Posts mit dem Label Constantin Costa-Gavras werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Constantin Costa-Gavras werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 18. April 2022

Das Geständnis


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Constantin Costa-Gavras

Verhör und Folter...

Nach seinem Welterfolg "Z" für den er einen Oscar bekam, drehte der griechisch-französische Regisseur Constantin Costa Gavras mit "Das Geständnis" (Originaltitel: L´aveau) einen weiteren wichtigen Politthriller. Dabei wählte der Filmemacher einen dokumentarischen Stil, der die Beklemmung einer wochenlangen Folter noch verstärkt. Der Film basiert auf dem Tatsachenbericht des tschechoslowakischen Kommunisten Artur London, der einer der 14 Angeklagten des berüchtigten Slansky-Prozess war. Obwohl politisch linksstehend scheute sich der Filmemacher nicht auch die Greueltaten in einem kommunistischen System zu schildern. Seine Beschreibung soll die brutalen Machenschaften des Stalinismus bzw. des Totalitarismus. Der Slansky Prozess fand 1951 in Prag statt. Das Gericht verurteilte 11 der Angeklagten zum Tod durch Erhängen, drei Männer wurden mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe belegt. Einige Jahre später kamen die drei Gefangenen aufgrund einer Begnadigung wieder frei. Einer dieser Männer ist Artur Ludvik (Yves Montand) der im Film auch seinen Decknamen "Gerard" aus den Zeiten des Kampfes für die französische Resistance im 2. Weltkrieg trägt und der stellvertretender Außenminister der Tschechoslowakei ist. Ludvik und auch seine Frau Lise (Simone Signoret) sind natürlich überzeugte Mitglieder der kommunistischen Partei und der Regierung. Doch selbst seine Verehrung als Kriegsheld, kann nicht verhindert, dass der loyale Kommunist ins Visier der sowjetischen Geheimpolizei gerät. Zuerst bemerkt Ludvik, dass er vermehrt beobachtet wird und auch einige seiner Parteikollegen, die ebenfalls gute Posten in der Regierung inne haben.
Eines Tages wird Artur von einer Organisation, die sich selbst als "über der Regierungspartei stehend" bezeichnet, verhaftet und monatelang in Isolationshaft gehalten, ohne dass ihm der Grund dafür mitgeteilt wird. Seine Frau Lise und die Kinder werden von der Regierung im Unklaren gelassen und aufgefordert, zu ihrem eigenen Wohl zu kooperieren; Lise wird später aus ihrem Job als prominente Radiomoderatorin entlassen und von der Partei zur Arbeit in einer Fabrik gezwungen. Obwohl sie an ihren Mann glaubt, ist sie ebenso überzeugt von der Weisheit und ultimativen Güte der Partei.
Mit Hilfe von Gehirnwäsche, Schlafentzug und ständigem Hin- und Herlaufen wird Artur langsam dazu gebracht, imaginäre Verbrechen zu gestehen, darunter auch Verrat, und mit der Aussicht auf Strafmilderung geködert, wenn er kooperiert - einer der Vernehmer ist der intellektuelle Kohoutek (Gabriele Ferzetti). Von ihm erfährt er, dass seine Freunde ebenfalls verhaftet wurden und alle Männer in schwerwiegende Verbrechen gegen den Staat verwickelt sind. Es droht die Todesstrafe. Nachdem er schließlich seine angeblichen Verbrechen gestanden hat, wird Artur für einen öffentlichen "Prozess" vorbereitet, der live im Radio übertragen und in den Kinos gezeigt wird. Während seine Entführer ihm beibringen, vorbereitete Antworten auswendig zu lernen, erhält er kräftige Mahlzeiten, Vitaminspritzen und eine Sonnenlampe, um sein Aussehen nach Monaten der Auszehrung zu verbessern....







Der Film bekam eine Golden Globe Nominerung als bester Auslandsfilm des Jahres, verlor allerdings gegen "Der aus dem Regen kam" von Rene Clement. Endlose Folter-, Verhör- und Bedrohungsszenarien machten mitten im Kalten Krieg den film zu einem der härtesten Vertreter in seinem Genre. Gabriele Ferzetti (vor allem bekannt durch "Spiel mir das Lied vom Tod") liefert eine beeindruckende Leistung - genauso wie Hauptdarsteller Yves Montand, der für diesen Film exta 15 Kilogramm abnahm.





Bewertung. 9 von 10 Punkten.

 

Der unsichtbare Aufstand


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Constantin Costa Gavras

Ein Mann für spezielle Aufgaben...

Der Film "Z" gilt bis heute als einer der überzeugendsten Klassiker des politsch engagierten Kinos. In Szene gesetzt wurde der einflussreiche Politthriller von dem griechisch-französischen Filmemacher Constantin Costa Gavras, der auch anschließend diesem Genre treu blieb.
In dem 1970 entstandenen Nachfolgefilm "Das Geständnis" pragerte er die Foltermethoden in einem kommunistischen Staat an. Es folgte "Der unsichtbare Aufstand", der den Widerstand der Tupamaros gegen die von den USA unterstützte Militärdiktatur in Urugay zum Thema hatte. Auch sein Welterfolg "Vermisst" deckt die Machenschaften der Vereinigten Staaten während des Militärputsches 1973 in Chile auf.
Für "Z" bekam er einen Oscar, für "Das Geständnis" und für "Der unsichtbare Aufstand" bekam er eine verdiente Golden Globe Nominierung in der Kategorie des besten Auslandfilmes und für "Missing" erhielt er einen zweiten Oscar für das beste Drehbuch.
Auch wenn - wie schon zuvor in "Z" - der Staat nicht genannt wird, in dem sich die folgenden Ereignisse abspielen gibt es keinen Zweifel darüber, dass Costa Gavras mit diesem südamerikanischen Land Uruguay meint. Die Geschichte spielt 1970 in der Hauptstadt Montevideo. Inspiriert durch den Fall des als Entwicklungshelfer getarnten US-Agenten Daniel Mitrione, der ab dieser Zeit der Regierung in Urugay beratend zur Seite gestellt wurde. In Wahrheit ist der Mann jedoch als hilfreicher Berater für Unterdrückung und Folter bei den Sicherheitskräften des Landes tätig.
Im Film heißt er Philippe Michael Santore (Yves Montand), der offiziell Beamter der AID (Agency for International Development dort tätig ist. Der Film wird in Rückblenden erzählt. Vorher sieht man Szenen von einigen Großrazzien der Polizei. Schließlich findet man seine Leiche in einem in der Stadt abgestellten Auto. Der engagierte und sehr angesehene Journalist Carlos Ducas (O. E. Hasse) kann wie viele andere kritische Bürger nicht verstehen warum die Guerillagruppe ausgerechnet einen harmlosen Beamten - Berater sowie Kommunikations- und Verkehrsexperten -  entführen. Neben ihm wurde auch ein brasilianischer Konsul sowie der Sekretär der US-amerikanischen Botschaft entführt. Letzter wird sehr schnell von der Stadtguerilla wieder frei gelassen, dafür muss sich vor allem Santore dem Verhör der Entführer stellen. Dort fällt seine Tarnung, seine Schuld Helfer von Polizeidiktatur und Folterterror zu sein, ist schon lange aufgedeckt. Die Entführer versuchen auch, dass der Mann seine Schuld eingestehen kann. Zudem ist seine Entführung an die Freilassung einiger Revolutionäre geknöpft. Sollte die Diktatur den Forderungen nicht nachkommen, will man Santore erschließen. Die Entführung stürzt das Land in eine heftige Krise...



Einmal mehr überzeugt Yves Montand auf ganzer Linie. Hinter seiner sympathischen Art kommen sehr böse Abgründe ans Licht. Der Film regt wie alle anderen Filme von Costa Gavras sehr zum Nachdenken an. Die Machart ist sehr kompex, aber äusserst interessant. In Schlüsselrollen sind O.E. Hasse und Renato Salvatori perfekt besetzt.



Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Samstag, 25. November 2017

Z







































Regie: Costa Gavras

Das politische Attentat..

Der Ort der Handlung wird zwar ausdrücklich nie genannt, aber alle Indizien sprechen für Griechenland.
"Z" gilt als DER Klassiker des politisch engagierten Fims und der aus Griechenland stammende Regisseur Constantin Costa-Gavras beleuchtet die Hintergründe der Errichtung der griechischen Militärdiktatur unter dem Obristenregime in den 60er Jahren.
"Z" (griechisch: Ζεί) bedeutet  "er lebt" und meint damit den Oppositionspolitiker (Yves Montand), der vielleicht einem politischen Attentat zum Opfer gefallen ist.
Der französisch-algerischer Spielfilm entstand im Jahr 1969 nach der gleichnamigen Romanvorlage von Vassilis Vassilikos und wurde ein riesiger Kinoerfolg.
Es laufen in der Stadt die letzten Vorbereitungen für eine Kundgebung der oppositionellen Fraktion, wo der kommunistisch orientierte Chef der pazifistischen Oppositionsgruppe (Montand) eine Rede über Abrüstung halten will. Das Staat, in dem das Militär und das Königshaus das Sagen hat, sieht in dem charismatischen Politiker und populären Universitätsprofessor eine große Gefahr für die innere Sicherheit.
Genauso wie eine aufkeimende Opposition, die von den führenden Staatskräften als "Mehltau" bezeichnet wird.
Die engsten Vertrauten (Charles Denner, Jean Bouise, Bernard Fresson) holen den Mann der Stunde vom Flughafen ab, doch sie haben schlechte Nachrichten: Die Polizei und das Militär, repräsentiert durch den Polizeioberst (Julien Guiomar) und den General (Pierre Dux) haben dafür gesorgt, die Veranstaltung nicht nur zu boykottieren, sondern zu sabotieren, damit sie erst gar nicht durchführbar ist.
Der große Saal, indem die Rede gehalten werden soll, entspricht plötzlich nicht mehr den Sicherheitsstandarts und die Männer müssen auf eine andere, wesentlich kleinere Lokalität ausweichen.
Dort ist zwar die Polizei präsent, aber es scheint so, dass sie eher die aggressiven Kräfte in Form einer gewaltbereiten Schlägertruppe, zumindest schweigend duldend und gar nicht helfend eingreift, wenn die gehassten Oppositionellen beschimpft oder gar körperlichen Angriffen ausgesetzt ist.
In dieser aufgeheizten Stimmung, bei dem auch der General anwesend ist und extra auf das Gastpiel des Bolschoi-Balletts verzichtet hat, wird der Politiker mit einem Schlagstock am Kopf verletzt.
Trotzdem hält er seine Rede.
Weil in dem Saal nur ein paar hundert Zuhörerinnen und Zuhörer Platz gefunden haben, wird die Rede über Lautsprecher auf den Platz vor dem Gewerkschaftshaus übertragen, wo sich mehrere tausend Anhänger der Oppositionspartei und genauso viele Gegner versammelt haben. Ein größeres Polizeiaufgebot steht bereit. Der Pressefotograf (Jacques Perrin) wird festgenommen. Nach der Rede schlägt die Stunde für zwei Mitglieder der Royalistisch Christlichen Union (Renato Salvatori/Marcel Bozzuffi), die den Politker, der die Straße überqueren will, noch einmal von einem dreirädigen Lieferwagen aus, mit einem Schlagstock schwer verlezten, so schwer, dass er zusammenbricht und ins Krankenhaus muss.
Während seine Frau (Irene Papas) benachrichtigt wird, kämpfen die Ärzte verzweifelt um das Leben des Mannes, dessen Gehirn schwer verletzt ist, der aber ein kräftiges Herz hat.
Währenddessen wird der junge, aufstrebende Ermittlungsrichter (Jean Louis Trintignant) vom Staatsanwalt (Francois Perrier) beauftragt die Ermittlungen in diesem Fall aufzunehmen. Die Vorgaben sind klar: Keine schlechte Presse dem Ausland liefern, alles wird gut, wenn man den Mordanschlag als bedauerlichen Unfall zweier Betrunkener darstellen könnte, die aus Versehen den Politiker überfahren haben...




Als sich Constantin Costa-Gavras, bewegt von dem menschlichen und politischen Skandal in seinem Heimatland, an die Arbeit zu seinem Film machte, wollte aus Angst zunächst niemand dieses gewagte Projekt unterstützen. Schließlich gründeten Eric Schlumberger und Jacques Perrin eine eigene Produktionsfirma, um die Entstehung des Films zu ermöglichen. Weitere Unterstützung fanden sie bei Costa-Gavras, Yves Montand, Jean-Louis Trintignant, Irène Papas und anderen hochkarätigen Schauspielern, die für die Umsetzung des wichtigen Filmstoffs auf den Großteil ihrer Gage verzichteten. Eine ausschlaggebende Rolle in dem Film spielte auch die Musik von Mikis Theodorakis, der im übrigen 1963 die Lambrakis-Jugendbewegung gegründet hatte und deren Vorsitzender war.
Es gelang ihm ein packender und politisch engagierter Film, dessen bewegende Bilder des Attentats und dessen Tatorts im Gedächtnis bleiben.
Die Schauspieler vollbringen eine klasse Ensembleleistung.
Bewusst bleiben die Hauptfiguren namenlos, denn die Scheindemokratie in "Z" steht nicht nur für die damaligen griechischen Verhältnisse, sondern für alle ähnlichen Regime.





Bewertung: 10 von 10 Punkten.