Samstag, 28. März 2026

Die Weber



Regie: Friedrich Zelnik

Armut und Hunger...

In den Städten Peterswaldau und Langenbielau um 1840 lebten vor allem vorindustrielle Heimarbeiter, die vorwiegend Baumwollwaren herstellten. Wirtschaftlich war ihre Existenz aber von den Verlegern abhängig, die in der Regel vermögende Kaufleute waren. Sie kauften Garn auf dem Mark auf und ihre angestellten Baumwollweber sollten daraus zu einem vereinbarten Preis die gewünsxchten Stoffe herstellen. Für ihre Ware wurden diese Arbeiten entlohnt, der Verleger verkauifte die Baumwollprodukte weiter. Diese schlesischen Weber hatten im Gegensatz zu Leinwebern oder Leinspinnern sogar bessere Löhne, dennoch fürchteten sie um ihren Lohn, der meistens gerade zum Überleben reichte. Wegen der Überproduktion im Textilgewerbe kam es in dieser Zeit auch vermehrt um drastische Lohnkürzungen. Die Besonderheit des Aufstandes im Jahr 1844 lag in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Zeitgenössische Publikationen und auch die Literatur verarbeiteten dieses damals aktuelle Thema. In diesem Sinne kann der schlesische Weberaufstand von 4. bis zum 6. Juni 1844 in einem Zusammenhang mit der einsetzenden Revolution um 1948 gebracht werden. Der deutsche Dramatiker und Schriftsteller Gerhard Hauptmann (1862 bis 1946), der 1912 den Literaturnobelpreis erhielt, brachte im Jahr 1892 sein Drama "Die Weber" heraus, der diesen Aufstand beschreibt. Zunächst verboten, durfte der brisante Stoff zwei Jahre später im Deutschen Theater Berlin aufgeführt werden.Im Jahr 1927 verfilmte Friedrich Zelnik den Stoff. Die armen und hungrigen Weber müssen unter menschenunwürdigen Umständen für den Fabrikanten Dreißiger (Paul Wegener) schwer schuften. Ihre Arbeiten übergeben sie tagtäglich dem Expidenten Pfeifer (Emil Lind), der versucht durch das Aufdecken von "Mängeln" die Löhne zu drücken. Wer nicht mitmacht, der wird geefeiert. So auch der Weber Bäcker (Theodor Loos), der sich weigert seine Arbeit für einen Hungerlohn abzugeben. Er ist nun als mutmaßlicher Querulant arbeitslos. Als dann Pfeifer noch verkündet, dass man zukünftig nur noch den halben Preis bezahlen wird, kommt es unter den Ausgebeuteten zum Aufstand. Der frühere Soldat Moritz Jäger (Wilhelm Dieterle, später William Dieterle) eignet sich als Anführer, da er eine neue Zeit verkörpert. Fabrikant Dreißiger ist dagegen das Sinnbild für Ausbeutung. Mit dem "Dreißigerlied" auf den Lippen ziehen immer mehr Weber durch das ganze Dorf bis zum prachtvollen Anwesen der Familie Dreißiger...







Zelnik hat sich zweifelsohne an den russischen Revolutionsfilmen orientiert und es gelingen eindrückliche Massenszenen. Der Filmarchitekt und Bühnenbildner Andrej Andrejew war für die Filmbauten verantwortlich. Einen großen Teil seiner Wirkung verdankt der Film ausserdem dem Maler George Grosz, der die markanten Zwischentitel entwarf.






Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 
 

Ich wurde geboren, aber....























Regie: Yasujiro Ozu

Der Vater und seine beiden Söhne...

Yasujiro Ozu (1903 bis 1963) führte nach einer Tätigkeit als Kameramann und Regieassistent 1927 zum ersten Mal selbst Regie. Er wurde bekannt und galt im eigenen Land Japan bis zu seinem Tod als einer der führenden Filmregisseure. Im Ausland entdeckte man ihn erst sehr spät. So kam von den 53 Spielfilmen Ozus zum Beispiel in Deutschland nur einer davon ins Kino. Immerhin wurden sie durchs Fernsehen den deutschen Zuschauern gezeigt. Ozu war in den ersten Jahren sehr von Chaplin und Keaton beeinflusst, eliminierte aber bald die eher komödiantischen Elemente aus seinen Filme und entwickelte einen sehr persönlichen, sehr kargen und Schlichten Filmstil - vornehmlich zeigte er den Alltag einfacher Menschen sowie das Zerbrechen familiärer und gesellschaftlicher Tradition. So gesehen eine Auseinandersetzung des Indiviuums mit der neuen Zeit. Er verzichtet dabei auf Kameraschwenks und -fahrten, die Kamera bleibt meistens unbewegt. Trotz dieser langsamen Erzählweise wirkt der Rhythmus dieser Bilder eindringlich. "Otona no miru ehon – Umarete wa mita keredo (wörtlich: „Die Sicht eines Erwachsenen auf ein Bilderbuch – Ich wurde geboren, aber…“) ist ein japanischer Stummfilm aus dem Jahr 1932, eine Schwarzweißkomödie unter der Regie von Yasujirō Ozu. Er war der erste von sechs Ozu-Filmen, der mit dem Kinema Junpo Award als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde. 1959 drehte Ozu eine lose Neuverfilmung unter dem Titel Good Morning.Die Geschichte des Films dreht sich um zwei junge Brüder, deren Vertrauen in ihren Vater, einen Büroangestellten, erschüttert wird, weil sie ihn als unterwürfig gegenüber seinem Chef wahrnehmen.Die Familie Yoshi (Vater: Tatsuo Saito/Mutter: Mitsuko Yoshikawa) ist gerade in einen Vorort von Tokio gezogen, in die Nähe von Kennosukes direktem Chef Iwasaki (Takeshi Sakamoto). Kennosukes zwei Söhne, Keiji (Tomio Aoki) und Ryoichi (Hideo Sukawara), sollten eigentlich zur Schule gehen, doch wegen der Drohungen einer Gruppe von Nachbarschafts- und Schulrowdys schwänzen sie. Nachdem der Lehrer mit ihrem Vater gesprochen hat, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als doch zur Schule zu gehen. Sie versuchen, Spatzeneier zu essen, um stärker zu werden und sich an den Rowdys rächen zu können. Doch der ältere Lieferjunge Kozou (Shoichi Kofujita) hilft ihnen dabei, die Rowdys einzuschüchtern, und sie steigen schnell zu den Anführern der Bande auf.Einer der Nachbarsjungen ist Taro (Seiichi Katō), dessen Vater Iwasaki selbst ist. Die Jungen streiten sich, wer den mächtigsten Vater hat. Kurz darauf besuchen sie Taros Elternhaus, wo sich die Büroangestellten unter Iwasakis Führung versammelt haben. Dieser zeigt ihnen zur Unterhaltung einige private Videos. Die beiden Brüder werden Zeugen, wie ihr Vater, den sie als streng und bewundernd empfinden, sich vor seinen Kollegen und seinem Chef zum Narren macht.Beschämt gehen sie nach Hause und beschließen, dass ihr Vater doch nicht so wichtig ist. Sie steigern sich beide in einen Wutanfall und konfrontieren ihn mit der Frage, warum er sich vor Taros Vater so unterwürfig verhalten muss. Kennosuke erwidert, dass Taros Vater reicher sei und eine höhere Position bekleide. Unzufrieden mit dieser Antwort beschließen die beiden, in den Hungerstreik zu treten. Ryoichi bekommt von seinem Vater eine Tracht Prügel, doch nachdem die Kinder im Bett sind, vertraut der Vater seiner Frau an, dass ihm seine Arbeit keinen Spaß macht. Beide wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder.Am nächsten Tag versuchen die Kinder, während des Frühstücks in den Hungerstreik zu treten, erliegen aber einem Teller Reisbällchen. Kennosuke gelingt es, sich mit ihnen zu versöhnen. Die Kinder erklären, dass sie gerne Generalleutnant bzw. General werden möchten. Auf dem Schulweg sehen sie Taros Vater in einem Auto und drängen ihren Vater, hinzugehen und ihn zu begrüßen. Während Kennosuke bequem mit dem Auto zur Arbeit fährt, gehen die Brüder mit Taro und den anderen zu Fuß zur Schule....






Ein wunderbarer schöner Film. Alles in diesem Film ist absolut glaubwürdig, so sehr, dass er zeitweise fast anekdotisch wirkt, eine liebenswerte kleine Anthologie von Kindern, die die verrücktesten Dinge anstellen. Dass er mehr ist – ein kleines großes Meisterwerk, perfekt in Konzeption und Ausführung – versteht sich fast von selbst, aber die Tiefe und der Charme des Films gehen Hand in Hand.Die amüsante Satire auf kulturelle Sitten hat eine ernste Kehrseite: Sie thematisiert die persönlichen Opfer, die man bringen muss, um im Geschäftsleben voranzukommen, und den Einfluss des Gruppenzwangs.











Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

 

Es war einmal ....die Schöne und die Bestie























Regie: Jean Cocteau

Das Untier und das schöne Mädchen..

Kinder glauben, was wir ihnen erzählen. Sie vertrauen uns blind. Sie glauben, dass eine Rose, die man aus dem Garten pflückt, eine Familie in Streit stürzen kann. Sie glauben, dass die Hände eines Unmenschen rauchen, wenn er sein Opfer tötet, und dass ihn dies beschämen wird, wenn ein junges Mädchen bei ihm einzieht. Sie glauben tausend andere einfache Dinge.Ich bitte Sie um ein wenig dieses kindlichen Verständnisses und, um uns Glück zu bringen, lassen Sie mich vier wahrhaft magische Worte sprechen, das „Sesam, öffne dich“ der Kindheit: Es war einmal …Mit diesen Zeilen beginnt der französische Märchenfilm "La Belle et la Bete" von Jean Cocteau aus dem Jahr 1946. Cocteau, der sich nie als Filmemacher sah, sondern als Dichter, wurde mit einem riesigen Erfolg an den Kinokassen belohnt. Mehr als 4,2 Millionen Franzosen gingen bei der Premiere des Films ins Kino. Der Stoff wurde danach noch mehrfach verfilmt. Disneys Zeichentrickfilm war mit 451 Millionen Dollar Umsatz ebenfalls extrem erfolgreich. Sie eenthielt auch viele visuelle Anspielungen auf Cocteaus Version, allen voran die Idee der lebenden Möbel. 2017 realsierten die Disney Studios mit Regisseur Bill Condon eine Realverfilmung, die sogar die magische Umsatz-Schallmauer von einer Milliarde Dollar durchbrach. Die beiden hier erwähnten Disney Produktionen sind nicht so surreal gestaltet wie Cocteaus Klassiker. Mit Josette Day als Belle und Jean Marais als Biest ist er eine Adaption der 1757 erschienenen Geschichte „Die Schöne und das Biest“ von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont, die ursprünglich in einer Märchensammlung veröffentlicht wurde.Die Handlung von Cocteaus Film dreht sich um Belles Vater, der zum Tode verurteilt wird, weil er eine Rose aus dem Garten des Biestes gepflückt hat. Belle bietet an, anstelle ihres Vaters zum Biest zurückzukehren. Das Biest verliebt sich in sie und macht ihr jeden Abend einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt. Schließlich fühlt sich Belle aber immer mehr zum Biest hingezogen, das sie auf die Probe stellt, indem es sie zu ihrer Familie zurückkehren lässt und ihr sagt, dass er vor Kummer sterben wird, wenn sie nicht innerhalb einer Woche zu ihm zurückkehrt."Die Schöne und das Biest " gilt heute als Klassiker des französischen Kinos.Während Belle (Josette Day) zu Hause den Boden schrubbt, wird sie von Avenant (Jean Marais), dem Freund ihres Bruders Ludovic (Michel Auclair) unterbrochen. Er meint, sie verdiene Besseres und schlägt ihr eine Heirat vor. Belle weist Avenant zurück, da sie zu Hause bleiben und sich um ihren Vater (Marcel Andre) kümmern möchte, der seit dem Verlust seiner Schiffe und des damit verbundenen Familienvermögens sehr gelitten hat. Belles Vater kommt nach Hause und verkündet, er sei zu großem Reichtum gekommen, den er am nächsten Tag abholen werde, zusammen mit Geschenken für seine Töchter Belle und ihre zänkischen Schwestern Adelaide (Nane Germon) und Felicie (Mila Pareli). Belles schelmenhafter Bruder Ludovic, der glaubt, bald reich zu sein, unterschreibt einen Vertrag mit einem Geldverleiher, der ihm das Recht einräumt, Ludovics Vater zu verklagen, falls dieser nicht zahlen kann. Belles Schwestern wünschen sich einen Affen und einen Papagei, Belle hingegen nur eine Rose. Doch am nächsten Tag muss Belles Vater bei seiner Ankunft feststellen, dass sein Vermögen zur Begleichung seiner Schulden beschlagnahmt wurde und er wieder völlig mittellos ist. Da er kein Geld für eine Unterkunft hat, ist er gezwungen, nachts durch einen Wald nach Hause zurückzukehren. Er verirrt sich und findet sich schließlich vor einem großen Schloss wieder, dessen Tore und Türen sich wie von Zauberhand öffnen. Beim Betreten des Schlosses führt ihn ein verzauberter Kandelaber zu einem reich gedeckten Tisch, wo er einschläft. Von einem lauten Brüllen geweckt, irrt er über das Schlossgelände. Er erinnert sich, dass Belle sich eine Rose gewünscht hat, pflückt eine vom Baum und lässt so das Biest erscheinen. Das Biest droht, ihn wegen Diebstahls zu töten, schlägt aber vor, dass eine seiner Töchter seinen Platz einnehmen kann. Es bietet ihm sein Pferd Magnificent an, um ihn durch den Wald zu seinem Haus zu führen. Belles Vater erklärt seiner Familie und Avenant die Situation. Belle willigt ein, anstelle ihres Vaters zu reiten und reitet auf Magnificent zum Schloss. Als Belle dem Biest begegnet, fällt sie angesichts seines monströsen Aussehens in Ohnmacht und wird in ihr Zimmer im Schloss getragen. Dort erwacht sie und findet einen Zauberspiegel vor, der ihr alles zeigt. Das Biest lädt Belle zum Abendessen ein und erklärt ihr, dass sie ihm gleichgestellt sei und dass er ihr jeden Tag einen Heiratsantrag machen werde. Belle gewöhnt sich an das Biest und gewinnt es lieb, doch sie weigert sich weiterhin, es zu heiraten. Mithilfe des Zauberspiegels sieht sie, dass ihr Vater todkrank geworden ist. Belle bittet ihn inständig, ihre Familie besuchen zu dürfen, und das Biest erlaubt ihr widerwillig, eine Woche zu verreisen. Er schenkt Belle zwei magische Gegenstände: einen Handschuh, mit dem sie sich überall hinbewegen kann, und einen goldenen Schlüssel, der Dianas Pavillon öffnet, die Quelle des wahren Reichtums des Biestes. Er erklärt Belle, dass er ihr diese kostbaren Dinge gibt, um ihr sein Vertrauen zu zeigen, und dass er vor Kummer sterben wird, sollte sie am Ende der Woche nicht zurückkehren...








Dem Dichter Cocteau gelang ein sehr poetischer und verträumter Film mit viel Magie. Auch die Kulissen sind ausdrucksstark; viele der Außenaufnahmen wurden für seltene Architekturszenen in Raray gedreht, einem der schönsten Schlösser und Parks Frankreichs. Und auch die Kostüme von Christian Bérard und Escoffier sind exquisit, glitzernd und fantasievoll. Präsentiert wird eine magische Fantasiewelt voller Trickaufnahmen und verblüffender Efffekte. Um Jean Marais in das Biest zu verwandelt, benötigten die Maskenbildner jedesmal mehrere Stunden. 










Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 
 

One battle after another


Regie: Paul Thomas Anderson

Schlachten auf Leben und Tod...

Die Filme von Paul Thomas Anderson wurden schon oft für den Oscar nominiert. Auch er selbst fand sich schon oft unter den Nominierten in den Kategorien "Regie" undf "Drehbuch" - beispielsweise für "Boogie Nights", Licorice Pizza", "Der seidene Faden", Inherent Vice", "Magnolia" und "There will be blood". Mit 13 Nominierungen und 6 Siegen stellte aber der 2025 realisierte Politthriller "One battle after another" seine bisherigen Filme alle in den Schatten. Er gewann auch erstmalig den Regie-Oscar, ausserdem wurde seinem Film der Hauptpreis als bester Film zuerkannt - er war Mitproduzent. Ein dritter Oscar durfte er für sein Drehbuch in Empfang nehmen. Darüberhinaus gewann Sean Penn für seine Rolle als Col. Steven J. Lockjaw seinen dritten Oscar. Auch in den Kategorien "Bester Schnitt" und "Bestes Casting" war am Ende der Sieg das Resultat. Auch die Darsteller Leonardo diCaprio, Benico del Toro und Teyana Taylor wurden bei den Nominierungen berücksichtigt, gingen aber am Ende leer aus. Schade aber, dass die junge Chase infiniti keine Nominierung erhielt. Der Film ist vollgefüllt mit schwarzem Humor und hat die derzeitige unversöhnliche Spaltung der Gesellschaft in linksradikal und rechtsradikal zum Thema und einige Szenen wie beispielsweise die finale Autoverfolgungsjagd oder die zweite Vorstellung von Colonel Lockjaw bei dem ominösen Christmas Adventurers Club belben haften und sind so nachhaltig, dass man sie sofort in den Klassiker Status einordnet.  Pat Calhoun, genannt „Ghetto“ (Leonardo di Caprio), und Perfidia Beverly Hills (Teyana Taylor) sind ein Liebespaar und Mitglieder der linksextremen Revolutionsgruppe „French 75“. Bei einem Befreiungsversuch von inhaftierten Immigranten aus dem Otay Mesa Detention Center demütigt Perfidia den Kommandanten Steven J. Lockjaw  (Sean Penn) sexuell, der daraufhin von ihr besessen ist. Als Steven Perfidia beim Bombenlegen erwischt, lässt er sie gehen, nachdem sie seinem Angebot, sich mit ihm zum Sex zu treffen, nachkommt. Kurz darauf wird Perfidia schwanger, die Vaterschaft bleibt ungeklärt. Nach der Geburt ihrer Tochter Charlene (wird als Teenagerin von Chase Infiniti gespielt) versucht Pat, sie zur Sesshaft zu bewegen, doch sie verlässt Pat und Charlene, um ihre revolutionären Aktivitäten fortzusetzen. Perfidia wird verhaftet, nachdem sie bei einem bewaffneten Banküberfall einen Wachmann ermordet hat. Steven verschafft ihr Haftverschonung im Austausch für Informationen über wichtige Mitglieder der „French 75“. Perfidia wird in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen, während Steven die von ihr gelieferten Informationen nutzt, um ihre Genossen aufzuspüren und ohne Gerichtsverfahren hinzurichten. Howard Sommerville (Paul Grimstad), Mitglied der French 75, verschafft Pat und Charlene gestohlene Identitäten als Bob und Willa Ferguson, während Perfidia aus dem Zeugenschutzprogramm nach Mexiko flieht. Sechzehn Jahre später lebt Bob zurückgezogen in der Zufluchtsstadt Baktan Cross in Kalifornien und ist zu einem paranoiden Kiffer geworden. Er beschützt Willa, die inzwischen eine lebensfrohe Teenagerin ist und Bobs Drogenkonsum verabscheut. Er hat sie glauben lassen, Perfidia sei ein Held. Durch seinen Kampf gegen Einwanderung ist Steven zum Oberst und einer einflussreichen Figur innerhalb der US-Sicherheitsbehörden aufgestiegen. Als Steven eingeladen wird, Mitglied des Christmas Adventurers Club, einer rassistischen Geheimgesellschaft, zu werden, versucht er, Willa zu töten, um seine frühere Beziehung zu Perfidia zu verbergen. Er heuert den Kopfgeldjäger Avanti Q (Eric Schweig) an, um Howard gefangen zu nehmen, wodurch ein Notruf an die French 75 abgesetzt wird. Unter dem Deckmantel einer Operation zur Bekämpfung von Einwanderung und Drogenhandel schickt Steven Truppen nach Baktan Cross. Deandra (Regina Hall), ein Mitglied der French 75, rettet Willa vor einer Razzia auf ihrem Schulball und bringt sie in ein Kloster revolutionärer Nonnen. Dort erfährt sie die Wahrheit über den Verrat ihrer Mutter. Während Bob zu Hause high ist, wird er von der French 75 vor Steven gewarnt, dessen Männer daraufhin sein Haus stürmen. Bob flieht durch einen Tunnel und erhält dabei Hilfe von Sergio St. Carlos (Benicio del Toro), Willas Karate-Sensei und Gemeindevorsteher, der auch Immigranten durch einen Geheimgang evakuiert. Nachdem Bob von einem anderen Mitglied der French 75 von dem Kloster erfahren hat, flieht er mit Sergios Schülern über die Dächer, stürzt jedoch und wird festgenommen, obwohl er nicht erkannt wird. Die Christmas Adventurers finden Beweise für Stevens Beziehung zu Perfidia, darunter die Möglichkeit, dass er ein Kind mit ihr hat, und schicken ihr Mitglied Tim Smith (John Hoogenakker)  los, um ihn und Willa zu töten. Durch die Ortung ihres Handys spürt Steven Willa im Kloster auf, wo Deandra verhaftet wird. Er nimmt Willa als Geisel und zwingt sie zu einem DNA-Test, der die Vaterschaft testen soll...









Mit 212 Millionen Dollar Einspielergbnis ist dieser sechsfache Oscarsieger der bisher erfolgreichste Kassenhit von Regie-Wunderkind Paul Thomas Anderson. Der geniale wie absurde Thriller basiert auf der 1990 erschienenen Novelle "Vineland" von Thomas Pynchon. Wenn linksradikale Terroristen von rassistischen Soldaten gejagt werden, dann bietet sich ein erschreckendes Bild von dem Traumland USA. Hollywoods zweiter grimmige Beitrag in dieser Richtung ist "Eddington" von Ari Aster - auch hier sind linke wie rechte Ränder bis an die Zähne bewaffnet. Kameramann Michael Bauman, der ebenfalls für den Oscar nominiert wurde, überzeugte bereits in Anderson Vorgängerfilm "Licorice Pizza". 










Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.