Mittwoch, 24. April 2024

Insider


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Mann

Übermächtiger Gegner...

Trotz des Einspielergebnisses von 60 Millionen US-Dollar war Michael Manns bester Film "Insider" eine BoxOffice Katastrophe. Das Budget verschlang bereits die hohe Summe von über 70 Millionen. Führungskräfte von Disney hatten erhofft, dass der Film den gleichen kommerziellen Erfolg wie Alan J. Pakulas "Die Unbestechlichen" haben würde. Allerdings erwies es sich, dass das Thema des Films für jüngere Kinogänger nur begrenzt attraktiv war. Das Hauptinteresse für den Film lag bei einem Publikum über 40 Jahre.
Während eines Prologs überzeugt ein CBS-Produzent, Lowell Bergman (Al Pacino), den Gründer der Hisbollah, Scheich Fadlallah (Cliff Curtis), seinem Kollegen, dem bekannten Mike Wallace (Christopher Plummer) ein Interview für 60 Minuten zu gewähren. Während sie sich auf das Interview vorbereiten, behaupten sowohl Wallace als auch Bergman standhaft gegen die Einschüchterungs- und Störungsversuche der bewaffneten und feindseligen Leibwächter des Scheichs. Später wendet sich Bergman an Jeffrey Wigand (Russell Crowe) – einen ehemaligen Manager des Tabakunternehmens Brown & Williamson – und bittet ihn um Hilfe bei der Erklärung technischer Dokumente. Wigand stimmt zu, macht Bergman jedoch neugierig, als er unter Berufung auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung hinzufügt, dass er nichts anderes besprechen werde. Der mächtige Konzern und frühere Arbeitgeber zwang Wigand später zu einer restriktiveren Vereinbarung, was Wigand dazu veranlasste, Bergman zu beschuldigen, ihn betrogen zu haben. Anschließend besucht Bergman Wigand, um sich zu verteidigen und die mögliche Geschichte zu untersuchen. Obwohl Wigand offenbar über sehr schädliche Informationen verfügt, zögert er, seine Abfindung bei B&W durch die Preisgabe von Informationen aufs Spiel zu setzen. Wigands Familie (seine Frau wird von Diane Venora gespielt) zieht in ein bescheideneres Haus und Wigand beginnt als Lehrer zu arbeiten. Eines Nachts findet Wigand Hinweise auf ein Hausfriedensbruch und erhält einen finsteren Anruf. Mit anderen Worten: Brown & Williamson scheuen keine Skrupel den Mann und seine Familie massiv einzuschüchtern. In der Zwischenzeit kontaktiert Bergman Richard Scruggs (Colm Venore), einen Anwalt, der Mississippi in einem Prozess gegen die Tabakindustrie vertritt, und schlägt vor, dass die Absetzung von Wigand seine Vertraulichkeitsvereinbarung aufheben und CBS die Möglichkeit geben könnte, die Informationen zu verbreiten; Scruggs bekundet Interesse. Einige Zeit später erhält Wigand eine Morddrohung per E-Mail und findet eine Kugel in seinem Briefkasten. Er kontaktiert das FBI, aber die Agenten, die ihn besuchen, sind feindselig und beschlagnahmen seinen Computer. Ein wütender Wigand fordert Bergman auf, ein Interview zu arrangieren, in dem Wigand angibt, dass er gefeuert wurde, nachdem er Einwände dagegen erhoben hatte, dass B&W ihre Zigaretten durch einen schädlichen Zusatzstoff absichtlich "süchtig machender" herstellte. Bergman arrangiert später einen Sicherheitsdienst für Wigands Haus, und die Wigands leiden unter Stress, die Ehe steht plötzlich auf der Kippe. Wigand sagt in Mississippi gegen die Einwände der B&W-Anwälte aus, obwohl ihm ein Schweigebefehl zugestellt wurde. Als er nach Hause zurückkehrt, erfährt er, dass seine Frau Liane ihn verlassen und die gemeinsamen Töchter mitgenommen hat. Eric Kluster (Stephen Tobolowsky), der Präsident von CBS News, beschließt, Wigands Interview nicht auszustrahlen, nachdem CBS-Rechtsanwältin Helen Caperelli (Gina Gershon) gewarnt hat, dass dem Sender rechtliche Schritte von B&W drohen. Bergman stellt Kluster zur Rede und glaubt, dass er den bevorstehenden Verkauf von CBS an Westinghouse schützt. Wallace und ihr ausführender Produzent Don Hewitt (Philip Baker Hall) stehen beide auf der Seite von Kluster. Als Wigand davon erfährt, ist er entsetzt und bricht den Kontakt zu Bergman ab. Die Ermittler untersuchen Wigands persönliche Geschichte, die mit absichtlich schmutzigen und unwahren Details in einem 500-seitigen Dossier kurz vor der Veröffentlichung steht. Bergman erfährt, dass das Wall Street Journal beabsichtigt, es in einem Artikel zu verwenden. Die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen gegen die Tabakindustrie soll komplett zerstört werden. Bergman überredet den Herausgeber des Journals, es zu verschieben, während ein Anwalt und Ermittler, es noch einmal genauer beurteilen soll. Nach einem Machtkampf bei CBS wird Bergman angewiesen, einen "Urlaub“ zu nehmen, während der gekürzte 60-Minuten-Segment ausgestrahlt wird. Bergman kontaktiert Wigand, der sowohl niedergeschlagen als auch wütend ist, und beschuldigt Bergman, ihn manipuliert zu haben. Bergman verteidigt sich und lobt Wigand und seine Aussage. Scruggs drängt Bergman, den gesamten Beitrag auszustrahlen, um öffentliche Unterstützung für ihre Klage zu gewinnen, die ihrerseits durch eine Klage des Gouverneurs von Mississippi bedroht ist. Bergman kann nicht helfen und hinterfragt privat seine eigenen Motive, die Geschichte weiterzuverfolgen. Bergman kontaktiert einen Redakteur der New York Times und enthüllt die ganze Geschichte und die Ereignisse bei CBS. Die Times druckt die Geschichte auf der Titelseite ab und verurteilt CBS in einem vernichtenden Leitartikel. Das Journal weist das Dossier als Rufmord zurück und druckt Wigands Aussage ab. Hewitt wirft Bergman vor, CBS verraten zu haben, findet aber, dass Wallace nun zustimmt, dass es ein Fehler war, sich dem Druck der Konzerne zu beugen. 60 Minutes strahlt endlich den Originalteil aus, einschließlich des vollständigen Interviews mit Wigand. Bergman teilt Wallace mit, dass er zurückgetreten sei, da er glaubt, dass die Glaubwürdigkeit und Integrität von" 60 Minutes" nun dauerhaft getrübt sei...






Zweifelsohne ist Michael Mann ein hervorragender Film gelungen, der qualitativ seinem filmischen Verwandten "Die Unbestechlichen" in keiner Weise nachsteht. Im Grunde eine Wiederbelebung des Paranoia Thrillers der für 7 Oscars (Bester Film, beste Regie, Bester Darsteller Russell Crowe, beste Cinematographie Dante Spinotti, bestes Drehbuch Michael Mann und Eric Roth sowie für Ton und Schnitt) nominiert wurde - es führte aber in keiner dieser Kategorien zum Sieg. Die Darstellerleistungen von Al Pacino, Russell Crowe und Christopher Plummer sind ausgezeichnet. Der Film mit einer Laufzeit von 158 Minuten ist von Anfang bis Ende spannend.








Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Die rote Herberge


Regie: Claude Autant-Lara
 
Ein Wirtshaus in den Bergen
 
Claude Autant-Lara hat einige Filmklassiker wie "Der Graf von Monte Christo", "Teufel im Leib", "Rot und Schwarz" oder "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris" gedreht. Sein 1951 gedrehter schwarzhumoriger Krimi "Die rote Herberge" ist vielleicht sein Meisterwerk. Der Film basiert auf dem tatsächlichen Kriminalfall des Peyrebeille Inn. Die Auberge Rouge ist eine ehemalige Herberge auf einem Hochplateau in 1265 m Höhe auf dem Gebiet der Gemeinde Lancarce im Department Ardeche. Man nimmt an, dass in der Zeit zwischen 1807 und 1833 dreiundfünfzig Reisende von dem Wirt, seiner Frau und einem Hausangestellten umgebracht und ausgeraubt wurden.
 Während des Essens wurden die Gäste durch ein Loch in der Wand von den Wirtsleuten und dem Gehilfen belauscht, woraufhin der Wirt und der Knecht den Opfern in einem Seitenraum an der Treppe zu den Zimmern auflauerten und diese erschlugen. Diese Treppe ist ziemlich steil; noch heute ist der Holzbalken zu sehen, an dem die Opfer in der Regel nach dem Schlag mit dem Kopf anstießen. Anschließend wurden die Leichen teilweise im Ofen verbrannt, teilweise in der Gegend abgelegt. Die Herberge verfügte über mehrere Gästezimmer. Die Räume der Wirtsleute lagen vor den anderen Räumen, so dass man unbemerkt den Gästen auflauern konnte. Andere Übernachtungsmöglichkeiten gab es in einer Scheune am Haus. Erst Ende Oktober 1831 wurde unweit der Herberge die Leiche eines Ermordeten gefunden. Zeugen hatten ihn zuletzt dort gesehen. Die Wirtsleute und ihr Angestellter wurden verhaftet und in einem mehrtägigen Prozess mit vielen Zeugen zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Es sollen dabei bis zu 30.000 Zuschauer anwesend gewesen sein. Ein Granitstein erinnert heute an die Stelle, an der die Guillotine stand. Die Totenmasken der drei Hingerichteten befinden sich heute in einem Museum in Le Puy-en-Velay. Im Jahr 1831 musste eine Gruppe von Reisenden, begleitet von einem Bettlermönch (Fernandel) und seinem Novizen Jeannou (Didier d´Yd), die Nacht in Peyrebeille verbringen, in einem abgelegenen Gasthaus mitten in den Bergen. Anschließend gesteht die Frau (Francoise Rosay) des Gastwirts (Julien Carrette) dem Mönch unter dem Beichtsiegel, dass sie und ihr Mann bereits mehr als hundert Gäste getötet, ihre Wertsachen gestohlen und ihre Leichen im Garten begraben haben. Das vorherige Opfer, ein Drehorgelspieler, flankiert von einem zahmen Affen, war nur wenige Stunden zuvor ermordet worden. In ihrer Eile versteckten die Wirte seine Leiche in einem Schneemann im Garten. Die neuen Gastgeber müssen die jüngsten Opfer sein, da das Paar plant, in den Ruhestand zu gehen. Die Frau drängt den Mönch, abends das Haus zu verlassen, sonst erwartet ihn die gleiche Behandlung wie die anderen. Doch die Reisenden in der Postkutsche, sorglos und nur an den Spaß denkend, hindern ihn an der Flucht. In seiner Verzweiflung wird der Mönch daher versuchen, das Leben seiner Gefährten zu retten, ohne das Geheimnis der Beichte preiszugeben. Mittlerweile haben sich die Tochter (Marie Claire Olivia) des Gastwirts und der Novize ineinander verliebt. Als der Wirt vom Mönch erfährt, dass der Junge der Sohn des Präsidenten des Gerichts von Privas ist, zwingt er den Priester, die Turteltauben zu heiraten, in der Hoffnung, dass sein zukünftiger Schwiegersohn in seinem Namen eingreifen kann wenn seine kriminellen Aktivitäten aufgedeckt werden. Am nächsten Tag wird die Zeremonie von zwei Gendarmen zu Pferd unterbrochen, die dem reisenden Musiker seinen entkommenen Affen zurückbringen. Dem Mönch gelingt es, die im Schneemann versteckte Leiche durch eine Schneeballschlacht ein bisschen offenzulegen und die Wirte sowie Fétiche (Luit Germain), ihren schwarzen Diener, zu verhaften. Erleichtert machen sich die Reisenden wieder auf den Weg, um das Tal zu erreichen, doch wie der Lärm in der Schlussszene deutlich macht, stürzt die Brücke ein, die die Postkutsche nimmt und deren Balken Fétiche in der Nacht zersägt hatte unter dem Gewicht des Fahrzeugs, was vermutlich zum Tod der Insassen führt....







Zum Glück war der Mönch und sein Novize nicht unter den Opfern. Da die Wirtstochter mit dem Novizen Hand in Hand ins Tal schreitet, kann man davon ausgehen, dass sie nicht verurteilt werden wird. Autant Lara hatte sichtlich Spass so eine ironische und schadenfreudige Farce zu inszenieren. Kameramann war Andre Bac (Der Tag bricht an, Der Krieg der Knöpfe, Opfergang einer Nonne). Die Schauspieler agieren in dieser makabren Geschichte perfekt.







Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Rain Man


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Barry Levinson

Der unbekannte Bruder...

Im Jahr 1989 erhielt Dustin Hoffman für seine beeindruckende Leistung als Autist mit einer Inselbegabung in dem Film "Rain Man" den Schauspiel-Oscar. Unter Verziecht auf spektakuläre Effekte gelang es Hoffman ein eindrucksvolles und stimmiges Portrait zu liefern. Seine Darstellung war es, die beim Publikum Anteilnahme und Interesse erweckte. Gleichzeitig war dieser Oscar auch eine Art Weckruf für weitere zukünftige Preisträger. Denn seit "Rain Man" ist eine extreme Zunahme an Oscarpreisträgern und Nominierten zu beobachten, die für ihre Darstellung eines kranken oder gebrechlichen Menschen gelobt und ausgzeichnet werden. So gewann im Folgejahr 1990 Daniel Day Lewis den Oscar für den körperlich behinderten Maler und Autor Christy Brown. Es folgten Geoffrey Rush (Oscar als Pianist Helfgott, der an schizoaffektiven Störung leidet), Russell Crowe (als Mathegenie Forbes mit schiziphrener Psychose), Brendan Freser (lebensbedrohliche Adipositas), Anthony Hopkins (Altersdemenz), Eddie Redmayne (Motoneuron Erkrankung des Physikers Stephen Hawking) oder Matthew McConaughy (Aidserkrankung). Die Liste lässt sich fortsetzen.
Der Autohändler Charlie Babbitt (Tom Cruise) ist gerade dabei, vier Lamborghinis zum Wiederverkauf nach Los Angeles zu importieren. Er muss die Autos an ungeduldige Käufer liefern, die bereits Anzahlungen für die Rückzahlung des Kredits geleistet haben, den er für den Kauf aufgenommen hat, aber die Zollbehörde hält die Autos im Hafen zurück, weil sie die Abgastests nicht bestanden haben. Charlie weist einen Mitarbeiter an, die Käufer anzulügen, während er seinen Gläubiger hinhält. Als Charlie erfährt, dass sein entfremdeter Vater Sanford Babbitt gestorben ist, reisen er und seine Freundin Susanna (Valerie Golino) nach Cincinnati, um den Nachlass zu regeln. Er erbt nur eine Gruppe Rosensträucher und ein klassisches Buick Roadmaster Cabriolet von 1949, wegen dem er und sein Vater sich gestritten hatten - der Rest des 3-Millionen-Dollar-Nachlasses geht an einen namentlich nicht genannten Treuhänder. Natürlich will Charlie mehr wissen und erfährt, dass das Geld an eine örtliche Nervenheilanstalt weitergeleitet wird, wo er seinen älteren Bruder Raymond (Dustin Hoffman) trifft, von dem er sein ganzes Leben lang nichts wusste. Raymond hat das Savant-Syndrom und Autismus und hält sich an strenge Routinen. Er verfügt über ein hervorragendes Erinnerungsvermögen, zeigt jedoch kaum emotionalen Ausdruck, außer wenn er in Not ist. Charlie nimmt Raymond einfach ohne zu fragen mit in ein Hotel. Entmutigt darüber, wie Charlie seinen Bruder behandelt, verlässt Susanna ihn. Charlie bittet Raymonds Arzt, Dr. Gerald Bruner (Jerrry Molen) um die Hälfte des Nachlasses als Gegenleistung für Raymonds Rückkehr, doch Bruner lehnt ab. Charlie beschließt, das Sorgerecht für seinen Bruder zu erlangen, um die Kontrolle über das Geld zu erlangen. Nachdem Raymond sich weigert wegen seiner Flugangst nach Los Angeles zu fliegen, fahren er und Charlie stattdessen mit dem Auto dorthin. Sie kommen nur langsam voran, weil Raymond darauf besteht, sich an seine Routinen zu halten, zu denen es gehört, jeden Tag "The Peoples Court“ im Fernsehen zu schauen, bis 23:00 Uhr ins Bett zu gehen und sich zu weigern, zu reisen, wenn es draußen regnet. Er lehnt es auch ab, auf der Autobahn zu fahren, nachdem sie einen Autounfall erlebt haben. Im Laufe der Reise lernt Charlie mehr über Raymond, einschließlich seiner Fähigkeit, sofort komplexe Berechnungen durchzuführen und Hunderte von Objekten auf einmal zu zählen, was weit über die normalen menschlichen Fähigkeiten hinausgeht. Er erkennt auch, dass Raymond als Kind bei der Familie gelebt hatte und dieser "Rain Man" war, eine tröstende Figur, die Charlie ganz dunkel als imaginären Freund in Erinnerung hatte. Raymond hatte eines Tages den Säugling Charlie davor bewahrt, sich durch heißes Badewasser zu verbrühen, aber ihr Vater beschuldigte ihn, Charlie beinahe verletzt zu haben, und schickte ihn in die Anstalt, da er nicht in der Lage war, für sich selbst einzustehen und das Missverständnis zu korrigieren. Charlies Gläubiger beschlagnahmt die Lamborghinis und zwingt ihn, die Anzahlungen seiner Käufer zurückzuzahlen, wodurch er hoch verschuldet bleibt. Nachdem er Las Vegas passiert hat, kehren er und Raymond zum Caesars Palace zurück und schmieden einen Plan, um durch Blackjack und Kartenzählen das nötige Geld zu gewinnen. Obwohl die Casino-Chefs einen Videobeweis für den Plan erhalten und sie zum Verlassen auffordern, gewinnt Charlie erfolgreich 86.000 US-Dollar, um seine Schulden zu begleichen. Er versöhnt sich auch mit Susanna, die zu den Brüdern nach Las Vegas zurückgekehrt ist. Als Charlie nach Los Angeles zurückkehrt, trifft er sich mit Bruner, der ihm 250.000 Dollar anbietet, damit er Raymond verlässt. Charlie weigert sich und sagt, er sei nicht mehr darüber verärgert, dass er aus dem Testament seines Vaters gestrichen wurde, sondern er möchte eine Beziehung zu seinem Bruder haben. Bei einem Treffen mit einem vom Gericht bestellten Psychiater erweist sich Raymond als unfähig, selbst zu entscheiden, was er will. Charlie beendet die Befragung und sagt Raymond, dass er froh ist, ihn als seinen Bruder zu haben. Als Raymond und Bruner in einen Zug steigen, um zur Anstalt zurückzukehren, verspricht Charlie, sie in zwei Wochen zu besuchen...







Eine schöne Botschaft hat dieser Film von Barry Levinson. Und neben der hervorragenden Darstellung von Dustin Hoffman darf man aber auch die ebenbürtige Leistung von Tom Cruise nicht vergessen, der in diesem Road Movie eine Wandlung durchmacht. Mit 172 Millionen Dollar war "Rain Man" der erfolgreichste Film in den USA. Auch in Deutschland schaffte es Levinsons Film mit über 6 Millionen Zuschauern an die Spitze der Kinojahrescharts zu gelangen. "Rain  Man" wurde für insgesamt 8 Oscars nominiert. Vier dieser Nominierungen (bester Film, beste Regie, Darsteller Dustin Hoffman und Bass & Morrow für das Drehbuch) führten am Ende auch zum Sieg. Die vier anderen Nominierungen (Musik Hans Zimmer, Kamera John Seale sowie Ausstattung und Schnitt) gingen Leer aus.





Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Falsches Spiel mit Roger Rabbit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Zemeckis

Der Schnüffler und eine Toon Femme Fatale...

In einem Vorfilm lernt der Zuschauer den witzigen Hasen Roger Rabbit kennen. Er ist eine Zeichentrickfilmfigur, ein Toon - allerdings lebt er und soll auf Baby Herman aufpassen, weil dessen Mom ausgeht. Dieser Eröffnungscartoon ist bereits ein Meisterwerk. Die Macher ziehen mit diesem 5-Minuten Auftakt alle Register und man glaubt fast schon in einem anderen Universum zu sein, so schwindelerregend ist diese Szene. Tatsächlich dauerte alleine die Animation für diese kurze Szene fast neun Monate. Nicht umsonst kam Schauspieler Tom Hanks zum Schluß, dass Robert Zemeckis den kompliziertesten Film schuf, der je gedreht wurde. Technisch ist "Wo framed Roger Rabbit" nach so vielen Jahren immer noch ein Meilenstein seines Genres.
Der Film kombiniert Live-Action und Animation und spielt in einem alternativen Hollywood im Jahr 1947, in dem Menschen und Zeichentrickfiguren (sogenannte "Toons“) nebeneinander existieren. Die Handlung dreht sich um Eddie Valiant, gespielt von Bob Hoskins, einen Privatdetektiv mit einem Groll gegen Toons, der helfen muss, Roger Rabbit, einen wegen Mordes angeklagten Hasen zu entlasten. Walt Disney Pictures erwarb 1981 die Filmrechte für die Geschichte. Price und Seaman schrieben zwei Entwürfe des Drehbuchs, bevor Disney den ausführenden Produzenten Steven Spielberg und seine Produktionsfirma Amblin Entertainment hinzuzog. Zemeckis wurde mit der Regie beauftragt und der kanadische Animator Richard Williams wurde mit der Überwachung der Animationssequenzen beauftragt. Der Film erhielt von der Kritik großes Lob für seine visuellen Elemente, seinen Humor, sein Drehbuch, seine Darbietungen und seine bahnbrechende Kombination aus Live-Action und Animation. Es brachte weltweit über 351 Millionen US-Dollar ein.
Im Los Angeles des Jahres 1947 leben animierte Zeichentrickfiguren oder "Toons“ neben Menschen und nutzen oft ihre Fähigkeiten, um als Filmstars ihr Publikum zu unterhalten. Der Privatdetektiv Eddie Valiant, einst ein treuer Verbündeter der Toons an der Seite seines Bruders Teddy, ist zu einem depressiven Alkoholiker geworden, nachdem Teddy fünf Jahre zuvor von einem unbekannten Toon ermordet wurde. Inhaber der Maroon Cartoon Studios, R.K. Maroon ((Alan Tilvern) ist verärgert über die jüngste schlechte Leistung seines Toon-Stars Roger Rabbit und beauftragt Eddie, Gerüchten nachzugehen, dass Rogers glamouröse Toon-Frau Jessica eine Affäre mit Marvin Acme (Stubby Kaye) hat, dem Eigentümer der Acme Corporation und von Toontown, der animierten Metropole, in der die Toons leben . Nachdem er Jessica beim Auftritt im Ink and Paint Club zugesehen hat, fotografiert Eddie sie und Acme heimlich beim  erotischen Backe Backe Kuchen Spiel. Er zeigt die Bilder Roger, der verzweifelt ist und flieht, da er sich weigert zu glauben, dass Jessica untreu war. Am nächsten Morgen wird Acme ermordet aufgefunden und Beweise am Tatort deuten darauf hin, dass Roger ein Verdächtiger ist. Eddie trifft Judge Doom (Christopher Lloyd), einem wahrlich finsteren menschlichen Richter von Toontown – der die Wähler bestochen hat, um ihre Stimmen zu gewinnen – und seine fünf Wiesel-Polizisten, die Toon Patrol. Doom bestätigt, dass er plant, Roger mit dem "Dip“ hinzurichten, einer chemischen Mischung aus Aceton, Benzol und Terpentin, die in der Lage ist, die ansonsten unverwundbaren Toons zu zerstören. Rogers Toon-Co-Star Baby Herman weist Eddie darauf hin, dass Acmes fehlendes Testament – das Toontown angeblich den Toon-Toons vermacht – das wahre Motiv des Mörders gewesen sein könnte. Eddie kehrt in sein Büro zurück und findet Roger wartend vor. Roger besteht darauf, dass ihm etwas angehängt wurde, und Eddie willigt widerstrebend ein, zu helfen, nachdem er Beweise für Acmes Testament gefunden hat. Er versteckt Roger in einer Bar, die von seiner gelegentlichen Freundin Dolores (Joanna Cassidy) betreut wird.  Femme Fatale Jessica erzählt Eddie, dass Maroon Rogers Karriere bedrohte, wenn sie nicht für die kompromittierenden Fotos posierte. Dolores‘ Nachforschungen bringen unterdessen ein Komplott zutage. Langsam glaubt der Privatdetektiv, dass Roger Rabbit völlig unschuldig ist....





"Falsches Spiel mit Roger Rabbit" landete nur ganz knapp abgeschlagen von "Die verhängnisvolle Affäre" und "Ödipussi" auf Platz 3 der deutschen Kinojahrescharts - mit dem hervorragenden Umsatz, der durch 4,3 Millionen zahlende Zuschauer zustande kam. In den USA lag der Film auf Platz 2 in der Jahresendabrechnung - lediglich Barry Levinsons "Rain Man" machte noch mehr Umsatz.
In 6 Kategorien wurde der Film für einen Oscar nominiert: Für die beste Ausstattung, für den Kameramann Dean Cundey, für den Schnitt Arthur Schmidt, für den Ton diee Herren Knudson, Boyd, Digirolama und Dawe, für die Sound Effekte Charles L. Campbell und Louis Edeman sowie die Special Effekte von Ken Ralston, Richard Williams, Edward Jones und George Gibbs. Einen Sonderoscar gabs für die Animation  von Richard Williams, ausserdem wurde der Schnitt, die Soundeffekte und die Spezialeffekte preisgekrönt. In Deutschland wurde der Film mit dem Prädikat Besonders Wertvoll ausgezeichnet, die Goldene Leinwand wurde ebenso wie dier Jupiter der Filmzeitschrift Cinema verliehen. Es gibt hier atemberaubende Tricktechnik zu bewundern, die Verbindung zwischen Zeichentrickfilm und nostalgischen Film Noir ist hervorragend in diesem magischen Kinovergügen vorhanden.







Bewertung. 8,5 von 10 Punkten.