Mittwoch, 11. März 2026

Die Nächte einer schönen Frau


Regie: Charles Chaplin

Wiedersehen in Paris...

"A Woman in Paris “ (deutscher Titel: Die Nächte einer schönen Frau) aus dem Jahr 1993 war Charlie Chaplins erster ernsthafter Versuch, sich einem ernsthaften dramatischen Thema zu widmen. Es ist auch sein einziger Stummfilm, in dem er nicht als Hauptdarsteller auftritt; sein nächster Film war die hochgelobte Komödie „Goldrausch“. Jahre später, 1952, drehte er „Rampenlicht“, der sowohl "Komödie" als auch als „Drama“ beschrieben wurde. Auch in seinem letzten Film "Die Gräfin von Hongkong" ist er nicht als Darsteller dabei. Beide Filme, in denen Chaplin nicht auftrat, hatten es sehr schwer beim Publikum zu landen. In "Die Nächte einer schönen Frau" ist er immerhin für einge Momente als Gepäckträger zu sehen.  Edna Purviance spielt die Hauptrolle der Marie St. Clair. Chaplin produzierte den Film unter anderem, um seine ständige Partnerin zu mehr Anerkennung als Schauspielerin ohne ihn an ihrer Seite zu verhelfen. Außerdem wollte er hinter der Kamera bleiben und sein erstes richtiges Drama drehen. Trotz seiner Bemühungen erreichte Purviance nicht den Erfolg, den sie in Filmen mit Chaplins Tramp an ihrer Seite gefeiert hatte. Der Film trug jedoch dazu bei, dass Adolphe Menjou etwas Bekanntheit erlangte. Marie St. Clair (Edna Purviance) und ihr Verlobter, der angehende Künstler Jean Millet (Carl Miller), planen, ihr kleines französisches Dorf zu verlassen und in Paris zu heiraten. Am Abend vor ihrer geplanten Abreise verlässt Marie ihr Haus, um sich mit Jean zu treffen. Maries Stiefvater (Clarence Gelderd) sperrt sie aus und fordert sie auf, sich woanders eine Unterkunft zu suchen. Jean lädt Marie zu seinen Eltern (Lydia Knott und Charles K. French)  ein, doch auch sein Vater lehnt dies ab. Jean begleitet Marie zum Bahnhof und verspricht, nach dem Packen zurückzukommen. Als er zu Hause ankommt, erfährt er, dass sein Vater gestorben ist. Als Marie Jean vom Bahnhof aus anruft, teilt er ihr mit, dass sie ihre Reise verschieben müssen, ohne ihr den Grund zu nennen. Sie fährt ohne ihn mit dem Zug ab. Ein Jahr später genießt Marie in Paris ein luxuriöses Leben als Geliebte des wohlhabenden Geschäftsmanns und Frauenhelden Pierre Revel (Adolphe Menjou) Eine Freundin ruft an und lädt Marie zu einer ausgelassenen Party im Quartier Latin ein. Sie gibt Marie die Adresse, kann sich aber nicht erinnern, ob die Wohnung im rechten oder linken Gebäude liegt. Marie betritt das falsche Gebäude und ist überrascht, Jean anzutreffen, der mit seiner Mutter eine bescheidene Wohnung teilt. Marie bittet Jean, ihr Porträt zu malen, und gibt ihm ihre Adresse. Jean besucht Marie in ihrer Wohnung, um mit dem Gemälde zu beginnen. Marie bemerkt seine schwarze Armbinde und fragt ihn nach dem Grund seiner Trauer. Jean erzählt ihr, dass sein Vater in der Nacht gestorben ist, als sie ohne ihn abgereist ist. Marie und Jean leben ihre Romanze wieder auf, und Marie distanziert sich von Pierre Revel. Jean vollendet Maries Porträt, doch anstatt sie in dem eleganten Outfit zu malen, das sie für das Porträt ausgesucht hatte, malt er sie in dem schlichten Kleid, das sie in der Nacht ihrer Abreise nach Paris trug. Jean macht Marie einen Heiratsantrag. Jeans Mutter streitet sich mit ihm darüber. Marie taucht unerwartet vor Jeans Wohnung auf und belauscht, wie Jean seine Mutter beruhigt und ihr erklärt, er habe ihr in einem schwachen Moment den Antrag gemacht. Jean kann Marie nicht davon überzeugen, dass er es nicht so gemeint hat, und sie kehrt zu Pierre Revel zurück. Doch damit will Jean nicht weiterleben...







Charles Chaplin beweist hier einmal mehr sein gutes Gespür für melancholische Momente, der Schlußpunkt ist perfekt in diesem unterhalsamen Stummfilmklassiker, der zum damaligen Lieblingsfilm von Mary Pickford wurde. Es ist auch sichtbar, dass hier sehr frei und offen Liebesbeziehungen ohne Trauschein gezeigt werden. Selbst in der sündigen Stadt Paris wären diese Themen mit Einzug des Hays Codes (freiwillig ab 1930 und als Pflicht ab 1934) nicht mehr möglich gewesen. 






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

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