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Samstag, 28. März 2026

Interstellar


Regie: Christopher Nolan

Die Reise ins Wurmloch...

Christopher Nolan gilt spätestens seit "Inception",  seinem Science-Fiction Heist Movie über das Träumen als DER Kultregisseur des zeitgenössischen US-Kinos. Viele seiner Filme wurden große Erfolge: "Memento" aus dem Jahr 2000 beispielsweise oder "Insomnia", das Remake eines skandinavischen Thrillers. Mit "Prestige" stellte er einen Kampf der Magier-Meister vor. Am erfolgreichsten waren zweifelsohne seine drei Batman Filme (Batman Begins, The Dark Knight und The Dark Knight Rises).  Besonders "The Dark Knight" konnte durch seinen legedären Joker-Darsteller Heath Ledger begeistern.
Mit "Interstellar" tritt der Regisseur die Nachfolge von "Gravity" an, der ja an der Kasse äusserst erfolgreich 716 Millionen Dollar weltweit einspielen konnte und das Science Fiction Genre darüberhinaus auch extrem glaubwürdig vertreten konnte. Nolans Film wurde ebenso vom Publikum gefeiert, das Box Office Ergebnis von 672 Millionen Dolllar war phänomenal und auch die Kritik honorierte den sehr seriösen Ausflug in die Zukunft. So konnten Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Huntre und Scott Fisher den Oscar in der Kategorie "beste visuelle Effekte" gewinnen. Ausserdem gabs Nominierungen für Hans Zimmers atmopshärisch dichten Soundtrack. Ebenso nominiert waren Ton, Tonschitt und das beste Szenebild. Erwähenswert ist noch, dass Christopher Nolan seine Drehbücher selbst schreibt - vielleicht eines seiner Erfolgsgeheimnisse.
Als großes Vorbild hatte er "2001 - Odyssee im Weltraum" im Kopf, einer seiner erklärten Lieblingsfilme. Dieser Film ist unbestreitbar einer der besten Filme aller Zeiten und in diese Klasse kann "Interstellar" zwar nicht Einzug halten, dennoch hat der überlange Film (169 Minuten) nie Längen und vor allem auch viele gute Szenen, die ihn zumindest qualitativ nicht schlechter aussehen lassen wie Cuarons "Gravity".
Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Leider ist die Biosphäre unserer Erde sehr stark beschädigt. Die Existenz der Menschheit ist somit auch auf Dauer bedroht. Blühende Industrien gehören der Vergangenheit an. Die Anzahl der Menschen hat sich extrem reduziert. Mit aller Kraft konzentrieren sich die Überlebenden auf die Produktion von Nahrungsmitteln. Es werden Kartoffeln, Okra und Weizen angebaut. Die meisten Menschen arbeiten in diesem Sektor. So auch der ehemalige NASA Astronaut Cooper (Matthew McConaughy) der dem Ende der Raumfahrt nachtrauert und nun als Witwer - gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Murphy (MacKenzie Foy), seinem 15jährigen Sohn Tom (Timothy Chalamet) und seinem Stiefvater (John Ltihgow) - eine Farm bewirtschaftet. Die zehnjährige Murphy galbut, dass sie in ihrem Zimmer Botschaften von einem Poltergeist empfängt. Tatsächlich passieren in diesem Kinderzimmer merkwürdige Phänomene. Da fliegen wie von Geisterhand Dinge aus dem Regal, die sie dort hingestellt hat. Cooper vermutet Morsezeichen...vielleicht aus einer anderen Welt ?
Durch grassierende von Mehltau verursachte Pflanzenkrankheiten wird der Anbau der lebensnotwendigen Nahrung immer schwieriger. Staubstürme gehören zum Alltag. Auch die Hauptnahrungsquelle Mais ist zunehmend in Gefahr.
Eines Tages entdeckt Murphy gemeinsam mit der Tochter das geheime Domizil der NASA. Dort trifft er auf Professor Brand (Michael Caine) und dessen Tochter Dr. Amelia Brand (Anne Hathaway) und erfährt von einem Wurmloch, dass entdeckt wurde und das in eine andere Galaxie zu einem Planetensystem um ein Schwarzes Loch führt. Vor einigen Jarhen wurden 12 Wissenschaftler durch dieses Wurmloch geschickt mit dem Ziel bewohnbare Planeten zu finden, auf denen die Menschen weiter exisitieren könnten. Von drei Astronauten dieses s.g. "Lazarus Programms" wurden Daten empfangen. Somit könnten bewohnbare Planeten gefunden worden sein.  Es folgt natürlich die unvermeidliche filmische Geschichte mit einem Raumflug, an dem Cooper teilnehmen wird. Er wird aber seine Familie verlassen und Jahre unterwegs sein.  Wegen der gravitationsbedingten Zeitdilation ist es so , dass er seine Tochter bald in einer Grußbotschaft erwachsen sieht (jessica Chastain) und im Laufe des Films wird sie noch älter (Ellen Burstyn)...



 Bevor es so richtig tief ins Weltall geht, zeigt Christopher Nolan äusserst gelungene Bilder vom Landleben in der Zukunft. Visuell ist der Film sehr gut aufgestellt und auch die Spannungsmomente sind gut platziert in seinem Weltraumabenteuer. Natürlich kann man auch bei "Interstellar" kritisieren, dass alles etwas tiefgründiger daherkommt wie es tatsächlich ist, aber das war ja bei "Inception" auch nicht anders. Vor allem auf einer großen Leinwand kann auch "Interstellar" den Zuschauer flashen...



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Mittwoch, 24. April 2024

Oppenheimer


Regie: Christopher Nolan

Vater der Bombe...

Bisher konnte Regisseur Christopher Nolan fünf Oscarnominierungen erringen - beim fünften Anlauf auch erstmalig als bester Regisseur für "Dunkirk", der sogar eine gewisse Sonderstellung in seiner Filmographie einnimmt. Denn ansonsten ist der Filmemacher vor allem im Genre des Action- und Science Fiction Films tätig. Weitere erfolgreiche Filme wie "Memento", "Insomnia" oder "Prestige" beweisen wiederum sein Interesse an anderen Filmgattungen. Mit "Oppenheimer" nimmt er sich nach "Dunkirk" einem weiteren historischen Filmstoff an, diesmal in Form eines Biopics, denn er erzählt die Geschichte des Vaters der Atombombe. Julius Robert Oppenheimer wird gespielt von Cillian Murphy. Der US-Theoriephysiker wurde vor allem für seine Rolle als wissenschaftlicher Leiter des Manhattan Projekts während des 2. Weltkriegs bekannt. Amerika wollte die erste Nation sein, die die ersten Nuklearwaffen herstellen konnte, denn man befürchtete, dass die Nazis schon viel weiter in der Entwicklung dieses tödlichen Spielzeug seien. Nach seiner Heirat mit Kitty (Emily Blunt) übernimmt er 1942 die ihm von General Groves (Matt Damon) angebotene wissenschaftliche Leitung des s.g. "Manhattan Projects", das die besten Wissenschaftler des Landes engagierte. Das Projekt war natürlich streng geheim und wurde in die Wüste von New Mexiko verlegt, genauer gesagt in über 2.000 Meter Höhe von Los Alamos. Diese Forschungseinrichtung bestand irgendwann aus ca. 3.000 Menschen, die dort lebten - Mitarbeiter und deren Familien. Bald kam das Problem hinzu, dass auch die kommunistische UdSSR an der Bombe bastelten. Tatsächlich schaffte es das Team von Oppenheimer als erstes "The Gadget" erfolgreich zu testen. In der Wüste wurde am 16. Juli 1945 die Bombe gezündet. Oppenheimer war sehr stolz, aber auch so erfürchtig beeindruckt, dass er meinte "Jetzt bin ich zum Tod geworden, zum Zerstörer von Welten".  21 Tage nach diesem Trinity Test, warfen die Amis die Atombombe "Little Boy" über Hiroshima ab. Drei Tage später warfen sie "Fat Man" über Nakasaki ab. Insgesamt gab es 126.000 Todesopfer in den ersten Minuten und Stunden. Durch die Strahlung starben später weitere 90.000 Menschen. Er verurteilte später den weiteren Einsatz der Bombe und sprach sich als Berater der 1946 gegründeten Atombehörde für eine Kontrolle der Kernenergie und gegen das nukleare Wettrüsten aus. Diese Einstellung fand das Missfallen vieler konservativer Politiker und während der McCarty Ära wurden plötzlich seine früheren Verbindungen zur kommunistischen Partei zum Thema. 1954 wurde ihm die Sicherheitsfreigabe entzogen....






Der Film zeigt die Konflikte des Wissenschaftlers als "Vater der Atombombe". Durch seine negative Einstellung zur Wasserstoffbombe legte er die späteren Konflikte mit Lewis Strauss, gespielt von Robert Downey jr, und Edward Teller (Bennie Safdie) an. Besonders die Auseinandersetzung mit dem Politiker Strauss spitzen sich sehr zu und Oppenheimer geriet in den Verdacht ein Atomspion für die Russen zu sein. Nolans Film hat eine weitere attraktive Besetzungsliste: Florence Pugh als Geliebte von Oppenheimer, Matthias Schweighöfer als deutscher Wissenschaftler Werner Heisenberg, Josh Harnett als Ernest Lawrence, Tom Conti als Albert Einstein sowie Kenneth Branagh, Alden Ehrenreich, Casey Affleck, Rami Maleck, Jason Clark oder Dane De Haan. Die weltweiten Einnahmen beliefen sich auf bislang 952 Millionen Dollar (Stand Dezember 2023) und inzwischen dürfen sich die Macher auch wegen den 8 Golden Globe Nominerungen freuen. Auch für die Vergabe der Oscars dürfte der Film zu den ganz großen Favoriten gehören. Trotz der fast monumentalen Laufzeit von 180 Minuten kann der Film die gesamte Zeit fesseln, Furcht einflößen und auch ein mulmiges Gefühl verursachen. Schließlich geht es um sehr existenzielle Fragen wie Menschen und Nationen miteinander leben können. Trotz der Beendigung des kalten Krieges erleben wir erneut eine Spaltung der Nationen und auch die Furcht nach einem 3. Weltkrieg steigt. Dabei setzt Nolan wie so oft auf ein nicht lineares Erzählen. Er liebt verschachtelte Handlungsstränge, die irgendwann zusammenfließen und sprunghafte Szenenwechsel in der ohnehin nicht ganz einfachen Thematik. Allerdings schafft er dieses Kunststück einmal mehr mit Bravour und zweifelsohne gehört "Oppenheimer" zu seinen bisher besten Filmen.







Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Montag, 3. Juli 2023

Prestige


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Christopher Nolan

Trügerische Illusion

Am Ende steht die Klonmaschine, die sich eigentlich wie "Die Zeitmaschine" anfühlt, aber ich finde dieser Plot passt zum Film, der im viktorianischen Zeitalter spielt und bereits andeutet, dass eine Zeit der Wissenschaft und Technik die alte Zeit ablöst.
Die Geschichte ist durchgehend spannend und wer einen gut gemachten Unterhaltungsfilm erwartet, der wird mit "Prestige" zufrieden sein.
Christopher Nolasn hat bereits mit "Batman Begins" seine Fähigkeiten bewiesen und kann auch dem Popcorn-Kino besondere Impulse und neuen Glanz vermitteln.
So auch Prestige...ein sehr guter Ausstattungsfilm, der mit Liebe zu Detail und mit einer sehr interessanten Thematik aufwartet...dem Zaubertrick des Magiers.
Und wir erleben zwei Kontrahenten, die schicksalshaft miteinander verbunden sind, weil sie beide Fanatiker in ihrem Gebiet sind und nur das eine Ziel haben, den anderen in diesem Metier zu übertreffen...für diese Zielsetzung wird alles untergeordnet. Doch die Beziehung der beiden ist zunächst freundschaftlich und beide arbeiten gemeinsam mit ihrem altgedienten Ausstatters John Cutter (Michael Caine)
Der eine der beiden Freunde, Alfred Borden (Christian Bale) ist der bessere Trickmeister. Robert Angler (Hugh Jackman), versteht sich jedoch als perfekter Entertainer. Und sie versuchen sich immer wieder gegenseitig zu sabotieren und auf falsche Fährten zu locken.
Vor allem nachdem Assistentin Julia (Piper Perabo), Roberts Frau während einer Vorstellung in einem Wassertank ertrinkt. Robert gibt seinem Partner Alfred die Schuld, weil er glaubt, dass dessen Knoten zu stark war um ihn in diesem Tank zu lösen. Fortan gehen sie getrennte Weg.
Konkret geht es um den Zaubertrick "der transportierte Mann", der im Film zweimal, jeweils von Kontrahenten variiert bzw. abgewandelt wird mit dem Ziel die grösstmöglichste Perfektion des Tricks zu erreichen, er wird zum "neuen transportierten Mann" und am Schluss zum "wahren transportierten Mann"...und jedes Mal funktioniert der Trick anders.





 
 
 Dabei ist die Plot Variante eine ausserordentlich gute Idee und sogar eine geniale Steigerung zum Doppelgänger und der Klonvariante, aber leider wird sie für meine Begriffe am Ende zu sehr des Effektes wegen in ihrer Wirkung etwas unglaubwürdig. Rache vor Rettung...dieser Schluss lässt mich doch etwas ratlos zurück. Oder habe ich etwas an Logik übersehen, bei all der Überdosis Magie und Zaubertrickvorstellung.
Christopher Nolans "Prestige" bekam zwei Oscarnominierungen. Eine ging folgerichtig an den Kamerameister Wally Pfister, die zweite Nominierung ehrte die Szenenbildner Nathan Crowley und Julie Ochipinti.
Weltweit spielte der Film mehr als 110 Millionen Dollar ein.
Am Ende des Films fühlt man sich vielleicht wie ein Zuschauer einer dieser Zaubervorstellungen, alles war faszinierend und dennoch ahnt man, dass man einer gut gemachten Illusion auf den Leim gegangen ist.
Mit diesem Eindruck entlässt mich der Film. Wahrscheinlich gewollt, weil er in diesem Falle seinem Thema dann doch extrem gerecht geworden geworden ist.
Als Assistentin Olivia ist Scarlett Johannson zu sehen, Rebecca Hall spielt Sarah Borden und David Bowie gefällt als visionärer Erfinder Tesla.




 Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

 

Samstag, 31. Dezember 2022

Inception

Regie: Christopher Nolan

Traumdiebe...

Traum ist die psychische Aktivität während des Schlafes und wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert. Häufig ist dieser Traum von lebhaften Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen verbunden, der Träumer kann sich nach dem Erwachen meist nur teilweise erinnern. Diese Träume sind wohl bizarre oder halluzinatorische mentale Aktivitäten, die in einer Serie von Bildern auftritt.
Um diese Träume, um verschiedene Traumebenen und um die Macht im Traum zu manipulieren, geht es in Christopher Nolans "Inception" (dtsch: Beginn, Anfang, Anbeginn), der von vielen Kritikern und Filmfans zum besten Film des Jahres gekürt wurde.
Der amerikanisch-britische Regisseur drehte bereits mit "Memento", "Insomnia", "Prestige", "Batman Begins" oder "The Dark Knight" einige Welterfolge.
In der Tradition eines Heist-Movies (z.B. Italian Job, Oceans Eleven, Ronin, Topkapi) befasst sich der Film mit der Planung, Vorbereitung und Durchführung eines spektakulären Raubes. Wobei es aber nicht um Geld oder Juwelen geht, sondern um Träume.
Der Wirtschaftsspion Cobb (Leonardo di Caprio) ist in der Lage, geheime Informationen aus dem Unterbewusstsein von Schlafenden in der Traumphase zu entdecken und herauszuziehen. Dazu vernetzt er sich mit Hilfe von genialen Mitarbeitern wie Arthur (Joseph Gordon Levitt) oder Traumarchitekt Nash (Lucas Haas) mit dem Träumenden in einen gemeinsamen Traum, in dem normalerweise nur der Extraktor (so nennt sich Cobbs Berufsbezeichnung...grins) weiß, dass geträumt wird.
Cobb weiss, dass er sich in einem Traum befindet und kann bewusst auf den Traum Einfluss nehmen. Doch beim Versuch den Japaner Saito (Ken Watanabe) traumtechnisch zu manipulieren, erscheint Cobbs tote Frau Mal (Marion Cottilard) als unliebsame Projection auf. Der Coup misslingt, doch Saito macht Cobb einen lukrativen Vorschlag. Wenn Cobb den Milliarenerben Robert Fischer jr. (Cillian Murphy) im Traum so beeinflussen kann, dass dieser seine Geschäftsanteile an mehrere Interessenten aufteilt, dann sichert Saito Cobb zu, dafür zu sorgen, dass er wieder in die USA einreisen kann, zu seinen beiden Kindern. Dies war unmöglich, da Cobb per Haftbefehl gesucht wird.
Mit neuen Mitarbeitern wie Ariadne (Ellen Page), Eames (Tom Hardy) und Yusuf (Dileep Rao) werden in Paris rekrutiert.
Dabei ist erforderlich nicht nur eine Traumebene zu begehen, sondern gar drei oder vier Ebenen. Dies bedeutet vor allem, dass es auch für das Team schwierig wird, Traum und Realität zu unterscheiden.
 



Deshalb hat jeder auch einen eigenen "Totem" - ein kleines, sehr persönliches Objekte mit charakteristischen Eigenschaften, die nur ihr Besitzer genau kennen sollte. Das hat den Sinn, dass der Benutzer des Totems erkennen kann, dass er sich nicht in der Realität und auch nicht in einem eigenen Traum befindet. Cobbs Totem ist ein kleiner Kreisel, der sich im Traumzustand permanent weiterdreht.Der Coup kann beginnen...ach ja...die Uhren laufen in jeder Ebene anders, was in Ebene eins vielleicht nur einige Sekunden dauert, kann in der 4. Ebene mehrere Monate sein...
Noch Fragen ? Tatsächlich ist "Inception" ziemlich kompliziert mit seinen ganzen Facetten, aber der Film ist visuell so herausragend, dass es gar nicht unbedingt stört, wenn man nichts begreift. Man staunt aber.
Der Film über geträumte Träume oder den Traum in einem Traum eines Traumes zelebriert die Faszination an der unerschöpflichen Fähigkeit des menschlichen Gehirns komplexe Traumwelten zu erschaffen, bis ins Detail auszuarbeiten. Dies alles präsentiert sich dem Schlafenden als fühlbare Wirklichkeit
Im Film selbst lässt sich das dafür notwendige Equipment problemlos in einem Koffer transportieren. Dies ist das Arbeitshandwerk des Auftragsdiebs Cobb und seinen Kumpanen.
Der Film ist natürlich in seinen besten Momenten sehr aufregend, wirkungsmächtig, ungewöhnlich und einfallsreich.,
Ebenso auffallend ist der Detailreichtum und die handwerkliche Präzision. Lediglich die sehr lange Sequenz, in der vier Traumebenen in schnellen Schnitten als eine Einheit dargestellt werden soll, ist etwas mühsam mit den ( m.E. zu-)vielen Actioneinlagen und Effekten, die genüsslich von den Machern in die Länge gezogen werden.
Ansonsten ist der Film mal interessantes Mainstreamkino, dass in seiner komplexen Machart schwelgt.
Natürlich hat auch Nolan den Zuschauer erfolgreich manipuliert, denn trotz tiefer Traumebenen ist der Film nie wirklich tief, noch reflektiert oder analysiert er das Mysterium "Traum". Bei soviel effektivem Budenzauber konnt sogar der Verdacht auf, dass "Inception" eine Art "Prestige 2 mit einem Schuss Memento - irgendwo bei Gotham City" ist...erinnert hat mich der Film auch an "Matrix" und "Minority Report".





Bewertung: 7 von 10 Punkten

Sonntag, 4. September 2022

The Dark Knight Rises


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Christopher Nolan

Mach noch einmal die Fledermaus...

Christopher Nolans Batman Trilogie geht in die dritte und letzte Runde. Nach "Batman Begins" aus dem Jahr 2005 und dem Nachfolger "The Dark Knight" von 2008 mit Heath Ledger als Widersacher Joker muß Batman Christian Bale nun gegen den bösen Bane (Tom Hardy) antreten.
Nolans erste Exkursion in Sachen Batman war eine Wohltat gegenüber den ziemlich vermurksten "Batman Forever" und "Batman und Robin" durch Joel Schumacher, nachdem Tim Burton 1989 und 1992 zwei erfolgreiche Adaptionen des Comics für das große Kino ablieferte.
Weltweit spielte der Film bisher über 1,080 Mrd. US-Dollar ein. Damit ist "The Dark Knight Rises" sogar noch erfolgreicher als  "The Dark Knight", der 1,003 Mrd. US-Dollar einspielte. Damit ist Nolans Batman die zweiterfolgreichste Superhelden-Trilogie. Lediglich Sam Raimis Spider-Man-Filme, die insgesamt fast 2,5 Milliarden US-Dollar einspielten, sind erfolgreicher.
Im November 2012 belegte er nach Avatar, Titanic, Marvel The Avengers, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Transformers 3 und Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs Platz sieben der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.
Soviel zur Superlative.
Batman (Christian Bale) hat sich von seinem Fledermauskostüm getrennt und ist seither nur noch Privatmann Bruce Wayne. Er lebt zurückgezogen mit seinem Diener Alfred (Michael Caine) auf  seinem wiedererrichteten Anwesen Wayne Manor.
Es sind 8 Jahre vergangen seit Jokers Wirken und in Gotham City ist es friedlicher geworden. Allerdings ist bereits der berüchtigte Sölnder und Terrorist Bane (Tom Hardy) im Anmarsch, der Angst und Schrecken in die Stadt bringen wird.
Nur sehr selten lässt sich Wayne in der Öffentlichkeit sehen, aber beim Bankett in Wayne Manor am Harvey-Dent-Gedenktag ist er dabei. Er trifft auf Miranda Tate (Marion Cottilard), auf seinen Chefkonstrukteur Lucius Fox (Morgan Freeman), aber auch auf eine Diebin namens Selina Kyle (Anne Hathaway), die in seine Privatgemächer eindringt. Eigentlich ist das Diebesgut eine Perlenkette, aber auch die Fingerabdrücke vom ehemaligen Batman sind interessant - vor allem für Bane, der Auftraggeber war.
Nun kann es losgehen. Nach und nach erkennt der inzwischen sehr verletzlich und schwache Bruce Wayne, dass er noch einmal in die Rolle des Weltretters schlüpfen muss...





Wie schon sein Vorgänger weist auch "The Dark Knight Rises" eine sehr lange Laufzeit auf - stolze 164 Minuten dauert das Spektakel mit dem fulminanten Schauwerten.
Optisch ist der Film beinahe schon monströs und erzeugt ein 100 %iges Batman-Feeling. Allerdings ist der Detailreichtum auch manchmal für die Klarheit des Stoffes nicht sehr hilfreich. In seinen besten Momenten ist der Film mitreissend - vor allem seine Optik ist gut gelungen - manchmal ist aber auch ein bisschen Verworrenheit angesagt.
So ganz spontan würde ich sagen, dass Nolans Film dritter Ausflug nach Gotham City sehr gut geworden ist, aber den genialen Vorgänger "Dark Knight" kann er nicht toppen, weil dieser noch kompakter und fesselnder war.






Bewertung: 7 von 10 Punkten