wegen Landesverrat zugunsten des Deutschen Kaiserreichs zu einer lebenslangen Haft und Verbannung auf die Teufelsinsel im Atlantik vor Französisch-Guayana verurteilt. Dreyfuß stammte aus dem Elsass und war Jude. Man kam damals aufgrund einiger zweifelhaften Handschriftengutachten zu diesem Urteil. Es vergehen viele Monate. Der französische Offizier Marie-Georges Picquard (Jean Dujardin) war Zeuge des Prozesses. Am 1. Juli 1895 wird Picquard als Leiter der militärischen Spionageabwehreinheit eingesetzt. In dieser Funktion wird er zur Schlüsselfigur bei der späteren Rehabilitierung des unehrenhaft aus der Armee entlassenen Sträflings....




Dieser Justizirrtum weitete sich zum riesigen Skandal im ganzen Lande aus, denn viele antisemitische Kräfte sowie auch klerikale und monarchistische Politiker wollten den jüdischen Dreyfuß schuldig sehen und nicht den tatsächlichen Verräter Major Ferdinand Esterhazy. Der Film schildert die Ereignisse sehr nüchtern und gerade dieser wenig spektakuläre Stil lässt diese Zeit vor mehr als 120 Jahren wieder aufleben. Das verhaltene Spiel der Darsteller ist ebenso hervorragend. Polanski zeigt wie "Machtmißbrauch" schon damals - genau wie heute - ausserordentlich gut funktioniert und das man "Sündenböcke" braucht. Er zeigt aber auch, dass man schon damals mit einer gewissen Zivilcourage diesen ungerechten Systemen Einhalt gebieten konnte. So nimmt die Passage mit dem Schriftsteller Emile Zola, gespielt von Andre Marcon", eine Schlüsselposition im Film ein, sein Zeitungsartikel "J´accuse..." (deutsch: Ich klage an) hat bewirkt, dass dieser schändliche Fall noch einmal aufgerollt wird und dass am Ende die Gerechtigkeit doch noch siegen konnte.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 2. Juli 2020

Die neun Pforten

Regie: Roman Polanski

Die raren Bücher des Satans...

Leider kam "Die neun Pforten" damals fast zeitgleich mit "Sixth Sense" in die Kinos und da hatte der Polanski Streifen natürlich das Nachsehen. Nicht zuletzt vielleicht auch durch das irritierende Ende des Films, da ist der Zuschauer nämlich gefragt, eigene Deutungen zu entwickeln. Und so ein auf den Schlussplot exakt getimter Film wie "Sixth Sense" ist da schon extrem im Vorteil. Sowas lässt dann ja keine Fragen mehr offen, sondern der Schlussakkord wird dem überraschten Zuschauer wie mit einem Vorschlaghammer präsentiert.
Leider war "Die 9 Pforten" auch an der Kasse kein Erfolg. Er spielte zwar 38 Millionen Dollar ein, aber das Budget des Films lag bei 58 Millionen Dollar.
Künstlerisch macht Polanski dort weiter, wo er bei "Rosemarys Baby" oder "Der Mieter" aufgehört hat. Bildet der Mensch sich zuviel ein oder sind in unserer Realität auch Kräfte am Werk, die wir nicht begreifen. Vielleicht Satan ?
Polanski schickt seinen Antihelden, den Antiquar und Buchdetektiv Dean Corso (Johnny Depp) genauso auf die Suche wie wie Alan Parker seinen Privatschnüffler Harry Angel im Okkultschocker "Angel Heart" auf die Suche nach dem Teufel.
Auftraggeber ist aber nicht Louis Chypre, sondern der exzentrische Verleger und Millionär Boris Balkan (Frank Langella), der seltene und rare Bucher sammelt - alles zum Themenkreis "Satan".
Vor kurzem hat er ein Exemplar des Buches "Die neun Pforten ins Reich der Schatten" erworben - es wurde im 17. Jahrhundert von einem gewissen Aristide Torchia geschrieben. Vielleicht aber auch vom Teufel selbst. Der Sammler Telfter (Willi Holt) hat ihm das Buch kurz vor seinem Suizid verkauft. Doch nun geht das Gerücht um, dass es von diesem Buch drei Exemplare geben soll. Corso soll die Bücher, die sich im privaten Besitz befinden, echt sind oder Fälschungen. Denn es soll nur ein Buch tatsächlich echt sein. Doch auch andere Büchernarren sind hinter der Rarität her, auch die Witwe von Telfter (Lena Olin) und eine junge Frau (Emmanuelle Seigner). Corso findet heraus, dass eines der Bücher im Besitz von Baronesse Frieda Kessler (Barbara Jefford) ist, das andere gehört einem Victor Vargas (Jack Taylor). Dabei pflastern Leichen den Weg seiner Suche...




 
"Neun Pforten" ist subtil und für meine Begriffe in der Retrospektive aber dadurch wesentlich wirkungsvoller als ein "Sixth Sense". Mit viel Liebe zum Detail schildert Polanski diese Suche und öffnet für den Zuschauer auch diese geheimnisvollen Bücher, in denen einige Rätsel zu finden sind und neun Holzschnitte, die sich in allen drei Büchern unterscheiden. In jedem der Bücher sind drei der neun Holzschnitte mit dem Kürzel LCF signiert – diese sollen von Luzifer persönlich gefertigt worden sein. Das Buch soll einen Weg beschreiben, den Teufel herbeizurufen und in neun Schritten in sein Reich einzuziehen – vorausgesetzt, man ist in der Lage, die versteckten Rätsel des Buches zu entschlüsseln und deren Botschaft richtig zu deuten. Durch diese dunklen Pfade bezieht der Film auch eine große Spannung.
Ein herrlicher Film, bei dem der sehr kühle und sogar irgendwo unsympathisch wirkende Protagonist, für ein astronomisches Honorar Bücher suchen und darin enthaltene Botschaften enträtseln muss. 
Die Geschichte führt uns nicht nur auf eine Reise zu den Pforten der Hölle, sondern auch zu den wertvollsten und verschroben-schrägsten Bibliotheken der Welt...so gesehen beinhaltet der Film auch eine grosse Liebeserklärung an "das Buch" selbst.
Intellektuell grossartig und extrem spannend bleibt diese Büchersuche bis zum Schluss. Aber vorher werden noch ein paar lächerliche Satansjünger in noch lächerlicheren Kutten als bescheuerte kleine Würstchen gezeigt, eine herrliche Einlage die zum wüsten Ableben des eigentlich rechtmässigen Jüngers Satans führt. Ist der Adept seinem Herrn auch auf den Leim gegangen ? Johnny Depp hat einen Hinweis mehr, das macht ihn zum Nachfolger des missglückten Erstversuchs, der nach "Jäger des verlorenen Schatzes" Manier in seiner Gier verbrannte.
Es lief ja für Johnny alles gut, mit dem Teufel hat er sich ja kurz vorher poppend verbrüdert...was kommt aber dann, als er vor dem Eingang der Burg steht ?




 
Bewertung: 8 von 10 Punkten

Sonntag, 26. Januar 2020

Wenn Katelbach kommt







































Regie. Roman Polanski

Sackgasse...

Nach "Das Messer im Wasser" und "Ekel" reiht sich auch der 1966 entstandene makabre Home Invasion Film "Wenn Katelbach kommt" mühelos in die hervorragende Qualiät von Roman Polanskis frühen Werken. Kritiker und Filmhistorikder haben den Film mit dem Theater des Absurden in Verbindung gebracht, eine besondere Verwandtschaft mit dem Samuel Becketts Theaterstück "Warten auf Godot" war gegeben. Und man fühlt sich auch erinnert an "Wer Gewalt sät..." einem wesentlich düsteren Home Invasion Film von Sam Peckinpah. In beiden Filmen ist der mit Schwächen bzw. Komplexen versehene Hausherr plötzlich im eigenen Heim von Eindringlingen bedroht. Er hat Mühe ein gewünschten Männlichkeitsbild vor seiner frustierten Frau aufrechtzuerhalten. Gerard Brach und Roman Polanski schrieben das Drehbuch zum Film bereits 1963 in Paris. Dabei flossen auch autobiographische Erinnerungen von Polanski mit ins Drehbuch. Er wollte damit die unglückliche Ehe mit der polnischen Schauspielerin Barbara Kwiatkowska verarbeiten und der Arbeitstitel "When Katelbach comes" war eine Anspielung auf den Schauspieler Andre Katelbach, der in einem Kurzfilm von Polanski schon dabei war und dort keinen einzigen Dialog hatte. Diesmal war Katelbach zwar nicht zu sehen, aber nur seine Stimme während eines Telefonats ist zu hören und ansonsten warten die beiden Gangster Dickey (Lionel Stander) und Albie (Jack MacGowran), dass dieser Katelbach in ihrem Unterschlupf auf dem Lindisfarm Castle in Northumberland vorbeikommt und sie aus ihrer misslichen Lage befreit. Im Laufe der Einführung wird bald klar, dass die beiden Männer für den Chef Katelbach einen Coup erfolgreich ausführen sollten. Doch deren Auto steht verloren am Ufer und Albie scheint durch eine Kugel schwer verletzt zu sein. Dickey verlässt ihn und versucht sowohl ein Versteck zu finden als auch für den Freund Hilfe zu holen. In diesem Schloß wohnt ein seltsamer Typ namens George (Donald Pleasance) mit seiner jüngeren französischen Frau Teresa (Francois Dorleac). Die hat Dickey noch vor wenigen Minuten am Strand beim heimlichen Sex mit dem jungen Christopher (Iaian Quarrier) beobachtet, während der Ehegatte mit den Eltern des jungen Lümmels (Geoffrey Sumner/Renee Houston) und seinem fliegenden Drachen beschäftigt war. Dieses abgelegene Dominil scheint der richtige Ort zu sein, um sich für eine gewisse Zeit verbergen zu können. Bald bemerkt das Ehepaar, dass ein Einbrecher im Haus ist und ab diesem Zeitpunkt übernimmt der grobe Gangster Dickie das Zepter. Der linkische und etwas komische George hat Muffe und wird daher auch zur Zielscheibe der Provokationen seiner eigenen frustierten Gattin. Das Verhältnis der drei Menschen ändert sich aber im Laufe von wenigen Stunden. Man kommt sich irgendwie doch etwas näher und weiter wird auf Katelbach gewartet. Doch stattdessen bekommt George Besuch von einem Bekannten (Robert Dorning), dessen Frau (Marie Kean) mitsamt dem äusserst ungezogenen Jungen. (Trevor Delaney). Die bringen gleich noch ein befreundetes Paar (Jacqueline Bisset/William Franklin). Die Situation droht zu eskalieren...




Extrem überzeugende Darstellerleistungen bieten vor allem Lionel Stander als abgeklärter Ganove und Donald Pleasance als Art Clown, der ein bisschen ein Buster Keaton oder Charlie Chaplin in seiner Hilflosigkeit erinnert. Die Situation nimmt im Film immer groteskere Formen an. Zwischen dem Unterdrücker und dem Unterdrückten entsteht bald auch eine gewisse Abhängigkeit und die Liebe und Leidenschaft, die George für seine Frau empfindet, ist leider auch nur einseitig und steht ohnehin auf sehr wackligen Füßen. Im Grunde schildert der Film auch die Unfähigkeit von Menschen mit sich und der Welt, wie sie sich zeigt, überhaupt fertig zu werden. Dies der düstere Subtext in einer Geschichte, die oftmals schreiend komisch und beklemmend zugleich ist.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.