Mittwoch, 21. Februar 2024

Der Teufel möglicherweise


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Bresson

Selbstmord eines Jugendlichen...

Der 1977 von Robert Bresson inszenierte Dramafilm "Der Teufel möglicherweise" (Originaltitel: "Le Diable Probablement") nahm bei den 27. Internationalen Filmfestpielen in Berlin teil und wurde dort mit dem Silbernen Bären, dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Besonders Jurymitglied Rainer Werner Fassbinder setzte sich für den Film von Bresson ein. Der düstere Film zeigt eine Welt, in der all die Intelligenz des Menschen ihn nicht davon abhält, seinen eigenen Lebensraum mit selbstmörderischer Konsequenz zu zerstören. Er zeigt Institutionen, die ihre Aufgabe eher in der Verwaltung als in der Beseitigung von Mißständen sehen. Somit ist der Film seiner Zeit weit voraus und heute aktuell wie nie.
Die Fragen, die der französische Filmemacher in seinen besten Filme stellte, gehen tief und werden nicht unwichtig sein. In "Der Teufel möglicherweise" ist die Hauptfigur Charles (Antoine Monnier) eine gequälte Seele, dessen Suizid auf dem Friedhof Pere Lachaise in einer Rückblende aufgerollt wird, um die Tat verstehen zu können. Für Personen unter 18 Jahren war der Film damals in Frankreich aufgrund seiner selbstmörderischen Thematik verboten.
Charles ist ein junger Student, der gegen die ganze Welt und auch gegen sich selbst rebelliert. Er gehört wie sein Kumpel Michel (Henri de Maublanc) und den beiden Mädchen Alberte (Tina Irissari) und Edwig (Laetita Carcano) zu einer Gruppe, die sich mit der vom Menschen betriebenen Umweltzerstörung auseinandersetzt. Gemeinsam sichtet und kommentiert man Filmmaterial, in dem die Umweltzerstörung und auch die Tötung von Tieren ausschließlich zu Profitzwecken dokumentiert wird. Man besucht politische, kirchliche und wissenschaftliche Veranstaltungen. Doch sehr schnell wird klar, dass Charles in keiner der dort angebotenen Perspektiven einen wirklichen Ausweg oder eine Lösung aus seinem Dilemma erkennen kann. Sowohl Charles und auch Michel haben auch sexuelle Beziehungen zu den beiden Mädchen. Diese Nähe scheint Charles sogar etwas Halt zu geben, doch dies ist nur von vorübergehender Dauer. Eine feste Bindung entsteht nicht. Fünfter im Bunde wird der Drogensüchtige Valentin (Nicolas Deguy) den Charles vor der Polizei rettet. Doch Charles allmählicher Zusammenbruch setzt sich fort. Er vereinsamt seelisch immer mehr und auf Drängen seiner Freunde sucht er einen Nervenarzt (Regis Hanrion) auf, der ihm auch nicht weiterhelfen kann. Da dieser glaubt er würde von Charles verhöhnt werden, gibt er ihm den Rat sich so ehrenvoll wie die alten Römer umbringen zu lassen, die einen Vertrauten mit dieser Tat beauftragten. Als Auftragsmörder engagiert er Valentin. Beide gehen zum Friedhof. Charles läuft voran und während er versucht seinen letzten Gedanken zu formulieren, wird er von Valentin - wie vereinbart - erschossen, der das Honorar aus der Tsche des Toten nimmt...





Ein sehr pessimistischer Film, an dessen Ende ein Tod steht, der ebenso sinnlos ist wie das Treiben des modernen Menschen, der hier in diesem atmosphärisch dichten Drama beschrieben wird. Das Alterswerk von Robert Bresson ist keine leichte Kost.






Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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