Posts mit dem Label Henry King werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Henry King werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. Dezember 2022

Der Scharfschütze


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry King

Scharfschütze Jimmy Ringo...

Nach einer Geschichte von Andre de Toth drehte Regisseur Henry King seinen Western "Scharfschütze Jimmy Ringo" (Alternativtitel: Der Scharfschütze - Originaltitel: The Gunfifghter). Henry King hat im Laufe seiner Karriere viele Genres bedient, seine drei Western wurden alle sehr erfolgreich. 1939 drehte er seinen ersten mit "Jesse James, Mann ohne Gesetz" - ein ultimativer Klassiker der Sparte und auch der 1958 inszenierte Edelwestern "Bravados" gehört zu den Highlights des klassischen Westernfilms.
Vielleicht ist "Scharfschütze Jimmy Ringo" aus dem Jahr 1950 der ambitionionierteste dieser drei überzeugenden Arbeiten. Vor allem deshalb, weil er ohne das übliche Gut-Böse Schema auskommt. Die Geschichte erzählt vom Werdegang des Jimmy Ringo, gespielt von Gregory Peck, einem echten Aussenseiter der Gesellschaft. Er hat statt einer bürgerlichen Existenz mit seiner Frau (Helen Westcott) das Leben eines Outlaw und Revolverhelden gewählt, doch ist inzwischen in die Jahre gekommen und trägt sich mit dem Gedanken seßhaft zu werden. Was aber angesichts seines Rufes gar nicht so einfach scheint. Denn er - der Revolverheld - wird von jungen Männern, die gerne Revolverheld werden wollen, ständig herausgefordert. Und wenn so eine Konfrontation gerade im Gange ist, dann geht es sehr schnell um Leben und Tod.
Bei dem Duell mit dem jungen Cowboy Eddie (Richard Jaeckel) nutzen alle Schlichtungsversuche nichts, der Junge will wissen, wer der Schnellere ist. Aber nun liegt er tot auf dem Boden des Saloons, die Leute können bescheinigen, dass sich Jimmy Ringo nur gewehrt hat und der junge Cowboy zuerst seinen Colt zog. Doch das wird die drei älteren Brüder des Toten nicht interessieren. Wie so oft ist der Scharfschütze auf der Flucht. Er kann seine Verfolger aber stellen und ihnen die Pferde verscheuchen. Ohne Waffen werden sie zurück müssen und dies gibt ihm etwas Zeit. Er erreicht die Kleinstadt Ceyenne - nicht ohne Grund. Der Barkeeper (Karl Malden) erkennt ihn sofort und informiert den dortigen Marshall Mark Strett (Millard Mitchell). Strett stellt sich als alter Freund von Jimmy Ringo heraus und er weiß, wo sich Jimmys Frau aufhält. Mit ihr versucht der Scharfschütze Kontakt aufzunehmen, dann will er wieder verschwinden. Was sinnvoll ist, denn die Verfolger sitzen ihm ja im Nacken. Ausserdem gibts mit dem jungen Hunt Bromley (Skip Homeier) einen weiteren angehenden Revolverhelden in der Stadt, der sich gerne damit brüsten würde der Mann zu sein, der Ringo erschoß.
Zuerst zögert Peggy, die als Lehrerin arbeitet und den gemeinsamen Jungen alleine groß zieht, dann enschließt sie sich doch mit ihrem Mann zu reden. Er ist anders geworden - und es ist immer noch Liebe bei beiden vorhanden. Gibt es vielleicht tatsächlich eine Lösung für dieses unstete Leben. Jedenfalls herrscht in Cayenne seit der Ankunft von Jimmy Ringo reges Leben auf der Straße. Die kinder gehen nicht zur Schule, sondern alle wollen den Revolverhelden sehen. Auch eine Frauengruppe unter der Leitung von Mrs. Pennyleather (Verna Felton) ist zugegegen, sie wollen, dass der Sheriff den ungebetenen Gast sofort einsperrt....



Man kann es natürlich schon ahnen, die Wünsche des Mannes, der sich zur Ruhe setzen will, werden nicht erfüllt. Doch es wird ein Nachfolger aus ihm hervorgehen, der sein Schicksal als Revolverheld noch gar nicht im ganzen Ausmaß "ausgekostet" hat. Denn nach dem Ruhm für einen Augenblick kommen die Phasen sich immer wieder aufs Neue als Revolverheld beweisen zu müssen und irgendwann wird der schillernde Name zum echten Fluch. Gregory Peck ist perfekt in dieser Charakterstudie und auch seine Mitpspieler wie Millard Mitchell haben großartige Parts. Darüberhinaus zeigt Henry King in seinem Film wie sich diese hochanständigen Leute in einer US-Kleinstadt am Schaden ihres Nächsten ergötzen. Das Bürgertum mit einer primitiven Lust für Sensationen.





Bewertung:  8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 28. Juli 2021

Das Lied von Bernadette


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry King

Die Erscheinung von Lourdes..

Wunder gescheh´n...so auch in Lourdes, einem kleinen Städtchen mit ca. 13.000 Einwohnern am nördlichen Fuß der Pyrenäen. Heute ist die Stadt einer der meistbesuchtesten Wallfahrtsorte der Welt. Lourdes stellt für die vielen Pilger und Touristen rund 12.000 Betten zur Verfügung, mit rund 5 Millionen Übernachungen ist sie gleich nach Paris Spitzenreiter des Landes. Wie es dort heute zugeht, beschrieb die Jessica Hausner in ihrem interessanten Film "Lourdes". Wobei aber alles zurückgeht auf die Erscheinungen der 14jährigen Bernadette Soubirous im Jahr 1858. Das Mädchen ging am 11. Februar 1958 gegen 11 Uhr gemeinsam mit ihrer Schwester Antoinette (Ermadean Walters) und ihrer Freundin Jeanne Abadie (Mary Anderson) zur nahe gelegenen Massabielle Grotte, um dort jenseits des Flusses Holz zu sammeln. Während die beiden anderen Mädchen weiterlaufen, macht Bernadette eine Rast. Dort sieht sie oberhalb der Grotte in einer kleinen Nische eine weißgekleidete Frau (Linda Darnell). "Sie trug ein weißes Kleid, das mit einer blauen Schärpe gegurtet war. Auf jeden Fall hatte die Frau eine gelbe Rose von der gleichen Farbe wie ihr Rosenkranz" - so beschreibt das Mädchen den Anderen im Dorf ihre seltsame Erscheinung. Doch keiner will ihr so recht glauben. Diese Frau hat Bernadette aufgetragen insgesamt 15 Mal die Grotte zu besuchen. Spricht das Kind von der Jungfrau Maria ?
Die Familie selbst lebt in Armut. Die Mutter (Anne Revere) versorgt den Haushalt und arbeitet nebenbei. Der Vater (Roman Bohnen) ist Tagelöhner. In der Schule ist Bernadette wegen ihrem Asthmaleiden im Studium zurückgeblieben und sie kann nicht mal die Dreifaltigkeit erklären - folglich stehen auch die kirchlichen Vertreter den Aussagen des Mädchens mehr als skeptisch gegenüber. Pater Peyramale (Charles Bickford) glaubt zunächst - wie auch die Ordensfrau Marie Therese Vauzou (Gladys Cooper), dass Bernadette diese Geschichte nur erfunden hat und alles gelogen ist. Doch er ist immerhin gewillt die Wahrheit herauszufinden. Für den Kaiserstaatsawalt Dutour (Vincent Price) ist das Mädchen eine Gefahr und er tut alles daran sie als Lügnerin zu entlarven oder sie als geisteskrank hinzustellen. Doch laut dem Arzt Dr. Dozous (Lee J. Cobb) ist das Mädchen geistig nicht verwirrt...




Als Bernadette den Befehl der "Dame" bekommt von einer Quelle zu trinken, die gar nicht vorhanden zu sein scheint, und das Mädchen und den Sand und Schlamm in den Mund nimmt, wird sie vorerst zum Gespött der Menge. Doch dann fließt tatsächlich Wasser heraus und fortan wird Bernadette im ganzen Dorf verehrt. Der Film erzählt ihre Geschichte bis zu ihrem frühen Tod mit 35 Jahren.
1925 wird sie selig und 1933 heilig gesprochen. Die Handlung des Films von Henry King, der 1943 entstand, folgt dem Roman von Franz Werfel, der Fakten mit Fiktion verbindet.
Das 155 Minuten lange Religionsdrama wurde beim Kinostart ein riesiger Erfolg. Insgesamt spielte der Film in den USA 7 Millionen Dollar ein und er wird in den Kinojahrescharts 1943 auf Platz 3 der Liste notiert. Auch die Academy war entzückt und belohnte den stimmigen Schwarzweiß Film (Kamera: Arthur C. Miller) mit insgesamt 12 Oscarnominierungen, von denen vier zum Sieg führten. So erhielt Jennifer Jones als beste Hauptdarstellerin den Preis, ausserdem gewannen die Szenenbildner, der Kameramann sowie der Chefmusiker.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.