Montag, 14. September 2026

Kampf auf der Insel























Regie: Alain Cavalier 

Flucht und Rache eines Terroristen...

Nach dem eher bescheidenen Erfolg mit ihrem 18. Film "Katja, die ungekrönte Kaiserin" fokussieren sich die Karrierebemühungen von Romy Schneider mehr und mehr auf Frankreich. Bei den Dreharbeiten zu "Christine" hatte sie den noch unbekannten französischen Kollegen Alain Delon kennen und lieben gelernt und ging mit ihm in dessen Heimat. Doch zunächst bleiben noch die großen Rollen aus. Erst als Romy dem italienischen Regisseur Luchino Visconti begegnet, ändert sich vieles. Sie spielt in seiner Theaterinszenierung "Schade, dass sie eine Dirne ist" in Paris, Co-Star ist Alain Delon. Danach folgen Filmangebote wie "Der Prozess" von Orson Welles und "Der Kardinal" von Otto Preminger - eine Rolle, die ihr sogar eine Golden Globe Nominierungen als Beste Hauptdarstellerin einbringt. Die 70er Jahre lassen Romy zu einem der "Big Stars" des französischen Kinos aufsteigen. Das 1962 entstandene Filmdrama "Der Kampf auf der Insel" ist der zweite französische Film, in dem Romy mitspielt. Ihre Premiere hatte sie mit einem Kurzauftritt in "Nur die Sonne war Zeuge", dem bekannten Kult-Thriller mit Alain Delon. In "Der Kampf auf der Insel" führt Alain Cavalier Regie. Im Original heißt der Vertreter der damals angesagten Nouvelle Vague "Le Combat dans l´ile" Vor dem Hintergrund der Bombenanschläge und Attentate der Organisation de l’armée secrète (OAS) erzählt der Film die Geschichte eines unnahbaren jungen Mannes, der der Verlockung des Terrorismus erliegt, sowie die seiner sympathischeren Frau, die sowohl ihre Unabhängigkeit als auch einen lebenswerteren Partner findet. Clément (Jean Louis Trintignant) und Anne (Romy Schneider) sind ein elegantes und wohlhabendes Paar. Clément, der unter Eifersucht leidet, trifft sich mit Serge (Pierre Asso), dem Anführer einer rechtsextremen Gruppe, die sich "Gruppe der Dreizehn" nennt und vorhat Anschläge zu verüben. Als nächstes steht einen Bazooka-Anschlag im Raum, um ein Oppositionsmitglied des Parlaments zu töten. Doch der Abgeordnete wurde gewarnt und hat auf Anraten eines anonymen Anrufern auf seinen Platz am Fenster seiner Wohnung eine Schaufensterpuppe platziert, was ihm das Leben rettet. Clément erkennt bald die Wahrheit: Er wurde von Serge, der für ihn wie ein zweiter Vater war, verraten. Von der Polizei gesucht, taucht Clément mit Anne im Landhaus seines alten Freundes und Druckers Paul (Henri Serre) unter. Während Clément, fest entschlossen, Rache zu nehmen, in Argentinien nach Serge suchte, entdeckte Anne dank der Zärtlichkeit Pauls, der ihr Geliebter wurde, allmählich ihre Lebensfreude wieder...







Obwohl der Film bei seiner Veröffentlichung zunächst im Schatten anderer Werke stand, hat er seither an Anerkennung gewonnen. Inzwischen wird der Film als sehr guter Vertreter seiner Gattung angesehen und man erkennt Ähnlichkeiten mit einigen Filmen von Jean Luc Godard oder Louis Malle. Die Machart wirkt zwar kühl und distanziert, aber sehr viel Bedrohung und Erotik steckt in dieser Geschichte, dessen Drehbuch Alain Cavalier gemeinsam mit Jean Paul Rappeneau schrieb. Der Kampf gipfelt in einem Schusswechsel in einem Sumpfgebiet auf dem Land. Es dauert zwar eine Weile, bis es dazu kommt, doch das Warten lohnt sich. 1986 wurde Cavaliers Film "Therese" mit mehreren Cesars (Bester Film, bestes Drehbuch, beste Kamera Philippe Rousslot, bester Schnitt, beste Nachwuchsdarstellerin Catherine Mouchet) ausgezeichnet. 








Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

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