Mittwoch, 6. September 2017

Ghostwriter








































Regie: Roman Polanski

Die Memoiren eines umstrittenen Premierministers...

Mit großem Interesse erwartet die Welt die Memoiren des umstrittenen, ehemaligen englischen Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan). Dessen Mitarbeiter Mike McAra war in dieser Sache für den Politiker als s.g. "Ghostwriter" tätig, da dieser weder Zeit noch Talent hat, sein eigenes Werk publikumswirksam zu verfassen.
Doch nun muß ein Nachfolger für McAra gefunden werden, der das Werk vollendet, da der Mann bei einer Überfahrt mit der Fähre von Bord fiel und ertrank.
Ein neuer "Ghost" (Ewan McGregor) wird engagiert und hat nun auf der Insel Marthas Vineyard, dem Feriendominzil des Expremiers, 4 Wochen Zeit für diese nicht ganz einfache Aufgabe.
Lang selbst ist wegen seiner totalen Pro-Amerikahaltung im Irakkrieg sehr unter Druck geraten, derzeit beherrscht er durch die Verstrickung in einen Folterskandal die Medien.
Der frühere britische Außenminister und jetzige UN-Beauftragten Richard Rycart (Robert Pugh) wirft ihm vor, Terrorverdächtige entführt und gefoltert zu haben.
Zusammen mit Ehefrau Ruth (Olivia Williams) und seiner Beraterin Amelia Bly (Kim Catrall) verfolgt man im bunkerartigen Ferienhaus die Schlagzeilen.  Die USA sehen in McAras Manuskript inzwischen sogar die nationalen Sicherheit bedroht und es gelten dafür strenge Sicherheitsvorschriften. Der neue Ghostwriter freudet sich mit der Frau Langs an und stößt bald auf Ungereimtheiten in Langs angegebenen Inhalten zur Biographie. Bald gibt es auch einige Indizien dafür, dass sein Vorgänger weder durch einen Unfall noch durch einen Selbstmord sein Leben verlor. Die Inselbewohner sprechen von Mord. Ein verstecker Hinweis seines Vorgängers führt ihn zu Professor Paul Emmett (Tom Wilkinson)...





Roman Polanski drehte den oldschool- Thriller "Der Ghostwriter" nach dem Roman "Ghost" von Robert Harris.
Auf der Berlinale 2010 erheilt er für seinen Politfilm den silbernen Bären als bester Regisseur.
Polanski inzenierte den Film mit äusserst ruhiger Hand, er entwickelt die Geschichte sehr behutsam und langsam. Eine Eigenschaft, die im heutigen Mainstreamkino der schnellen Schnitte und ständigen Aktionen eigentlich schon zur Seltenheit geworden ist.
Nach einer Stunde entwickelt der sorgfältige Aufbau mit seiner herrlichen Location (trübes, regnerisches Wetter auf der spröden Insel) eine gewaltige Sogkraft, die wieder eindrucksvoll die Genialität des Meisters offenlegt.
Ein klasse Thriller, mit einem ausserordentlich guten und fiesen Auflösung, die mich für einige Momente sprachlos gemacht hat...auch die Visualisierung des Schlußakkords ist eine Klasse für sich.




Bewertung: 10  von 10 Punkten.

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