Regie: Park Chan Wook
Rache und Erlösung...
Mit seinem Grenz-Thriller "Joint Security Area" gelang Park Chan-wook in seiner Heimat Südkorea der Durchbruch - der Film wurde ein erfolgreicher Blockbuster. Danach realisierte er den Rachethriller "Sympathy for Mr. Vengeance" - ein hervorragender Film über das Thema Rache, der zwar gute Kritiken bekam, aber an der Kasse leider floppte. Erst "Oldboy", der zweite Film seiner Rachetrilogie, brachte den langersehnten internationalen Durchbruch. Zu verdanken hat es dieser Film sicherlich auch wegen seiner fiesen und hinterlistigen Story, die von Park Chan Wook radikal und verstörend erzählt wird.
"Lache...und die ganze Welt lacht mit Dir. Weine...und du weinst allein"
dies ist einer der Parolen des Films, der auf einer japansichen Manga
Serie basiert und für den Regisseur einen eher positiven Aspekt der
Rache anbietet - dann wenn Menschen in der Rache eine Katharsis spüren
lässt. Allerdings wird dieses Gericht, dass man im Film sehr gerne
eiskalt serviert, von Park Chan-Wook mit der Wucht eines Holzhammers
präsentiert. Erlösung ja...aber zu welchem Preis.
Am Ende erst wird der Zuschauer mit dem Bild des jungen Lee-Woo Jin (Yoo
Yeon-Seok) im Bilde sein, was aus einer unbedachten, aber böswilligen
Rufmord- Aussage hervorgerufen wurde...eine Katastrophe, von der sich
ein Beteiligter nie mehr erholen sollte.
Die Geschichte erzählt uns von Oh Dae-Su (Choi Min-sik), der am Abend
des Geburtstages seiner kleinen Tochter sturzbetrunken von einem Freund
bei der Polizei abgeholt werden muss. Der Freund versucht an einer
Telefonzelle die Frau des Trinkers zu erreichen, als er sich umdreht und
Oh Dae-Su den Hörer geben will, ist dieser verschwunden. In einer
hotelzimmerähnlichen Zelle mit großgemusterter Tapete und einem TV-Gerät
wird der Entführte wieder aufwachen. Er weiß nicht wer ihn entführt
hat, noch weiß er warum. Das Essen wird ihm in einer kleinen Öffnung,
durch die nur der Kopf passt, gebracht - er hat keinerlei Kontakt zur
Außenwelt und zum Entführer. In diesem Zustand des zunehmenden
Realitätsverlustes wächst bei dem Gefangenen der gierige Wunsch nach
Rache an dem unbekannten Peiniger. Es wird 15 Jahre dauern, bis er
plötzlich und ohne Vorwarnung auf dem Dach eines Hochhauses in Seoul
wachwird. Er liegt in einem Koffer, den er nur zu öffnen braucht und
sieht nach all den Jahren endlich das Tageslicht wieder. Er weiß aber
auch nicht, warum er jetzt nach all den Jahren wieder frei gelassen
wurde. In der Zeit seiner Gefangenschaft wurde er oftmals betäubt. Dies
geschah auch zum Zeitpunkt der Freilassung, Dae Su hat keine Erinnerung
daran. Er sucht eine Sushi Bar auf, wo er Tintenfisch bestellt und nach
dem Essen zusammenbricht. Die junge Bedienung Mi-do (Kang Hye-jeong)
nimmt ihn mit und lässt den sonderbaren Mann bei sich übernachten. Da er
immer nur Teigtaschen zu Essen bekam, ist dies sein erster Anhaltspunkt
herauszubekommen welches Restaurant oder welcher Lieferdienst genau
diese Teigtaschen gemacht haben. Er würde den Geschmack aus Tausenden
herauskennen. Tatsächlich erkennt er die Teigtaschen wieder - sie werden
in einem eher abgelegenen Restaurant gemacht. So gelangt er wieder zu
seinem Gefängnis. Dort kann er den Chefaufseher überwältigen. Er greift
zu harten Foltermethoden um den Namen seines Entführers
herauszubekommen, indem er dem Mann die Zähne einzeln herausreißt.
Der Mann gibt den Namen jedoch nicht preis. Stattdessen spricht ihn am
anderen Tag ein gewisser Lee Woo-jin (Yoo Ji-tae) an, der ihm gesteht
für seine Gefangenschaft verantwortlich zu sein. Er will aber, dass Oh
Dae Su den Grund dafür alleine herausfinden muss. Er gibt ihm 5 Tage
Zeit, andernfalls wird Mi-do, für die Dae-su sehr viel empfindet,
sterben. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, aber auch eine Reise in die
Vergangenheit...
Am Ende erst lösen sich die verstörenden Bilder auf, der Plot ist aber
extrem teuflisch und perfide. Dabei arbeitete Park Chan Wook mit
extremen Perspektiven und schnellen Schnitten, auch Rückblenden und
Traumsequenzen vermischen sich in die Geschichte. Dadurch erhält der
Film nicht nur eine surreale Note - es entsteht auch viel Horror je
näher man an die Wahrheit kommt. Und die sagt aus, dass die Erlösung das
Ziel dieses Racheplans war. Drei Jahre später drehte Park Chan wook
dann Teil 3 seiner Rachefilme. "Lady Vengeance" war zwar genauso
gewalttätig wie der Vorgänger, hatte aber auch poetische Anteile.
Bewertung: 10 von 10 Punkten.











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