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Mittwoch, 11. März 2026

Nacht in der Prärie
























Regie: Robert Wise

Gun Man...

 "Nacht in der Prärie" von Hollywood-Regisseur Robert Wise entstand 1948 und gehört zu den Western im Noir-Stil,  zu denen auch Klassiker wie "Ritt zum Ox-Bow (William Wellmann, 1943), "Winchester 73" (Anthony Mann, 1950) oder "Colorado Territory" (Raoul Walsh, 1949) gehören. Auch der 1947 entstandene Raoul Walsh Western "Verfolgt" ist sehr von der schwarzen Serie geprägt, nicht nur weil sein Hauptdarsteller Robert Mitchum einer der unsterblichen Helden des Noir wurde. Ein Jahr später verpflichtete ihn die RKO  für "Nacht der Prärie" -  Mitchum war einfach perfekt für diesen Typ Westerner, der ein geheimnisvolle Vergangenheit hat und dessen Schicksal in einem psychologischen Licht erscheint. Doch "Nacht in der Prärie" ist leider in Vergessenheit geraten. In Deutschland war der Western auch als "Gun Man" bekannt und im Original heißt er "Blood on the Moon".
Schon die ersten Bilder sind düster angehaucht, wenn der Reiter (Robert Mitchum) irgendwo aus dem Nirgendwo erscheint und durch den Regen reitet. Er schlägt ein Nachtlager in der Prärie auf und will einfach nur noch schlafen. Doch die Erde fängt an zu beben und in der Ferne sind donnernde Hufe zu hören. Er kann sich in letzter Sekunde auf einem Baum retten, unter ihm eine Rinder-Stampede. Er hat nun sein Hab und Gut verloren und die Cowboys, die dafür verantwortlich waren, entschuldigen sich bei ihm und laden ihn auf eine Tasse heißem Kaffee in ihrem Lager ein. Dort stellt sich der Fremde als Jim Garry vor und lernt den Rancher John Lutton (Tom Tully), dem die Rinderherde gehört. Dieser erzählt von seinem Streit mit dem neuen Verwalter des Indianerreservats Jake Pindalist (Frank Faylen), der ihm nun die Weiderechte auf Indianergebiet untersagt.  Und man hätte auch Revolverhelden angeheuert, um den finsteren Plänen die Rancher zu verteiben Nachdruck zu verleihen. Lutton misstraut Jim und auch dessen Töchter Carol (Phillis Thaxter) und Amy (Barbara Bel Geddes) betrachten den Fremden argwöhnisch. Jim Carry reitet weiter, sein Ziel ist das kleine Nest Sundust, dort lebt sein Freund Tate Riling (Robert Preston). Der verspricht ihm einen lukrativen Job, wenn Jim ihn bei seinen Plänen unterstützt, doch schnell merkt Jim, dass sein Freund gemeinsame Sache mit Pindalist macht. Jims Gewissen meldet sich und bald muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte...



Auffallend ist die anhaltende Schlecht-Wetter Atmosphäre und die düstere und schwere Machart, dies alles ist natürlich sehr Noir-nah und wenn man das auf das Seelenleben des Helden überträgt, dann erkennt der Zuschauer in Robert Mitchums Figur Jim Carry natürlich einen Entwurzelten Mann, der auf der Suche ist. Auch die Regie von Wise ist gekonnt und präzise. Wie in "Verfolgt" von Raoul Walsh ist auch hier eine ausgefeilte Licht- und Schatten-Technik mit markanten Kontrasten zu erkennen.  Die tragende Frauenrolle wird von der jungen Barbara BelGeddes gespielt, die erst 30 Jahre später durch die TV-Serie "Dallas" weltberühmt werden sollte.


 
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Wenig Chancen für morgen


Regie: Robert Wise

Ein todsicherer Coup...

Filmhistorisch wird Robert Wises Noir-Film "Wenig Chancen für morgen" entweder als letzter Film der klassichen Film Noir Ära bezeichnet oder als erster Neo-Noir.  Dabei ist ihm auch ein grimmiger Beitrag zum Rassismus in den USA gelungen, ganz besonders deutlich wird dies in der Schlußszene des Films, wenn zwei verkohlte Leichen identifiziert werden sollen und einer der Polizisten fragt "Welcher von denen war denn nun der Weiße ?" - Robert Wise schuf damit ein Verliererepos, das sicherlich auch einen gewissen Einfluss auf die Nachfolgefilme des Noir hatte - ich denke da auch an Alan Barons "Explosion des Schweigens", der einige Monate später entstand und und die Anonymität und Verlorenheit der Hauptfigur noch etwas stärker in den Focus stellt. Auch die Heist Anteile, wie sie in den 60er Jahren für Jean Pierre Melville berühmt waren, sind hier in "Odds against tomorrow" (so der Originaltitel) nicht wegzudenken.
Ein todsicherer Coup soll gelandet werden - zumindest wenn es nach dem verbitterten Ex-Polizisten David Burke (Ed Begley) geht - der wurde von seinen Kollegen hängengelassen und schiebt immer noch einen Frust auf den gesamten Polizeiapparat, weil die sein Leben ruiniert hätten. Er hat aber einen Plan, wie man 50.000 Dollar machen kann - dazu braucht er aber zwei Komplizen. Von seiner aktiven Zeit kennt er noch den Ex-Knacki Earl Slater (Robert Ryan), der es nun im Alter etwas langsamer angehen lässt, keinen Job hat und bei der Freundin Lorry (Shelley Winters) wohnt. Die hat einen Job als Tänzerin und hält ihren Freund aus. Früher war er ne große Nummer und es gefällt ihm immer noch, wenn Frauen auf ihn fliegen. So bekundet auch die laszive Nachbarin helen (Gloria Grahame) in Abwesenheit von Lorry sexuelles Interesse. Earl Slater ist ein Rassist und dies wird beim geplanten Coup noch zum Hauptproblem werden, denn der zweite Komplize des alten Burke ist der junge schwarze Nachtclubsänger und Jazzmusiker Johnny Ingram (Harry Belafonte). Der hat eine ausgeprägte Spielschuld, will eigentlich keine kriminelle Laufbahn einschlagen, doch die Unterhaltszahlungen für seine getrennte Frau Ruth (Kim Hamilton) und für die kleine Tochter Edie (Lois Thorn) müssen auch bezahlt werden. Zudem rücken ihm seine wenig zimperlichen Gläubiger auf die Pelle. Da sie auch in Richtung Familie drohen, macht Johnny schließlich mit. Er merkt auch sofort, dass Earl ihn abweisend behandelt, lässt sich aber vom Hass des Anderen nicht so schnell einschüchtern. Dann geht es auch schon los. Doch der Bankraub, der so leicht von Burke beschrieben wurde, ist alles andere als Kinderspiel. Es kommt zu einige nicht berechneten Hindernissen und auch der Konflikt zwischen Earl und Johnny spitzt sich zu...



Dabei kann der alte Mann nur bedingt eingreifen, er ist machtlos und die Dynamik verändert sich zunehmend in eine Katastrophe. Der Titel "Wenig Chancen für morgen" ist Programm und die Geschichte ist ein echtes Verliererepos. Dabei konnte Robert Wise auf drei Top-Hauptdarsteller zurückgreifen. Ed Begley ist eh immer ein Gewinn und Robert Ryan beweist einmal mehr seine Klasse. Auch Harry Belafonte ist in einer seiner stärksten Performances zu sehen. In Nebenrollen brillieren mit Gloria Grahame und Shelley Winters zwei große weibliche Ikonen des Noir.


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 19. Mai 2024

Kanonenboot am Yanktsee Kiang


Regie: Robert Wise

Unter Fremdherrschaft....

"Kanonenboot am Yanktsee Kiang" ist ein 1966 von Robert Wise gedrehter Film-Welterfolg.  Er lag am Ende des Jahres auf Platz 4 der erfolgreichsten Kinoblockbuster, nur knapp geschlagen von John Hustons "Die Bibel", von George Roy Hills "Hawaii" und Mike Nichols "Wer hat Angst vor Virgiina Woolf".
Bei der Oscarwahl gabs auch 8 Nominierungen. Doch am Ende ging das "Kanonenboot am Yanktseekiang" leer aus. Sieger des Abends war Fred Zinnemanns "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" und daher mussten Regisseur Robert Wise, Hauptdarsteller Steve McQueen, Nebendarsteller Mako, die Ausstatter, der Kameramann Joseph Mac Donald, Editor William Reynolds sowie Toningenieur James Corcoran und Musiker Jerry Goldsmith ohne die begehrte Filmtrophäe am Ende des Abends nach Hause gehen.
Mit 179 Minuten ist "Kanonenboot am Yanktse Kiang" natürlich ein großes opulentes Filmepos alter Schule - eines der letzten dieser Art.
Die Geschichte spielt im Jahr 1926, zur Zeit des Chinesischen Bürgerkrieges. Maschinist Jake Holman (Steve McQeen) wird vom Flaggschiff der US-Asienflotte auf das Flußkanonenboot US San Pablo der "Yangtse-River-Patrol" versetzt. Captain Collins (Richard Crenna) hat bereits Erkundigungen über den Neuen angestellt und spricht mit Fähnrich Bordelles (Charles Knox Robinson) darüber. Der Neue sei wohl ein exzellenter Maschinist, wurde aber in den letzten Monaten oft versetzt. Tatsächlich erweist sich Holman als etwas eigensinniger Charakter. Denn er versucht die geltenden Regeln auf dem Kanonenboot etwas zu durchbrechen. Die US-Soldaten sind durch die Anwesenheit der chinesischen Kulis zum Nichtstun verdammt. Die Kulis machen die Arbeit. So zieht sich Holman sehr schnell den Hass des Chefkulis (James Hong) zu, der glaubt durch die Aktivität von Holman unnötig zu sein. Tatsächlich stirbt der Mann bei einem Einsatz und nun glauben die Chinesen auf dem Schiff, dass mit Holman das Unglück an Bord gekommen ist. Einen Freund findet Holman in Frenchy Burgoyne (Richard Attenborough), mit dem er öfters beim Landurlaub durch die Bars zieht, wo sich viele Mädchen für Geld verkaufen. So auch die eher zugeknöpfte Mai Li (Emmanuelle Arzan), die auch der grobe Matrose Stawski (Simon Oakland) begehrt. Frenchy hat auch ein Auge auf die scheue Frau mit den vielen Geheimnissen geworfen, er ist aber an einer festen Beziehung mit der Frau interessiert und will sie aus dem Teufelskreis "Prostitution" befreien. Mit seinem neuen Kuli Po Han (Makato Iwamatsu) hat Holman mehr Glück. Die beiden Männer freunden sich sogar langsam aber sicher an. Doch die Lage in China eskaliert mehr und mehr. Man will die Amerikaner aus dem Land haben und sieht das Kanonenboot immer mehr als Provokation an. Diese Wut bekommt auch bald Po Han zu spüren. Er wird vom Mob gefangen genommen und man will ihn zu Tode foltern, wenn man die Forderungen missachtet. Gegen den Befehl seines Kapitäns erschießt Holman seinen Freund um ihm die qualvolle Folter zu ersparen. Doch die nächste Herausforderung wartet bereits auf die Mannschaft des Kanonenboots. Man soll einen gefährdeten Missionar (Larry Gates) und die Lehrerin Shirley Eckert (Candice Bergen) in Sicherheit bringen...




Neben dem militärischren Leben der Besatzung und einigen Einzelschicksalen beschreibt der Film auch den Rassismus und den Kolonialismus, vor allem auch durch die Beziehungen zwischen Seeleuten und Kulis. Auch die Bargirls werden als Freiwild für die Wünsche der Besatzer beschrieben. Es gelingt Robert Wise dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu vermitteln, sondern diese Eindrücke gewinnt man ganz nebenbei. Obwohl der Roman von Richard McKenna bereits im Jahr 1962 erschien, verglichen viele Filmkritiker beim Kinoeinsatz des Films die Geschichte mit dem umstrittenden Vietnam-Engagement.
Tatsächlich kommen dem Zuschauer von Heute beim Schauen auch immer wieder Gedanken darüber auf, dass die Amerikaner sich sehr oft in Konflikte anderer Länder einmischten und Soldaten dorthin entsendeten. Heute wird aber gesehen, dass dieses Engagement sich in fremde Konflikte oder Kriege einzumischen, eher abnimmt. Steve McQueen ist in seiner Rolle als nachdenkender Aussenseiter perfekt. Am Ende erweist sich auch die vorbereitete Rettung eines Missionars als völlig überflüssig. Die Aktion fordert am Ende nur unnötige Todesopfer. 





Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 21. Februar 2024

Ring frei für Stoker Thompson


Regie: Robert Wise

Der Boxer...

Kameramann Milton R. Krasner war insgesamt sechsmal für den Oscar nominiert, das erste Mal 1943 für den Abenteuerfilm "Arabische Nächte". Es folgten hervorragende Arbeiten in Filmen wie "Die Gladiatoren", "Garten des Bösen", "Bus Stop", "Alles über Eva", "Ein Doppelleben", "Scarlet Street", "Gefährliche Begegnung" oder "23 Schritte zum Abgrund". Für seine Arbeit in "Drei Münzen im Brunnen" gewann er 1954 den Oscar.
In "Ring frei für Stoker Thompson" (Originaltitel: The Set Up) aus dem Jahr 1949 war er auch für die dynamischen Fights im Boxring zuständig. Regisseur Robert Wise wollte drei Kameras, die das Geschehen möglichst hautnah einfangen sollen: Eine auf den Ring in seiner Gesamtheit, eine auf die Kämpfer und eine dritte, die aus der Hand gehalten wurde, um Details einzufangen wie z. B. die Berührung eines Handschuhs mit einem Körper. Ausserdem ist es der Regiearbeit zu verdanken, dass der Zuschauer das Gefühl hat vor Ort zu sein, denn Wise setzt auf eine Echtzeit-Erzählstruktur, die Zuschauer sehen während der gesamten Lauftzeit was die Hauptfigur Stoker macht, vom Aufwachen im Hotelzimmer bis hin zum Ende des Kampfes und was nach dem Fight noch passiert.
Bill "Stoker" Thompson (Robert Ryan mit einer grandiosen Leistung9, ein 35-jähriger ehemaliger Boxer, soll in der Paradise City Arena gegen einen 23-jährigen, von der Mafia kontrollierten Gegner namens Tiger Nelson (Hal Baylor) antreten. Seine Frau Julie (Audrey Totter) befürchtet, dass dies sein letzter Kampf sein könnte, und will, dass er den Kampf aufgibt. Tiny (George Tobias), Stokers Manager, ist sich sicher, dass er weiterhin Kämpfe verlieren wird, und nimmt deshalb Geld für eine abgesprochene Niederlage von einem Mafioso an. Er ist sich von Stokers Niederlage so sicher, dass er den Boxer erst gar nicht über die Abmachung informiert.
Stoker und Julie debattieren leidenschaftlich darüber, ob er an dem Kampf teilnehmen soll. Julie sagt ihm, dass sie Kopfschmerzen hat und nicht zuschauen wird. Stoker sagt, wenn er den Kampf heute Abend gewinnt, könnte er bei seinem nächsten Kampf einen Spitzenplatz bekommen, einen Kampf, der ihm 500 oder 600 Dollar einbringen könnte. Mit den 500 Dollar könnten sie einen Zigarrenstand kaufen oder in einen anderen Boxer, Tony Martinez, investieren und ein neues Leben beginnen. Julie sagt, dass sie sich mehr um sein Wohlergehen als um Geld kümmert, aber Stoker erwidert: "Wenn man ein Kämpfer ist, muss man kämpfen."
Nachdem Stoker in die Arena gegangen ist, kämpft Julie weiter mit ihrer Angst und ihrem Wunsch, ihn zu unterstützen. Letztendlich nutzt sie ihre Eintrittskarte für die Veranstaltung nicht und streift stattdessen durch die Straßen rund um die Arena.
Zu Beginn der vierten Runde eines brutalen Kampfes gegen den viel jüngeren und hoch favorisierten Tiger Nelson erfährt Stoker von der Absprache. Obwohl er erfährt, dass Little Boy (Alan Baxter), ein gefürchteter Gangster, hinter der Absprache steckt, weigert er sich, den Kampf aufzugeben.
Stoker gewinnt die lautstarke Unterstützung der blutdurstigen Fans, die ihn zuerst blutend auf dem Boden liegend sehen wollten. Tatsächlich siegt Stoker. Aber damit muss er auch mit den Konsequenzen der Gangster rechnen...





"The Set up" ist für mich einer der stärksten Film Noirs überhaupt. Der Film dauert zwar nur 72 Minuten, aber diese kurze Laufzeit ist in jeder Sekunde intensiv und hoch spannend. Als Kabinenmanager Gus ist Wallace Ford zu sehen und Daryl Hickman spielt den Boxer Youngster Shanley. Art Cohn schrieb das Drehbuch dieses pulsierenden Dramas. Milton R. Krasner gewann einen Preis bei den Filmfestspielen in Cannes und der Film selbst wurde 1950 in der Kategorie "Bester Film" für den Britischen Filmpreis nominiert. Kein Wunder, denn die Sequenzen im Ring sind "Best Of" im Genre des Boxerfilms.







Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 
 

Montag, 17. Oktober 2022

Der Leichendieb


Regie: Robert Wise

Grabschänder in Edinburgh...

Das graue und dunkle Edinburgh im Jahr 1832: Die Wissenschaften sind auf dem Vormarsch und der angesehene Arzt Dr. Wolfe MacFarlane (Henry Daniell) unterrichtet die Studenten der Universität.
Auch Donald Fettes (Russell Wade) ist einer dieser Studenten, auf einem Friedhof sieht er wie ein kleiner Hund das frische Grab eines Jungen bewacht. Die Mutter des toten Kindes erzählt dem jungen Mann, dass sich schon seit längerer Zeit in Edinburgh Grabräuber herumtreiben, die Nachts die Toten wieder ausbuddeln, treiben ihr Unwesen und die Leichen an die Ärzte Schottlands verkaufen, damit diese an ihnen forschen können.
Fettes glaubt diesen Schilderungen nicht, er ist eher an den Erfolgen der Medizin interessiert. Vor allem der Fall der kleinen gelähmten Georgina Marsh (Sharyn Moffett) geht ihm nahe. Deren Mutter (Rita Corday) war bei Dr. MacFarlane und hat diesen gebeten die risikoreiche Operation an ihrer Kleinen durchzuführen. MacFarlane lehnte aber ab, er will seine Zeit leiber seinen Studien und dem Unterrichten widmen.
Heimlich lässt er aber den unheimlichen Kutschfahrer John Gray (Boris Karloff) für sich arbeiten, dieser Mann muss ihm Leichen als Lehrobjekte liefern. Zwischen den beiden Männern scheint ein starker Bann bzw. eine starke Abhängigkeit zu herrschen, ein Geheimnis verbinden die beiden, dass weit in die Vergangenheit zurückreicht und dies spürt auch der engagierte Fettes. Er ist richtig angewidert von diesem Leichendiebstahl, arrangiert sich aber ab diesem Moment damit, als der Arzt das junge Mädchen doch operieren will.
Durch die vielen Grabräubereinen werden die Friedhöfe immer mehr bewacht, aber woher soll jetzt die neuen Leiche kommen, die Georginas Operation möglich macht ? Fettes bittet Gray um Nachschub und ohne es zu wissen lässt er die Lage immer mehr eskalieren...






Ein schöner Grusler aus dem legendären RKO Val Lewton Zyklus, der die beiden 30er Jahre Horrorikonen Bela Lugosi und Boris Karloff noch einmal vereint. Lugosi spielt die Nebenrolle eines erpresserischen Dieners, Boris Karloff hat sogar die Schlüsselrolle des Gruslers inne. Sein John Gray ist eine Gestalt mit vielen dunklen Geheimnissen, der die Geschichte dominiert und den Arzt mit einer Vergangenheit so sehr an sich bindet. Er nennt diesen "Toddy" und ist sich sicher, dass der Arzt ihn nie wird abschütteln können. Die beiden Männer sind verhängnisvoll miteinander verbunden, was sich am Schluß bestätigen wird. 
Boris Karloff ist als Kutscher Gray einfach großartig: Er ist Todesbote und Wanderer zwischen den Welten, zu Hause im Ärztehaus wie auch in der Gosse. Er ist einerseits liebevoll dem kleinen Mädchen zugetan, behandelt den Arzt mit fiesestem Sarkasmus und präsentiert sich dem jungen Assistentsarzt mit formvollendeter, aber hintergründiger diabolischer Höflichkeit. Er ist einerseits abgrundtief böse, aber auch emotional tief verletzt. Er tötet kleine Hunde, streicht aber liebevoll eine Katze, während er mit der anderen Hand einen Mann erwürgt.
Robert Wise inszenierte den Film ähnlich wie Jacques Tourneur mit "Cat People" oder "Ich folgte einem Zombie" in subtiler Weise. Der Horror entsteht aus der Atmosüphäre und auch dem Nicht Gezeigten. Als die singende Bettlerin ermordet wird, hört man nur ihr Singen in der Nacht und plötzlich verstummt der intensive Gesang. Man weiss, dass sie jetzt ermordet wurde.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.