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Dienstag, 10. Dezember 2024

Faustrecht der Großstadt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Otto Preminger

Ein Cop verliert die Nerven...

Eigentlich ist er ja ein netter Kerl. Aber Detective Mark Dixon (Dana Andrews) vom 16. Polizeirevier in New York sieht die Unterwelttypen als einen "Haufen Ratten" an. Nur selten gleiten seine Verhöre in die Gewalt über, er kann sich nur schwer beherrschen seine Fäuste zu nicht einzusetzen.
Deshalb macht sich sein Vorgesetzter Lt. Thomas (Karl Malden) auch berechtigte Sorgen um seinen Mitarbeiter, denn diese Art geht langsam in den pathologischen Bereich hinein.
Schon lange hat der engagierte Cop die Festnahme des Unterweltbosses Tommy Scalise (Gary Merrill) im Kopf, aber es fehlte immer an Beweisen.
Doch heute könnte es klappen, denn in seinem illegalen Spielcasino wurde ein betuchter Spieler ermordet gefunden. Scalise hüllt sich in Unschuld, auch seine Männer decken ihn. Scalise schwärzt aber seinen Kumpel Ken Paine (Craig Stevens)an, der mit Freundin Morgan Taylor (Gene Tierney) ebenfalls zugegen war und auf den reichen Mann eifersüchtig reagiert haben soll.
Ohne seinen Kollegen Detecitve Paul Klein (Bert Freed) sucht er die Wohnung von Paine auf und findet den Verdächtigten heillos betrunken an. Mark vermutet, dass Scalise gelogen hat und versucht brutal wie immer eine Aussage zu erzwingen. Es kommt zum Gerangel, Paine fällt zu Boden, macht keinen Mucks mehr und zum großen Entsetzen von Mark tot.
Um den Verdacht von sich abzulenken, wagt Mark nun den Totschlag zu vertuschen. Nichtsahnend, dass seine Kollegen bereits den unschuligen Verdächtigen, Taxifahrer Jiggs Taylor (Tom Tully) als sicheren Täter festgelegt haben...



In "Faustrecht der Großstadt" von Otto Premiger spielt genau wie in "Laura" die zur damaligen Zeit äusserst populäre Gene Tierney die weibliche Hauptrolle. Diesmal wird sie allerdings nicht als Femme Fatale eingesetzt, sondern darf das gute Mädchen spielen, die für den Cop auf Abwegen die Rettung bedeuten könnte.
Eine spannende Film Noir Arbeit, in nüchternen Schwarz Weiß Bildern mit einem Noir Helden, der wie alle seine Verwandten diese innere Zerrissenheit in sich trägt und damit der Figur diese ambivalenten Reize gibt.
Der Film basiert auf dem Roman "Night Cry" von William L. Stuart aus dem Jahr 1948.
Das Drehbuch für den Film wurde von Ben Hecht geschrieben.
Wie bereits in "Laura" saß Joseph LaShelle hinter der Kamera, zu seinen weiteren - 9x oscarnominierten Arbeiten - gehören u.a. "Das Appartment", "Fluß ohne Wiederkehr", "Marty"´, "Irma la Douce" oder "Der lange, heiße Sommer".
Das nächtliche New York der frühen 50er Jahre wird gezeigt in einem wunderbar expressionistischen Schwarzweiß.
Ein Bulle kämpft gegen sich selbst - diese Story wird von Preminger spannend und dramatisch umgesetzt.
Möglich, dass das extrem harmonische Ende eine Folge des Hays Codes war, ansonsten überwiegt eine düstere Handschrift.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 19. Februar 2023

Fluß ohne Wiederkehr

























 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Otto Preminger

Fluß des Lebens...

Sicherlich nicht der beste Western aller Zeiten, jedoch einer der schönsten und Marilyns bester Film nach "Niagara" und "Misfits".
Diese Geschichte ist so einfach, dennoch funktionert sie bestens. Schliesslich ist der Fluß ohne Wiederkehr im übertragenen Sinne die Geschichte des Lebens und daher wirkt die Reise, die Marilyn mit Robert Mitchum und Tommy Rettig antritt, federleicht und doch sehr elementar.
Robert Mitchum spielt den Farmer Matt Calder. Er hat sich um 1875 im Nordwesten der USA und im Indianergebiet eine neue Existenz aufgebaut, denn er war im Knast. Seine Frau zog den gemeinsamen Sohn Mark (Tommy Rettig) alleine auf, doch nun ist sie verstorben. Der Junge kennt seinen Vater nicht, doch er soll bei ihm leben. Ein Mann hat den Jungen in eine Goldgräberstadt gebracht, dort soll die Übergabe an den Vater stattfinden. Doch dem Mann ist der Goldrausch wichtiger, er lädt den Jungen dort ab und verschwindet. Immerhin kümmert sich die Barsängerin Kay Weston (Marilyn Monroe) um das herumirrende Kind. Nebenbei singt sie für die Goldgräber klasse Songs wie "One Silver Dollar", "I´m gonna file my claim", "Running Wild" oder "Down in the Meadow". Die Wiedersehensfreude von Vater und Sohn ist groß und es folgen harmonische Tage auf der kleinen Farm. Doch die Indianer scheinen ihr Kriegsbeil auszugraben. Und Kays Freund, der Glücksspieler Harry Weston (Rory Calhoun) hat beim Kartenspiel eine Goldmine gewonnen. Der will schnell in die nächst größere Stadt Council City, um die Goldmine registrieren zu lassen. Möglicherweise ist ihm der Mann auf den Fersen, der die Mine an ihn verloren hat. Mit ihrem Floß kommen Harry und Kay aber nicht weit. Zum Glück kommen sie an Matts Farm vorbei, der die beiden vor den gefährlichen Stromschnellen warnt, die die Reise noch bietet.
Harry will Matts einziges Pferd ausleihen, doch der sagt Nein. Was Harry schließlich dann mit Gewalt erzwingt. Er haut alleine ab, weil sich Kay um den verletzten Matt kümmern will und schon tauchen auch die Indianer auf. Matt kann im letzten Augenblick mit Kay und Mark mit dem Floß fliehen. Er ist fest entschlossen, sich an Harry zu rächen. Aber zuerst mal müssen sie überhaupt in der Stadt ankommen...



 


Marilyn als Barsängerin singt diese bereits unverwüstlichen Klassiker des Films, am Ende hört man sogar den Filmsong "River of no return" in ihrer Version.
Die lebensgefährliche Fahrt auf dem Floß ist unausweichlich und dort setzt auch die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Mitchum und Monroe ein, die sich dann am Schluss nach vielen Verwirrungen und noch mehr Gefahren, auch "bekommen".
Aber zuerst müssen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Wilde Indianer, ein gefährlicher Puma und einige miese Halunken. Kameramann Joseph LaShelle wurde insgesamt 9 Mal für den Oscar nominiert. Für Premigers "Laura" erhielt er die Trophäe. Hier begeistert er mit wunderschönen Einstellungen in Technicolor. Die Kulisse ist so fabelhaft und imposant, auch heute begeistert Otto Premingers einziger Western noch.
Die Tingeltangel-Schuhe werden dann am Ende fortgeschmissen - sie wählt Liebe und Ehe in diesem "River of no Return"....sagenhaft schön ist das Alles. Mit 3,8 Millionen Dollar erzielte man ein Top-Ergebnis an der Kasse.






Bewertung: 10 von 10 Punkten

 

Sonntag, 11. Februar 2018

Sturm über Washington







































Regie: Otto Preminger

Beratung und Zustimmung...

Anfang der 60er Jahren, so scheint es , waren politische Filme bei Darsteller Henry Fonda hoch im Kurs. Denn zwei Jahre vor Franklin J. Schaffners "Der Kandidat", bei dem es um die zwielichtigen politischen Manöver im Hintergrund der Nominierung eines Kandidaten für die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geht, war er auch schon in Otto Premingers "Sturm über Washington" zu sehen - diesmal als der Lieblingskandidat des amtierenden Präsidenten (Franchot Tone) für den heiklen Posten des Außenministers.
Doch ein einfacher Durchmarsch ist das keineswegs für den sehr liberalen Robert Leffingwell (Henry Fonda), der für einen Dialog mit den Kommunisten in den Zeiten des kalten Krieges steht. Diese Haltung ist selbst in der eigenen Partei äusserst unpopulär, sehr viele Kräfte halten diesen Kurs für fatal und als ein Eingeständnis an Schwäche an den Feind.
Im Senat herrscht daher sogleich ein Kampf zwischen den Anhängern und den Gegnern des Präsidenten. Dieser Kampf wird zum Teil extrem emotional geführt. Vor allem der querulatorische und betagte Politiker Cooley (Charles Laughton), der noch junge Senator Anderson (Don Murray) und der machthungrige Van Ackerman (George Grizzard) spielen sich daraufhin in den Vordergrund der hitzigen Debatten.
Senator Munson (Walter Pidgeon), der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion versucht natürlich dem Präsidenten behilflich zu sein, den Wunschkandidat durchzubringen - aber noch sind die Mehrheitsverhältnisse nicht eindeutig. Vielleicht gibt der geblildete Ausschuß Klarheit, dem sich der umstrittene Nominierte stellen muss. Aber hat er eine reine Weste ? Oder kann man dem sicherlich sehr fähigen Mann eine kommunistische Vergangenheit beweisen. Bald wird auch Anderson, der Vorsitzende dieses Ausschusses, mit einem wunden Punkt in der Vergangenheit konfrontiert...





Was mir an Otto Premingers Film gefällt ist seine Unaufgeregtheit und die Ruhe mit der der Regiesseur diesen Sturm inszeniert.
Teilweise dominiert das Kammerspiel, in jedem Falle ist der Film immer sehr klar, er dramatisiert nicht unnötig, sondern erzählt sachlich seine brisante Geschichte. Der Zuschauer erhält guten Einblick in den Machtapparat und wie er funktioniert. Gesamthaft hat die Story einen grimmigen und bitteren Beigeschmack.
"Sturm über Washington" war zwar lange nicht so erfolgreich wie Premingers 2 Jahre zuvor enstandener Gerichtsfilm "Anatomie eines Mordes", aber die ähnliche Machart ist gegeben. Beide Filme sind hervorragend - auch in den kleinsten Nebenrollen - besetzt und beide Filme glänzen mit diesem nüchternen, klaren Stil, der sehr viel zu einer hohen Authentitizät beiträgt.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Bonjour Tristesse







































Regie: Otto Preminger

Was im Sommer geschah...


Paris, Mitte der 50er Jahre...Dolce Vita und ein pulsierendes Leben in der französischen Metropole. Die 17jährige Cecile (Jean Seberg) sieht hinreißend aus und hat jede Menge Verehrer. Sie lebt dort mit ihrem Vater Raymond (David Niven), ein vermögender Playboy und Lebemann, der zwar bereits in die Jahre gekommen ist, aber sich auch über seine vielen Affären und Eroberungen definiert. Diese schwarz-weiß Bilder bekommen zunehmend einen Hauch von Melancholie. Vater und Tochter scheinen ein unzertrennliches Gespann zu sein, beide ähnlich darin, dass Leben in vollen Zügen zu genießen. Immer etwas unstet und getrieben, sämtliche Aktionen laufen darauf hinaus keine Party auszulassen und den Moment absolut auszukosten. Sie bestärken sich gegenseitig darin, sagen wie glücklich sie doch sind - doch der triste Schatten, der die beiden begleitet ist sichtbar. In einer Bar streiten sich zwei Verehrer von Cecile. Im Hintergrund singt Juliette Greco den Song "Bonjour Tristesse" und meint "The street I walk is sadness, My house has no adress - The letters that I write me begin "Bonjour Tristesse"...während sie auf der Tanzfläche in den Armen des Partners versinkt, denkt das junge Mädchen an die unbeschwerte Zeit des Urlaubs zurück. Ein Urlaub, der so schön und unbeschwert begann und dann in einer Katastrophe und schlußendlich in Depression endete.
Ab hier wird das Bild in Otto Premingers Meisterwerk "Bonjour Tristesse" nach dem gleichnamigen Romanwelterfolg von Francoise Sagan farbig. Eine weiße Villa ist zu sehen, die auf einer Anhöhe liegt. Darunter Klippen und ein Weg, der zum Strand führt. Gelber Sand, tiefblaues Meer und eine brennende Sonne, die die junge Elsa Mackenbourg (Mylene Demongeot) gerade zu spüren bekam. Sie hat einen massiven Sonnenbrand und ihre Haut schält sich. Elsa ist die neue Flamme von Raymond, der ständig seine Frauenbekanntschaften wechselt und sein leichtes und sorgloses Leben als Casanova und Partylöwe in vollen Zügen auslebt. Vom gleichen Schlag ist auch die Erzählerin Cecile, die ihren Vater sehr liebt und es ihm nachtut. Müßgigang 24 Stunden am Tag. Alle drei sind hier vor dieser traumhaften Kulisse und Cecile, der verwöhnte Backfisch mit wenig Sinn für Verantwortung, ist gerade durch die Prüfung gerasselt. Kein Problem, denn im Moment hat sie vor allem Augen für den attraktiven Jurastudenten Philippe (Geoffrey Horne), der aber nicht so viel von ihren frivolen Ansichten über das Leben hält. Doch auch er fühlt sich zu dem hübschen Mädchen hingezogen. Obwohl mit Elsa liiert hat der Vater bald eine Überraschung parat. Die beste Freundin der verstorbenen Mutter hat er eingeladen. Anne Larsen (Deborah Kerr) ist Ceciles Patentante und eine bekannte und erfolgreiche Modedesignern. Doch diese hat nicht damit gerechnet, dass Raymond seine derzeitige Geliebte in der Villa beherbergt. Als sie dies bei der Ankunft von Cecile erfährt, will sie wieder wütend und traurig abreisen. Doch sie entscheidet sich spontan um. Und Raymond scheint zunehmend Gefallen an Anne zu finden, die bodenständig und verlässlich ist und bürgerliche Werte vermittelt. Dies gefällt sowohl Vater als auch der Tochter und Anne scheint sich eine Beziehung mit Raymond vorstellen zu können. Aber für Affären ist Anne nicht zu haben. Dann geschieht das Unglaubliche: Der Frauenheld hat sich anscheinend in Anne verliebt und beide planen ihre Heirat. Mit dieser neuen Situation mischt sich Anne auch vermehrt in Ceciles Belange ein. Sie will, dass das Mädchen die Urlaubszeit auch fürs Lernen nützt, denn sie soll die Prüfung im Oktober nachholen. Damit macht sie Cecile zu ihrer erklärten Feindin. Heimlich schmiedet das Mädchen einen fiesen Plan die zukünftige Frau des Vaters wieder loszuwerden...




Und damit beginnt das Verhängnis, dass dann so stark in das Leben der Protagonisten greift, dass sie sich nicht mehr davon erholen können. Otto Preminger hat mit Filmen wie "Laura", "Anatomie eines Mordes", "Der Mann mit dem goldenen Arm" oder "Carmen Jones" große Filmklassiker geschaffen. Auch der etwas in Vergessenheit geratene Cinemascope Streifen "Bonjour Tristesse" darf zu seinen besten Meisterwerken gezählt werden. Er hat aus dem Roman von Francoise Sagan eine düstere Geschichte gemacht, die in der glühenden Sonne spielt. Vor allem die Vertreter der Nouvelle Vague wie Jacques Rivette, Francois Truffaut oder Jean-Luc Godard feierten diesen 1958 entstanden Film über das kalte Ambiente von Oberflächlichkeit, Luxus und Langeweile. Die Bilder sind edel, opulent und immer wieder großartig fotografiert (Kamera: Georges Perinal). Otto Premingers Angriff richtet sich gegen ein selbstverliebtes,sattes und vermögendes Bürgertum.Die Langeweile wird mit Liebesaffären bekämpft und dennoch sind Einsamkeit und Sinnlosigkeit allgegenwärtig.Die Folgen dieser Dekadenz sind denn auch vernichtend. Jean Seberg wurde mit diesem Film bekannt und war kurze Zeit später in Melvilles "Außer Atem" zu sehen, der sie endgültig zum Weltstar machte. David Niven passt optimal als Lebemann, der den Frust verdrängt und Deborah Kerr liefert als Anne eine oscarreife Vorstellung, die insgesamt 6 Mal für den Oscar als beste Schauspielerin nominiert wurde. Auch im Jahr 1959 - allerdings nicht für Premingers Film, sondern in "Der Seemann und die Nonne" von John Huston. Gewonnen hat sie ihn aber erst 1994 in der Form eines Ehrenoscars für ihr Lebenswerk.
Der Film wurde bei seinem Erscheinen als jugendgefährdet eingestuft und wurde von der FSK erst mit 18 Jahren freigegeben. Dies wurde bis heute nicht verändert.




Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Donnerstag, 28. September 2017

Der Mann mit dem goldenen Arm







































Regie: Otto Preminger

Frankies Sucht...


Frank Sinatra hat sich vor allem als Weltklassesänger und Entertainer ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Es wird dann manchmal sogar vergessen, dass er in den 50er Jahren einer der großen Filmstars war. Mit Künstlerkollegen wie Dean Martin oder Sammy Davis jr. gehörte er dem sogenannten Rat Pack an und sie machten gemeinsam Filme wie "Sieben gegen Chicago" oder "Frankie und seine Spießgesellen". Seinen ersten schauspielerischen Triumph konnte er mit der Nebenrolle in "Verdammt in alle Ewigkeit" erringen, die ihm sogar den Oscar bescherte. Dieser Klassiker von Fred Zinnemann zählt neben "Verdammt sind sie alle" von Vincente Minelli und vor allem "Der Mann mit dem goldenen Arm" von Otto Preminger zu Sinatras besten Filmen.
Das Thema des Films hieß Drogensucht und es war nicht das einzige heiße Eisen, das der österreichisch-amerikanische Filmemacher im Laufe seiner Karriere in die Hand nahm. So drehte er beispielsweise "Carmen Jones" eine Opern-Adaption mit ausschließlich afro-amerikanischen Darstellern, beschäftigte sich in "Exodus" mit der Gründung des Staates Israel oder in "Der Kardinal" mit der katholischen Kirche. Als seine besten Filme gelten "Laura" und "Anatomie eines Mordes", doch dieses 1955 gedrehte Heroin Drama ist mein persönlicher Otto Preminger Favorit.
Die düstere Geschichte spielt in einem sozial problematischen Viertel in Chicago. Dort lebt Frankie Machine (Frank Sinatra), aber aufgrund seiner kriminellen Delikte musste er sich einem sechsmonatigen Aufenthalt in einer Psychiatrie unterziehen. Therapie und Entzug statt Strafe. Und mit seiner Entlassung und momentan ohne die Droge Heroin leben zu können, kehrt er nun nach Hause zurück. Als erstes besucht er seine Stammkneipe um die Ecke und trifft seinen Freund Sparrow (Arnold Spang), dem erzählt er stolz, dass er sich in diesem Sanatorium zum Schlagzeuger hat ausbilden lassen. Frankie will nun als Musiker Geld verdienen und neu durchstarten. Doch es ist nicht so leicht. Denn auch sein Dealer Louie (Darren McGavin), vor dem ihn der Arzt in der Klinik gewarnt hat, ist auf seinen Fersen und versucht ihn wieder zu einem "Schuß" zu überreden. Einmal ist keinmal, er würde ihn sogar gratis bekommen. Auch die illegalen Pokerrunden beim Ganoven Schwiefka (Robert Strauss) wo er als der beste Kartengeber der Stadt fungierte und ihm den Namen "Mann mit dem goldenen Arm" einbrachte, sollen der Vergangenheit angehören. Allerdings ist er weiterhin unglücklich mit seiner Frau Sophia (Eleanor Parker) von allen "Zosch" genannt, die nach einem von Frankie versursachten Verkehrsunfall seit drei Jahren gelähmt im Rollstuhl sitzt. Eigentlich schlägt sein Herz schon lange für die Nachbarin Molly (Kim Novak), doch seine Schuldgefühle und die Hilflosigkeit seiner neurotischen Frau verhindert, dass er sie verlässt. So machen sich die beiden auch gleich wieder die Hölle auf Erden. Und obwohl Frankie redlich versucht seinen geraden Weg zu gehen, wird die Versuchung sich von Louie einen Schuß setzen zu lassen, immer größer...
 


Und so werden in diesen goldenen Arm auch wieder Drogen gespritzt. Um sich wieder aufzurappeln bleibt Frankie am Ende nichts anderes übrig als diesen kalten Entzug zu machen. Dies deutet vielleicht ein Happyend an, doch so sicher ist es nicht, auch wenn das Schlußbild einen stolzen Frankie zeigt, wie er gemeinsam mit Molly die Straßen des Viertels entlang läuft. Man hat das Gefühl, dass die Zukunft nicht leicht sein wird. Was als Charakter- und Milieustudie beginnt, gleitet irgendwann sogar in einen lupenreinen Film Noir. Dies wird dadurch erreicht, dass ein Geheimnis unentdeckt bleiben muss. Die Studiosets erinnerten mich ein bisschen an William Wylers "Sackgasse", der ja auch eine ausserordentlich atmosphärische Stimmung trotz Studiokulissen verbreiten konnte. Nicht nur Frank Sinatras Darstellung eines willensschwachen, labilen Mannes, der sich in seinen Lebenslügen verstrickt hat,  ist klasse, auch seine Co-Stars Eleanor Parker und Kim Novak glänzen in ihren Rollen. Vielleicht ist sogar Eleanor Parker als Zosch Machine der heimliche Star des Films. Hochneurotisch nervt diese Frau ihre Umgebung, doch die Persönlichkeit bleibt bis zumSchluß hoch faszinierend. Trotz einem angedeuteten Happyend bleibt am Ende genug Pessimismus übrig, um diese Momentaufnahme nicht anzuzweifeln. Was bleibt ist ein düsteres Sittenbild aus den schmutzigen Straße und Hinterhöfen. Die Musik von Elmer Bernstein passt auch großartig zu dieser Verlierer-Geschichte, dafür gabs eine Oscar-Nominierung, ebenso für Frank Sinatra als bester Hauptdarsteller und für das beste Szenenbild schwarz-weiß (Joseph C. Wright und Darrell Silvera).
 


Bewertung: 10 von 10 Punkten.