Regie: Sofia Coppola
Zerbrechliche Teeangerjahre...
Ein US-Südstaatenkaff Mitte der 70er Jahre:
Die Strassen sind herausgeputzt, die Wiesen vor den Häusern sind perfekt, wie auf einem Golfplatz. Ulmen umgeben die Straßen, alles sieht porentief rein und paradiesisch aus.
Dort in dieser erzchristlichen Umgebung wohnen in der Nachbarschaft die Lisbons. Der Mathelehrer der Schule Ronald Lisbon (James Woods) und seine erzkatholische Frau (Kathleen Turner) mit ihren 5 blonden und hübschen heranwachsenden Töchtern Cecila - 13 Jahre (Hanna Hall), Lux - 14 Jahre (Kirsten Dunst), Mary - 15 Jahre (A.J. Cook), Bonnie - 16 Jahre (Chelse Swain) und Therese - 17 Jahre (Leslie Hayman).
Die Erziehung bei den Lisbons ist sehr streng und konservativ, aber sie bezeichnen den Umgang untereinander als liebevoll und tatsächlich strahlt die Familie eine gewisse Harmonie aus.
Die gleichaltrigen Jungs aus der Nachbarschaft interessieren sich natürlich für die fünf Lisbon-Teenager und sie erzählen diese Geschichte, die von Sofia Coppola 1999 nach dem gleichnamigen Roman von Jeffrey Eugenides verfilmt wurde.
Gravierende Probleme scheint auf jeden Fall die 13 Jährige Cecilia zu haben, die sich in der Badewanne die Pulsadern aufschnitt und in letzter Sekunde gerettet werden konnte. Der Psychiater Dr. Horniker (Danny de Vito) bekommt in den Sitzungen nicht viel von Cecilia zu hören, er tut aber intuitiv das Richtige, indem er den Eltern empfielt, dass das Mädchen soziale Kontakte - vor allem auch mit dem männlichen Geschlecht - suchen soll und die Eltern sowas fördern müssten.
Gesagt, getan: Es findet bei den Lisbons die erste und einzige Party für die Mädchen statt, die Nachbarjungs werden eingeladen und da es die erste Party in dieser Art ist, läuft alles etwas zähflüssig, schüchtern und bemüht ab. Als gerade etwas Stimmung aufkommt, geschieht allerdings etwas Entsetzliches.
Cecilia springt aus dem Fenster und wird von dem gusseiseren Gartenzaun aufgespießt. Der Freitot des Mädchens beschäftigt die ganze Stadt, sogar im Fernsehen wird davon berichtet. Für die geschockten Eltern Grund genug, die Erziehung noch strenger zu halten. Als sich Trip Fontaine (Josh Hartnett), der Traumboy der Schule in Lux verliebt, möchte er mit ihr ausgehen. Doch so einfach ist es nicht eine Erlaubnis von den Lisbons zu bekommen...
Das Regiedebut von Sofia Coppola beginnt mit einem Satz des Erzählers, der sofort klar macht, dass sich alle 5 Lisbon Mädchens suizidiert haben. Der Film beschäftigt sich mit der Frage, wie so etwas zustande kommen konnte, gibt aber letztendlich keine Antwort vor, sondern lässt den Zuschauer beobachten und eigene Schlüsse ziehen, aber auch Geheimnisse entdecken.
Der Todesweg der Mädchen wird in sehr weichen, fragilen Bildern gezeigt, das grausame Mysterium hinter der schönen Fassade bleibt versteckt und lässt sich nur erahnen.
Dabei ist der hochtalentierten Regisseurin eine atmosphärisch perfekte Mischung aus Mystery-Thriller (hier erinnert er ein bisschen an "Picknick am Valentinstag"), Drama und Teeniefilm gelungen. Die Insenierung ist sehr sensibel und setzt auf Melancholie und sanfte Elegie. Dabei steht der Anspruch auf religiöse Erziehung im krassen Widerstreit mit der Gefühlswelt eines Teenagers.
Nachdem mir Sofia Coppolas Erstling schon beim ersten Mal sehr gut gefief, hat es mich jetzt bei der Wiederholung ganz gepackt und der Film hat mich auf den zweiten Blick total begeistert. Für mich definitiv einer der besten 10 Filme der 90er Jahre.
Der Film ist leider trotz Kultstatus immer noch so etwas wie ein Geheimtipp...














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