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Dienstag, 17. März 2020

Für König und Vaterland







































Regie: Joseph Losey

Einfach weglaufen...

Joseph Loseys "Für König und Vaterland" entstand 1964 und weist gewisse Ähnlichkeiten mit Stanley Kubricks Meisterwerk "Wege zum Ruhm" auf, der 7 Jahre vorher enstand. Beide Filme spielen im 1. Weltkrieg und in beiden Fällen geht es darum, wie das Militär mit den Schwächen der Soldaten umgeht. In Kubricks Film sollen 3 zufällig ausgesuchte Männer hingerichtet werden, weil es die Einheit der Feigheit bezichtigt wurde und man nur tapfere, todesmutige Helden erlaubte. In Loseys Film geht es um den jungen Soldaten Arthur Hamp, gespielt von Tom Courtenay, der vor ein Kriegsgericht gestellt wird, weil er sich von der Front absetzen und einfach nach Hause gehen wollte. Mit diesem Schwarz-Weiß Film schuf Losey einen beeindruckenden Antikriegsfilm, der teilweise sehr theaterhaft durchkomponiert wirkt. Der amerikanische Regisseur trat 1946 in die kommunistische Partei ein - ein Schritt, der ihn auf McCarthys schwarze Liste setzte und es in der Folge für ihn unmöglich machte in seiner Heimat Filme zu drehen. Im englischen Exil schuf er dann großartige Filme wie "Der Diener", "Sie sind verdammt", "Der Mittler", "Das Mädchen und der Mörder", "Die romantische Engländerin" und "Monsieur Klein". In "Für König und Vaterland" herrscht eine triste Stimmung in einer tristen Umgebung. Der 1. Weltkrieg tobt und in der dritten Flandernschlacht begeht der bisher sehr tapfere Soldat Arthur Hamp (Tom Courtenay) Fahnenflucht. Dabei läuft er einfach vor der Front davon, ohne großen Plan - er will einfach nur noch nach Hause, als einziger Überlebender seiner Kompanie.  Ein paar Tage vorher suchte er den Militärarzt Captain O´Sullivan (Leo Genn) auf, weil er Ängste verspürte und sich dafür etwas verschreiben lassen wollte. Doch statt dem beruhigenden Medikament bekam er vom Doc ein Abführmittel, was dieser immer bei solchen Beschreibungen der Soldaten für sinnvoll erachtet. Hamp kommt aus der Unterschicht und es droht im als Deserteur die Todesstrafe. Sein Pflichtverteidiger ist der arrogante, aus der Oberschicht stammende Captain Hargreaves (Dirk Bogarde), der eigentlich für Feiglinge kein Verständnis hat. Er besucht den Gefangenen zum ersten Mal in seinem notdürftig eingerichteten Gefängnis im Schützengraben. Der Kriegsschauplatz ist von Regen und Matsch durchtränkt, die Zelle wird nur durch ein Gitter geschlossen, das mal das Kopfteil eines Messingbettes gewesen sein muss. Auf dem Boden lauter Schmutzlachen. Je mehr der Soldat von seinem Schicksal berichtet, desto mehr gewinnt Hargreaves Zweifel an seiner Schuld. Er erkennt, dass der Mann zum Zeitpunkt seiner Desertation schuldunfähig handelte. Doch wird das Kriegsgericht unter der Leitung des Colonels (Peter Copley) diesen Fall ähnlich sehen ?



Dieses Kriegsgericht - ebenfalls im Schützengraben - tagt ebenfalls sehr provisorisch und besteht aus einigen Holztischen und -stühlen. Sehr schnell wird dem Zuschauer klar, dass diese "Feigheit" vor dem Feind nicht gut für den Angeklagten enden kann, denn was wäre das für ein Signal für die Truppenmoral. Hamps Mitsoldaten rechnen ihm auch Null Chancen aus, was sie in einem Spiel deutlich machen, dass sie draussen mit einer Ratte nachspielen. Das Tier wird von den Männern zum Tode verurteilt. In der Nacht vor der Hinrichtung schleichen sich die Soldaten in Hamps Gefängnis und trinken gemeinsam mit ihm, in diesem Moment scheinen sie die Sorgen und Ängste zu vergessen. Ein Bild der Weichheit inmitten dieses Krieges ist vorübergehend domiant. Am anderen Morgen soll er aber exekutiert werden. Tom Courtenay und Dirk Bogarde spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig und gut. Courtenay erhielt für seine Darstellung sogar den Coppa Volci der Filmfestspiele in Venedig. Loseys Film wurde viermal für den britischen Filmpreis nominiert. Der recht unbekannte Film schildert nicht die Kämpfe auf dem Schlachtfeld, sondern die Tücken des Soldatenlebens. Vor der Front gibt es kein Entrinnen - entweder man geht freiwillig in den wahrscheinlichen Heldentot, wenn nicht, wenn man sich weigert schießt nicht der Feind, sondern die eigene Armee. Fast mehr noch als bei Kubrick ist Loseys Film ein Krieg ohne Feind:  Im Hintergrund sind den Film über beständig Explosionen zu hören, aber gekämpft wird hier nur innerhalb der eigenen Reihen: Die gesamte Geschichte spielt sich in dieser dreckigen Bunkeranlage ab, und die Befehlshaber entscheiden mit Beiläufigkeit über Leben und Tod ihrer eigenen Männer. Auch hier wird der Gedanke geäußert, daß eine Hinrichtung eines "feigen" Soldaten die Motivation der restlichen Männer steigern wird, die bald wieder in die Schlacht ziehen müssen. In so einer Welt braucht es eben keinen Feind, damit Menschen sterben.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 18. April 2018

Monsieur Klein







































Regie: Joseph Losey

Die Geschäfte des Kunsthändlers...

Frankreich startete am 27. März 1942 seinen ersten Zug mit jüdischen Deportierten - die Endstation war das KZ Auschwitz im von den Deutschen besetzten Polen. Insgesamt fuhren 79 Züge mit über 75.000 Juden in den fast sicheren Tod - nur 2.500 Menschen konnten im Jahr 1945 befreit werden. 
Bereits 1942 wurden im besetzten Frankreich strikte Judengesetze eingeführt, ohne dass die Besatzer alle Gesetze gefordert hätten. Es gab auch sehr starke Eigeninitiativen, der Antisemitismus war stark.  Zunächst sprach die deutsche Militärverwaltung von der Evakuierung der unerwünschten Juden in Arbeitslager, die im Osten liegen, daher waren die ersten Züge ausschließlich mit arbeitsfähigen Männern bestückt. Sehr schnell wurde dies aber aufgeweicht und als im August 1942 selbst alte Menschen und Kinder jeden Alters in die Güterwaggons getrieben wurden, war klar, dass es hier um ein System der Ausrottung einer Rasse ging. In Frankreich fand ebenfalls eine regelrechte Menschenjagd statt - eine davon erzählt der beklemmende Film "Mr. Klein".
Besonders erschütternd ist die Szene fast am Ende des Films, wenn die Menschenmenge in die Zugwaggons gedrängt wird, die in den sicheren Tod fahren. Darunter ist auch der Elsässer Robert Klein, gespielt von Alain Delon in einer seiner großartigsten Rollen, für die er im Jahr 1977 eine Cesar-Nominierung erhalten hat - aber gegen den gleich starken Michel Galabru in "Der Richter und sein Mörder" von Bertrand Tavernier knapp verlor.
Insgesamt war "Monsieur Klein" aber mit 7 Nominierungen und 3 Siegen in wichtigen Kategorien (Bester Film, beste Regie, bestes Szenenbild) der Gewinner des Abends und Joseph Loseys Meisterwerk war in Frankreich auch im Kino gut besucht. Trotz des schweren Stoffes interessierten sich beim Kinostart mehr als 700.000 Franzosen für den Film und kauften sich eine Kinokarte.
Paris 1942: Die Stadt wird von den Deutschen besetzt und dadurch erleidet die jüdische Bevölkerung auch zunehmend offene Diskriminierung. Das Tragen des Judensterns ist Pflicht und darüberhinaus wird das Eigentum der Juden beschlagnahmt. Robert Klein (Alain Delon), ein Elsässer, lebt seit vielen Jahren in der Hauptstadt und verdient als Kunsthändler seinen Lebensunterhalt. Es geht ihm gut, er hat eine hübsche Geliebte (Juliet Berto), treibt es auch heimlich mit Nicole (Francine Berge), der Frau seines Freundes Pierre (Michael Lonsdale), der auch sein Anwalt ist. Mit dem inzwischen faschistischen System hat er sich prächtig arrangiert, er profitiert extrem davon, dass die Juden ihre Wertgegenstände für einen Spottpreis verkaufen müssen.
In der ersten Szene des Films wirkt Klein auch recht zynisch und unerbittlich, als ihn ein Jude (Jean Bouise) aufsucht und ihm ein altes Gemälde eines holländischen Malers verkaufen will. Das Gemälde ist viel mehr wert, aber Klein nutzt die Notlage des Mannes schamlos aus und der muss extem unter Wert verkaufen. Alle Bitten einen fairen Preis zu machen, sind vergebens.
Dann findet Klein vor seiner Wohnungstür eine jüdische Zeitschrift, die er abonniert haben soll. Natürlich weiß er um die Brisanz und sucht sofort den Kommissar (Fred Personne) auf, um klarzustellen, dass es sich bei dieser Zustellung um einen Fehler, ja vielleicht sogar um eine Denunzination handeln muss - er wäre ja kein Jude.
Dieses Vorsprechen macht ihn aber auf der Präfektur verdächtig und so ist der Fall natürlich noch nicht abgeschlossen. Es soll einen zweiten Robert Klein geben - einen, der seinen Namen angenommen, missbraucht und benutzt hat und im Widerstand tätig ist. Klein will herausfinden, wer dieser Mann ist und findet heraus wo der gewohnt hat. Doch er ist weg. Nur seine Concierge (Suzanne Flon) gibt widerwillig Auskünfte und im Zug seiner eigenen Ermittlungen trifft er auch Florence (Jeanne Moreau), eine heimliche Geliebte des Gesuchten. Immer wieder begegnet er auf der Suche nach dem Mann auch der Polizei, denn er hat sich inzwischen immer mehr in den Mittelpunkt deren Ermittlungen gemacht...





Das ist einer der besten und bedrückendsten Filme der 70er Jahre und neben "Der Mittler" auch Joseph Loseys bester Film. Und der hat sehr viele Topfilme hinterlassen. Ein US-Regisseur, der als Sympathisant der kommnunisten Partei, in den frühen 50er Jahren im Zuge der McCarthy Hexenjagd sein Heimatland verließ und sowohl in England als auch in Frankreich als Regisseur arbeitete.
"Monsieur Klein" ist durch und durch kafkaesk und meisterhaft inszeniert. Die Schauspielerleistungen sind großartig und die Kamera von Gerry Fisher unterstreicht die morbide Atmosphäre, die den Antihelden umgibt und die immer auswegsloser wird. Die letzte Einstellung könnte vielleicht auf eine Erklärung hindeuten - aber im Grunde spielt das auch keine Rolle. Egal wie, der Zug ist ein Zug des Verderbens und setzt sich eindrücklich mit der Kollaboration der Vichy-Regierung bei der deutschen Judenvernichtung auseinander. Ein dunkles, schwarzes Kapitel der Menschheitsgeschichte.






Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Sonntag, 11. Februar 2018

Dem Satan singt man keine Lieder







































Regie: Joseph Losey

Der Herumtreiber...

Im Jahr 1951 fiel auch Joseph Loseys Name bei den Verhören von Sympathisanten der Kommunisten Partei vor dem Komitee für unamerkanische Umtriebe. Er verließ die USA für einige Zeit, kehrte zurück und verließ 1953 die USA entgültig - in Europa entstanden auch seine Klassiker wie "Das Mädchen und der Mörder",  "Monsieur Klein", "Accident", "Der Diener" oder "Der Mittler"
Leider ist sein in der USA realisierter Film Noir "Dem Satan singt man keine Lieder" (Originaltitel: The Prowler) nicht besonders bekannt - er entstand kurz nach seinem ersten Filmerfolg "Der Junge mit den grünen Haaren" und auch dieser Film war schon gekennzeichnet von der Hexenjagd in dieser Zeit. Drehbuchautor Dalton Trumbo war bereits auf der Schwarzen Liste, so wurde offiziell Daltons Freund Hugo Butler als Drehbuchautor genannt.
Der Film erinnert an einige früher enstandene Klassiker des Genres wie Billy Wilders unverwüstliche "Frau ohne Gewissen" oder "Im Netz der Leidenschaft" von Tay Garnett, unterscheidet sich aber in einem ganz wichtigen Punkt von seinen filmischen Vorbildern. Denn in "Dem Satan singt man keine Lieder" ist es keine Femme Fatale, die zum Gattenmord anstiftet - der Mordplan und dessen Ausführung wird vom "Prowler" (Herumtreiber) übernommen. Dabei ist dieser Webb Garwood (Van Heflin) ein Polizist und sein Kollege Bud Crocker (John Maxwell hält große Stücke auf ihn. Dessen Frau Grace (Katherine Warren) bemerkt aber schon lange, dass Webb nicht besonders glücklich in seinem Job ist. Sie erkennt seine große Unzufriedenheit. Eines Nachts wird die Polizei von Los Angeles in eine Villa gerufen. Dort lebt die hübsche Susan Gilvray (Evelyn Keyes) mit ihrem Mann, einem bekannten Radiomoderator (Sherry Hall), der Nachts auf Sendung ist. Während sie im Bad war, entdeckte die Frau plötzlich einen Herumtreiber am Fenster. Der flüchtet zwar sofort als er merkt, dass die Frau ihn am Fenster sah. Doch der Schreck und die Angst sitzt so tief, dass die Frau die Polizei verständigt. So lernen sich Webb und Susan kennen. Er kehrt sogar einige Stunden nach Dienstschluß nochmals zurück und sagt der Frau, dass dies so üblich ist. Webb ist sofort in die verheiratete Frau verschossen und er bemerkt auch ihre Sehnsucht - ihren Mann hört sie am Abend nur durch die Radiosendung. Wenn er dann sehr spät "Gute Nacht und bis gleich Susan" sagt, dann weiß sie, dass er nun bald zurückkehrt. Susan versucht zunächst Webb einen Korb zu geben, doch schließlich wird sie schwach und es beginnt die Zeit eines heimlichen Ehebruchs. Während eines Rendezvous in Susans Villa erfährt er auch von einer Versicherungspolice, die der ältere Mann für seine Frau - sollte er sterben - abgeschlossen hat. Damit nimmt ein perfider Mordplan immer mehr Gestalt an...




Und diesen Plan inszeniert Joseph Losey extrem virtuos und so genial, dass man diese unbekannte Genreperle zu den ganz großen Meisterwerken in seiner Gattung zählen kann. Oscargewinner Van Heflin (Der Tote lebt) zeigt hier die beste Leistung seiner langen Karriere. Dabei zeigt sich eindrücklich, dass das Lügengeflecht, dass die Hauptfigur aufgebaut hat, immer mehr in der Realität zusammenfällt und er immer weiter nach Lösungen suchen muss, um  den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Dem Zuschauer wird ein interessanter Verlierertyp präsentiert, der eine aktive Karriere als Baseballspieler vor sich hatte und nun als durchschnittlicher Streifenpolizist ein unglückliches Leben lebt. Neben einer ganz abgründigen Noir Geschichte, wird der Zuschauer mit einem neidischen und gierigen Helden konfrontiert, der nur für seinen Vorteil lebt und auch mordet. Erst 2010 wurde der vergessene Film endlich restauriert und nun kann man dieses immer noch unbekannte Meisterwerk in seiner ganzen Genialtät bewundern. 




 Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Der Diener







































Regie: Joseph Losey

Master and Servant...

Joseph Losey galt als Sympathisannt der Kommunistischen Partei. Ein Fall für das Komitee für unamerikanische Umtriebe. Die Folge war Berufsverbot in den USA. so ging Losey ins Exil nach England.
In Europa entstanden dann auch seine großen Film-Meisterwerke wie "Der Mittler", "Accident", "Monsieur Klein" und "Der Diener".
Die Hanschrift von Losey ist auch eher europäisch geprägt und seine Filme lassen sich nicht gleich in eine Schublade stecken. Und diesen Vorzug hat auch das 1963 entstandene Kammerspiel "Der Diener" - einerseits eine tragikomische Gesellschaftssatire, andererseits auch durch seine Geheimnisse ein subtiler Psychoterror-Film.
Dieser Diener heisst Hugo Barrett (Dirk Bogarde) und wird von dem wohlhabenden jungen Londoner Gentleman Tony (James Fox), der sich gerade in London ein schickes großes Haus gekauft hat, als dieser für alles zuständige Diener, der ihm alle Unannehmlichkeiten des Alltags vom Leibe halten und Mädchen für alles sein soll, eingestellt.
Tatsächlich agiert Hugo äusserst professionell und fachmännisch, allerdings ist seine etwas aufdringliche und resolute Art bald für Tonys Verlobte Susan (Wendy Craig) ein Dorn im Auge. Sie misstraut dem Hausdiener immer mehr. Andererseits ist Tony aber von Hugos Hausmanagment äusserst begeistert. So ist es auch bald Tatsache, dass dieser Hugo Barrett auch eine gewisse Vera (Sarah Miles) ins Haus einschleust, weil die Arbeiten ja immer intensiver und aufwendiger werden.
Er gibt die junge Frau als seine Schwester aus, aber ist sie das auch wirklich ? Warum macht sich der Diener im Haus immer unentbehrlicher und welche Macht übt er auf den Hausherren aus ?





"Der Diener" entwickelt sich so immer mehr zum Herrn, der Herr sogar immer mehr zum Diener in seinen eigenen vier Wänden. Dabei spielen Spiegel eine große Rolle in der Handlung, was auch darauf schließen lässt, dass der eine zum Spiegelbild des anderen wird und entlarvt die Brüchigkeit der Persölichkeiten oder auch nicht. Losey behält am Ende ein Rest Geheimnis bei sich.
So ist "Der Diener" im positiven Sinne auch am Ende nicht ganz zu entschlüsseln, man erkennt nur die Weiterführung eines bizarren oder auch chaotischen Planes, weiß aber nicht, welche Motivation und welche Ambition diesen vorantreibt.
Hervorraged einmal mehr die grandiose Kameraarbeit von Douglas Slocombe, der dafür sorgt, dass die spröde Bebilderung haften bleibt.
Der Film ist sehr dialoglastig und bietet reichlich Subtexte an, sowohl in der Art der persönlichen Beziehung und Abhängigkeit beider Männer zueinander, als auch als Abgesang auf die Klassengesellschaft.
Ein guter Film, der leider zu Unrecht arg in Vergessenheit geraten ist.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Sonntag, 19. November 2017

Sie sind verdammt







































Regie: Joseph Losey

Eiskalte  Kinder...

Der amerikanische Filmemacher Joseph Losey gilt als sehr europäisch geprägter Regisseur, viele seine Filme wie "Der Mittler", "Monsieur Klein", "Der Diener" oder "Accident" sind bei den Filmfans anerkannte Meisterwerke. Er hat sogar für die legendären Hammerstudios einen Beitrag abgeliefert. 1963 realsierte er dort den Science Fiction Film "These are the Damned".
Er basiert auf HL Lawrences Roman "Die Kinder des Lichts", die deutsche DVD Ausgabe "Sie sind verdammt" ist leider noch nicht erschienen.
Ein bisschen erinnert der Film auch an den großartigen Klassiker "Das Dorf der Verdammten", Losey fängt seine Geschichte um sonderbare Kinder aber mit einer Schilderung der kriminellen Aktivitäten der halbstarken Teddy Boys, die ein schönes Städtchen an der Südküste von England unischer machen.
Eines der Opfer der Gang um den brutalen King (Olver Reed) ist der Amerkaner Simon Wels ( MacDonald Carey), ein vermögender Amerikaner, der sich nach seiner Scheidung hier bei einem Bootsurlaub erholt. Er wird von der Gang brutal zusammengeschlagen, weil der Mann sich von Simons Schwester Joan (Shirley Ann Field) in eine Seitengasse locken liess...so schnell fallen Männer auf aufreizende junge Frauen herein. Im Hinterher bereut die 20jährige Joan ihre Rolle als Lockvogel und sie besucht Simon auf dessen Jacht. Sie fühlt sich zu dem älteren Mann hingezogen. Leider tauchen aber schon wieder die Schläger auf, so dass die beiden mit der Jacht aufs Meer fliehen müssen. 
Sie entdecken an diesem Tag eine Insel, die anscheinend nur von einer Gruppe Kinder bewohnt wird – und das auch noch unterirdisch. Sie sind äußerlich menschlich, jedoch Kaltblüter. Ihr einziger Kontakt mit anderen Menschen geschieht über Video....




Ein sehr eigenwilliger, zuerst auch einmal spröder Film. Vom Jugenddrama zur Love Story eines etwas ungleichen Paares, dazwischen eine Künstlerin (Viveca Lindfors), deren Skulpturen von einem Halbstarken zerstört werden. Und als Haupthandlung ein Forschungsprojekt, dass schon Elemente der griechischen Tragödie beinhaltet. Kinder als Opfer, aber auch die in das Projekt verwickelten Forscher stellen sich langsam aber sicher nicht als diese ganz gewissenlosen Monster heraus, sondern es sind auch nur Menschen.
Ein mulmiges Gefühl stellt sich ein, den die Opfer sind nicht überlebensfähig in einer normalen Welt. Der Film erzählt von Wissenschaftlern, die eine ungemein moralische Schuld auf sich geladen haben.





 
Bewertung: 8 von 10 Punkten.