Samstag, 31. Dezember 2022

Hair


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Milos Forman

Let the sunshine in..

Mit seinem Hollywood-Debüt "Einer flog übers Kuckucksnest" gelang dem tschechoslowakischen Regisseur Milos Forman ein großes Meisterwerk. Der Nachfolgefilm "Hair" hatte es jedoch sehr viel schwieriger. Das Musical selbst wurde 1967 am Broadway uraufgeführt, Formans Verfilmung wurde zwölf Jahre später realisiert. Musical und Film spiegeln die Beobachtungen dieser Zeit wider, die Hippie Kultur und den traditionellen Gegenentwurf sowie die sexuelle Revolution der späten 60er Jahre. Mehrere der Songs wurden zu Hymnen der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg und wurden auch zu Hits in den Charts. Dabei stieß der Inhalt sofort auf Kontroversen, die den Konsum illegaler Drogen, das Ausleben der Sexualität sowie die Respektlosigkeit gegenüber amerikanischer Werte, zeigten. Im Genre des Musicals betrat "Hair" auch Neuland, zumal erstmalig die Musik sehr rocklastig war. Weitere Klassiker wie "Tommy" oder "Jesus Christ Superstar" folgten ein paar Jahre später. Claude Hooper Bukowski (John Savage) aus Oklahoma verabschiedet sich von seinem Dad, weil die Army ihm die Einberufung geschickt hat. Er fährt mit dem Bus nach Nwe York und hat noch ein bisschen Zeit die Stadt zu erkunden. Der Junge vom Land ist ein aufrechter Amerikaner und ist erstaunt wieviele Hippies sich im Central Park aufhalten. So auch George Berger (Treat Williams) mit seinen Leuten Lafayette (Dorse Wright), Woof (Don Dacus) und der schwangeren Jeannie (Annie Golden). Die vier Jugendlichen leben irgendwie in den Tag hinein und die Jungs schlafen abwechselnd mit dem Mädchen. Ausserdem sind sie dafür den Wehrdienst zu verweigern. Eine andere Welt verkörpert Sheila Franklin (Beverly D´Angelo), ein Mädchen aus reichem Hause, dass gemeinsam mit ihren Freundinnen auf Pferden durch den Park reitet. Claude sieht Sheila und verliebt sich in die hübsche junge Frau. An diesem Abend lädt Berger Claude ein Marihuana mitzurauchen. Claude gefällt dieses lockere Leben ohne Verpflichtungen, doch er weiß, dass es bald ernst wird und er sicherlich nach Vietnam muss. Am nächsten Morgen findet Berger einen Zeitungsausschnitt, dort ist das Mädchen abgebildet, dass gestern durch den Park ritt. Sie wohnt wohl in Short Hills, New Jersey - also in einer Gegend, wo vor allem gut betuchte Familien wohnen. Berger schlägt vor, Sheila einen Besuch abzustatten, damit Claude sie noch einmal sehen kann. Dort ist gerade eine ausgewählte Dinnerparty im Gange und die Hippies inklusive Claude fallen sofort als ungebetene Gäste ohne Einladung auf. Sheila selbst findet das Auftauchen der Gruppe eher amüsant, zumal die starre Umgebung der Gesellschaft durch die Hippies aufgelockert wird. Das Ende vom Lied: Die Polizei wird gerufen, durch Bergers wilde Tanzeinlage auf dem Tisch geht einiges an wertvollem Geschirr kaputt und die Fünf landen vorübergehend im Knast. Als sie wieder frei kommen, besuchen sie eine Friedenskundgebung im Park, wo Claude zum ersten Mal LSD nimmt. Und es gibt auch auch Wiedersehen mit Sheila...






Hippies, die in New York City ein Bohème-Leben führen und gegen die Einberufung in den Vietnamkrieg kämpfen. Sie  kämpfen darum, ihr junges Leben, ihre Liebe und die sexuelle Revolution mit ihrer Rebellion gegen den Krieg und ihre konservativen Eltern und die Gesellschaft in Einklang zu bringen. Schließlich muss Claude, die Hauptfigur des Films, sich entscheiden, ob er sich wie seine Freunde der Einberufung entziehen oder in Vietnam dienen will. Das Musical setzt auch immer wieder gekonnte Widerhaken in das scheinbar perfekte Dasein als Hippie. Lafayettes Frau (Cheryl Barnes) erscheint mit ihrem Kind und bittet ihren Mann wieder Verantwortung für seine Familie aufzunehmen. Dazu singt sie den Song "Easy to be hard" - eine der schönsten Lieder des Muscials. Genauso stark sind songs wie "Aquarius" gesungen von Renn Woods oder "Let the sun shine in", "Good morning star shine", "Hair", "I got live", "Walking in space" oder "Black Boys/White Boys"...viele Szenen sind ihrer damaligen Zeit weit voraus und erteilen alten Werten eine Absage. Am Ende steht ein Opfer, dass in den Tod mündet. "Hair" ist auch als Film eine gekonnte Anklage gegen den Krieg. Mit einem Umsatz von 11 Millionen Dollar wurde an der Kinokasse 38 Millionen Dollar erzielt. Die Kritik war gespalten und die Academy ignorierte den Film ganz. Immerhin gabs zwei Golden Globe Nominierungen (Treat Williams und bester Film Musical/Komödie), auch bein der Cesar Verleihung wurde der Film als bester ausländischer Film nominiert, musste sich aber von Woody Allens "Manhattan" geschlagen geben.






Bewertung: 9 von 10 Punkten.

E. T. - Der Ausserirdische


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Steven Spielberg

Das Märchen vom Besucher aus dem All...

Steven Spielbergs Science-fiction Märchen "E. T. - Der Ausserirdische" brach 1982 alle Rekorde im Kino. Er spielte fast 800 Millionen Dollar ein, bei relativ überschaubaren Kosten von etwa 10 Millionen Dollar. Der Film löste den bisherigen Spitzenreiter "Jaws" als erfolgreichsten Film aller Zeiten ab und nur Spielberg selbst konnte ihn im darauffolgenden Jahrzehnt mit seinem "Jurassic Park" toppen. Spielberg hat sich dafür entschieden, dass alle technischen Tricks konsequent der Geschichte untergeordnet wurden. Die Balance zwischen Spannung, Humor und Gefühl hält sich perfekt die Waage. Es gelingt ganz große Sympathien für das kleine Minimonster aus dem All zu erwecken, obwohl E. T. nicht gerade als schön bezeichnet werden kann.
Einige Szenen werden für unvergessen bleiben. So etwa die Verfolgungsjagd der Wissenschaftler, die versuchen die Jungs zu stoppen, die mit ihren BMX Rädern E.T. zu seinem Raumschiff bringen wollen. In dem Moment, bei dem es ganz brenzlig wird, kommen die Superkräfte des Minimonsters zum Einsatz. Er hat die Fähigkeit die Fahrräder zum Fliegen zu bringen. So entkommen sie und können sich am Ende - zwar schweren Herzens - von ihrem ausserirdischen Freund verabschieden, der mit seinem Artgenossen die Reise in seine Galaxie unternimmt. Auch die Halloween Szene ist großartig. E.T. wird mit einem Leintuch unkenntlich gemacht, er sieht die vielen verkleideten Menschen auf der Straße. Eines der Kinder hat sich als Star Wars Yoda verkleidet - für einen Moment denkt E.T., dass hinter dieser Maskierung ein "Bruder" aus seiner Heimat versteckt sein könnte.
Im Walt tut sich was. Ausserirdische, die sehr an unserer Pflanzenwelt interessiert sind, besuchen nachts heimlich die Erde. Einer von ihnen ist so fasziniert von den fernen Lichtern der nahe gelegenen Stadt, dass er sich von der Gruppe trennt und sich verirrt. Schon sind Fahrzeuge der US-Regierung an diesem Ort und sie jagen das aufgeschreckte Wesen um es einzufangen. Die anderen Ausserirdischen müssen mit ihrem Raumschiff fortfliegen und lassen ihren Kameraden auf der Erde zurück. Im nahe gelegenen Viertel im San Fernando Valley wird der 10jährige Elliot (Henry Thomas) mit Geräuschen aus dem Geräteschuppen konfrontiert. Als er einen Baseball dort hinein wirft, wird der Ball zurückgeworfen. Seine Mom (Dee Wallace, die jüngere Schwester Gertie (Drew Barrymore) und sein älterer Bruder Michael (Robert McNaughton), der gerade mit seinen Freunden Greg (K. C. Martell), Tyler (C. Thomas Howell) und Steve (Sean Frye) im Wohnzimmer mit Spielen beschäftigt ist, nehmen den etwas verängstigten Elliot gar nicht ernst. Doch Elliot kehrt in der Nacht mit einer Taschenlampe zurück und legt sich auf die Lauer. Er entdeckt eine Kreatur zwischen den Maisstängeln. Er freundet sich mit dem seltsamen Gast an und h#lt ihn zunächst vor seiner Famile versteckt. E. T. und Elliot werden Freunde, doch der unfreiwillige Erdenbesucher hat Heimweh. Er würde gerne nach Hause telefonieren...







Spielberg agiert mit dem Herzen eines Kindes und die NASA, die den Fremdling schließlich aufspürt und ihn wissenschaftlich untersuchen will, wirkt anonym bis angsteinflössend - beispielsweise als große, bedrohliche Schatten, wenn sie dem Haus der Familie immer näher kommt. Man muss das kleine Minimonster mit den Augen der Kinder sehen, dann ist man auf der richtigen Seite. Als modernes Märchen ist der Film perfekt und dafür wurde der Film auch mit 4 Oscars (Bester Soundtrack, bester Ton, beste visuelle Effekte und beste Soundeffekte) ausgezeichnet. Er läutete auch langsam das Blockbuster-Zeitalter im Kino ein, dass auch noch sehr viel Geld mit diversen Merchandise-Produkten wie beispielsweise Puppen oder T-Shirts machte. Dennoch gibts einen Unterschied zu der heutigen Machart von Blockbustern, die vor allem Superhelden präsentieren, die mal kurz Kämpfe in der Galaxis haben und die Welt retten. Die 80er Dekade war ein Ära in der die modernen Märchen, die im Kino große Erfolge feierten und sie entsprangen kreativen Geschichten. Und die großen Sympathien für dieses liebenswerte Monster aus dem Weltall blieb bis heute erhalten. Ein Film, der weltweit die Herzen gewonnen hat. Nicht nur Kinder waren begeistern, auch die jung gebliebenen Erwachsenen, die sich für diesen Traum von Kindheit richtig begeistern konnte.







Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

 

Elvis


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Baz Luhrman

King of RocknRoll...

Filmbiographien über berühmte Musiker sind inzwischen fester Bestandteil des heutigen Kinogeschehens. In den 90ern schaffte es der Film über Tina Turner "Whats love got to do with it" zwei Oscarnominierungen (Angela Bassett und Laurence Fishburne) zu erhalten. Auch "Ray" von Taylor Hackford war enorm erfolgreich und Jamie Foxx, der Ray Charles spielte, wurde mit einem Oscar als bester Darsteller belohnt. Vorläufiger Höhepunkt dieses Genres wurde die "Bohemian Rhapsody" von Bryan Singer. Der Film über das bewegte Leben des "Queen" Frontman Freddie Mercury spielte beinahe eine Milliarde US-Dollar ein. Vier Oscars gabs dafür und auch der Hauptdarsteller Rami Malek durfte sich über einen gewonnenen Academy Award freuen. Es folgten "Rocketman" (die Elton John Story mit einem überzeugenden Taron Egerton in der Hauptrolle), "Respect" (Jennifer Hudson als Aretha Franklich), "Judy" (Renee Zellweger als Judy Garland) oder "The United States vs. Billie Holiday" (mit Andra Day spielt die Jazz-Ikone). Alle diese Filme fanden ein Publikum und 2022 traute sich der australische Regisseur Baz Luhrmann zu, die Geschichte des "King of RocknRoll" zu verfilmen. 
Nach seinen Erfolgen wie "Strictly Ballroom", "Moulin Rouge" oder "Romeo und Julia" gelang im damit ein großes Kino-Comeback.
Elvis Aaron Presley (8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi, gestorben am 16. August 1977 in Memphis,Tennessee) ist sicherlich der wichtigste Vertreter der Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts. Insgesamt verkaufte der aus finanziell ärmlichen Verhältnisse stammende Künstler wahrscheinlich über eine Milliarde verkaufter Tonträger. Da können nur wenige andere Künstler (The Beatles oder Michael Jackson) mithalten.
Seine Karriere beginnt 1954 als einer der ersten Musiker des Rockabilly. Diese Stilrichtung war eine Fusion zwischen der "weißen" Country Music und dem "schwarzen" Rhythm and Blues". Seine Leidenschaft für die Musik begann in den Gottesdiensten, die seine Nachbarn (die meisten waren dunkelhäutig) in den Zelten zur Ehre Gottes veranstalteten. Bei dieser begeisterten Musik war Elvis als Junge (Clayton Jay) in seinem Element.
Luhrmans Film beginnt im Jahr 1997, also 20 Jahre nach dem Tod des Kings und wird von seinem ehemaligen Manager, Colonel Tom Parker (Tom Hanks, kaum wiederzuerkennen) in Rückblenden erzählt. Parker war lange Zeit regelrecht spielsüchtig. Dieses zweifelhafte Hobby hat ihn mittellos gemacht und das ganze Vermögen, dass er mit Elvis verdiente (es gab eine 50:50 Abmachung zwischen Star und Manager) war zu dieser Zeit aufgebraucht. Colonel Parker war Zeit seines Lebens ein sehr umstrittener Manager. Man warf ihm später vor, dass er am Tod von Elvis sicherlich eine gewisse Mitschuld trug, denn er war es, der den Star immer wieder mit lukrativen Angeboten auf die Bühne lockte, obwohl Elvis ab irgendeinem Punkt sicherlich mit diesem Leben überfordert war. Um diese Krisen zu überwinden, bekam er Medikamente, die ihn gegebenenfalls auch wieder aufputschen sollten.
Parker arbeitete zuerst auf dem Rummelplatz und wurde dann der Manager von Countrystar Hank Snow (David Wenham). Elvis ist mehr und mehr fasziniert von der afroamerikanischen Musik in der Beale Street von Memphis. Dort hat Elvis auch seine ersten Auftritte und als Parker den Jungen auf der Bühne sieht, wie er singt (3 Oktaven) und tanzt, erkennt er sofort das Potential. Die Eltern von Elvis (Richard Roxburgh und Helen Thomson) sind natürlich stolz auf ihren Jungen, denn vor allem die Mädchen im Publikum neigen bei Elvis Auftritten zur Hysterie. Der Hüftschwung wirkt besonders erotisch und damit macht sich der junge Sänger nicht nur Fans und Freunde. Auch seine Nähe zur schwarzen Musik wird ihm in der damaligen Zeit von konservativen Kreisen mehr als übel genommen. Doch der Colonel glaubt an seinen Jungen und der kometenhafte Aufstieg ist vorprogrammiert....





Als Freundin und spätere Ehefrau Priscilla ist Olivia de Jonge zu sehen. Austin Butler als Elvis ist eine Wucht und seine Darstellung hat zweifelsohne großes Oscar-Potential. Die Songs von Elvis sind geschickt in die Handlung eingebaut. Austin Butler singt dabei die Songs des jungen Elvis Presley. Bei seinen späteren Erfolgen wie "Suspicioous Minds" oder "In the Ghetto" wurde jedoch die Originalstimme verwendet. Der Zuschauer bemerkt den Wechsel nicht, so gut sind die neuen Aufnahmen geworden. Sehr gut herausgearbeitet wurden die gesellschaftlichen Umbrüche, die sich in den 50er Jahren langsam anbahnten und mit welchem Druck gegen diese neuen Strömungen vorgegangen wurde. So stellte man die Auftritte des Sängers als obszön und pervers dar und man drohte gar mit Gefängnis. Mit 286 Millionen Dollar war "Elvis" auch in den Kinos ein Hit.








 Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Dienstag, 27. Dezember 2022

Eine ganz normale Familie


Regie: Robert Redford

Posttraumatische Belastungsstörungen...

Mit internationalen Kinoerfolgen wie "Zwei Banditen", "Der Clou", "Jeremiah Johnson", "So wie wir waren", "Der große Gatsby",  "Die drei Tage des Condor" oder "Die Unbestechlichen" wurde der Schauspieler Robert Redford in den 70er Jahren zum Weltstar.
1980 versuchte er sich auch erstmalig als Regisseur eines Filmes. "Ordinary People" hieß der kleine Film und es wurde ein triumphales Filmdebüt. Auch das Box Office Ergebnis mit 90 Millionen Dollar Umsatz war äusserst erfreulich.
Das Drehbuch von Alvin Sargent basiert auf dem gleichnamigen Roman von Judith Guest, das 4 Jahre vor dem Dreh erschien. Es zeigt eindringlich den Zerfall einer Familie aus der oberen Mittelschicht in Lake Forest, Illinois nach dem Unfalltod eines der beiden Söhne und dem darauf folgenden Selbstmordversuch des anderen.
Dabei überraschte die Subtilität des Regisseurs, der es vermeidet in irgendwelche Klischeefallen zu treten. Daher gibt es auch keine plakativen und billigen Angriffe auf den Lebensstil oder den Wohlstand dieser Familie und deren Umfeld. Die Probleme dieser Menschen werden nicht durch das Milieu verursacht, in dem sie leben, sondern diese Konflikte sind universell und wachsen aus diesen Menschen selbst heraus.
Die Jarretts sind eine Familie aus einem Vorort von Chicago, die nach dem Unfalltod ihres älteren Sohnes Buck (Scott Doebler) und dem Selbstmordversuch ihres jüngeren, überlebenden Sohnes Conrad  (Timothy Hutton) versucht, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Eine ganz normale Familie - so heißt auch der deutsche Filmtitel. Aber zuerst einmal muss ein solcher Schicksalsschlag verarbeitet werden. Und jeder in dieser Familie versucht es auf seine Weise. Conrads Vater Calvin (Donald Sutherland) versucht Conrad zu helfen. Denn dieser hat den Tod des Bruders scheinbar am schlechtesten verarbeitet. Nach einem Selbstmordversuch (er hat sich die Pulsadern aufgeschnitten) ist er nun nach einem viermonatischen Aufenthalt in einer Psychiatrie nach Hause zurückgekehrt. Er gibt zwar vor, dass es ihm gut geht - aber innerlich hat er sich von seiner Familie, vor allem von seiner Mutter (Mary Tyler Moore) entfremdet und beginnt Dr. Berger (Judd Hirsch) zu besuchen, ein Psychiater, der ihm empfohlen wurde. Dort öffnet sich Conrad langsam und auch der Zuschauer erfärht von den Segelunfall, der dem Bruder das Leben kostete und durch den Conrad mit Schuldgefühlen beladen ist. Buck war der Lieblingssohn der Mutter und wurde von allen geliebt. Er war auch der beste Schwimmer der Schule. Mutter Beth verleugnet ihren Verlust und hofft immer ihre Fassung zu bewahren, was sie für Conrad unnahbar macht. Zumindest Conrad empfindet seine Mutter als sehr kalt und er fühlt sich ungeliebt. Bei dem Psychiater kann er sich zumindest öffnen und auch sein Vater versucht eine Stütze für den problematischen Sohn zu sein. Die Mitschülerin Jeannine (Elizabeth McGovern) bekundet Interesse an Conrad. Doch der stürzt wieder in eine Krise als sich Karen (Dinah Manoff), ein Mädchen, dass er in der Klinik kennenlernte, suizidiert hat. Irgendwann zerbricht auch beim Vater und Mutter das scheinbar perfekte Familienidyll...





Leider wurde Donald Sutherland bei den Oscar Nominierung übergangen. Er spielt genauso hervorragend wie die anderen Akteure Judd Hirsch, Mary Tyler Moore und Youngster Timothy Hutton. Insgesamt gab es 6 Oscarnominierungen - daraus gingen vier Siege hervor (bester Film, Regie Robert Redford, Drehbuchautor Alvin Sargent und Nebendarsteller Timothy Hutton) - Judd Hirsch und Mary Tyler Moore bekamen immerhin Nominierungen.
Besonders Mary Tyler Moore hätte den Sieg als beste Schauspielerin des Jahres verdient, trotz der starken Vorstellung von Sissy Spacek für "Nashville Lady". Mary Tyler Moore ist mit dieser Rollenauswahl das Risiko eingegangen eine wenig sympathische und kalte Narzistin darzustellen. Ihre Wechselbad der Gefühle wie Verleugnung, Schuldzuweisung, Ablehnung und Wut ist extrem gut und authentisch dargestellt.






Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.