Sonntag, 19. Februar 2023

Fluß ohne Wiederkehr

























 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Otto Preminger

Fluß des Lebens...

Sicherlich nicht der beste Western aller Zeiten, jedoch einer der schönsten und Marilyns bester Film nach "Niagara" und "Misfits".
Diese Geschichte ist so einfach, dennoch funktionert sie bestens. Schliesslich ist der Fluß ohne Wiederkehr im übertragenen Sinne die Geschichte des Lebens und daher wirkt die Reise, die Marilyn mit Robert Mitchum und Tommy Rettig antritt, federleicht und doch sehr elementar.
Robert Mitchum spielt den Farmer Matt Calder. Er hat sich um 1875 im Nordwesten der USA und im Indianergebiet eine neue Existenz aufgebaut, denn er war im Knast. Seine Frau zog den gemeinsamen Sohn Mark (Tommy Rettig) alleine auf, doch nun ist sie verstorben. Der Junge kennt seinen Vater nicht, doch er soll bei ihm leben. Ein Mann hat den Jungen in eine Goldgräberstadt gebracht, dort soll die Übergabe an den Vater stattfinden. Doch dem Mann ist der Goldrausch wichtiger, er lädt den Jungen dort ab und verschwindet. Immerhin kümmert sich die Barsängerin Kay Weston (Marilyn Monroe) um das herumirrende Kind. Nebenbei singt sie für die Goldgräber klasse Songs wie "One Silver Dollar", "I´m gonna file my claim", "Running Wild" oder "Down in the Meadow". Die Wiedersehensfreude von Vater und Sohn ist groß und es folgen harmonische Tage auf der kleinen Farm. Doch die Indianer scheinen ihr Kriegsbeil auszugraben. Und Kays Freund, der Glücksspieler Harry Weston (Rory Calhoun) hat beim Kartenspiel eine Goldmine gewonnen. Der will schnell in die nächst größere Stadt Council City, um die Goldmine registrieren zu lassen. Möglicherweise ist ihm der Mann auf den Fersen, der die Mine an ihn verloren hat. Mit ihrem Floß kommen Harry und Kay aber nicht weit. Zum Glück kommen sie an Matts Farm vorbei, der die beiden vor den gefährlichen Stromschnellen warnt, die die Reise noch bietet.
Harry will Matts einziges Pferd ausleihen, doch der sagt Nein. Was Harry schließlich dann mit Gewalt erzwingt. Er haut alleine ab, weil sich Kay um den verletzten Matt kümmern will und schon tauchen auch die Indianer auf. Matt kann im letzten Augenblick mit Kay und Mark mit dem Floß fliehen. Er ist fest entschlossen, sich an Harry zu rächen. Aber zuerst mal müssen sie überhaupt in der Stadt ankommen...



 


Marilyn als Barsängerin singt diese bereits unverwüstlichen Klassiker des Films, am Ende hört man sogar den Filmsong "River of no return" in ihrer Version.
Die lebensgefährliche Fahrt auf dem Floß ist unausweichlich und dort setzt auch die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Mitchum und Monroe ein, die sich dann am Schluss nach vielen Verwirrungen und noch mehr Gefahren, auch "bekommen".
Aber zuerst müssen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Wilde Indianer, ein gefährlicher Puma und einige miese Halunken. Kameramann Joseph LaShelle wurde insgesamt 9 Mal für den Oscar nominiert. Für Premigers "Laura" erhielt er die Trophäe. Hier begeistert er mit wunderschönen Einstellungen in Technicolor. Die Kulisse ist so fabelhaft und imposant, auch heute begeistert Otto Premingers einziger Western noch.
Die Tingeltangel-Schuhe werden dann am Ende fortgeschmissen - sie wählt Liebe und Ehe in diesem "River of no Return"....sagenhaft schön ist das Alles. Mit 3,8 Millionen Dollar erzielte man ein Top-Ergebnis an der Kasse.






Bewertung: 10 von 10 Punkten

 

Blondinen bevorzugt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Howard Hawks

Zwei Girls von Little Rock...

Bevor Howard Hawks 1953 den Welterfolg "Blondinen bevorzugt" inszenierte, feierte das gleichnamige Musical von Anita Loos bereits große Erfolge am Boradway. Die Autorin schrieb aus Protest wegen ihrem eifersüchtigen Mann diese absichtlich triviale Geschcihte, überraschend wurde das Buch ein Riesenerfolg. "Blondinen bevorzugt" wurde einer der erfolgreichsten Filme von Marilyn Monroe, die kurz zuvor mit "Niagara" auch einen Kritikererfolg verbuchen konnte. Auch für Howard Hawks war es einer der erfolgreichsten Kinofilme. Die Gagen der beiden Hauptdarstellerinnen konnten jedoch unterschiedlicher nicht sein. Während sich Marilyn Monre mit einer Gage von 18.000 Dollar zufrieden geben musste, erhielt Jane Russell das Zehnfache. Die Songs des Films "Bye Bye Baby", "Girls from Little Rock" oder "When love goes wrong" wurden Hits und Marilyns Auftritt "Diamonds are the girls best friend" zählt sicherlich zu den einflussreichsten und unvergesslichsten Filmszenen überhaupt - Madonna ließ sich von der Präsentation dieses Songs für ihren Welthit "Material Girl" inspirieren. In Baz Luhrmans "Moulin Rouge" wurde er ebenfalls kopiert und das American Film Institute wählte den Song auf Platz 12 der bedeutendsten Filmsongs aller Zeiten.
Für Rainer Werner Fassbinder zählte Hawks Musicalfilm zu den besten 10 Filmen aller Zeiten und auch Francois Truffaut war beeindruckt von den Subtexten, die er in dieser Inszenierung fand.
Hawks selbst war zumindest vom Dreh weniger begeistert. Als man ihn fragte, warum sich der Drehplan ständig verzögert, gab er 3 wunderbare Ideen zum Besten: 1. Ersetzen sie Marilyn Monroe 2. Schreiben sie das Drehbuch neu und 3. Machen sie es kürzer und nehmen sie anderen Regisseur.
Es verwundert dann auch nicht, dass Choreograph Cole die ikonische Musicalnummer "Diamond Are the Girls best Friend" inzenierte. Hawks hatte keine Lust Musicalnummern zu drehen.
Die Handlung ist schnell erzählt. Lorelei Lee (Marilyn Monroe) und Dorothy Shaw (Jane Russell) sind amerikanische Showgirls und beste Freundinnen, obwohl die beiden sehr unterschiedlich sind. Nicht nur im Aussehen - Lorelie ist eine Blondine, Dorothy ist ein Schönheit mit schwarzem Haar - auch in Gefühlsdingen. Lorelei denkt mehr an den finanziellen Reichtum eines Mannes und mag Männer, die ihre Leidenschaft für Diamanten befriedigen können. Ihr Verlobter Gus Esmond Jr (Tommy Noonan) wäre da ein idealer Partner, doch Gus ist von Beruf Sohn und auf das Geld seines konservativen Vaters (Taylor Holmes) angewiesen, der gegen eine Verbindung mit einer "Tänzerin" größte Einwände hat. Dorothy bevorzugt Männer, die gut aussehen, Muskeln haben und sie kümmert sich nicht darum, ob einer reich ist. Lorelei will Gus in Frankreich heiraten, deshalb reisen die beiden Mädels mit einem Luxusschiff nach Europa. An Bord ist auch die olympische Herrenmannschaft, von denen Dorothy gleich begeistert ist. Sie lernt auch Ernie Malone (Elliot Reid) kennen, der nicht verrät, dass er Privatdetektiv ist und den Auftrag von Esmond Sen. hat Lorelei zu observieren. Die ist vor allem an dem steinreichen betagten Sir Francis Beekman (Charles Coburn) interessiert, den sie soweit bringt, dass er ihr heimlich das wertvolle Diadem seiner Frau (Norma varden) schenkt....





Tatsächlich sind die Figuren, die Jane Russell und Marilyn Monroe spielen, in die Popkultur  eingegangen. Der Film spielte in den USA 5,3 Millionen Dollar ein und landete damit auf Platz 7 im Jahresranking der erfolgreichsten Kinofilme. Geradezu bahnbrechend für seine Zeit ist die Darstellung der unerschütterlichen Freundschaft beider Frauen, die sich durchgehend loyal verhalten, keinerlei Eifersucht und Mißgunst kommt in dieser Beziehung vor. Beide Frauen bleiben gemeinsam an der Spitze und in Sachen Starkult sind beide Diven einfach sensationell. Das Drehbuch selbst ist nicht sonderlich ausgefeilt.







Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

Wie angelt man sich einen Millionär ?


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jean Negulesco

Cinemascope Premiere...

Für Marilyn Monroe sollte 1953 ein äusserst erfolgreiches Jahr werden. "Blondinen bevorzugt" mit Jane Russell wure ein riesiger Erfolg und der Nachfolger "Wie angelt man sich einen Millionär ?" lief in den Kinos noch erfolgreicher. Er spielte 8 Millionen Dollar ein und war mit diesem Ergebnis einer der erfolgreichsten Filme des Jahres. In der Bestenliste des Jahres belegte "Blondinen bevorzugt" den 7. Rang, ""Wie angelt man sich auf einen Millionär" landete sogar auf Platz 4. Es war auch der erste Film von 20th Century fox, der im Cinema Scope Breitbild Tonverfahren gedreht wurde, obwohl der Bibelfilm "Das Gewand" vor ihm ins Kino kam.
Aus heutiger Sicht ist dieser New York Film natürlich auch historisch interessant, denn die Bilder von Kameramann Joseph MacDonald zeigen ikonische Ansichten der Metropole wie das Empire State Building, die Lichter des Times Square, die George Washington Bridge, den  Central Park, die Vereinten Nationen, das Rockefeller Center und die Brooklyn Bridge. Hier in dieser pulsierenden Stadt leben die drei Mannequins Schatze "Tschiki" Page (Lauren Bacall), Loco "Tütü" Dempsey (Betty Grable) und Pola Debevoise (Marilyn Monroe). Die drei anspruchsvollen Ladys haben sich ein Ziel gesetzt: Einen Millionär zwecks baldiger Heirat zu finden. Zu diesem Zweck hat Schatze ein Luxusappartment nahe des Central Parks gemietet. Der vorherige Besitzer Freddie Denmark (David wayne) musste ausser Landes fliehen, da ihm die steuerbehörde im Nacken saß. Die Männer, die gesucht werden, sollten möglichst ein Vermögen im sechsstelligen Bereich haben, aber zuerst hat nur ein gewisser Tom Brookman (Cameron Mitchell) ein gesteigertes Interesse an "Tschiki", die ihn aber ständig abblitzen lässt. Bei dem älteren MillionärJ. D. Hanley (William Powell) zeigt sich schon mehr Interesse. Auch Pola flirtet mit einem angeblichen Ölbaron (Alex D´Arcy), der aber vermutlich ein Hochstapler ist. "Tütü" lernt den verheirateten Walter Brewster (Fred Clark) kennen, der sie in die Berge nach Maine einlädt. Tütu sagt zu im Glauben, dass oben auf den Bergen noch andere Menschen sind. Doch sie muss feststellen, dass Brewster und sie ganz alleine in der Hütte sind. Enttäuscht, dass er nur eine schnelle Affäre wollte, will sie nach Hause fahren. Doch der smarte Ranger Eben (Rory Calhoun) ist doch ein Grund nicht gleich abzureisen. Inzwischen trifft sich auch Tschiki mit Tom Brookman, von dem sie weiterhin glaubt, dass er nur ein armer Tankwart ist. Doch irren ist menschlich.....





Natürlich ist Jean Negulescos Film aus heutiger Sicht altmodisch, aber auf eine sehr schöne Art und Weise. Er bietet naive und leichte Unterhaltung, die sehr viel Charme hat. Die Story erinnert an Monroes Vorgängerfilm "Blondinen bevorzugt". In beiden Filmen geht es um die Verlockung von Geld und Reichtum - nur wird aus dem Duo in "Wie angelt man sich einen Millionär" ein Mädchen-Trio, die sich prima ergänzen. Es gab für die besten Kostüme sogar eine Oscarnominierung, ausschlaggebend sicherlich auch die Modenschau, die in die Story mit integriert wurde und das Zuschauer macht Spass, weil darin auch eine gewisse Faszination steckt. Produzent und Drehbuchautor war Nunnally Johnson.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

 

Das verflixte 7. Jahr


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Billy Wilder

Der Strohwitwer....

"Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen. Du sollst nicht langweilen und Du sollst nicht langweilen" - das war ein Leitspruch von Regisseur Billy Wilder und dies gelang ihm mit Sicherheit in der 1955 inszenierten Komödie "Das verflixte 7. Jahr". In diesem Film drehte er erstmalig mit Marilyn Monroe und schuf dabei eines der berühmtesten Bilder bwz. Filmszenen der Popkultur des 20. Jahrhundert: Die Diva steht auf einem U-Bahn Gitter, während ihr weißes Kleid von einem unten vorbeifahrenden Zug nach oben geweht ist. Beim Kinostar war der Film äusserst erfolgreich und landete auch im Jahresranking der erfolgreichsten Filme in die Top10.
Der Film geht auf das erfolgreiche Broadway Theaterstück "Meine Frau erfährt kein Wort" zurück. Während im Theater die Affäre tatsächlich stattfindet, war es beim Film aufgrund der strengen Richtlinien des Hays Codes nicht möglich. So musste Billy Wilder Kompromisse machen und es bleibt im Film bei eher harmlosen Küssen und den Fantasieträumen des Helden Richard Sherman (Tom Ewell), dessen Frau Helen (Evelyn Keyes) mit Söhnchen Ricky (Tom Nolan) in den Sommerurlaub nach Maine fährt. In der ersten Szene nimmt Wilder Bezug auf die Manhattan Indianer, die ihre Frauen auch jeden Sommer in den Urlaub schickten. So konnten sie bei den jungen Frauen des Stammes sozusagen den "Wilden Mann" spielen. Dies alles geschah vor einigen Jahrhunderten, aber auch in den 50er Jahren hat sich dieser Brauch erhalten, denn viele New Yorker Familienväter nutzen diese Zeit ohne Gattin für Hobbys, die sie nur alleine ausleben können: In Bars gehen, Alkohol genießen und eventuell hübsche jungen Damen kennenlernen. Als das sind Themen, die auch dem Strohwitwer Richard durch den Kopf gehen. Aber er verabscheut diese animalischen Gedanken und findet es skandalös, dass es Vertreter seines Geschlechts gibt, die diese ehefraulose Zeit gehörig ausnutzen. "Nicht mit mir" - so holt er seine wilden Fantasien wieder runter. Mit guten Vorsätzen am Abend etwas zu lesen, geht er nach Hause. Doch an diesem Abend lernt er eine junge Frau (Marilyn Monroe), die im Stockwerk oben eine Wohnung gemietet hat. Ein Sommer in New York bietet einige Hundstage und die Werbeschauspielerin und Model hat sich extra für die heiße Wohnung einen Ventilator gekauft. Sie klingelt an der Wohnungstür der Shermans und so sehen sich die beiden zum ersten Mal. Richard ist von der Attraktivität der Blondine hingerissen. In seiner Wohnung denkt er an diese Traumfrau und beginnt das Buch des Psychiaters Dr. Brubaker (Oskar Homolka) zu lesen, in dem beschrieben wird, dass gerade in dem verflixten 7. Ehejahr sehr viele ausserehelichen Affären begonnen werden. Dann fällt von oben eine Topfpflanze auf seinen Sessel. Verursacht hat dies natürlich die Blondine und so lernen sich die beiden noch besser kennen. Er lädt das Mädchen zu sich in die Wohnung ein und es entstehen Gedanken zwischen großer erotischer Anziehung, aber auch Gedanken von starken Schuldgefühlen...





Tom Ewell spielte die Figur des Richard Sherman bereits in der Broadway Theateraufführung. Er begeistert durch seine grandiose Darstellung eines durchschnittlichen Mannes, der über eine überbordende Fantasie verfügt, aber durch Schuldgefühle und Eifersucht immer wieder paranoide Züge annehmen. Wilder hat dies mit einem perfekten Humor ausgestattet - das Drehbuch verfasste er zusammen mit George Axelrod. Und selbst wegen der Tatsache, dass Wilder nie glücklich war, dass dem Film aufgrund der Zensur die Affäre verweigert wurde, hat er für mich einen seiner absoluten Topfilme geschaffen. Wilder wusste wie kein Zweiter, wie man das Publikum zum Lachen bringen konnte. Er schuf damit eine der schönsten Rollen für Marilyn Monroe, die prima zu Tom Ewell passte, der für diese Rolle eine Golden Globe Nominerung bekam.








Bewertung: 10 von 10 Punkten.