Regie: Fred C. Newmayer und Sam Taylor
Die Besteigung des Hochhauses...
Der waghalsige Komöidenklassiker "Safety Dance" (Deutscher Titel: Ausgerechnet Wolkenkratzer) mit dem Stummfilmstar Harold Lloyd war zu seiner Zeit ein riesiger Erfolg. Er spielte bei seiner Kinopremiere 1923 ca. 1,5 Millionen Dollar ein. Regie führten Fred C. Newmayer und Sam Taylor. Der Erfolgsfilm wurde von Hal Roach produziert und auch heute noch begeistert die weltberühmte Szene, in der Harold Lloyds an einer riesigen Uhr an einer Gebäudeecke weit oben an der Häuserfassade des Hochhauses hängt. Es wurde zu einem ikonischen Bild, die immer mal wieder improvisiert wurde. Lloyd selbst führte die allermeisten Stunts selbst aus. Bill Strother, der „Limpy“ Bill spielte und war alsTurmsteiger die Inspiration für viele Szenen, Lloyd wurde auf ihn aufmerksam als er ihn beim Klettern beobachten konnte. Die Szene mit der riesigen Uhr wurde auf dem Dach des Broadway Leasehold Building gedreht, ebenso wie die Schlusseinstellung des Films.
Für die Dreharbeiten wurden mehrere Gebäude unterschiedlicher Höhe zwischen der 1st Street und der 9th Street in der Innenstadt von Los Angeles genutzt. Auf ihren Dächern wurden Kulissen errichtet, die der Fassade des Hauptgebäudes, des International Bank Building an der Ecke Temple und Spring Street, nachempfunden waren. Auf diese Weise wurde die Illusion erzeugt, dass Lloyd immer höher an der Seite eines Gebäudes klettert.
1922 sitzt Harold Lloyd wohl hinter Gittern. Seine Mutter und seine Freundin Mildred (Mildred Davis) trösten ihn, als ein ernster Beamter und ein Priester eintreffen. Die drei gehen auf etwas zu, das wie ein Galgen aussieht. Dann wird klar, dass sie sich an einem Bahnhof befinden und der vermeintliche Galgen in Wirklichkeit ein Abholbügel ist, mit dem Zugbesatzungen Befehle entgegennehmen, ohne anhalten zu müssen. Die Gitterstäbe sind lediglich die Fahrkartensperre.Lloyd verspricht, seine Freundin nachzuholen, damit sie heiraten können, sobald er in der Großstadt zu etwas gekommen ist. Dann verschwindet er.
Er findet eine Anstellung als Verkäufer im Kaufhaus De Vore, wo er sich allerlei Tricks einfallen lassen muss, um Ärger mit dem pingeligen und arrogant selbstherrlichen Abteilungsleiter Mr. Stubbs (Westcott Clarke) zu vermeiden. Er teilt sich ein Zimmer mit seinem Kumpel „Limpy“ Bill (Bill Strother), einem Bauarbeiter.
Als Harold seine Schicht beendet hat, trifft er einen alten Freund aus seiner Heimatstadt, der jetzt als Polizist auf Streife ist. Nachdem er gegangen ist, taucht Bill auf. Er prahlt vor Bill mit seinem angeblichen Einfluss bei der Polizei und überredet ihn, den Polizisten umzustoßen, während dieser gerade eine Notrufsäule benutzt. Er hält den Polizisten für seinen Kumpel und geht davon aus, dass dieser es mit Humor nehmen wird. Doch Bill stößt den falschen Polizisten (Noah Young) um. Um zu entkommen, klettert er die Fassade eines Gebäudes hoch. Der Polizist versucht, ihm zu folgen, kommt aber nicht über das Erdgeschoss hinaus. Frustriert brüllt er Bill an: „Dafür kriegst du was zu hören! Wenn ich dich das nächste Mal sehe, kneife ich dich!“
Unterdessen versucht Harold, seinen Misserfolg zu verbergen, indem er seiner Freundin teure Geschenke schickt, die er sich eigentlich nicht leisten kann. Sie glaubt fälschlicherweise, er sei erfolgreich genug, um eine Familie zu ernähren, und fährt, auf Drängen seiner Mutter, mit dem Zug zu ihm. Peinlich berührt gibt er sich als Geschäftsführer aus und schafft es sogar, ihn zu imitieren, um sich an Stubbs zu rächen. Als er ihre Handtasche holen will (die Mildred im Büro des Managers vergessen hat), belauscht er den echten Geschäftsführer, der sagt, er würde 1000 Dollar demjenigen geben, der Kunden in den Laden locken kann. Er erinnert sich an Bills Talent und schlägt vor, einen Mann das zwölfstöckige Bolton-Gebäude, in dem sich De Vore's befindet, erklimmen zu lassen. Er überzeugt Bill mit 500 Dollar. Der Stunt wird in den Medien breitgetreten, und am nächsten Tag versammelt sich eine große Menschenmenge.
Als ein Betrunkener dem Polizisten, der umgestoßen wurde, einen Zeitungsartikel über das Ereignis zeigt, vermutet dieser, dass Bill der Kletterer sein wird. Er wartet am Startpunkt, trotz Harolds verzweifelter Versuche, ihn zum Gehen zu bewegen. Schließlich, da er nicht länger warten kann, schlägt Bill vor, dass Harold selbst das erste Stockwerk erklimmt und dann Hut und Mantel mit ihm tauscht, der dann von dort weiterklettert. Aber der Polizist lässt nicht locker. Am Ende muss der kleine Verkäufer Harold Lloyd den Wolkenkratzer ganz alleine aus eigenen Kraft erklimmen... Trotz einiger Schwierigkeiten mit hungrigen Tauben, einem Netz, jubelnden Mädchen, einer alten Dame, zwei Bauarbeitern, einer Uhr, einem Seil, einem Hund, einer Maus, einem bewaffneten Mann und einem Windmesser küsst er endlich - ganz oben - seine Angebetete. Auf dem Weg nach oben tritt Harold versehentlich in eine Teergrube und verliert seine Oxfordschuhe samt Socken...
"Ausgerechnet Wolkenkratzer" ist ein totales Vergnügen, auch wenn Harold Lloyd nicht ganz die Klasse von Buster keaton oder Charles Chaplin erreicht. Doch als kleiner Mann, der den Wolkenkratzer erklimmen kann und dabei mehrfach in höchster Lebensgefahr schwebt, ist er einfach köstlich. Der Film belegte Platz 97 auf der AFI-Liste „100 Years…100 Thrills“, das liegt vor allem daran, dass die Akrobatik in größer Höhe sehr echt wirkt. Diese Szenen sind gleichsam Zeugnis von einer mehr als waghalsigen Filmproduktion, da er ohne Absicherung in dieser Höhe gedreht wurde. in Meisterwerk der visuellen Effekte und des Slapstick-Humors.




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