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Donnerstag, 9. April 2026
Eiskalt in Alexandrien
Regie: J. Lee ThompsonAbenteuer durch die Wüste...
Der britische Regisseur J. Lee Thompson drehte ab den 70ern vornehmlich in den USA seine Filme. Er war verantworlich für "Die Eroberung vom Planet der Affen" und für "Die Schlacht um den Planet der Affen" und mit der Regie von "Tag der Abrechnung" zum Lieblingsregisseur des Stars Charles Bronson. Ihre Zusammenarbeit umfasst die Filme "Der weiße Büffel", "Caboblanco", "Ein Mann wie Dynamit", "Der Liquidator", "Der Ambassdador", "Murphys Gesetz", "Das Gesetz ist der Tod" und "Kinjite".
In den frühen 60er Jahren war er aber viel mehr angesehener Regisseur anspruchsvoller Stoffe und weit weniger der Macher kommerzieller Auftragsarbeiten. Besonders die Filme "Ein Köder für die Bestie" , Tiger Bay" und "Eiskalt in Alexandrien" waren ausgesprochene Kiritkerlieblinge. Letzterer wurde 1958 gedreht und ist zwar weniger bekannt als sein größter Erfolg "Die Kanonen von Navarone" - aber im Kriegsfilmgenre sind beide Filme von gleicher guter Qualität. "Eiskalt im Alexandrien - Feuersturm über Afrika" bezieht sich auf ein eiskaltes Bier, dass von den Soldaten hoch geschätzt wird und das man in einer Bar in Alexandria trinken kann.
Wie viele britische Kriegsfilme dieser Zeit basiert auch J. Lee Thompson 1958 entstandener schwarz-weiß Film auf tatsächlichen Begebenheiten und stellten im höheren Maße die durch den Krieg entstandenen Traumata in den Mittelpunkt der Handlung.
Die Geschichte spielt im umkämpften Nordafrika im Jahr 1942. Tobruk fällt, die Briten ziehen ab und Captain Anson (John Mills) bekommt den Auftrag zwei Krankenschwestern (Sylvia Syms, Diane Clare) aus dem Kriegsgebiet ins sichere Alexandria zu bringen. Der Weg führt natürlich mitten durch die Wüste und mitten durchs die von den Deutschen besetzten Gebiete. Durch Minenfelder, durch Salzsumpfgebiet. Feldwebel Tom Pugh (Harry Andrews) ist als Fahrer mit dabei und er hat Sorge, dass sein Vorgesetzter wieder mal zuviel trinkt. Anson leidet tatsächlich an Kampfmüdigkeit und ist Alkoholiker.
Die Fahrt im Krankenwagen, der auch schon seine Mucken hat, ist eine echte Tortur und für alle Beteiligten wird der Wüstentrip zur größten Herausforderung. Unterwegs treffen sie auf den gestrandeten südafrikanischen Offizier Van der Poel (Anthony Quayle), der zu Ansons Freude auch Spritiuosen in seinem Gepäck dabei hat. Als die Deutschen auftauchen, begeht Anson den Fehler mit dem Krankenwagen die Flucht zu versuchen. Die Schüsse der Deutschen treffen die junge Schwester Denis Morton tödlich, was noch mehr Schuldgefühle bei dem Offizier auslöst. Er schwört erst wieder in Alexandria das eiskalte Bier in der angesagten Bar zu trinken. Doch Ruhe gibts nach wie vor nicht. Bald verdächtigen Anson, Pugh und Schwester Diane Murdoch den Südafrikaner der Spionage. Ist er sogar ein Deutscher ? Bei seinen Toilettenpausen in der Wüste nimmt er immer seine große Gepäcktasche mit. Doch der Verdächtige erweist sich auch als Retter vieler brenzliger Situationen. In der Salzwüste geht es dann um Leben und Tod...
Dazwischen baut Thompson noch eine zarte Romanze zwischen dem Alkoholiker Anson und der hübschen Krankenschwester ein und am Ende sitzt die zusammengewürfelte Gruppe tatsächlich an der Bar und genießt das kühle geniale Bier. Sehr interessant ist auch die Figur von Anson im Vergleich zu anderen britischen Kriegsfilmen dieser Zeit: Er ist niemals der strahlende Held, sondern ein Mann, der Fehler macht und dem man die Neurosen und das Ausgebranntsein sofort anmerkt. Die Odyssee durch das Wüstengebiet ist atmosphärisch dicht inszeniert und erinnert in seinen besten Szenen sogar an den Weltklassefilm "Lohn der Angst" von Henri-Georges Clouzot.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
Mittwoch, 11. März 2026
Tiger Bay
Regie: J. Lee ThompsonDer Mörder und das kleine Mädchen...
J. Lee Thompsons eher ungewöhnlicher Film Noir "Tiger Bay" aus dem Jahr 1959 erinnert etwas an den Genreverwandten "Ein Kind war Zeuge" von Charles Crichton, der 7 Jahre früher gedreht wurde. Bei beiden Filmen handelt es sich um britische Produktionen und J. Lee Thompson konnte später in den USA mit seinem Meisterwerk "Ein Köder für die Bestie" noch einmal sein Geschick und seine Könnerschaft in dieser Filmgattung beweisen. "Tiger Bay" sieht vor allen Dingen hervorragend aus. Die ersten Bilder vom Schiff, dass in den Hafen von Cardiff eingefahren ist, und die Kamera auf die ankommenden Matrosen hält, fängt schon eindrücklich die starke Atmosphäre der Geschichte ein. Einer dieser Matrosen ist der junge Pole Bronislav Korchinsky (Horst Buchholz) und nach vielen Monaten auf hoher See endlich seine Freundin Anya (Yvonne Mitchell) besuchen und bald heiraten will. Die Heuer hat er gespart, nichts soll dem Glück zu Zweit im Wege stehen. Doch in der alten Wohnung wohnt ein anderes Mädchen (Shari), die nicht gerade erfreut ist, dass ein fremder Kerl im Zimmer steht. Vom Verwalter Dr. Das (Marne Maitland) erfährt er Anyas neue Adresse. Sie wohnt jetzt in einem Mietshaus nahe den Docks. Dort wohnt auch die 11jährige Vollwaise Gillie Evans (Hayley Mills), die dem Matrosen den Weg dorthin zeigt. Gillie ist mehr Junge als Mädchen, spielt lieber mit Spielzeugpistolen statt mit Puppen und lügt, was das Zeug hält. Ihre Tante Mrs. Phillips (Megs Jenkins) lebt im gleichen Haus wie Anya, doch sie und alle anderen Mitbewohner halten nicht viel von der attraktiven Frau, die einen älteren Herrn (Anthony Dawson) empfängt. Man sagt sich, dass sie sich aushalten lässt. Von all dem weiß Bronislav nichts, aber die Freude des Wiedersehens wird ganz schnell getrübt als ihm Anya die Tür öffnet und er sieht, dass der Tisch für zwei Personen gedeckt wurde. Hat sie etwa einen Anderen ? Tatsächlich kommt es sehr schnell zum Zerwürfnis und Anya teilt ihm mit, dass sie jetzt einen Freund mit Geld hat. Dies führt zu Aggressionen, die Frau nimmt eine Pistole aus der Schublade und versucht auf ihren früheren Lover zu zielen. Dies misslingt, er bekommt die Waffe in die Hand und in diesem Moment knallen ihm die Sicherungen durch. Er schießt mehrmals auf die Frau, die tot auf dem Boden aufschlägt. Jetzt ist nur noch die Flucht die einzige Möglichkeit. Doch durch den Türschlitz hat die kleine Gillie die ganze Szenerie als Augenzeugin mitansehen müssen. Sie kommt sogar an die Tatwaffe und versteckt die Pistole. Bronislav kann fürs Erste fliehen und Gillie hat nur Augen für die Waffe. Als ihre Tante die Leiche entdeckt, sagt sie, dass sie überhaupt nichts bemerkt hat. Sie bleibt auch bei dieser Aussage als sie vom ermittelnden Kommissar Graham (John Mills) befragt wird. Doch Bronislav will natürlich die Tatwaffe und möglicherweise will er auch die einzige Zeugin unschädlich machen...
Horst Buchholz spielt diesen Mörder allerdings mit sehr guten Charakteranteilen. Der Zuschauer merkt sehr bald, dass das schreckliche Verbrechen nicht unbedingt im Einklang mit dem Täter Bronislav Korchinsky steht. Zur fast gleichen Zeit stand der junge Horst Buchholz in "Das Totenschiff" ebenfalls als Matrose vor der Kamera. Er spielt in beiden Filmen einen ähnlichen Typen. In beiden Fällen ist es auch eine flatterhafte Frau, die das Schicksal des Seemanns mitgestaltet. Hochgelobt wurde aber vor allem das Leinwanddebüt von John Mills Tochter Hayley, die auf der Berlinale einen Silbernen Bären als Sonderpreis für ihre herausragende Darstellung erhielt. Ausserdem bekam sie 1960 für diese Rolle den BAFTA Award als vielversprechendste junge Schauspielerin.
Natürlich geht "Tiger Bay" nicht ganz als lupenreiner Film Noir durch. Er ist eher so etwas wie ein Hybrid aus Schwarzer Serie Krimi und Sozialdrama ala "Die Faust im Nacken". Die Impressionen der Stadt Cardiff sind jedenfalls hervorragend gelungen und setzt der Stadt sogar eine Art filmisches Denkmal.
Durch die durchweg perfekten Darstellerleistungen ist der Film auch heute noch sehr atmosphärisch und sehr schnell sind die Figuren im Mittelpunkt der Geschichte. In den 80er Jahren wurde J. Lee Thompson zum Garant für guten Charles Bronson Filme, er drehte für die Cannon Films Knaller kultfilme wie "Ein Mann wie Dynamit", "Murphys Gesetz"oder "Das Gesetz ist der Tod".
Sonntag, 19. Mai 2024
Die Kanonen von Navarone
Regie: J. Lee Thompson
Himmelfahrtskommando in der Ägäis...
Der
Kriegsfilm "Die Kanonen von Navarone" ist einer der besten Arbeiten des
britischen Filmregisseurs J. Lee Thompson (Die Frau im Morgenrock,
Brennendes Indien, Ein Köder für die Bestie) und wurde dementsprechend
im Jahr 1962 für insgesamt 6 Oscars nominiert. Als bester Film unterlag
er allerdings der "West Side Story" - ein Schicksal, dass in diesem
Oscarjahr auch weitere Kinomeisterwerke wie "Haie der Großstadt",
"Urteil von Nürnberg" und "Fanny" teilten. Immerhin wurden die Special
Effekte von Bill Warrington und Chris Greenham ausgezeichnet. Aber in
den Kategorien "Bester Original Score" von Dimitri Tiomki, Bester Ton
John Cox, Bestes Drehbuch Carl Foreman und bester Schnitt Alan Osbiston
wurden auch keine Siege erzielt.
Auch
J. Lee Thompson, der immerhin als bester Regisseur ins Rennen ging,
ging am Ende leer aus. Dennoch avancierte "Die Kanonen von Navarone" zu
einem Klassiker im Kriegsfilm-Genre. Rein oberflächlich könnte man ihn
als einen Vorläufer von späteren Klassikern wie "Agenten sterben einsam"
von Brian G. Hutton oder "Das dreckige Dutzend" von Robert Aldrich
ansehen, denn die Konstellation ist ähnlich: Das Himmelfahrtskommando
eines AlliiertenTeams gegen die Übermacht der Nazis. Eine weitere
Gemeinsamkeit gibts mit "Agenten sterben einsam" - in beiden Fällen
handelt es sich um die Verfilmung eines Romans des schottischen
Schriftstellers Alistair MacLean.
Ganz offensichtlich ist die ereignisreiche Handlung mit viel
Action-Gehalt und Spannung - jedoch ist "Die Kanonen von Navarone" auch
schwermütig und komplex.
Im Jahr 1943 planen die Achsenmächte einen Angriff auf die Insel
Kheros - dort sind 2.000 britischen Soldaten von den Deutschen
eingekesselt. Eine Rettung durch die Royal Navy wird durch zwei massive
und gigantische Kanonen auf der nahegelegenen Insel Navarone fast
unmöglich gemacht. Bombenangriffe sind bereits gescheitert. Somit muss
der Geheimdienst ran. Ein Team soll auf das feindliche Gebiet in der
Ägäis geschickt werden, um diese beiden gigantischen Waffen zu
zerstören. Angeführt von Majon Roy Franklin (Anthony Quayle) besteht das
kleine Team aus Captain Keith Mallory (Gregory Peck), der für die
Spionage tätig ist und darüberhinaus ein exzellenter Bergsteiger ist.
Sein Kompagnon Oberst Andrea Stavrou (Anthony Quinn), dessen Frau und
Kinder von den Nazis ermordet wurden sowie Franklins Freund Corporal
Miller (David Niven), ein Sprengstoffexperte, der mit Authoritäten so
seine Probleme hat. Ausserdem der dort in Navarone gebürtige
griechisch-amerikanische Spyros Pappadimos (James Darren) und "Butcher"
Brown (Stanley Baker), ein Ingenieur und Messerheld. Doch der ist durch
den Krieg inzwischen etwas traumatisiert. Als griechische Fischer
verkleidet segeln sie mitten im Feindgebiet auf einem heruntergekommenen
Fischerboot. Doch bereits diese Überfahrt wird zur tödlichen Gefahr,
als plötzlich ein deutsches Patrouillenboot auftaucht.
Diese erste Hürde kann gemeistert werden, aber beim Klettern auf
den Klippen verletzt sich Franklin schwer. Nun übernimmt Keith Mallory
die Führung. Wie vereinbart treffen sie an einem vereinbarten Ort die
beiden Widerstandskämpferinnen Maria (Irene Papas), die sich als
Schwester von Spyros herausstellt und ihre Freundin Anna (Gia Scala),
die bereits Folterungen durch die Nazis durchmachen musste und seither
nicht mehr redet....
In dieser Konstellation soll das Unternehmen gelingen, doch es gibt
immer wieder Rückschläge. So ist besonders der verletzte Franklin immer
wieder Gegenstand der Diskussionen unter den Team-Mitgliedern. Soll man
ihn zurücklassen ? Dann aber könnten die Nazis durch Folter oder
Medikamente von ihm etwas über das Himmelfahrtskommando erfahren. Oder
soll man ihn mitschleppen ? Was die Mission in die Länge zieht. Oder gar
erschießen ? Vor eine ähnliche Frage wird die Gruppe auf dem Höhepunkt
des Films noch einmal gestellt. Dabei erweist sich Gregory Pecks Figur
Mallory als unheimlich kalt und brutal. Er will das Ziel mit allen
Mitteln erreichen und ist auch in der Lage für dieses Ziel alles
unterzuordnen, gegebenenfalls auch kaltblütig zu töten. Er schreckt
nicht vor Lügen zurück und sein Kumpel Andrea hat noch eine offene
Rechnung mit ihm zu begleichen. Gut fotografiert ist dieser spannende
Genrebeitrag natürlich auch - der Brite Oswald Morris (Oliver, Moulin
Rouge, Moby Dick, Unser Mann in Havanna) war der Chefkameramann und
gewann 10 Jahre später für "Anatevka" den Oscar.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
Samstag, 27. Januar 2018
Ein Köder für die Bestie
Regie: J. Lee Thompson
Entscheidung in Cape Fear...
Regisseur J. Lee Thompson schrieb zu Beginn seiner Karriere
Kriminaltheaterstücke und war Dialogcoach für Alfred Hitchcocks
"Riffpiraten" im Jahr 1939. Nach dem Krieg schrieb er Drehbücher und
konnte 1950 seine erste Regiearbeit machen. Zu seinen bekanntesten
britischen Filmen zählen neben "Cape Fear" (Deutscher Titel: Ein Köder
für die Bestie) der ebenfalls Noir-inspirierte "Tiger Bay" mit Horst
Buchholz und Hayley Mills sowie die Kriegsfilme "Eiskalt in Alexandrien"
und "Die Kanonen von Navarone", der bereits in Co-Produktion mit den
USA entstand. Durch den Erfolg des Nachfolgefilms "Cape Fear" im Jahr
1962 konnte er sich in Hollywood etablieren und wurde dort ein Garant
für gute Thriller und Actionfilme. Neben zwei Filmen der "Planet der
Affen" Reihe konnten vor allem seine Thriller und Actionfilme mit
Charles Bronson überzeugen: "Tag der Abrechnung", "Der weiße Büffel",
"Ein Mann wie Dynamit", "Murphys Gesetz", "Das Gesetz ist der Tod" oder
"Kinjite".
"Ein Köder für die Bestie" ist einer der besten Post-Noirs der 60er
Jahre. In der Kleinstadt der Familie Bowden legen sich dunkle Schatten
über das Schicksal der Familie, denn das Unheil kommt in Form eines
hochgradig pathologisch und psychopathisch agierenden Rächers aus der
Vergangenheit des Anwalts Sam Bowden, der von Gregory Peck gespielt
wird. Robert Mitchum brilliert in der Verfilmung des Romans "The
Executioners" von John D. MacDonald und liefert als unberechenbarer
Killer Max Cady eine der besten Leistungen seiner Karriere. Die Figur
erinnert sehr stark an Mitchums Prediger Harry Powell aus "Die Nacht des
Jägers", auch dort kommt er als Teufel in Menschengestalt in eine
Kleinstadtidylle und verfolgt mit Fanatismus ein perfides Ziel. Der Film
spielt zwar vornehmlich am hellichten Tag im schöen Florida, doch durch
Cadys Zutun wechselt die scheinbar sonnige Idylle immer wieder ihre
Gestalt und eh man sich versieht befindet man sich in den dunklen Gängen
und Korridoren einer Schule, man sucht ein Versteck und hört nur die
immer näher kommenden Schritte. Auch der Showdown des Films findet dann
im Dunkel der Nacht statt und man blickt nicht nur einmal in das Gesicht
eines Monsters. Der Film beginnt damit, dass Sam Bowden (Gregory Peck)
nach einer Verhandlung das Gesicht eines Mannes (Robert Mitchum) unter
den Zuschauern wahrnimmt, den er von irgendwo her zu kennen scheint. Als
er in seinem Auto nach Hause fahren will, kommt der mysteriöse Fremde
auf ihn zu und dann fällt der Groschen: Es ist Max Cady. Ein Mann, der
vor acht Jahren eine junge Frau brutal vergewaltigte. Es war Bowden zu
verdanken, dass er zufällig am Tatort vorbeikam und einschreiten konnte.
Bei der anschließenden Verhandlung trat der Anwalt als Zeuge auf. Der
Vergewaltiger saß für seine Tat 8 Jahre im Gefängnis. Cady gibt Bowden
die Schuld an seinem Schicksal und lässt durch subtile Äusserungen
keinen Zweifel offen, dass er nun in die Stadt gekommen ist und üble
Rache zu nehmen. "Grüßen sie mir ihre hübsche Frau und ihre Tochter", so
sein unheilvoller und bedrohlicher Abschiedsgruß. Weder Polizeichef
Mark Dutton (Martin Balsam), noch Charlie Sievers (Telly Savalas), einem
Privatdetektiv gelingt es, dass der juristisch versierte Cady die Stadt
verschwindet. Bowdens Frau Peggy (Polly Bergen) und die 14jährige
Tochter Nancy (Lori Martin) sind in großer Gefahr. Einen Vorgeschmack
auf Cadys Aggressionspotential bekommt die junge Diane Taylor (Barrie
Case) zu spüren, mit der Cady anbandelt und sie dann beinahe
krankenhausreif verprügelt...
Auf dem Hausboot in "Cape Fear" kommt es dann zum Kampf auf Leben und Tod.
1991 drehte Martin Scorsese mit Robert DeNiro, Nick Nolte, Jessica Lange
und Juliette Lewis ein sehr gelungenes, aber auch extrem drastisches
und noch brutaleres Remake. Ein Film, der dem Original beinahe
ebenbürtig ist. Dennoch bevorzuge ich das schwarz-weiß Original,
ausschlaggebend ist vielleicht sogar die Kameraarbeit von Sam Leavitt,
der einige geniale Kameraeinstellungen für den Suspence Begeisterten
Zuschauer bereit hält. Die großartige Musik von Bernard Herrmann tut ihr
übriges. Star des Films ist aber Robert Mitchum, als das Wilde Tier
"Mensch", dem nichts mehr geblieben ist als die Zerstörung.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
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