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Mittwoch, 24. April 2024

Insider


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Mann

Übermächtiger Gegner...

Trotz des Einspielergebnisses von 60 Millionen US-Dollar war Michael Manns bester Film "Insider" eine BoxOffice Katastrophe. Das Budget verschlang bereits die hohe Summe von über 70 Millionen. Führungskräfte von Disney hatten erhofft, dass der Film den gleichen kommerziellen Erfolg wie Alan J. Pakulas "Die Unbestechlichen" haben würde. Allerdings erwies es sich, dass das Thema des Films für jüngere Kinogänger nur begrenzt attraktiv war. Das Hauptinteresse für den Film lag bei einem Publikum über 40 Jahre.
Während eines Prologs überzeugt ein CBS-Produzent, Lowell Bergman (Al Pacino), den Gründer der Hisbollah, Scheich Fadlallah (Cliff Curtis), seinem Kollegen, dem bekannten Mike Wallace (Christopher Plummer) ein Interview für 60 Minuten zu gewähren. Während sie sich auf das Interview vorbereiten, behaupten sowohl Wallace als auch Bergman standhaft gegen die Einschüchterungs- und Störungsversuche der bewaffneten und feindseligen Leibwächter des Scheichs. Später wendet sich Bergman an Jeffrey Wigand (Russell Crowe) – einen ehemaligen Manager des Tabakunternehmens Brown & Williamson – und bittet ihn um Hilfe bei der Erklärung technischer Dokumente. Wigand stimmt zu, macht Bergman jedoch neugierig, als er unter Berufung auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung hinzufügt, dass er nichts anderes besprechen werde. Der mächtige Konzern und frühere Arbeitgeber zwang Wigand später zu einer restriktiveren Vereinbarung, was Wigand dazu veranlasste, Bergman zu beschuldigen, ihn betrogen zu haben. Anschließend besucht Bergman Wigand, um sich zu verteidigen und die mögliche Geschichte zu untersuchen. Obwohl Wigand offenbar über sehr schädliche Informationen verfügt, zögert er, seine Abfindung bei B&W durch die Preisgabe von Informationen aufs Spiel zu setzen. Wigands Familie (seine Frau wird von Diane Venora gespielt) zieht in ein bescheideneres Haus und Wigand beginnt als Lehrer zu arbeiten. Eines Nachts findet Wigand Hinweise auf ein Hausfriedensbruch und erhält einen finsteren Anruf. Mit anderen Worten: Brown & Williamson scheuen keine Skrupel den Mann und seine Familie massiv einzuschüchtern. In der Zwischenzeit kontaktiert Bergman Richard Scruggs (Colm Venore), einen Anwalt, der Mississippi in einem Prozess gegen die Tabakindustrie vertritt, und schlägt vor, dass die Absetzung von Wigand seine Vertraulichkeitsvereinbarung aufheben und CBS die Möglichkeit geben könnte, die Informationen zu verbreiten; Scruggs bekundet Interesse. Einige Zeit später erhält Wigand eine Morddrohung per E-Mail und findet eine Kugel in seinem Briefkasten. Er kontaktiert das FBI, aber die Agenten, die ihn besuchen, sind feindselig und beschlagnahmen seinen Computer. Ein wütender Wigand fordert Bergman auf, ein Interview zu arrangieren, in dem Wigand angibt, dass er gefeuert wurde, nachdem er Einwände dagegen erhoben hatte, dass B&W ihre Zigaretten durch einen schädlichen Zusatzstoff absichtlich "süchtig machender" herstellte. Bergman arrangiert später einen Sicherheitsdienst für Wigands Haus, und die Wigands leiden unter Stress, die Ehe steht plötzlich auf der Kippe. Wigand sagt in Mississippi gegen die Einwände der B&W-Anwälte aus, obwohl ihm ein Schweigebefehl zugestellt wurde. Als er nach Hause zurückkehrt, erfährt er, dass seine Frau Liane ihn verlassen und die gemeinsamen Töchter mitgenommen hat. Eric Kluster (Stephen Tobolowsky), der Präsident von CBS News, beschließt, Wigands Interview nicht auszustrahlen, nachdem CBS-Rechtsanwältin Helen Caperelli (Gina Gershon) gewarnt hat, dass dem Sender rechtliche Schritte von B&W drohen. Bergman stellt Kluster zur Rede und glaubt, dass er den bevorstehenden Verkauf von CBS an Westinghouse schützt. Wallace und ihr ausführender Produzent Don Hewitt (Philip Baker Hall) stehen beide auf der Seite von Kluster. Als Wigand davon erfährt, ist er entsetzt und bricht den Kontakt zu Bergman ab. Die Ermittler untersuchen Wigands persönliche Geschichte, die mit absichtlich schmutzigen und unwahren Details in einem 500-seitigen Dossier kurz vor der Veröffentlichung steht. Bergman erfährt, dass das Wall Street Journal beabsichtigt, es in einem Artikel zu verwenden. Die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen gegen die Tabakindustrie soll komplett zerstört werden. Bergman überredet den Herausgeber des Journals, es zu verschieben, während ein Anwalt und Ermittler, es noch einmal genauer beurteilen soll. Nach einem Machtkampf bei CBS wird Bergman angewiesen, einen "Urlaub“ zu nehmen, während der gekürzte 60-Minuten-Segment ausgestrahlt wird. Bergman kontaktiert Wigand, der sowohl niedergeschlagen als auch wütend ist, und beschuldigt Bergman, ihn manipuliert zu haben. Bergman verteidigt sich und lobt Wigand und seine Aussage. Scruggs drängt Bergman, den gesamten Beitrag auszustrahlen, um öffentliche Unterstützung für ihre Klage zu gewinnen, die ihrerseits durch eine Klage des Gouverneurs von Mississippi bedroht ist. Bergman kann nicht helfen und hinterfragt privat seine eigenen Motive, die Geschichte weiterzuverfolgen. Bergman kontaktiert einen Redakteur der New York Times und enthüllt die ganze Geschichte und die Ereignisse bei CBS. Die Times druckt die Geschichte auf der Titelseite ab und verurteilt CBS in einem vernichtenden Leitartikel. Das Journal weist das Dossier als Rufmord zurück und druckt Wigands Aussage ab. Hewitt wirft Bergman vor, CBS verraten zu haben, findet aber, dass Wallace nun zustimmt, dass es ein Fehler war, sich dem Druck der Konzerne zu beugen. 60 Minutes strahlt endlich den Originalteil aus, einschließlich des vollständigen Interviews mit Wigand. Bergman teilt Wallace mit, dass er zurückgetreten sei, da er glaubt, dass die Glaubwürdigkeit und Integrität von" 60 Minutes" nun dauerhaft getrübt sei...






Zweifelsohne ist Michael Mann ein hervorragender Film gelungen, der qualitativ seinem filmischen Verwandten "Die Unbestechlichen" in keiner Weise nachsteht. Im Grunde eine Wiederbelebung des Paranoia Thrillers der für 7 Oscars (Bester Film, beste Regie, Bester Darsteller Russell Crowe, beste Cinematographie Dante Spinotti, bestes Drehbuch Michael Mann und Eric Roth sowie für Ton und Schnitt) nominiert wurde - es führte aber in keiner dieser Kategorien zum Sieg. Die Darstellerleistungen von Al Pacino, Russell Crowe und Christopher Plummer sind ausgezeichnet. Der Film mit einer Laufzeit von 158 Minuten ist von Anfang bis Ende spannend.








Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Freitag, 11. Juni 2021

Der letzte Mohikaner


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Mann

Die Welt steht in Flammen...

1757 in den neuen Kolonien von Amerika: Die imperialistischen Mächte Großbritannien und Frankreich kämpfen um die Vormachtsstellung und koloniale Vorherrschaft in Nordamerika.
Diese hart geführten Kriege lassen auch die Indianer zu Verbündeten der Kriegsparteien werden, auf beiden Seiten schliessen sich einzelne Stämme an.
Dieser von 1784 bis 1762 stattfindenden Kampfhandlungen gehen als Franzosen- und Indianerkriege in die Gechichte ein.
Gleichzeitig markiert diese Zeit auch den langsamen aber unaufhaltsamen Untergang vieler nordamerikanischer Indianerstämme durch die vorrückenden europäischen Siedler.
Es ist auch die Geschichte des Trappers Hawkeye (Daniel Day Lewis), der als Waise von dem Mohikanerhäuptling Chingachgook (Russell Means) großgezogen wurde und den er wie seinen eigenen Sohn Unkas (Eric Schweig) liebt.
Die drei Waldläufer werden bald in die starken Gefechte mit hineingezogen, die da in wunderschöner Natur stattfinden.
Die Huronen kämpfen auf französischer Seite, deren Anführer Magua (Wes Studi) ist getrieben von einem persönlichen Rachefeldzug gegen Colonel Munro (Maurice Roueves), der das Fort William Henry kommandiert.
Munros Töchter Cora (Madeleine Stowe) und Alice (Jodhi May) sind auf dem Weg zum Fort, sie werden von den Truppen Major Heywards (Steven Waddington) begleitet, doch sie tappen in eine hinterhältige Falle und werden von Indianern angegriffen.
Die drei Waldläufer können die Frauen und den Major retten, doch sie werden verfolgt. Inzwischen wird das Fort angegriffen....





 

 "Der letzte Mohikaner" ist die 1992 gedrehte Verfilmung von James Fenimore Coopers gleichnamigen Roman, dem zweiten Teil seiner legendären Lederstrumpf Saga um den Trapper Natty Bumppo, der in Michael Manns Verfilmung "Hawkeye" genannt wird.  Dante Spinottis wunderbare Bilder suggerieren eine detaillierte Darstellung der Landschaften und Wälder der Neuenglandstaaten, obwohl der Film ja eigentlich in North Carolina gedreht wurde. Seine Leistung ist aber in jedem Fall oscarwürdig. Dabei gelingt es Michael Mann eine Liebesgeschichte in diese grausame Zeit des Krieges einzubauen, doch viel Ruhe und Geborgenheit ist nicht gegeben. Denn die Welt, in die wir eintauchen, steht vollkommen in Flammen.Eine wunderbare Darstellung als Bösewicht gelingt Wes Studi als Magua, im Laufe des Films bekommt dieser grausame Rächer auch menschliche Konturen, doch sein Geist ist vergiftet vom Hass. Ein ebenso schöner wie grausamer Indianerfilm, der mit seinen Schilderungen sehr authentisch wirkt und den Zuschauer ganz einfach mitten in die Kampfhandlungen setzt.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.


Donnerstag, 23. April 2020

Heat







































Regie: Michael Mann

Cop und Gangster...

Der Thriller "Heat" aus dem Jahr 1995 gilt als Michael Manns bester Film. Diese hohe Einschätzung teile ich auch, obwohl ich "Thief" und "Collateral" als gleichwertig ansehe. Gerade diese Gangsterfilme erinnern mich immer wieder an die Thriller von Jean Pierre Melville, ohne dass Mann sein französisches Vorbild kopieren würde, aber er transportiert für mich ähnliche Emotionen - mit dem Unterschied, dass seine Geschichten in den USA spielen.
Es sind Geschichten von Männern, die auf Ihre Art Getriebene sind und sich nur schwer an die Norm anpassen können. Diese Eigenschaften gelten aber nicht nur für Gangster wie Neil McCauly, der von Robert de Niro verkörpert wird - auch die Gesetzeshüter brauchen einen ähnlichen Adrenalinstoß. In "Heat" ist es der abgebrühte LAPD Lieutenant Vincent Hanna - Al Pacino wurde für diese Rolle gewonnen und obwohl die beiden Superschauspieler bereits in "Der Pate2" mitspielten, ist "Heat" ihr erster Film in dem beiden Stars gemeinsam zu sehen sind. "Der Pate 2" spielte ja auf verschiedenen Zeitebenen und de Niro spielte in einer Rückblende den jungen Vito Corleone in den 20er Jahren, der Jahre zuvor als kleiner Junge nach Amerika auswandern musste und später zum Patriarch aufstieg. Al Pacino war als erwachsener Sohn von Vito - Michael Corleone - zu sehen, der später die Imperium seines Vaters übernahm.
"Heat" wurde mit 187 Millionen Dollar Einspielergebnis ein riesiger Kinoerfolg und sowohl die Kritiker als auch die Zuschauer waren voll des Lobes - sehr schnell avancierte das opulente Gangsterepos zum Kultfilm. Allerdings wurde "Heat" in der Oscarauswahl und auch beim Golden Globe völlig ignoriert, obwohl Pacino und de Niro ganz große Darstellerleistungen abliefern.
Die Handlung bietet ein hartes Katz- und Mausspiel zwischen Berufsverbrecherprofis und der Polizei, die angeführt wird von einem echten Workaholic, dessen einziger Lebensinhalt die Jagd auf die bösen Männer zu sein scheint. Vielleicht sogar deshalb, weil er damit seinen eigenen bösen Anteil jedesmal zur Strecke bringen kann.
Der professionelle Gangster Neil McCauley (Robert deNiro) sieht aus wie ein Geschäftsmann und hat einen persönlichen Leitspruch "Wenn man nichts im Leben hat, dass man zurücklassen muss, dann kann man auch sehr schnell und erfolgreich der Polizei entkommen". So leistet sich McCauley auch keine festeren Beziehungen zu Frauen. Er und seine Crew - Chris Shiherlis (Val Kilmer), Michael Cheritto (Tom Sizemore) und Trejo (Danny Trejo) - gehen bei ihren Überfällen äusserst professionell vor. Doch für den Überall auf einen Geldtransporter brauchen sie einen fünften Mann. Dieser Waingro (Kevin Gage) entpuppt sich aber als Sicherheitsrisiko und Psychopath. Er ist es auch, der einen der Wachleute erschießt, so müssen die beiden anderen Beamten ebenfalls erschossen werden. McCauley ist ausser sich vor Wut und hat vor Waingro zu beseitigen, doch der kann in einem unbeachteten Moment entfliehen. Aus dem Geldtransporter haben die Gangster zielgerichtet die Inhaberschuldverschreibungen der Malibu Invest gestohlen. Roger von Zent (William Fichtner), der Chef der Investmentfirma, soll das Diebesgut zurückkaufen. Doch der geht nur zum Schein auf die Forderungen ein, denn er will den Dieben eine tödliche Lektion erteilen. Inzwischen hat Lieutenant Vincent Hanna (Al Pacino) vom Morddezernat des Los Angeles Police Department die Ermittlungen aufgenommen und der arbeitet auf Hochtouren. Sehr zum Leidwesen seiner Ehefrau Justine (Diane Venora), die sich durch die Arbeit ihres Mannes sehr vernachlässigt fühlt und ausserdem mit der Tochter aus erster Ehe (Natalie Portman) derzeit einige Probleme hat. Auch die Gangster sind nach der bleihaltigen Konfrontation mit von Zents Handlangern nicht untätig gewesen und planen bereits einen neuen Coup. Ausserdem hat McCauley noch offene Rechnungen mit dem entkommenen Waingro und mit von Zent. In einer Bar lernt er die junge Eady (Amy Brenneman) kennen und verbringt mit ihr eine Nacht. Trotz seiner Prinzipien trifft er die Frau wieder, immer mit dem Gedanken, dass jedes Treffen auch das letzte sein könnte. Auch sein Kumpan Chris hat Ärger mit seiner Frau (Ashley Judd), die an Scheidung denkt. Auf dem Höhepunkt der Geschichte wird eine Bank in einem belebten Viertel der Stadt überfallen...




Die Actionszenen sind Michael Mann und seiner Crew, der auch das Drehbuch schrieb und mit produzierte, jedenfalls grandios gelungen. Die Machart und die Choreographie dieser Sequenzen lassen beim Zuschauer keine Wünsche offen. Dennoch hat sich die lange Laufzeit von 171 Minuten bestens gelohnt, denn die Charakterzeichnung - nicht nur der beiden Kontrahenten Pacino und de Niro - sind äusserst präzise und glaubwürdig. Eine hervorragende Kamerarabeit von Dante Spinotti (zweifach oscarnomiert für "Insider" und "LA Confidential") erhöhen den starken visuellen Stil des Films noch zusätzlich. Und den Stars de Niro und Pacino machte es sichtlich Spass die Eigenschaften des anderen zu erkennen, auch an sich selbst zu kennen und in der gemeinsamen Szene in der Bar, wo sie sich gegenüber sitzen,  beinahe als eine Person zu verschmelzen.





Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

Samstag, 15. Dezember 2018

Der Einzelgänger

 





































Regie: Michael Mann

Der fatale Kontrakt des Diebs...

In vielen Filmen von Michael Mann kann man den Einfluß des Film Noir und auch des französischen 60er Jahre Krimis ala Melville erkennen. Sein Erstling "Der Einzelgänger", einem Film über Liebe, Habgier, Verrat und Rache beweist dies eindrücklich. Es ist für mich noch vor "Collateral" und "Heat" Michael Manns bester Film überhaupt. Kameramann Donald Eugene Thorin steuerte die klasse unterkühlten Großstadtbilder dazu, auch der Soundtrack von Tangerine Dream passt perfekt und drückt der Atmosphäre der Geschichte auch ihren Stempel auf. Damals musste die deutsche Elektroband hinnehmen, dass dieser Soundtrack für die Goldene Himbeere nominiert wurde.
Bei der Vergabe der Academy Awards blieb "Thief" - so der Originaltitel - unberücksichtigt. Aus heutiger Sicht völlig unverständlich, denn Michael Manns Film ist ein Meisterwerk, dass erst in den letzten Jahren an Ansehen gewinnen konnte. Immerhin erkannte der berühmte Filmkritiker Roger Ebert bereits beim Kinostar die Klasse dieses düsteren Großstadtkrimis, der in allen Punkten völlig authentisch und extrem atmosphärisch wirkt.
Es ist die Geschichte von Frank (James Caan), der einige Jahre im Knast verbrachte. Inzwischen arbeitet er mit seinem besten Kumpel Barry (James Belushi) als Autoverkäufer. Doch er führt ein Doppelleben, jenseits der bürgerlichen Welt als Juwelendieb. Und in diesem Metier ist er ein echter Profi. Gelernt hat er alles von Okla (Willie Nelson), seinem väterlichen Freund, der immer noch eine Haft verbüßt. Frank ist ausserdem Geschäftsführer einer Bar, doch den luxuriösen Lebensstil finanziert er mit seinen Einbrüchen, die er minutiös plant. Mit von der Partie ist auch Freund Barry. Was fehlt ist die Frau an seiner Seite. Die hofft er mit der Kellnerin Jessie (Tuesday Weld) gefunden zu haben. Er besucht Okla im Knast und dieser rät ihm der Frau gleich von Anfang an die Wahrheit über sein Doppelleben zu sagen. Okla ist inzwischen schwer krank und hat nur noch wenige Monate zu leben. Er bittet seinen Freund darum ihn nicht im Gefängnis sterben zu lassen. Beim ersten Date schenkt er Jessie reinen Wein ein, die ist so gerührt, dass sie sich ein Leben mit dem ehrlichen Gangster vorstellen kann. Der plant nur noch einen großen Coup zu machen. Er soll im Auftrag des Gangsterbosses Leo (Robert Prosky) in ein Hochhaus einbrechen und dort einen Tresor knacken, den man eigentlich nicht knacken kann. Gemeinsam mit Barry beginnt er mit den Vorbereitungen. Felsenfest davon überzeugt, dass er sich danach zur Ruhe setzt. Mit dem versprochenen Anteil scheint dies auch möglich zu sein. Doch da Leo von der Polizei beschattet wird, machen die Frank das leben schwer. Sie sind sich sicher, dass der bald ein Ding drehen wird. Doch Frank spielt den Coolen und hält auch nach einer kleiner Folterung auf dem Revier dicht. Der Coup gelingt und alles könnte jetzt gut werden. Leider muss er feststellen, dass der alte Leo ein ganz mieser Sack ist, der ihm nur einen viel kleineren Anteil an der Beute gibt. Leo hat vor so einen Topprofi wie Frank nicht gehen zu lassen, er soll weiter für ihn tätig sein und hat den Rest des ausgemachten Anteils in lukrative Immobiliengeschäfte gesteckt. So bindet der Boss wie eine Familie seine Männer an ihn. Der Einzelgänger Frank sieht diesen Zwang als Sklaverei und bedroht Leo. Damit ist die Jagd auf ihn eröffnet...





Der Film begeistert nicht nur durch die klasse Darstellerleistungen. James Caan in einer seiner besten Rollen. Und Robert Prosky hätte auch eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller verdient. Ausserdem gibts eine ganze Reihe von großartigen Szenen. Vor allem das Gespräch des erstes Dates zwischen Frank und Jessie ist extrem eindringlich und intensiv. Genauso intensiv auch Franks konsequente, aber extrem brutale Haltung am Ende. Da er sich ausschließlich auf die Rache konzentriert und höchstwahrscheinlich das Leben verlieren wird, zieht er einen Schlußstrich unter die Beziehung mit Jessie, die bis zu diesem Zeitpunkt sein größtes Glück war. Hier beweist auch Tuesday Weld ihre Klasse. Es ist vor allem auch die Einbruchsszene, die sehr stark an den Einfluß von Jean Pierre Melville erinnert. Der hatte in vielen seiner Meisterwerke - Vier im roten Kreis, Der zweite Atem oder Der Chef - Wert darauf gelegt, die Tätigkeit des Gangsters minutiös einzufangen. "Thief" ist ein völlig unaufgeregter Film, der sich Zeit nimmt die Geschichte und die 'Figuren zu entwickeln.
James Caans Figur Frank steht in bester Tradition mit anderen Einzelgängern, die ihre Problem auf eigene Faust regeln und dabei auch den eigenen Tod billigend in Kauf nehmen. Daher steht Frank in enger Verwandtschaft mit Clint Eastwoods Dirty Harry, Charles Bronsons Paul Kersey, Steve McQueens "Bullit" oder Alain Delons Jeff Costello.





Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.