Samstag, 1. August 2020

Der Flug des Phoenix

Regie: Robert Aldrich

Bruchlandung in der Wüste...

Mitte der 60er Jahre konnte Regisseur Robert Aldrich einige gute Kinoerfolge verbuchen. Seine Horrorvarianten mit Bette Davis "Whatever happened to Baby Jane" und "Hush Hush Sweet Carlotte" waren erfolgreich, ebenso auch seine Abenteuerfilme "Der Flug des Phoenix" oder "Das dreckige Dutzend".
In "Flug des Phoenix" wurden viele bekannte Schauspieler verpflichtet. In der Hauptrolle ist James Stewart als alternder Pilot Frank Towns zu sehen. Und der damals 58jährige Hollywoodstar zieht hier noch einmal alle Register seines Könnens und liefert eine seine besten Rollen ab. Mit Golden Globe oder Oscar Nomierungen wurden aber andere belohnt. Ian Bannen wurde für den Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen. Hardy Krüger schaffte eine Golden Globe Nominierung.
"Flug des Phoenix" ist ein Klassiker und zeigt seine Qualität, denn mit wenig Action und einem begrenzten Raum, in dem die Geschichte spielt, wurde ein Maximum an Spannung erzeugt.
Dies ist tatsächlich ein Verdienst des hervorragenden Ensembles, denn alle Figuren sind authentisch und wurden gut herausgearbeitet. Sehr schnell fiebert man mit den Männern mit, die mit der zweimotorigen Fairchild C-82 von Dschaghbub nach Benghazi (Libyen) unterwegs sind und durch einen Sandsturm in der Wüste notlanden müssen.
Durch den Aufprall werden zwei Männer (Peter Bravos, William Aldrich) getötet, ein anderer Mann Gabriele (Gabriele Tinit) wird schwer verletzt. Frank Towns (James Stewart), der Pilot erkennt sein eigenen Verschulden, aber auch sein Freund, der Navigator Lew Moran (Richard Attenborough), ein zuviel Alkohol trinkt, hat seine Aufgabe nicht gut erledigt. Weitere Passagiere, die in der Wüste notlanden sind der pflichtbewusste Captain Harris (Peter Finch) und sein aufmüpfiger Untergebener Sergeant Watson (Ronald Fraser), beide Angehörige der britischen Army. Ausserdem der Buchhalter Mr. Standish (Dan Duryea), der geistig kranke Trucker Cobb (Ernest Borgnine), der Mediziner Dr. Renaud (Christian Marquand), der deutsche Heinrich Dorfmann (Hardy Krüger), dazu die Ölarbeiter Ratbags Crow (Ian Bannen), Carlos (Alex Montoya) mit seinem Affen und der Amerikaner Mike Bellamy (George Kennedy). Der Funk funktioniert nicht und die Überlebenden hoffen auf rasche Hilfe. Doch sie sind 200 Meilen vom Kurs abgekommen - das Wasser reicht nur für 10 bis 15 Tage, aber nur wenn sie körperliche Anstrengung vermeiden. Während Captain Harris versucht auf eigene Faust eine Strecke von 150 Meilen bis zur nächsten Oase zu schaffen, täuscht sein Untergebener eine Fußverletzung vor, damit er nicht mitkommen muss. Auch der deutsche Dorfmann hat eine Idee, zumal er Flugzeugingenieur ist. Er glaubt aus den Trümmern ein neues flugtüchtiges Flugzeug bauen zu können. Mit dieser Idee nehmen auch die Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem leicht cholerischen Towns und dem arrogant auftretenden Deutschen zu...




Natürlich ist diese erfolgreiche Arbeit der Männer, die hüngern und Durst haben, schon etwas unrealistisch - aber die straffe und spannende Inszenierung wirkt auf den Zuschauer extrem packend. Die eigentliche Spannung bezieht der Film dadurch, wie die Männer in der Hitze der Sahara miteinander umgehen. Nicht alle werden die Katastrophe überleben - einer verübt Selbstmord, zwei werden von einer Beduinenbande ermordet. 






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Das dreckige Dutzend




















Regie: Robert Aldrich

Das Himmelfahrtskommando....

Der 1966 inszenierte Kriegsfilm "Das dreckige Dutzend" bescherte seinem Regisseur Robert Aldrich ein phänomenales Einspielergebnis von über 45 Millionen Dollar alleine in den USA. Damit schaffte es der Film auf Platz 5 der Kino-Jahrescharts und wurde einer der größen Erfolge des unangepassten Hollywood-Regisseurs, der sich in seiner Schaffenszeit auch immer wieder sehr gewagte und brisante Themen heranwagte und ein erklärter Kritiker des Systems in Hollywood war. Auch "Das dreckige Dutzend" fällt auf, da die moralische Positionierung der guten Seite ausbleibt und für die damaligen Verhältnisse auch gewaltvolle Szenen zeigt. Wie im Krieg erschreckend brutal auch mit den eigenen Männern umgegangen wird, zeigt auch schon die erste Szene. Ein weinender Private (George Rubicek) wird von dem Hinrichtungskommando abgeholt, der junge Mann weint fast und beteuert seine Unschuld. Doch vor den Mitgefangenen, die den letzten Gang von ihrer Zelle aus verfolgen, will er sich keine Blöße geben, denn sie animieren ihn dazu stolz in den Tod zu gehen und ja keine Schwäche seinen Richtern zu zeigen. Doch als er in den Raum geführt wird, wo der Galgen steht, packt es ihn und er fleht um Gnade. Keiner gibt ihm Antwort, der Pfarrer murmelt einige Worte auf Latein und dann wird der Boden unter dem Todeskandidaten geöffnet. Das Werk ist vollbracht, die harte Strafe vollzogen und Major John Reisman (Lee Marvin), der als Zuschauer dabei war, verlässt wortlos den Ort. Er ist kein Freund der Todesstrafe. Der Mann gilt als guter Soldat, fiel aber auch schon wegen seiner unkonventionellen Methoden bei den Vorgesetzten (u.a. Ernest Borgnine, Robert Ryan) auf und scheint ein Problem mit Autoritäten zu haben. Nun wird er mit einem Himmelfahrtskommando beauftragt. Ein Unternehmen, dass ihn und ihm untergebene Soldaten nach Frankreich führen wird und vermutlich den sicheren Tod bedeutet. Dafür darf er 12 Soldaten auswählen, die im Militärgefängnis auf den Tod warten oder zu einer sehr langen Haftstrafe verurteilt wurden. Der Lohn ist der Straferlaß. Gemeinsam mit dem Militärpolizisten Sergeant Clyde Bowren (Richard Jaeckel) macht er nun aus den Verbrechern Brados (Al Mancini), Vlados (Tom Busby), Jiminez (Trini Lopez), Lever (Stuart Cooper), Gilpin (Ben Carruthers), Sawyer (Colin Maitland), Jefferson (Jim Brown), Pinkley (Donald Sutherland), Posey (Clint Walker), Franko (John Cassavettes), Maggott (Telly Savalas) und Wladislaw (Charles Bronson) eine kampferprobte Truppe. Bei einem Manöver beweisen die Männer sogar ausgesprochenen Teamgeist, Reisman hat es fertig gebracht aus dem dreckigen Dutzend ein unschlagbares Team zu machen. Dann wirds aber ernst. Mit Fallschirm gelangen sie zum Zielort: Ein besetztes Schloß der Nazis. Dort soll sich eine Vielzahl an deutschen Offizieren aufhalten. Der Befehl lautet soviel wie möglich davon zu töten. Das Unternehmen fordert aber viele Opfer bei dem dreckigen Dutzend...



Robert Aldrich versteht es gute und spannende Kriegsszenarien zu verfilmen. Bereits sein 10 Jahre vorher gedrehter "Ardennen 44" ist ein echter Klassiker des Genres. "Das dreckige Dutzend" hat einige Ähnlichkeiten im Aufbau und Inszenierungstil mit John Sturges "Gesprengte Ketten", weil beide Filme sich sehr viel Zeit lassen die Vorgeschichte vor dem eigentlichen Unternehmen zu erzählen. Aldrich zeigt wie die Männer mit dem Thrill von Reisman, toll gespielt von Lee Marvin, konfrontiert werden. Beim Manöver wählt Adrich sogar einen heiteren Stil. Erst am Ende werden die Männer in den tödlichen Kampf geschickt. Der Film ist mit Darstellern wie George Kennedy, Robert Webber, Robert Ryan, Ernest Borgnine, Donald Sutherland, Charles Bronson, John Cassavettes, Telly Savalas, Jim Brown, Lee Marvin oder Clint Walker äusserst attraktiv besetzt. Vor allem Robert Ryan als arroganter Vorgesetzer und John Cassavettes als aufsässiger Gefangener Nr. 11 überzeugen. Natürlich darf auch Charles Bronson nicht unerwähnt bleiben, der hatte ja schon in "Die glorreichen Sieben" und auch in "Gesprengte Ketten" eine ähnlich gute Nebenrolle - hier ist es eines der letzten Mael, dass er in dieser Positiion des supporting Actors zu sehen ist. Einige Monate später erlangte er durch die Rolle von Mundharmonika in Leones "Spiel mir das Lied vom Tod" endlich den Durchbruch zum Big Star.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Gesprengte Ketten




















Regie: John Sturges

Der große Ausbruch....

Einer der erfolgreichsten Kinohits des Filmjahres 1963 wurde John Sturges Kriegsfilm "Gesprengte Ketten". Der Film basiert auf dem gleichnamigen Tatsachenbericht von Paul Brickhill, einem Piloten bei der australischen Luftwaffe. Als sein Flieger abgeschossen wurde, landete er im Kriegsgefangenenlager Stalag Luft III. Dieses Lager im heutigen Polen galt als besonders ausbruchssicher. Trotzdem wurde von den Gefangenen ein großa angelegter Ausbruch organisiert und tatsächlich gelang auch 76 Männern die Flucht, 50 davon wurden wieder ergriffen und später - wie im Film - auf Befehl der Gestapo exekutiert.
Aus dieser dramatischen Kriegsgeschichte hat John Sturges einen äusserst spannenden und kurzweiligen Abenteuerfilm gemacht. Durch die bekannte Filmmusik (Marsch) von Elmer Bernstein wurde der fröhliche und coole Grundton  noch verstärkt, was aber gerade in den Szenen mit Steve McQueen zugute kommt. So wurde er zur markantesten Figur in Sturges Film, obwohl er oft durch Abwesenheit glänzt. Warum ? Er handelt ausschließlich auf eigene Rechnung und haut öfters ab. Die Konsequenz heißt "Ab in den Bunker" - dort leistet ihm nur noch sein Baseball Gesellschaft. Währenddessen arbeiten alle anderen Gefangenen wie verbissen unter der Leitung von Big X Bartlett (Richard Attenborough) am gemeinsamen Ausbruch aus dem Lager, das als besonders aussbruchssicher gilt. In "Gesprengte Ketten" liegt das Lager aber nicht in Polen, sondern in der Nähe der schweizer Grenze.
Der Film hat eine imposante Laufzeit von 165 Minuten und lässt sich lange Zeit mit der Figurenzeichnung. So lernt der Zuschauer bei den Vorbereitungen die Gefangenen kennen. Bartlett steht dabei unter besonderer Überwachung des Lagerkommandanten Oberst von Luger (Hannes Messemer), der kein besonderer Freund der Nazis ist und seine Gefangenen gemäß der geltenden Konventionen korrekt behandelt und den Lagerältesten Captain Ramsey (James Donald) eindringlich vor möglichen Fluchtversuchen warnt. Doch der Gestapomann Kuhn (Hans Reiser) sitzt ihm im Nacken. Es sind nur wenige amerikanische Kriegsgefangene im Lager. Ausser dem coolen Virgil Hilts (Steve McQueen), der die Ausbruchsversuche beinahe schon als sportliche Herausforderung und Weigerung sich unterzuordnen begreift und nicht so sehr als soldatische Pflicht wie die Briten, ist auch der Organisator Captain Bob Hendley (James Garner) einer der Gefangener. Dieser kann einfach gut die unmöglichsten Dinge beschaffen - und die brauchen die Männer, denn Bartlett und sein bester Freund Sandy McDonald (Gordon Jackson) wollen diesmal 250 Männern die Flucht ermöglichen - mit gefälschten Papieren. Das ist die Aufgabe von Colin Blythe (Donald Pleasance), der immer mehr Probleme mit seinem Sehvermögen bekommen wird. Insgesamt werden drei Tunnels gegraben, die von den Männern Tom, Dick und Harry genannt werden. Sehr engagiert beim Tunnelbau sind die Tunnelkönige Danny Valinski (Charles Bronson) und William Dickes (John Leyton), auch das handwerkliche Geschick von Officer Louis Sedgwick (James Coburn) ist gefragt und Commander Ashley Pitt (David McCallum) hat die zündende Idee, wie der Erdschutt aus den Grabungen unerkannt entsorgt werden kann. Einer der Tunnel wird entdeckt, der zweite erweist sich am Tag des Ausbruchs als zu kurz. Denn er er endet 6 Meter vor dem Wald.





Der zweite Teil des Films befasst sich dann mit der Flucht der Männer. Viele von Ihnen werden wieder geschnappt. Doch diese Szenen machen den Film zu einem unvergesslichen Klassiker. Und das betrifft nicht nur die besonders effektive Sequenz mit Steve McQueen, der mit dem Motorrad halsbrecherisch vor den deutschen Soldaten zu fliehen versucht. Auch die Location erweist sich als optimal. Schöne deutsche Kleinstädte bilden dabei ein tolle Kulisse und es gibt dabei einige sehr dramatische Szenen - auf dem Bahnhof, bei einem Flugzeug Crash nahe der rettenden Schweiz. Mit dem Boot oder mit einem Fahrrad hat man da mehr Glück. Einigen Männern gelingt die erfolgreiche Flucht. "Gesprengte Ketten" ist ein echter Starfilm - auch einige bekannte deutsche Gesichter wie Robert Graf und Heinz Weiss machen mit. Auch die Kameraarbeit von Daniel L. Fapp ist eine Wucht.





Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Die glorreichen Sieben





















Regie: John Sturges

Ein Dorf gegen Calvera....

Seine größten Filmerfolge feierte Regisseur John Sturges mit den beiden 60er Jahre Kinohits "Die glorreichen Sieben" und "Gesprenge Ketten" - beide Filme realisierte er für die Mirisch Company für die United Artists. "Die glorreichen Sieben" war damit auch sein Höhepunkt als Westernregisseur, obwohl weitere Highlights des Genres in seiner Filmographie vertreten sind. Besonders erwähenswert sind "Verrat im Fort Bravo" (1954), der Post-Western "Stadt in Angst" (1955), "Das Geheimnis der fünf Gräber" (1956), "Zwei rechnen ab" (1957), "Der Schatz der Gehenkten" (1957) und "Der letzte Zug von Gun Hill" (1958). "Die glorreichen Sieben" ist eine Western-Adaption von Akira Kurosawas Meisterwerk "Die sieben Samurai" und beide Filme schildern die Einsamkeit ihrer Anti-Helden, auch wenn sie im Kampf gemeinsam - also zu siebt - gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner antreten müssen. Der einzige Lohn, den sie erhalten, ist die Bewunderung der einfachen Menschen, ansonsten bleibt den Helden nichts als das Überleben ohne Heimat. Für die Kameraarbeit war der versierte Charles Lang jr. zuständig, ein Meister seines Fachs. Insgesamt wurde er in seiner langjährigen Laufbahn 18 mal für den Oscar nominiert. Erhalten hat er ihn aber nur einmal und zwar 1934 für "In einem anderen Land".
Die Handlung spielt sich in ddem kleinen mexikanischen Dorf Ixcatlan statt. Jedes Jahr - um die Erntezeit - wird das Dorf von dem Banditen Calvera (Eli Wallach) und seiner 30köpfigen Bande überfallen. Er lässt den armen Bauern gerade mal soviel übrig, dass sie nicht verhungern müssen - alles andere kassiert der Bandenführer ein. Er sieht sich als Wolf, der die schwachen Schafe beherrscht. Doch die Männer des Dorfes haben genug. Ihr Dorfältester (Vladimir Solokoff) gibt ihnen den Rat endlich zu kämpfen. Doch wie soll das gehen ohne Waffen ? Drei der Bauern machen sich auf den Weg in die Stadt um Waffen zu kaufen. Dort kriegen sie mit wie die beiden Revolvermänner Chris (Yul Brynner) und Vin (Steve McQueen) sich mutig und erfolgreich durchsetzen können. Das gefällt den Bauern und macht mächtig Eindruck. So entsteht die Idee, statt Waffen einfach Revolverhelden zu bezahlen, die sich gegen Calvero stellen. Für einen Hungerlohn von 20 Dollar pro Kopf willigt Chris ein, er hat nichts anderes zu tun, die Bauern tun ihm leid und irgendwie wäre er auch gerne ein seßhafter Farmer. So denkt auch Vin und beide rekrutieren den jungen Heißsporn Chico (Horst Buchholz), den coolen Messerwerfer Britt (James Coburn), den einsamen Söldner Bernardo (Charles Bronson), den goldgierigen Harry Luck (Bred Dexter) und den zynischen Auftragskiller Lee (Robert Vaughn). Sie lernen die Bauern an im Kämpfen und Schließen. Und bald kommt es auch schon zum erbitterten Kampf...




Yul Brynner macht als Führer der Revolverhelden eine edle Figur, die beiden Sympathieträger sind Steve McQueen, der alles mit einem Witz kommentiert und Horst Buchholz, der die Rolle des Toshiro Mifune hat..allerdings abgewandelt. Denn er ist vor allem ein jugendlicher und naiver Hitzkopf, der sich auch noch in ein Mädchen (Rosenda Monteros) verlieben darf. Auch Charles Bronson hat einen rührenden Part...drei kleine Mexikanerjungen verehren ihn von den glorreichen Sieben am meisten und weichen ihm nicht mehr von der Seite. Auch Eli Wallachs Part als Bandit ist gut gelungen, denn er ist irgendwie auch ein Komplize der Gunfighter und macht ihnen irgendwann im Laufe der Geschichte ein ganz verlockendes Angebot. Wohl deshalb, weil er weiß, dass auch sie zu den Wölfen unter den Menschen gehören. Er wird auch am Ende der Geschichte nicht begreifen, warum gerade diese stolzen Revolverhelden sich für die Sache der Bauern so stark gemacht haben. Denn Gewinner sind die Bauern...dies ist genauso wie im japanischen Original die Quintessenz am Schluß des Films. Die Starriege war so gut, dass in "Gesprengte Ketten" auch auf McQueen, Coburn und Bronson gesetzt wurde. Toll auch, dass Sturges sich zwar am großen Original orientiert hat, aber dennoch einen ganz eigenständigen Film schaffen konnte. Gemeinsam mit Richard brooks "Die gefürchteten Vier" ist Sturges Filmhit bereits ein Vorbote für die kommenden Italo-Western, die die Strukturen der Klassiker mächtig durcheinander wirbeln.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Bullit







































Regie: Peter Yates

1968er Ford Mustang Fastback vs. Dodge Charger R/T ...

Der ehrgeizige Staatsanwalt Walter Chalmers (Robert Vaughn), der große Ambitionen für eine polititsche Karriere hat, leitet in San Francisco einen Ausschuß des Senats zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Amerika. Immerhin hat er den Chicagoer Gangster Johnny Ross (Felice Orlandi) an Land gezogen, der gegen das Syndikat aussagen will.
Dieser hat die Mafia um 2.000.000 Dollar erleichtert und hat nun allen Grund die Schutzhaft, die Chambers ihm angeboten hat, auch anzunehmen.
Für diese Aufgabe wird Lieutenant Frank Bullitt (Steve McQueen) vom San Francisco Police Department ausgewählt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Delgetti (Don Gordon) und Carl Stanton (Carl Reindel) soll er den Kronzeugen von Freitag Nacht bis Montag Morgen beschützen.
Chambers hat ein Hotelzimmer gebucht, wo sich Ross in dieser Zeit aufhalten soll. Die Polizisten lösen sich bei der Bewachung ab, sind aber vom Wachhabenden immer sehr schnell zu erreichen.
Das Hotel ist eine eher billige Absteige in der Nähe des Embarcadero Freeway.
Als der junge Stanton am späten Samstag Abend Dienst schiebt, kommt von der Hotelrezeption ein Anruf, dass Chambers und ein Begleiter auf dem Weg nach oben sind, weil sie Ross sprechen wollen.
Ross missachtet die Vorsichtsmaßnahmen des Polizisten und öffnet bereits das Sicherheitsschloß der Tür. Doch es sind zwei Killer (Paul Genge und Bill Hickman) die den Polizisten ins Bein schiessen und somit ausser Gefecht setzen. Der Kronzeuge wird von den Schüssen durchlöchert, wird aber schwerst verletzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo sich Dr. Willard (George Stanford Brown) um das Leben des Mannes bermüht, aber letztendlich nur noch den Tod feststellen kann.
Zur gleichen Zeit dringt auch schon einer der Killer ins Krankenhaus ein mit dem Ziel dem Zeugen den Rest zu geben.
Bullitt verfolgt den Mann, dieser kann aber entkommen. Der aufrechte Cop will den Fall aufklären und sowohl den Killer wie auch den Mafiaboss finden, der das Attentat angeordnet hat. Der von Ehrgeiz besessene Chalmers ist verärgert und beschuldigt Bullitt, seine Karriere zu gefährden- Aus diesem Grund entscheidet sich Bullitt den Tod des Zeugen zunächst geheimzuhalten und so zu tun, als hätte er diesen an einen unbekannten Ort verlegt.
Dies will sich Chalmers natürlich nicht gefallen lassen und drängt darauf, mit Unterstützung des Polizeichefs Baker (Norman Fell) dass das neue Versteck von Ross preisgegeben wird. Doch Bullitts Vorgesetzer Bennet (Simon Oakland) hält zu seinem Mitarbeiter und unterstützt Bullitts Maßnahmen insgeheim.
Während der aufreibenden nächsten Stunden findet Bullitt nur selten Zeit für seine hübsche Freundin Cathy (Jacqueline Bisset), dafür hat er aber eine Menge mit seinem Ford Mustang die ultimative Adrenalinfahrt, denn er wird in den Straßen von San Francisco hinter dem Dodge Charger der bösen Killer her sein, die Straßen werden zum ultimativen Kriegsschauplatz...




Mit dieser 10-minütigen Autoverfolgungsjagd, die gänzlich ohne Dialog auskommt, schrieb Peter Yates 1968 realisierter Polizeithriller Filmgeschichte.
Der 1968 realisierte Copthriller war sehr erfolgreich an der Kinokasse und spielte mehr als 40 Millionen Dollar ein. Damit landete Peter Yates Kultfilm auf Platz 3 der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres...nur "Funny Girl" mit Barbra Streisand und "Ein seltsames Paar" mit dem Komikerduo Matthau und Lemmon liefen noch besser.
Bei der Oscarwahl 1969 fuhr der Film in der Kategorie "Bester Schnitt" einen Sieg ein. In der Kategorie "Ton" gab es ebenfalls eine Nominierung. Großartig auch die Kameraführung von William A. Fraker, der San Francisco im besten Licht fotografiert hat.
"Bullitt" basiert auf dem Kriminalroman "Polizeirevier 52, New York" (Originaltitel: Mute Witness) von Robert L. Pike. Der Handlung wurde im Film nach San Francisco verlegt. Es ist einer der bekanntesten Filme der 1980 an Krebs verstorbenen Schauspielers Steve McQueen. Produktionstechnisch bemerkenswert ist die Tatsache, dass der gesamte Film an Originalschauplätzen gedreht wurde.
Ein klasse Polizeifilmklassiker, dessen Herzstück tatsächlich diese furiose Autoverfolgungsjagd ist, aber der auch sonst eine gute Geschichte sehr effektiv und authentisch rüberbringt.





Bewertung: 9 von 10 Punkten