Donnerstag, 25. Juli 2024

Nach dem Urteil


Regie: Xavier Legrand

Der Vater und seine Opfer....

Die 44. Cesar-Verleihung fand am 22. Februar 2019 in der Salle Pleyel in Paris statt.  Neben "The Sisters Brothers" von Jacques Audiard war auch das Scheidungsdrama "Nach dem Urteil" von Xavier Legrand mit 4 Auszeichnungen der Sieger des Abends.
Von den insgesamt 10 Nominierungen, die "Nach dem Urteil" erhielt, gewann der Film den Hauptpreis als bester Film des Jahres. Auch Hauptdarstellerin Lea Drucker, Drehbuchautor Xavier Legrand und Yorgos Lamprinos für den besten Schnitt wurden prämiert. Leider gingen die Darsteller Denis Menochet und Thomas Giorio als Vater und Sohn leer aus. Gerade diese beiden Darstellungen beeindrucken durch das intensive Spiel der beiden Akteure.
Sehr oft ist von einem "Kramer vs. Kramer trifft Shining" die Rede, was sich auf den Horror nach der Entscheidung des Familiengerichts bezieht. Die erste Sequenz spielt in einem Zimmer des Familiengerichts. Die Richterin (Saadia Bentaib) hört sich die Argumente der Anwältinnen Davigny (Sophie Pincemaille) und Ghenen (Emilie Incerti-Formentini) an, die beide versuchen mit der bestmöglichen Strategie ihren Klienten zu vertreten. Antoine Besson (Denis Menochet), ein kräftiger Mann will seinen 11jährigen Sohn Julien (Thomas Gioria) wiedersehen und strebt das Besuchsrecht an. Jedes zweite Wochenende soll Julien das Wochenende mit ihm verbringen. Dabei spricht das Anhörungsprotokoll des Jungen eine andere Sprache. Er hat Angst vor dem Vater und will ihn nie wieder sehen. Das gleiche sagt auch Josephine (Mathilde Auneveux) von ihrem Vater. Aber sie ist inzwischen volljährig geworden und hat das Recht alleine zu entscheiden, ob sie den Vater sehen will. Ausserdem verbringt sie eh die meiste Zeit mit ihrem Freund (Mathieu Saikaly).
Interessanterweise muss Antoine wohl im Beruf ein sehr angesehener Kollege sein, dort weiß man nur Gutes über den Mann zu berichten. Er ist gesellig und geht gerne auf die Jagd. Sind die Kinder eventuell von der Mutter einseitig beeinflusst ? Jedenfalls lässt sich bereits an der ersten Szene erkennen, dass vor diesem familiären Zerwürfnis sehr viel Leid stand. Die Mutter (Lea Drucker) macht einen etwas labilen Eindruck und scheint froh zu sein, als die Anhörung zu Ende ist. Ein paar Tage später wird die Entscheidung des Gerichts per Post mitgeteilt. Dem Vater steht es zu den Sohn zu sehen, da sich diese Beziehung wieder verbessern soll. Doch für den Jungen ist der Kontakt mit dem Vater alles andere als einfach....




Denn der Vater hat zwei Seiten. Auf der einen Seite hat der wuchtige Typ etwas sehr verletzliches und es wird klar, dass er seine Kinder liebt, aber immer mehr kommt auch eine jähzornige, sehr cholerische und besitzergreifende Art zum Vorschein und er hat die Trennung von seiner Frau, die nicht mehr in dieser Beziehung leben konnte, noch nicht überwunden. "Ich will nur wissen, wie es meinen Kinder geht" hat er vor Gericht geäussert, doch das ist nur die halbe Wahrheit, während die drei Opfer, die unter seiner Aggression, Unbeherrschteit und ausbrechenden Gewalt lebten, nur noch in Frieden leben wollen.
"Nach dem Urteil" ist die Geschichte eine Katastrophe mit Ankündigung und wurde als klaustrophobisches Psychogramm konzipiert. Dies war möglich, weil die Darstellerleistung beinahe schon gespenstisch perfekt sind - die Mimik des Kindes, die gefährliche Ambivalenz des Vaters, der einerseits weich und bedürftig erscheint, andererseits mit einem inneren, nicht steuerbaren Vulkan konfrontiert ist. Dazwischen die Mutter, die immer noch am Ende ihrer Kraft steht. Dies alles wird sehr subtil dargestellt - aber gerade dieses Zurücknehmen von Emotionen und der nüchterne Stil des Film, der im französischen Arbeitermilieu angesiedelt ist, macht dann auch am Ende das Faß, dass überläuft so intensiv.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Das verlorene Halsband der Taube


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nacer Khemir

Der Reisende...

Mit traumhaft schönen Bildern und im Stil von 1001 Nacht entführt der tunesische Regisseur Nacer Khemir den Zuschauer in die Blütezeit der andalusisch-arabischen Hochkultur. Seine Filme erinnern an das weltberühmte mittelalterliche Buch "Das Halsband der Taube - von der Liebe und den Liebenden" - für alle Facetten der Liebe gibt es in der arabischen Sprache sechzig Bedeutungen bzw. Begriffe.
"Das verlorene Halsband der Taube" ist 1991 entstanden und es ist der Mittelteil von Khemirs Märchentrilogie, zu der auch die Filme "Wanderers of the Desert" (Wanderer der Wüste)  aus dem Jahr 1984 und "Bab Aziz - Der Tanz des Windes (2005) gehören. Wobei der Begriff "Märchenfilm" trifft es nicht so ganz, denn Khemir ist am ganz normalen Alltag dieser Zeit interessiert, die Protagonisten werden nicht mit den Wesen aus der Märchenwelt direkt konfrontiert, aber sie glauben daran. Der Gottesglaube ist sehr groß und auch Dschinns (Geister) und Visionen sind in diesem Glauben verhaftet. Eine ganz andere Zeit als heute, in der der Mensch alles was er nicht sieht als nicht real aus seinem geistigen Leben verbannt hat. In der Magie der Geschichte steckt auch etwas ganz Alltägliches.
In dieser Welt entdecken wir das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen, Religionen und Lebensformen. - Premiere der restaurierten Fassung des Films.
In dem Film steckt eine ganz Menge visueller Poesie, die Geschichte spielt in Al Andalus, also Andalusien, und erzählt die Abenteuer zweier junger Männer. Hassan (Navin Chowdhry), der Kalligraph, ist auf der Suche nach einem verlorenen Manuskript, das ihn zu seiner einzig wahren Liebe führen wird.
Zin (Walid Arakji), der noch sehr junge Liebesbote und Sohn eines Dschinn, begleitet ihn und überbringt Briefe und Geschenke an diejenigen, die ihn nicht treffen können.
Ein Blatt aus einem Buch, dass die Prinzessin von Samarkand geschrieben hatte, fällt aus Versehen in die Hände von Hassan, der mit der Frage "Was ist Liebe ?" beschäftigt.
Neben der Leidenschaft sich in eine Frau zu verlieben ist es auch Hassans Leidenschaft für Bücher, von der die sehr schöne Geschichte erzählt. Und von dem verloren gegangen Reichtum von Sprache - es gibt in dieser Zeit 60 Wörter, die die Liebe beschreiben können. Der Liebesbote Zin sehnt sich optimistisch nach Liebe und der Rückkehr seines Vaters, der ihn im Kindesalter verlassen hat und der ein Dschinn ist. Er ist eine kleine Nervensäge, doch niemand versteht wirklich, wie groß seine seelischen Verletzungen wirklich sind - Zin entwickelt eine enge Beziehung zu einem Pavian, denn er glaubt, dass dieser Affe die Reinkarnation seinen verschollenen Vaters ist
Wie alle Kinder hat Zin eine ungestörte Unschuld an sich.



Die Kinematographie ist phänomenal und atemberaubend. Der Film ist vielschichtig, komplex und voller abstrakter Symbolik und er erzählt uns etwas über die große Macht des Glaubens.
Hassan, die Hauptfigur im "Verlorenen Halsband der Taube", ist auf einer Suche und seine Suche ist Sinnbild für das Leben überhaupt. Nacer Khemir spricht von der Verliebtheit, die dem Leben erst das Ziel gibt, von der Passion, die Triebfeder sein kann für alles, was man tut.



Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Mittwoch, 24. Juli 2024

Der Junge mit dem Fahrrad


Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne

Das einsame Kind auf dem Velo...

Die belgischen Brüder und Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne sind Spezialisten für sperrige Sozialdramen, ihre Werke "L´enfant" oder "Der Sohn" gehören zum besten was das europäische Arthaus Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
"Der Junge mit dem Fahrrad" ist das neue Werk und ist insgesamt etwas versöhnlicher konzipiert, auch wenn das Drama allgegenwärtig ist.
Der Film erzählt die Geschichte des 12jährigen Cyril (Thomas Doret), der nur eine Idee im Kopf hat: Er will mit seinem Vater Guy (Jeremie Renier) zusammen sein, der ihn vor einer Weile in einem Kinderheim untergrebracht hat und vor kurzem seine Wohnung aufgab und unbekannt verzogen ist. Es existiert keine aktuelle Telefonnummer, dabei hat der Vater seinem Sohn versprochen, dass er ihn spätestens in einem Monat wieder zu sich holen wird.
Als er es nicht mehr aushält, bricht er aus dem Heim aus und versucht auf eigene Faust seinen verschwundenen Vater zu finden.
Doch tatsächlich findet er die Wohnung leer und lernt dabei durch Zufall Samantha (Cecile de France) kennen, die dort einen Friseursalon hat.
Nachdem er wieder im Heim ist, kommt immerhin eine positive Entwicklung zustande. Die Frau nimmt den Jungen an den Wochenenden bei sich zuhause auf.
Gemeinsam versuchen sie den Vater ausfindig zu machen. Was auch gelingt: Doch das Wiedersehen mit Papa ist nicht so positiv wie von Cyril erhofft....




Eigentlich eine zufiefst traurige Geschichte, die hier erzählt wird. Ein Kind, vom Vater verlassen und ganz auf sich allein gestellt. Das einzige Mittel die Wut auszuleben scheint das Fahren mit dem Velo zu sein.
Besonders hart ist das Treffen von Vater und Sohn, wo der Junge die Ablehung seines Vaters zu spüren beginnt. Diese Ablehnung geht sehr an die Nieren, der kleine Junge weiß nun, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich selbst im Leben zu behaupten.
Immerhin erkennt er bald, dass er Unterstützung bekommt. Ansonsten würde er möglicherweise in die Kriminalität abdriften, denn in den Viertel sucht ein Dealer junge Handlanger.
Der Junge ist störrisch und aggressiv, ein Nervenbündel; das Heimpersonal hat ihn nicht im Griff. Eine unbändige Lebenswut hat ihn im Griff.
Doch statt der großen Ausweglosigkeit präsentieren die Brüder Dardenne diesmal einige Strategien gegen die Trostlosigkeit ihres unterprivilegierten Helden aus der sozialen Unterschicht: Verantwortungsgefühl und Geduld soll der kleine Mann auf dem Weg zum Erwachsenwerden lernen.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Tausendschönchen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Vera Chytilova

Zweimal Marie...

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem häufigeren Gebrauch von bewusstseinserweiternden Drogen und der Vielzahl von psychedelischen und surrealen Filmen ab Mitte der 60 Jahre. Zumindest gab es in dieser Zeit viele Filmemacher, die mit solchen bizarren Explosionen auf der Leinwand experimentierten. Vera Chytilovas aggressive feministische Farce "Tausendschönchen" gehört sicherlich dazu. Der Originaltitel des Films heißt "Sdmikrasky" - in einer Umfrage der BBC im Jahr 2019 über die besten Filme, die von Frauen inszeniert wurde, landete "Tausendschönchen" auf Platz 6. Der Film zeigt Eskapaden von zwei 17jährigen Mädchen auf, die beide Maria heißen. Jitka Cerhova und Ivana Karbanova spielen diese Mädels, die eienn Hang haben ältere Lüstlinge auszunutzen und wilde Schlachten mit gutem Essen veranstalten. Gerade diese letztgenannten Szenen führten dazu, dass der Film nach der Zerschlagung des Prager Frühlings mit einem Aufführungsverbot belegt wurde. "Tausendschönchen" gehört zu der tschechoslowakischen Neuen Welle, denn er wirkt irgendwie kritisch gegenüber dem Autoritarismus, dem Patriarchat und auch der kommunistischen Lebensphilosophie. Der Titelvorspann wechselt zwischen Aufnahmen eines sich drehenden Schwungrads und Aufnahmen von Flugzeugen, die den Boden bombardieren. Die erste Szene zeigt Marie I und Marie II in Badeanzügen sitzend. Knarrende Geräusche begleiten ihre Bewegungen und ihre Unterhaltung ist roboterhaft. Sie beschließen, dass sie, da die ganze Welt verdorben ist, ebenfalls verdorben werden. Die Maries tanzen vor einem Baum, an dem viele verschiedene Obstsorten hängen. Marie II isst einen Pfirsich vom Baum und die Maries erscheinen in ihrer Wohnung. Marie I verabredet sich mit einem älteren Mann. Marie II taucht auf und sagt, sie sei Marie I’s Schwester und isst viel, während sie sich über das Date lustig macht und die amourösen Absichten des Mannes durchkreuzt. Sie fragt, wann der Zug des Mannes abfährt und das Trio geht zum Bahnhof. Marie I steigt mit dem Mann in den Zug, bevor sie sich davonschleicht und mit Marie II nach Hause geht. Die Maries gehen in einen Prager Nachtclub, wo sie einem Tanzpaar im Stil der 1920er Jahre die Show stehlen und die Gäste mit ihren betrunkenen Mätzchen nerven. Marie II. unternimmt einen Selbstmordversuch, indem sie ihre Wohnung mit Benzin füllt, scheitert jedoch, weil sie das Fenster offen gelassen hat. Marie I. macht ihr Vorwürfe, weil sie Benzin verschwendet hat. Die Maries flirten mit einem anderen Mann, um ihn dazu zu bringen, ihr Essen zu bezahlen, bevor sie ihn in seinen Zug verabschieden. Sie weinen, als er geht, brechen dann aber in Gelächter aus. Marie II. geht in die Wohnung eines Mannes, der Schmetterlinge sammelt. Er erklärt ihr wiederholt seine Liebe, aber sie fragt nur, ob es etwas zu essen gibt. Die Maries rauben eine freundliche Toilettenfrau aus. Zurück in ihrer Wohnung schneiden sie verschiedene phallische Lebensmittel auf, während der Schmetterlingssammler Marie II. am Telefon seine Liebe erklärt. Als die Maries versuchen, einen viel älteren Mann in einen Zug zu verabschieden, steigt er aus, also steigen sie in den fahrenden Zug und lassen ihn schließlich am Bahnhof zurück. Die Maries sehen sich alle Namen und Telefonnummern an, die an den Wänden ihrer Wohnung stehen, und versuchen, einen Mann auszuwählen, den sie anrufen können. Ein Mann klopft an die Tür von Marie II, aber Marie I neckt sie und sie lässt ihn nicht herein. An einem Pool sagt jede Marie der anderen, dass sie sie nicht mehr mag. In ihrer Wohnung baden die Maries in einer Badewanne voller Milch mit einem Ei und philosophieren über Leben und Tod, Existenz und Nicht-Existenz. Auf dem Land bemerkt ein Bauer die Maries nicht. Als eine Gruppe von Arbeitern, die auf Fahrrädern vorbeifahren, sie ignoriert, beginnt Marie II sich zu fragen, ob sie verschwunden sind. Sie beschließen, dass sie existieren müssen, als sie an einem Chaos vorbeikommen, das sie mit gestohlenen Maiskolben angerichtet haben. Zurück in ihrer Wohnung schneiden sie sich gegenseitig mit Scheren in Stücke. Die Maries schleichen sich in den Keller eines Gebäudes. Sie fahren mit einem mechanischen Speiseaufzug mehrere Stockwerke hinauf und finden ein Festmahl, das bereits fertig angerichtet ist, obwohl niemand da ist. Sie essen das Essen, machen ein Chaos und zerstören den Raum. Sie schwingen an einem Kronleuchter, der von der Decke fällt, und werden ins offene Wasser geworfen. Sie rufen einem nahen Boot um Hilfe zu, und unsichtbare Matrosen strecken den Maries große Baumstämme entgegen, an denen sie sich festhalten können. Sie werden wiederholt hochgehoben und wieder ins Wasser getaucht, bevor sie den Halt verlieren. Sie sagen, sie wollen nicht mehr verwöhnt werden. Die letzte Szene zeigt die Maries, wie sie ins Esszimmer zurückkehren. Sie fegen die schmutzige Tischdecke weg, decken den Tisch mit Tellerscherben und zerbrochenen Gläsern und schütten das Essen zurück auf die Platten, während sie flüstern, dass sie brav und fleißig sein sollen, damit alles wunderbar wird und sie glücklich sind. Als sie fertig sind, legen sie sich auf den Tisch und sagen, sie seien glücklich. Marie II. bittet Marie I., dies zu wiederholen, und Marie I. fragt, ob sie so tun, als ob sie das tun. Marie II. verneint. Der Kronleuchter fällt auf sie, und der Film wechselt zu Kriegsaufnahmen, über denen eine Erklärung erscheint, in der der Film denen gewidmet wird, die sich nur über ein zertrampeltes Salatbett aufregen...






Während des gesamten Films dienen die beiden Hauptfiguren als übertriebene Schachfiguren für Chytilovás satirische Herangehensweise an weiblichen Stereotypen. Sollte der Film etwa unangenehm provozierend für die damaligen männlichen Zuschauer sein ? Die beiden Maries (eine blond, die andere dunkelhaarig) wirken mit aufgesetzt hohen Stimmen und den kindlichen Manierismen genau so, wie sich der starke Mann die attraktive junge Frau gerne hätte. Ausserdem hat Very Chytilova sichtlich Spass die Grenzen wohlerzogener Ettikette zu überschreiten. Der Film wirkt etwas wie ein gezielter Angriff auf gute Manieren.





Bewertung: 7 von 10 Punkten.

The Howling - Das Tier


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joe Dante

Der Lykanthrop schleicht durch die Nacht...

Schon lange existiert der mythologische Aberglaube, dass sich manche Menschen bei Vollmond in einen Wolf verwandeln können und bei Tagesanbruch wieder menschliche Gestalt annehmen. Die meisten Sagen berichten von Männern, die einen Pakt mit dem Teufel eingingen und von ihm den "Gürtel aus Wolfsfell" erhielten, mit dessen Hilfe die Verwandlung vollzogen werden konnte. Heute vermischen sich im Mythos "Werwolf" auch die Legendenbildungen diverser Hollywoodfilme, etwa wenn ein Mensch vom Werwolf verletzt wird, er das gleiche Schicksal erleiden wird. Die alten Sagen berichten dass die Opfer von Werwölfen zerrissen und gefressen wurden. In George Waggners Klassiker "The Wolf Men" mit Lon Chaney jr. aus dem Jahre 1941 ist beispielsweise von solch einer späteren Wolfsverwandlung ist erstmalig die die Rede.
In den 80er entstanden einige der besten Werwolffilme, der bekannteste dürfte John Landis "American Werwolf" sein, auch "Zeit der Wölfe" von Neil Jordan ist schon alleine deshalb beachtlich, weil er die alten Märchen hervorkramt und den Werwolf als diesen aus dem germanischen abgeleiteten "Wer": "Mann" also Mannwolf beschreibt, einerseits ein Verführer der Frauen und andererseits (eben bei Vollmond) die reissende Bestie.
Joe Dantes "The Howling" stammt aus dem Jahr 1981 und ist einer der bemerkenswertesten Werwolf-Filme.
Der Film erzählt die Geschichte der Fernsehjournalistin Karen White (Dee Wallace). Diese ist nach einem traumatischen Erlebnis während einer fast schon distanzlosen Reportage über und vor allem mit dem gesuchten Triebtäter Eddie, nervlich in einem traumatischen Zustand. Das Treffen fand in einem Sexkino statt, beim Eingreifen der Polizei wird Eddie erschossen. Karen kann sich an nichts mehr erinnern.
Der Psychiater Dr. George Waggner (Patrick Macnee - "Joe Dante hat ein Faible für Filmzitate und Filmfiguren, deshalb George Waggner") rät ihr, in seinem abgelegenen Sanatorium Erholung und Aufarbeitung zu suchen. Ihr verständnisvoller Freund Bill (Christopher Stone) begleitet sie. Die "Gemeinschaft" ist nett, wie auch die Dorfbevölkerung. Doch steht ihnen ihr schlimmster Alptraum noch bevor, denn Werwölfe gibt es vielleicht überall, zumindest aber verführerische Vamps wie Marsha (Elisabeth Brooks), die Bill anbaggert...







Ein sehr guter empfehlenswerter Horrorfilm, der eine gute Atmosphäre aufbauen kann und kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet...




Bewertung: 8 von 10 Punkten