Donnerstag, 12. Juli 2018

Die Nacht des Leguan

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: John Huston
 
Der Prediger und seine Obsessionen...
 
"Die Nacht des Leguan" gehört zu den weniger bekannten Theaterstücken von Tennessee Williams, das am 28. Dezember 1961 an Royale Theamter am Broadway Premiere hatte und bereits zwei Jahre später von John Huston verfilmt wurde.
"Die Nacht des Leguan" wurde 1965 für insgesamt vier Oscars nominiert: Bestes Szenenbild von Stephen Grimes, beste Kamera von Gabriel Figueroa, Grayson Hall für ihre Rolle der Gouvernante Judith Fellowes und Dorothy Jeakins Kostüme, die am Ende auch siegreich war. Die vier Hauptdarsteller des Films Richard Burton, Ava Gardner, Deborah Kerr und Sue Lyon wurden bei der Vergabe der Nominierungen gnadenlos übergangen, obwohl alle vier in ihren Rollen sehr überzeugen. Optisch ist "Die Nacht des Leguan" ein bisschen mit Hustons "Misfits" verwandt, das Thema des Films sind Verantwortung und Lebensaufgaben. Wenn am Ende von "Misfits" die Pferde von den Jägern in Ruhe gelassen werden, ist es hier der in Gefangenschaft gehaltene Leguan, der von Richard Burton befreit wird und so seinem Schicksal im Kochtopf zu landen, entgeht.
Ort der Handlung ist ein heruntergekommenes Strandhotel an der mexikanischen Küste. Doch bevor es hier zu Konflikten kommt, wird der Zuschauer Zeuge eines Gottesdienstes, in dem der wütende Reverend T. Lawrence Shannon (Richard Burton) eine lautstarke Predigt gegen die Verlogenheit seiner Schäfchen hält und die entrüsteten Kirchengänger dann aus dem Hause Gottes jagt. Dies führt dazu, dass der Mann mit Alkoholproblem und einer Schwäche für noch sehr junge Mädchen aus dem Kirchendienst entlassen wurde. Er selbst will dies nicht so recht wahrhaben und könnte sich vorstellen in der Zukunft wieder als Prediger zu dienen. Nun ist er als Reiseleiter und Fremdenführer angestellt, der vornehmlich gläubige Reisegruppen auf Busreisen durch Mexiko begleitet. Die junge, frühreife Charlotte Goodall (Sue Lyon) hat sofort ein Auge auf den Mann geworfen, der ihr Vater sein könnte. Und die Gesellschaft der älteren Lehrerinnen, die zur Reisegruppe gehören, sehen die Schwärmerei des Mädchens mit Argwohn...noch misstrauischer sind sie dem Reverend gegenüber, der sich nicht so klar distanziert, wie es die Frauen - vor allem die Leiterin Judith Fellowes (Grayson Hall) gerne hätte. Jedenfalls ist es schwer für Shannon sich abzugrenzen. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Mrs. Fellowes ihren Schützling in der Nacht aus dem Schlafzimmer des Expriesters holen muss. Passiert ist zwar nichts, aber der Verdacht reicht und nun sieht es so aus, als würde die Frau eine Anzeige machen wollen, was letztendlich den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten würde. Sie erstattet Meldung an den Arbeitgeber und bei dem nächsten Halt in einem luxuriösen Hotel in der Stadt erwartet sie auch eine Antwort. Doch Shannon will dieser drohenden Kündigung unbedingt aus dem Weg gehen und setzt sich statt des jungen Fahrers Hank (James Ward) ans Steuer des Busses und fährt mit der verdutzten Reisegesellschaft an einen abgelegenen Ort ausserhalb. Dort existiert eine Absteige, die von der resoluten Maxine Faulk (Ava Gardner) geführt wird, der Witwe eines Freundes von Shannon. Die soll ihm aus der Patsche helfen, indem sie die Gesellschaft bei sich aufnimmt. Obwohl sie im August geschlossen hat, hilft sie Shannon. Gezwungenermassen bezieht die Reisegruppe ihr Quartier, doch Miss Judith Fellowes bleibt bei ihrer unversöhnlichen Haltung. Am gleichen Tag trifft auch die jungfräuliche Hannah Jelkes (Deborah Kerr) mit ihrem 98jährigen Großvater (Cyril Delevanti) dort ein. Beide mittellos und sie suchen ebenfalls eine Bleibe für die Nacht. Der alte Mann schrieb früher Gedichte und hat sich entschlossen nach langen Jahren wieder zu dichten. Hannah Jelkes ist eine begabte Portraitzeichnerin und könnte sich damit bei der Reisegesellschaft ein bisschen Geld verdienen. In dieser bedrückenden Atmosphäre von Hitze und Ungewissheit, bei dieser merkwürdigen Ansammlung unterschiedlichster Charaktere kommt es zu zahlreichen Konflikten....




So ist der abtrünnige Mann Gottes auf einmal mit vier unterschiedlichen Frauen konfrontiert und hier zeigt sich dann auch die Stärke von Tennesse Williams. Die Dialoge sind großartig und es ist sehr spannend dies alles zu verfolgen. Was gibt dem Mann, der den Glauben verlor einen neuen Halt ? Die Figuren bei Tennessee Williams sind meistens auf der Suche. Immer nach etwas, was die Leere im Innern ausfüllen könnte. Richard Burtons Shannon ist ein sensibler Charakter, der immer wieder in Richtung Selbstzerstörung unterwegs ist und seinen eigenen Trieben unterworfen bleibt. Trotz seines Alters ist der Film keineswegs altmodisch, denn er ist in Sachen Sexualität recht offen und verharmlost auch die untereinander bestehenden Abhängigkeiten der Figuren nicht. Am Ende steht zwar ein gewisser Hoffnungsschimmer, doch es wird keine leicht zu begehende Zukunft für Shannon werden.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Goldrausch







































Regie: Charlie Chaplin

Charlie als Goldgräber....

"Goldrausch" entstand 1925 und zählt neben "The Kid", "Lichter der Großstadt", "Moderne Zeiten" und "Der große Diktator" zu den fünf bekanntesten Filmen von Charlie Chaplin. Er selbst hielt "Goldrausch" sogar für seinen besten Film, mit diesem Film wollte er seinem Publikum in Erinnerung bleiben.
Da der Film ein großer Kassenhit wurde, entschloss sich Chaplin im  Jahr 1942 zu einer Wiederaufführung - aus kommerziellen Erwägungen wurde der Stummfilm zusätzlich mit Erzähltexten und Musik unterlegt, die alten Zwischentitel wurden entfernt.
Viele Szenen und Sequenzen des Films sind in die Filmgeschichte eingegangen. Beispielsweise der sonderbare Brötchentanz oder die Szene, in der der kleine Tramp auf unnachahmliche Weise versucht seinen Schuh zu verzehren, den er vorher gekocht hatte. Nicht zu vergessen, dass er trotz dem kargen und wenig appetitlichen Mahl nicht die Ettikette vergisst und mit vornehm gespreiztem Finger die Nägel des Schuhs ableckt oder die Schuhbändel wie Spaghetti um seine Gabel wickelt. Größter Knaller ist vielleicht das visonäre Huhn, dass dem hungrigen Kumpel Big Jim MacKay (Mack Swain) erscheint. Dabei ist es unser einsamer Goldgräber Charlie, der in dieser Erscheinung natürlich ein gefundes Fressen für Big Jim darstellt. Der holt sich auch gleich mal die Axt und verfolgt seine Fata Morgana.
"Goldrausch" spielt am Yukon, irgendwann um 1890 über dem verschneiten Chilkoot-Paß in Alaska. Dort hat es den kleinen Tramp (Charlie Chaplin9 wie tausend andere Goldgräber hingezogen. Unter Lebensgefahr wagen sich die Mutigen und Gierigen ins ewige Eis des Nordens, um bei größten Goldrausch der Geschichte ihr Glück zu finden. Während eines Schneesturms sitzt unser Held bald gemeinsam mit dem Schurken Black Larsen (Tom Murray) und dem gutmütigen Big Jim fest, der bereits Gold gefunden hat. Doch die Schneestürme toben und die Männer hungern - das Los entscheidet, dass einer der drei losziehen soll, um den lebenswichtigen Proviant zu besorgen. Das Los fällt auf den Schurken. Charlie und Big Jim bleiben in der Hütte - es kommt zum Schuhverzehr und zur Vision eines fetten, saftigen Huhns. Um dieses Tier in die Bratpfanne zu stecken, ist dem von Halluzinationen geplagte Big Jim jedes Mittel Recht. Doch Charlie hat Glück und der Sturm lässt endlich nach - die beiden trennen sich. Big Jim trifft daraufhin Larsen, der bereits Jims Goldader gefunden hat und sie sich unter den Nagel reißen will. Bei der Schlägerei wird Big Jim schwer verwundet und verliert kurzzeitig sein Gedächtnis. In der Zwischenzeit ist Charlie in der Goldgräberstadt angekommen und dort begegnet er der schönen Georgia (Georgia Hale). Die Tänzerin wird vom Frauenschwarm Jack Cameron (Malcolm Waite) umworben. Doch Georgia gibt dem einen Korb und macht ihn eifersüchtig mit dem unscheinbaren Charlie, der sich aber daraufhin in die Tänzerin verliebt. Die macht sich zwar lustig über Charlies Verliebtheit, doch am Ende muss sie einsehen, dass sie sich zu ändern hat, weil sie Charlies Verlobte wird...




Doch zuvor gibts da noch die Szene mit der Hütte, die über dem Abgrund nur noch durch ein dünnes Seil gehalten wird. "Goldrausch" hat noch immer diese eigenartige und faszinierende Atmosphäre. Man hat tatsächlich immer wieder das Gefühl, man wäre direkt dabei - auch wenn die Dramatik sich natürlich in Grenzen hält. Aber historische Fotos aus den 1890er Jahren belegen, dass Chaplins Szenenbilder sehr authentisch sind, genauso wie die einfachen Hütten, die im Film zu sehen sind und die über Nacht aus dem Boden gestampft wurden oder auch die Goldgräberstadt. Wer genau aufpasst, dem entgehen auch nicht die zwei tanzenden Goldgräber während der Silvesterfeier - die beiden alten, bärtigen Männer mit langem Haar waren tatsächlich Goldsucher und waren aus reiner Neugier zu den Dreharbeiten gekommen. Chaplin engagierte die beiden sofort für ihen Volkstanz, den sie zur Aufführung bringen. Wie immer findet am Ende der etwas unbeholfene Tramp sein Glück - selbst in einer Welt, in der vor allem die materiellen Werte zählen.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Call me by your name







































Regie: Luca Guadagnino

Ruf mich bei deinem Namen...

Bei der Oscarverleihung sorgten die Nominierungen für "Call me by your name" (darunter auch bester Film) für eine Überraschung, denn Luca Guadagninos Film ist alles andere als übliches Oscarfutter und irgendwie weit davon entfernt ein Film fürs amerikanische Mainstreampublikum zu sein. Regisseur Guadagnino, der Sohn einer Algerierin und eines Italieners wuchs einige Jahre in Äthiopien auf, besuchte die Universität La Sapienza in Rom. Bereits 1999 legte er mit "The Protagonists" sein Spielfilmdebüt vor. Es folgte eine 35-minütiger Kurzfilm mit Tilda Swinton. Sie war auch in seinem Film "Io sono l´amore" zu sehen. Dieser Film erhielt sogar eine Golden Globe Nominierung. Es folgte "A bigger Splash" - ein Remake des Alain Delon/Romy Schneider Klassikers "Swimmingpool".
"Call me by your name" ist auf den ersten Blick gesehen ein Sommerfilm mit viel Romantik und viel Melancholie, denn zu einer ersten großen Liebe kommt dann am Ende auch noch ein Abschied dazu. Für die Kameraarbeit hat der italienische Filmemacher auf den Thailänder Sayombhu Mukdeeprom gesetzt. Eine sehr gute Wahl, der Cinemathograph hat bislang für Apichatpong Weerasethakul (u.a. auch für "Onkel Boonmee erinnert sich an seine frühere Leben") gearbeitet.
Eine starke Komponente liegt auch in der Filmmusik - hier konnte Sufjan Stevens gewonnen werden, der erstmalig für einen Film drei Filmsongs (Mystery of Love, Visions of Gideon", "Futile Devices") beisteuerte. Der Mann weiß, wie man dichte melancholische Lieder schreibt.
Die Geschichte spielt in den frühen 80er Jahren, daher kamen auch Songs dieser zeit von F. R. David, Franco Battiato, Lorendana Berte, Bandolero, Giorgio Moroder und Joe Esposito zum Einsatz, als Gegengewicht zum Pop dieser Zeit wurden auch Stücke von Ryuichi Sakamoto, Johann Sebastian Bach und Maurice Ravel eingesetzt.
Die Geschichte ist recht alltäglich - der 17jährige Elio (Thimothee Chalamet) lebt bei seinen Eltern im ländlichen Norditalien. Es sind Ferien und es ist Sommer. Sein Vater (Michael Stuhlbarg) ist ein angsehener Professor für Archäologie und er lädt jeden Sommer einen Doktoranden für 6 Wochen dorthin ein, um eine Hilfe bei seinen akademischen Papieren zu haben und um bei Forschungsarbeiten zu helfen. In diesem Sommer ist es der zuerst etwas oberflächlich und etwas arrogant wirkende Amerikaner Oliver (Armie Hammer) aus New England. Der schöne Landsitz liegt irgendwo in der Poebene, nahe der Kleinstadt Crema. Elio ist mehrsprachig aufgewachsen, der Vater ist vermögend und dementsprechend ist die Mutter (Amira Cazar) durch einige Dienstboten entlastet. Der Haushalt wird von Mafalda (Vanda Capriola) geschmissen. Elio ist ein Schöngeist, er liest viel und ist ein talentierter Klavierspieler. Mit der etwa gleichaltrigen Mariza (Esther Garrel) flirtet er ein bisschen und der Neuankömmling sieht gut aus und hat auch gleich einige Verehrerinnen um sich geschart. Vor allem die hübsche Chiara (Victoire Du Bois) scheint sich sehr stark für den attraktiven Ami zu interessieren. In dieser zeit versucht auch Elio Oliver einzuschätzen.  Er merkt, dass der ihm alles andere als egal ist, vermutet aber, dass Oliver ihn nicht besonders leiden kann. Gelegentlich schwimmen sie zusammen und machen Spaziergänge oder Radtouren in die Stadt. Er beginnt eine sexuelle Beziehung mit Mariza und prahlt damit vor Oliver, um weitere Reaktionen abzuschätzen. Immer mehr fühlt er sich von Oliver angezogen. Während eines Besuchts auf der Post fasst Elio dann doch seinen Mut zusammen und deutet an, dass er Gefühle empfindet. Obwohl Oliver zögern, kommt es am folgenden Tag zum ersten Kuss...





"Call me by your name" ist vor allem ein europäischer Film, die Handschrift des italienischen Regisseurs ist deutlich spürbar. Das Schlußbild am Kamin ist wunderschön und doch gleichzeitig sehr schmerzhaft, denn mit Abschied wird sich jeder Zuschauer identifiieren können, auch mit dem süßen Schmerz der ersten Liebe, die man für immer in Erinnerung behalten wird.
Die Affäre eines 17jährigen Jungen mit einem 24jährigen US-Amerikaner basiert auf dem 2007 erschienen Roman von Andre Aciman (Ruf mich bei deinem Namen) wird getragen von hervorragenden Darstellerleistungen. Der 1995 geborene Timothee Chalamet wurde sogar mit einer Oscar-Nominerung als bester Hauptdarsteller geehrt - leider war Gary Oldman als Churchill so sehr Churchill, dass man voraussehen konnte, dass nur er das Rennen machen kann. Schauspiel-Oscars vergibt man gerne an Darsteller, die bekannte und historische Persönlichkeiten darstellen. Ein Hoch aufs Method Acting - oder auch nicht. Jedenfalls finde ich die Leistung von Chalamet genauso preiswürdig. Sie ist halt völlig anders, hat Identifikationscharakter, Tiefe und löst Emotionen aus, während die andere Art der Schauspielkunst wie sie Gary Oldman liefert, den Zuschauer so verblüfft und beeindruckt, weil man es schafft eine bekannte Persönlichkeit zum Leben zu erwecken.
Von den vier Oscarnominierungen konnte James Ivory den Preis fürs beste adaptierte Drehbuch gewinnen - damit gelang dem mittlerweile 90jährigen Regisseur von Filmen wie "Zimmer mit Aussicht" oder "Maurice" ein glänzendes Comeback.
"Call me by your name" ist sicherlich einer der schönsten Filme dieses Jahres. Dem Regisseur gelang ein super Film, der sowohl feinfühlig, lebendig und auch zerbrechlich wirkt. Damit ist ihm nicht nur ein Klassiker des Jugendfilms gelungen. Weit mehr als Coming of Age oder Coming out - die Hauptthemen dieses Films sind die Sehsucht und die Vergänglichkeit.






Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

Der Löwe im Winter







































Regie: Anthony Harvey

Weihnachten in Chinon...

Der 1968 gedrehte Historienfilm "Der Löwe im Winter" blieb der einzige Erfolg seines Regisseurs Anthony Harvey und entstand nach dem gleichnamigen Theaterstück von James Goldman. Harvey begann seine Filmkarriere als Editor und war für den Schnitt der beiden Kubrick Klassiker "Lolita" (1962) und "Dr. Seltsam" (1964) verantwortlich. Harvey bekam für "Der Löwe im Winter" sogar eine Oscarnominierung als bester Regisseur. Von seinen insgesamt sieben Oscarnominierungen (u. a. Bester Film, Regie, Kostüme, Peter O´Toole) konnten drei Siege eingefahren werden und dies völlig zu Recht. Das Drehbuch von James Goldman gewann, ebenso der geniale Mittelaltersoundtrack von John Barry, der einfach begeistert (v.a. Intro, Main Title, Chinon und Eleanors Arrival) und vor allem spielt Katharine Hepburn als Eleanore von Aquitanien die Rolle ihres Lebens. Die Szene, in der die Frau von König Henry (Peter O´Toole) aus ihrer Gefangenschaft auf Schloß Old Sarum auf dem Wasserweg mit der riesigen Barke am Weihnachtstag des Jahres 1183 auf der franzöischen Burg Chinon ankommt, ist eine der besten Filmszenen überhaupt - von den düsteren choralen Klängen der Filmmusik begleitet und edelst von Douglas Slocombe fotografiert.
Dieses Weihnachtsfest auf Chinon hat es tatsächlich in sich. Henry ist mittlerweile 50 Jahre alt, aber er weiß, dass er nicht ewig lebt. Er ist beschäftigt mit der Frage welchem seiner missratenen Söhnen er den Thron vermachen will. Dabei agiert er als König äusserst spontan und emotional, er ist schwankend in seinen Meinungen. Ganz anders als seine verhasste Frau Eleanor (Katharine Hepburn), die gut durchdachte Strategin. Sie will den 26jährigen Richard (Anthony Hopkins) auf dem Thron sehen. Der älteste Sohn Henry ist verstorben und auch Geoffrey, 25 Jahre (John Castle), ein kalter und berechnender Sohn und der noch tölpelhafte John (Nigel Terry). Der ist Liebling des Vaters, aber auch der schwächste der drei potentiellen Thronanwärter. Henrys Geliebte Alais (Jane Merror) fühlt sich unglpcklich, weil sie Eleanors Schliche kennt und fürchtet, dass ihr Henry immer noch Gefühle für Medusa Eleanor hegt. Als weiterer Gast noch noch der 18jährige Philipp, König von Frankreich (Timothy Dalton) hinzu, der insgeheim Henry hasst, weil dieser seinen Vater ständig gedemütigt hat. Ausserdem hat er noch ein Geheimnis, dass er mit Richard teilt. Die beiden hatten eine verbotene widernatürliche Affäre....






Die Frage nach der Thronfolge beherrscht die Szenerie und das Fest der Liebe wird zum Fest des Ränkeschmiedens. Irgendwann im Verlauf des Festes zerstreitet sich jeder mit jedem und bald kommt Henry zum Schluß, dass keiner seiner Söhne als Nachfolger geeignet erscheint. Vor allem er und seine Frau Eleanor liefern sich einen Schlagabtausch vom Feinsten, da wird keiner geschont und keine Bosheit ausgelassen. Hass und Neid werden in epischer Breite zelebriert und der Film ist ein großes Highlight im Genre des historischen Films. Mit 22,3 Millionen Dollar Kasseneinspiel wurde Anthony Harveys Meisterstück auf Platz 12 der Kino-Jahrescharts notiert.






Bewertung: 10 von 10 Punkten.