Regie: Stanley Kubrick
Woher kommen wir ? Wohin gehen wir ?
"Dave, das Gespräch hat keinen Zweck mehr. Es führt zu nichts, Lebwohl" -
so beendet der "unfehlbare" Bordcomputer HAL 9000 den Dialog mit dem
Wissenschafter und Astronauten Dr. David Bowman (Keir Dullea) und sperrt
ihn aus, nachdem dieser verzweifelt versuchte mit einer zweiten
Rettungskapsel seinen Kollegen Dr. Frank Poole (Gary Lockwood) zu
retten, dessen Mission ebenfalls von HAL sabotiert wurde. Er hat auch
die Energiezufuhr der anderen Astronauten, die sich im Tiefschlaf
befanden, abgeschaltet. Bowman kann jedoch an Bord zurückkehren und den
Computer nach und nach manuell abschalten. Dabei zeigt HAL mehr denn je
menschliche Empfindungen, er versucht mit neuen
Argumenten von der Wichtigkeit der Mission oder von einer baldigen Besserung seines Zustandes den Wissenschafter davon abzuhalten. "Ich habe Angst" sagt er und irgendwann beginnt er das triviale Kinderlied "Hänschen klein" zu singen, während seine Stimme immer langsamer und tiefer wird.
Argumenten von der Wichtigkeit der Mission oder von einer baldigen Besserung seines Zustandes den Wissenschafter davon abzuhalten. "Ich habe Angst" sagt er und irgendwann beginnt er das triviale Kinderlied "Hänschen klein" zu singen, während seine Stimme immer langsamer und tiefer wird.
HAL stirbt einen ergreifenden Computertod. Und tatsächlich scheint er
der einzige menschlich reagierende Wesen auf dieser Mission zu sein.
Denn die ihn bekämpfenden Astronauten fallen durch ihre technisch
perfekte Sachlichkeit und Kälte auf.
Durch die Abschaltung von HAL wird dann die Videobotschaft an den
Astronauten vorzeitig abgespielt, in der der Leiter des Unternehmens,
Dr. Heywood Floyd (William Sylvester) über einen geheimnisvollen Fund
auf dem Mond berichtet.
Es dreht sich um einen Monolithen, den der Zuschauer bereits in der
ersten Sequenz des großartigen Science Fiction Klassikers sah. "Beim
Aufbruch der Menschheit" beginnt diese berühmte Filmreise in die
Zukunft. Vor ca. 4 Millionen Jahren. Im Pliozän leben Affenhorden, die
sich von Pflanzen ernähren. Sie müssen dabei aufpassen, dass ihnen das
Futter nicht von den Tapiren streitig gemacht wird. Ausserdem sind sie
leichte Beute für die Raubkatzen der Urzeit. Sie verteidigen ein trübes
Wasserloch gegen andere Primatengruppen. Eines Nachts steht dort
plötzlich wie aus Geisterhand ein schwarzer, glatt glänzender Monolith,
der die Affen extrem irritiert. Sie berühren ihn scheu - beinahe wie ein
Heiligtum. Führt dieser Monolith zu einem enormen Entwicklungssprung
bei diesen Primaten ? Vom Sammler, zum Jäger und weiter zum Mörder. Denn
der Affe erkennt plötzlich, dass er mit einem Tapirknochen eine Waffe
in der Hand hat. Mit dieser Waffe könnte es gelingen Tapire zu töten und
ja, auch Artgenossen, die sich mir in den Weg stellen. Triumphierend
wirft der Primat den Knochen, mit dem er seinen Todfeind erschlagen
konnte, in die Luft, wo er zeitlupenhaft durch den Himmel wirbelt und
sich der Knochen in ein Raumschiff verwandelt. "An der schönen Blauen
Donau" hört man dazu als Begleitmusik. Der Mensch ist in der Zukunft
angekommen und hat sich vorgenommen, das Weltall zu erobern. Wir sehen
schöne Raumschiffe und verschiedene Satelliten ziehen ihre Bahnen im
Erdorbit. Die Crew der Mondstation Clavius hat eine aufsehenerregende
Entdeckung gemacht - ein Monolith wurde gefunden. Dieser sendet
elektromagnetische Signale in Richtung Planet Jupiter - so wird die
Reise zu diesem Riesenplaneten in unserem Sonnensystem unumgänglich. Der
inzwischen einzige Überlebende Bowman sieht sich nach einer
psychedelischen Achterbahn in Farben plötzlich als alter Mann in eiem
Raum mit Louis XVI Möbeln, Er sieht sich sterben, dann sieht er den
Monolithen, der sich plötzlich in diesem Zimmer befindet. Durch die
Berührung scheint er neu geboren zu sein und kehrt als embryonales
Sternenkind in den Raum zurück...
Der Co-Drehbuchautor und Autor der Buchvorlage Arthur C. Clarke stellte
fest: "Wenn jemand 2001 voll und ganz begreift, dann haben wir etwas
falsch gemacht" und genauso ist es. Für mich ist der Schluß allerdings
durchweg pessimistich trotz der Wiedergeburt. Denn scheinbar erreicht
der Monolith mit seinem Dasein den gleichen Effekt wie vor 4 Millionen
jahren als aus dem Tier der Mensch wurde. Dieses Übergangsfeld ist
mysterös und nicht zu begreifen. Es macht aus dem Geschöpf einen Mörder.
Dahingehend ist Bowman als Sternenkind ein verstörendes Bild. Hat der
Monolith ein weiteres Mal einen Entwicklungssprung vorangetrieben. Dies
lässt der Film offen. Als ich 1982 zum ersten Mal Stanley Kubricks
Meisterwerk sah, wurde er spontan und sofort mein absoluter
Lieblingsfilm. Ein Meisterwerk, dass man sich sicherlich nicht jeden Tag
anschaut - aber nun beim dritten Ansehen in all diesen Jahren hat der
Film überhaupt nichts von seiner majestätischen Kraft verloren. Er wirkt
nach wie vor atemberaubend und die einzelnen Sequenzen fügen sich zu
einem großen Ganzen mit großartiger klassischer Musikunternalung (Also
sprach Zarathustra, György Ligetis "Requiem", Adagio aus Katshatruans
Ballett-Suite "Gajaneh", Donauwellenwalzer) zusammen. Aufsehenerregend
ist auch die großartige Kameraarbeit von Geoffrey Unsworth. Nur 40
Minuten Sprache in diesem 145 Minuten langen Science Fiction Klassiker -
die Qualität sind die Bilder und die stark philosophische und poetische
Prägung des Films.
Bewertung: 10 von 10 Punkten.


















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